Rheinland Pfalz

Regen in der Pfalz – Warum ein Kurztrip nach Landau bei jedem Wetter lohnenswert ist

Irgendwie sollte es nicht sein. Während es in der ersten Aprilwoche mancherorts bis zu 26 Grad warm wurde – werde ich in Landau an Ostern von einem grauen Himmel und kaltem Wind begrüßt. Zum Glück ist der Weg vom Bahnhof zum Hotel nicht weit. Das Maximilians Boutique-Hotel liegt nur 100 Meter entfernt – und ist nicht zu übersehen.

Der Blick aus meinem Zimmer im vierten Stock

Schnellen Schrittes lauf ich zum Hotel – der Himmel sieht bedrohlich nach Regen aus. Ich bekomme ein Zimmer in der vierten Etage und habe von hier aus auch ein Blick auf die „Berge“. Schade nur, das an diesem Ankunftstag tiefe Wolken den beeindruckenden Blick nicht wirklich zulassen wollen. Und dabei hatte mir Petra Hirsch doch so die Wanderungen durch die Weinberge empfohlen.

So mach ich es mir in den ersten Stunden in meinem neuen Zuhause auf Zeit gemütlich. Ich setze mich auf die kleine Couch, streck meine Beine auf den Sessel aus und schreib ein paar Emails an die daheim gebliebenen. Ich lese meinen Roman zu Ende und merke so kaum – wie die Zeit vergeht.

Weingenuss in Landau

Ich will mich von dem Wetter jedoch nicht von Ausflügen abhalten lassen. Für mein erstes Ausflugsziel muss ich nur ein paar Etagen nach unten fahren. Landau und die Pfalz im Allgemeinen sind bekannt für Genuss und guten Wein. Direkt im Boutique-Hotel Maximilians befindet sich das Max28 – eine Weinbar mit einem spannenden Sortiment regionaler und überregionaler Weine.

Das Max 28 – Weingenuss mal anders

Was soll ich sagen? Ich habe mich dort in einen Rosewein verliebt. Und das, obwohl ich eigentlich eher ein Fan der Weißwein-Fraktion bin. Und wie das bei einem Wein so ist, ich kam auch in ein nettes Gespräch mit Petra – der Chefin des Hauses. Wir stellten schnell fest, dass wir mit unserem Herkunftsland eine Gemeinsamkeit haben und dank toller Tipps und netter Geschichten verging eine Stunde wie im Nichts.

Einmal Null41

Draußen hat inzwischen der Regen aufgehört und ich habe trotz leckerem Schinken und Oliven ein wenig Hunger. „Nimm ein Taxi“ lautete die Empfehlung von Frau Hirsch. Und so bin ich schon wenige Minuten später auf dem ehemaligen Landesgartenschaugelände der Stadt Landau. Auch dort ist „Wein“ wie an vielen Orten in der Gemeinde ein wichtiges Thema.

Ich lass mich im Weinkontor Null41 nieder – ein sehr gut besuchtes Restaurant in einem kleinen Backsteingebäude. Ein Tisch ist noch frei, ich habe also Glück, hier heute Abend Essen zu können. Gut und gehoben essen kann man hier – und mutig wie ich bin, bestelle ich mir einen ganz besonderen Aperitif – den Cocktail Mix Null 41 mit (ihr habt’s bestimmt erraten) Rosewein. Und einmal Pasta mit Flusskrebsen.

Regenfreie Phasen ausnutzen

Dass ich anschließend nicht noch auf Wein umgestiegen bin, lag an dem leichten Schwips, den ich nicht noch vertiefen wollte. Die anschließende „regenfreie Phase“ habe ich genutzt um das Landesgartenschaugelände zu erforschen.

Dort steht immer noch eine Freiluftkirche (in der auch Gottesdienste stattfinden), ein Aussichtsturm und neben ein paar Pflanzen und Blumen auch ein wenig Kunst – die wirklich sehenswert ist.

Ausflug nach Karlsruhe

Ostermontag und Regen? Dann fällt einkaufen für mich ja wohl eher flach. Was also tun, wenn man den ganzen Tag Zeit hat? Die Lösung kommt nach einem kurzen Chat mit meiner Bloggerfreundin Tanja – die in Karlsruhe wohnt. „Komm vorbei – ich zeige dir ein paar Schlechtwetteralternativen“.

Auf dem Weg nach Karlsruhe

Und so sitze ich spontan im Zug nach Karlsruhe. Für 4,40 Euro mit Bahncard ist das auch durchaus erschwinglich. In Tanjas kleinen Fiat 500 habe ich mich kaum festgeschnallt, als die Reise durch Karlsruhe beginnt. An jeder Ecke präsentiert sie mir eine neue Geschichte – ich komme so schnell gar nicht mit, wie sie mich in die Geheimnisse von Karlsruhe einweist.

Nicht lange, und wir sind vor dem Schlossgelände. Es regnet in Strömen – also schnappen wir uns die Schirme und laufen los.

Tanja entführt mich direkt zum Schloss. Dort befinden sich nicht nur ständig spannende Ausstellungen, sondern auf dem Gelände auch der botanische Garten. So ein wenig „Wärme und Sonne“ wäre eine gute Maßnahme – und doch haben wir Pech.

Der botanische Garten ist wegen Renovierung bis Herbst 2017 geschlossen. Und dabei macht schon der Ausblick auf die Pflanzenwelt draußen und im Regen auf das Lust, was uns im inneren erwarten kann. Der Eintritt ist erschwinglich – und da ich „Natur“ liebe, ist dies definitiv eine gute Schlechwetteralternative.

Ich habe irgendwie keine Lust auf Badisches Museum und das merkt auch Tanja. „Hast du Lust auf Kuchen“ fragt sie mich und zeigt mir daraufhin ihr Lieblingscafé in Karlsruhe.

Und ja – so ein Kaffeekränzchen geht gut bei „Mistwetter“. Im Café Juli genieß ich dann russischen Zupfkuchen mit einem Glas Tee. Das Leben kann so entspannt sein!

Reptilium

Wieder zurück in Landau frag ich Mr. Google. Wo soll ich hin? Auf der Suche nach „Schlechtwetteralternativen“ für Landau kommt man am Reptilium nicht vorbei. Der Weg dorthin ist für Fußgänger bei Regen etwas beschwerlich, der kleine Reptilienzoo liegt rund 1,5 km vom Bahnhof entfernt in einem Gewerbegebiet. Der kleine Spaziergang lohnt sich jedoch.

Das Reptilium ist ein privat geführter Zoo, in dem neben zahlreichen Echsen und Schildkröten, Spinnen und Schlangen auch ein paar Erdmännchen und Zwergaffen ihr Zuhause gefunden haben. In einer großen Halle wird bei „Raubtierfütterungen“ spannendes über die Tiere berichtet und auch so ist ein Besuch hier alles andere als langweilig.

Reptilium Landau

Wer möchte, kann hier sogar einen Tag als Tierpfleger „aushelfen“ und ganz nah an die Tiere herankommen. In einigen Fällen ist das gar nicht so ungefährlich – denn hier im Zoo geben die Schildkröten gefühlt den Ton an.

Reptilium Landau

Spannend ist auch die „Brutstation“, über die ich gerne mehr im Rahmen einer Führung erfahren hätte. Hier lagern zahlreiche Eier und hier wohnen auch „Frischgeschlüpfte“ Reptilien. Ich habe leider kein Glück, das an Ostern eines der Eier bricht.

La Ola

Gegen Abend wird es in Landau doch noch richtig schön. Bei Sonnenschein und angenehmen 15 Grad wagte ich einen Spaziergang zu einer weiteren Schlechtwetteralternative: Dem La Ola. Das Schwimm/Spaßbad der Stadt liegt gut 2 Kilometer vom Hotel entfernt.

Im Stil der frühen 90er Jahre verfügt das Bad neben einem großen Schwimmbecken auch über ein Wellenbad, Whirlpool, Außenbecken und einem Außenbecken mit angenehmen Temperaturen.

Für Ruhesuchende sind Stühle und Körbe aufgestellt – und auch wenn das Wasser auf den ersten Blick etwas frisch ist – mir tun die 2 Stunden Abend im Bad richtig gut.
Ideal ist der Besuch hier auch für Kinder – die haben neben speziellen Familienbecken auch eine Rutsche als Spaßfaktor zur Verfügung. Saunagänger war ich an diesem Tag nicht, dafür hat die Zeit am Abend einfach nicht gereicht.

Bibliothek

Eine recht nahe Schlechtwetteralternative habe ich auch noch für alle, die im Maximilians Boutique-Hotel unterkommen. Nur rund 5 Minuten Fußweg vom Hotel befindet sich die Stadt-Bibliothek von Landau in einem ehemaligen Schlachthof. Allein das Gebäude ist schon recht einladend mit seiner Kombination aus Glas und altem Backsteingebäude.

Stadtbibliothek Landau

Das es auch noch ganz nett an der Queich liegt, macht den Platz vor der Bibliothek auch zu einem beliebten Ausflugsort an schönen Tagen.

Wer gerne liest und sich in andere Welten entführen lassen will, oder für seinen nächsten Ausflug in Landau nach Zielen recherchieren will, ist hier richtig. Auch fürs Abendprogramm sollte man die Bibliothek auf dem Schirm haben, denn immer mal wieder gibt es hier Poetry Slams und Lesungen.

Einfach mal ausschlafen

Darf ich verraten, dass ich nach den ganzen „Schlechtwetteralternativen“ recht müde war? Und was gibt es schöneres, als sich ins Bett zu legen und von Regentropfen am Fenster in den Schlaf lullen zu lassen? Und morgens gefühlt bis in die Puppen zu schlafen – um dann entspannt zu frühstücken. So Regentage haben schon was Schönes.

Warum ihr einen Spaziergang in Landau dennoch nicht verpassen solltet und wie ihr in Landau vielleicht auch seltene Fabelwesen (Elwetritsche) entdecken könnt, davon erzähle ich euch in meinem nächsten Bericht.

Wichtige HinweiseAnreiseHotelempfehlungWeitere Inspirationen
  • Müsst ihr im Max28 probieren: Leckere Schinkenplatte mit einem 2016 PINK St. Laurent Rosé von Wein Pfaffmann.
  • Müsst ihr im Weinkontor Null41 probieren: Den Cocktail Mix Null41 (Wein mal anders interpretiert)
  • Das ehemalige Landesgartenschaugelände ist vor allem im Sommer sehr empfehlenswert. Unbedingt auf den Aussichtsturm steigen – von hier aus habt ihr eine nette Perspektive auf Stadt und Umland.
  • Im Karlsruher Schloss befindet sich das Badische Landesmuseum, in dem aktuell die Ausstellung „Ramses, Göttlicher Herrscher am Nil“ stattfindet. Mit der „Schloss Card“ könnt ihr für 14 Euro sowohl die normale Ausstellung als auch die Sonderausstellung besuchen und auch auf den Turm fahren. Für Schüler kostet die Karte nur 3 Euro – ins Museum könnt ihr Freitagnachmittag sogar kostenfrei.
  • Der Botanische Garten im Schlossgarten Karlsruhe verfügt auch über Gewächshäuser. Diese werden bis Herbst 2017 jedoch saniert. Wenn die Häuser wieder offen sind, kostet der Eintritt 2 Euro.
  • Der Besuch im Reptilium – Terrarien- und Wüstenzoo Landau kostet für Erwachsene 15,50 Euro. Es gibt zahlreiche Rabatte und auch eine Jahreskarte. Wer einen Tierpflegertag bei den Reptilien erleben will, bezahlt 119 Euro. Der Pflegertag ist nur nach vorheriger Buchung möglich, der Zoo ist 365 Tage im Jahr von 10 – 18 Uhr geöffnet.
  • Das La Ola ist an einigen Tagen bis 22 Uhr geöffnet – an Feiertagen schließt das Bad um 21 Uhr. Eine halbe Stunde vorher wird der Badbetrieb beendet. Für zwei Stunden Badespaß sind 4 Euro fällig. Für eine Tageskarte inkl. Sauna werden 18,50 Euro für Erwachsene fällig. Mehr Infos bekommt ihr auf der Homepage des Landauer Schwimmbades.
  • Öffnungszeiten und andere Infos zu Veranstaltungen, etc. für die Stadtbücherei Landau findet ihr hier

Landau ist sehr gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Vom Verkehrsknotenpunkt Karlsruhe kommt ihr mit dem halbstündlich fahrenden Regionalexpress in 30 – 45 Minuten in Landau an. Die Anreise von Köln dauert rund 3 1/2 Stunden. Auch Fernbusse fahren Landau an.
In und um die Stadt gibt es zahlreiche Parkmöglichkeiten und auch die Anbindung per Auto ist sehr gut. Nach Köln braucht man bei freier Autobahn rund 2 1/2 Stunden.
In Landau selbst gibt es Busverbindungen, die an normalen Wochentagen das Stadtgebiet gut abdecken. Es lässt sich jedoch vieles Sehenswertes auch gut zu Fuß oder mit dem Rad erreichen.

Ich habe im Maximilians Boutique-Hotel Landau zwei Nächte geschlafen und gelebt. Das Hotel verfügt über drei verschiedene Zimmerklassen – ich durfte in einem Komfort Plus Zimmer übernachten. Im Zimmer stand mir eine Kaffeemaschine, eine Couch, ein Kühlschrank und ein riesiges Boxspringbett zur Verfügung. Das Zimmer ist ab 104 Euro pro Nacht zu mieten, Frühstück kann für 9,50 € dazu gebucht werden. Wer direkt über die Hotelhomepage bucht, kann 8% gegenüber Buchungsplattformen sparen.

Das Hotel eignet sich aufgrund seiner Nähe zum Bahnhof auch ideal für Businessreisende.

Wellness auf dem Zimmer?

Ein Pro Tipp fürs Regenwetter habe ich auch noch! In den Suiten des Hotels (Aufpreis zum Komfort Plus Zimmer knapp 30 Euro) gibt es auch eine Infrarotkabine. So kann man sich es gut gehen lassen.

Offenlegung: Ich wurde vom Maximilians Boutique-Hotel Landau für zwei Nächte nach Landau eingeladen. Auch das Reptilium ermöglichte mir einen kurzen Einblick in den Zoo.

2 Kommentare

  • Wenn wir nicht schon schwer verliebt in die Südpfalz und Landau wären – spätestens jetzt wären wir es, liebe Frau Schindler ;-)

    Danke für diesen wundervollen Blogbeitrag über Ihre Reise zu uns. Wie schön, dass Sie den Regen ignoriert und trotzdem so viel unternommen haben.
    Landau und die SÜW sind ja auch zu jeder Jahreszeit (mindestens) eine Reise wert.

    Wir verfolgen Ihre Teilzeitreisen schon seit langem begeistert. Und haben uns daher sehr gefreut, dass Sie uns nun auch einmal besucht haben.
    Wir haben noch eine Menge Ideen und Vorschläge für Sie. Also: (wann) sehen wir uns wieder?
    Dann auch mit Sonne :-)

    Herzliche Grüße aus Landau nach… mhm… ja wo sind Sie wohl gerade???
    Ihre Petra Hirsch und das MAX-Team

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Über den Blogger

Janett

Hallo, ich bin Janett, die Gründerin des Blogs Teilzeitreisender.de
Schon immer war ich ein sehr großer Fan von Kurzreisen. Neben einer Teilzeitstelle an der Uni Düsseldorf pflege und hege ich deshalb dieses Projekt - und habe dafür schon das eine oder andere Abenteuer erlebt. Mehr über mich erfahrt ihr unter der Rubrik "Persönliches"

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