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Niederlande

10 Highlights für eine Auszeit im Gelderland: Ein Instagram-Tagebuch

Einfach mal raus, einfach mal weg und die Seele baumeln lassen. Diese Idee stand hinter meinem Wochenendurlaub ins niederländische Gelderland. Kurzfristig mit Groupon ein Schnäppchen ergattert, führte mich meine Auszeit 3 Tage nach Wageningen. Wo das ist? Das wusste ich vorher auch nicht. Was man dort erleben kann? Auch so eine unbekannte Komponente. Gelderland hatte ich als Urlaubsalternative bisher total verkannt. Letztlich war ich begeistert – und ich bin mir sicher, Ihr werdet es auch sein!

Freitag Mittag nach Feierabend ging es los. Als gewohnte Navigon-App-Nutzerin sollte mich diese technische Möglichkeit gemütlich Richtung Niederlande navigieren. Wäre auch möglich gewesen, wenn ich vorher daran gedacht hätte, die Karte freischalten zu lassen. Ein Download von unterwegs hätte mein monatliches Datenvolumen gesprengt. Also “back to the roots”: Karte aus dem Reiseführer gekramt und los ging es. Ein völlig neues Fahrgefühl, probiert es aus. Gut, “sie” spricht nicht und der Blick auf die Straße ist dann doch besser als auf die Karte beim Fahren. Allerdings ohne Navi ging es durch traumhafte Landschaften, die ich mit Navi (Modus schnell und effizient) nicht befahren hätte. Mein Tipp: Einfach mal treiben lassen. Die Niederlande ist bestens ausgeschildert.

maaslandschaftenTreiben lassen… Das Verdeck auf, laue Nachmittagsluft und die Augen mit schöner Landschaft verwöhnen. Nach Abfahrt der Schnellstraße umhüllt mich Ruhe. Ich entdecke die erste niederländische Windmühle, halte an, steige aus und gehe ein Stück an der Maas entlang. Hier und da überholt mich ein Fahrradfahrer, ansonsten nur das Wasser, die Vögel und ich. Einfach herrlich! Weit hinten sehe ich etwas hervorblitzen, was wie ein altes Gebäude aussieht und entdecke die Burgruine Batenburg. Im gleichen malerischen Ort liegt sie bescheiden am Ortsrand. Das Dorf und Ruine reizen mit einem kleinem Spaziergang durch und um Batenburg. ruine_batenburg_gelderland

Ein koffie verkeerd wäre jetzt genau das Richtige, doch gibt es keinen Platz mehr im Cafe Nähe der Burg. Mit der Abendsonne folge ich der Maas und fahre ein Dorf weiter nach Appeltern. Der Ortsname sagt mir etwas, kann es aber noch nicht zuordnen. Zunächst bremse ich aber gleich am Ortseinkang ab, entdeckt meine kaffeeausgehungerte Seele t‘ Sprookjeshof – ein Pfannkuchenhaus. Die sahen am Nachbartisch sehr lecker aus. Wir wären aber nicht in den Niederlanden, wenn es hier nicht auch die Möglichkeit gäbe, „Pommes mit Mayo und Kroketje mit Sate-Sauce“ zu essen. Ich suche mir einen schönen Platz auf der Terrasse mit Maasblick und bekomme die Köstlichkeit (neben dem ursprünglich anvisierten Kaffee) auf einem silbernen Tablett serviert. Pommes sind in den Niederlanden immer ein Highlight! pommes_appeltern

Auf Nachfrage gibt es im Pfannkuchenhaus auch den WLAN-Code und kostenfreiem Surfen stand nichts mehr im Wege. So erfahre ich nun auch, woher mir der Name Appeltern etwas sagt: In De Tuinen von Appeltern werden auf rund 22 Hektar über 200 verschiedene Gärten dargeboten. Mehrfach verfilmt können hier live die Mustergärten bewundert und bestaunt werden. Nachmachen ist erwünscht. Nicht nur für Gartenliebhaber ein Naturgenuss. 

Der Freitag Nachmittag neigt sich dem Ende zu und ich bin neugierig auf das Hotel. Über Groupon kurzfristig gebucht, verweile ich die zwei kommenden Nächte im Hotel des Wageningsche Berg. Ruhig hinter einem Waldstück liegt meine Bleibe. Fast denke ich, ich wäre hier falsch, als groß der Hotelwegweiser vor mir auftaucht. Die Zimmer sind traumhaft und in die Terrasse mit dem Blick habe ich mich ein Stück verliebt. Das Einzige, was man hier abends hört, sind die Vögel vom Ufer des Niderrijn. Ich lasse mich mit einem leckeren Cocktail auf der Terrasse nieder und genieße den schönen Start ins Wochenende im Gelderland. Auch im Hotel gibt es wieder freies, sehr schnelles WLAN (oder WiFi, wie im Ausland die drahtlose Internetverbindung genannt wird).

Die Affen sind los – und das ist wörtlich zu nehmen! Mein zweiter Tag im Gelderland führt mich nach Apeldoorn ins Apenheul. Apenheul ist ein Tierpark, den ich so bisher noch nicht erlebt habe. Hier laufen viele Affenarten frei herum und wir Besucher spazieren entzückt in ihrem Zoo. Manchmal frage ich mich, wer hier wen beobachtet. Verschlusssichere Taschen sind ratsam und werden am Eingang kostenfrei angeboten. Flink sind die Affen und schauen gern mal vorbei, was die Menschen so alles bei sich tragen.
An der ersten Biegung des Rundganges bleibe ich wie angewurzelt stehen. Ein komisches Gefühl, einen Affen frei vor sich zu sehen. Mitten im Baum saß ein kleiner Wollaffe und beäugt mich, um sich dann kurz darauf die Äste empor zu schwingen. Apenheul war ein besonderes Erlebnis! Und wer selbst einmal den besonderen Tieren ganz nah sein will, sollte unbedingt einen Ausflug hierhin planen. Ich habe an meinem Wochenende nur einen halben Tag eingeplant. Einen Tagesausflug kann allerdings hier locker verbracht werden. Es ist einiges zu Fuß zu laufen. Der Zoo ist kinderwagentauglich und für Menschen, die nicht so gut zu Fuß sind, gibt es kostenfrei am Eingang Gehhilfen und Rollstühle.

Von den Affen ist es bis zu den Königen nicht weit. Keine zwei Kilometer von Apenheul wartet mein zweites Highlight des Tages auf mich. Das Palais Het Loo ist heute Museum der Geschichte des niederländischen Könighauses. 300 Jahre fürstliche Wohnkultur sind im Palais zu bewundern. Aber nicht nur das, auch die Gärten sind traumhaft und laden zum verweilen ein. Ich erhalte beim Einlass ein Infoheft in deutsch und mache mich auf den kurzen Fußmarsch zum Schloss. Dass Het Loo 1692 als Jagdschloss errichtet wurde, sieht man diesem Palast nicht an. Fast hat es für mich den Anschein, dass die Königsfamilie mir aus dem Fenster zuwinkt. Mit einem Audioguide (3€) beeile ich mich etwas mit einem Spaziergang durch das Schloss. Leider schließen in den Niederlanden Sehenswürdigkeiten meistens um 17 Uhr, letzter Einlass ist oft schon eine Stunde vorher. liege_palais_hetloo

Auf dieser königlichen Liege hätte ich mich gern nach meinem Rundgang ausgeruht. Die Schwüle, die Hitze und die Affen vom Vormittag haben mich doch etwas geschafft. Doch bevor mich die Hoteldusche ruft, genieße ich die traumhaften Gärten des Anwesens und schaue verträumt den Wasserspielen zu.

Ich kann mich an meinem dritten Tag schlecht von dem Hotel trennen. Trost finde ich bei meinem Ausflugsziel Amerongen. Ich genieße die Fahrt durch die kleinen Gassen. Überall entdecke ich Häuser, bei denen meine innere Stimme mir flüstert: „Ja, das wäre es hier, hier ziehe ich ein!“. Schnuckelig ist der Ort, anders kann ich es nicht beschreiben. Auch hier sind mit weiß-braunen Hinweisen die Sehenswürdigkeiten ausgeschildert. Kasteel Amerongen ist ein Wasserschloss und gehört zu den wichtigsten Reichsdenkmälern der Niederlande (Rijksmonumente). Täglich finden hier fast stündlich Führungen statt. Auf Wunsch mit einer Gruppe wird man auch deutschsprachig durch das Schloss geführt. Schon die Gärten ziehen mich auch hier wieder in ihren Bann und nicht das erste mal an diesem Wochenende denke ich mir: Das Gelderland ist wirklich schön!
Einkehrtipp: In den ehemaligen Stallungen ist ein schönes Cafe. Mit freiem Blick auf das schöne Kastell genieße ich Ginger Ale mit gecrashtem Eis und frischen Minzblättchen. Sehr zu empfehlen!

Das nächste Highlight lässt nicht lange auf sich warten: Ich finde, man war nicht in Gelderland, wenn man nicht im Hoge Veluwe war – ein Naturpark der Extraklasse! Auf 5.400 Hektar befindet sich ein einzigartiger Nationalpark. Wer Ruhe für seine persönliche Auszeit sucht, wird sie spätestens hier finden. Wald, Heide, Sumpfgebiet und auch Flugsand bietet mit besonderen Tierarten ein Naturerlebnis. Man kann den Park zu Fuß oder mit dem Fahrrad erkunden. Selbst Autos sind hier erlaubt – selbstverständlich mit dem Auto nur auf ausgewiesenen Wegen. Es stehen den Besuchern kostenfreie, weiße Fahrräder zur Verfügung oder man mietet sich am Eingang blaue Fahrräder.
Nach kurzer Zeit erreiche ich das Kröller-Müller Museum. Hat mich vorher Stille umgeben, so tummeln sich an diesem ausgefallenen Ort einige Menschen. Das Besondere: Das Museum beherbergt 87 Kunstwerke von Vincent van Gogh und ist somit die zweitgrößte Ausstellung des Ausnahmekünstlers der Welt. Zudem finden sich noch viele weitere Werke bekannter Künstler in der Kunstsammlung. Am Eingang laufe ich vorbei an außergewöhnlichen Skulpturen. Ich muss zugeben, dass moderne Kunst mich nicht zwingend fesselt, aber das, was ich hier sehe, reizt mich. Zunächst bewundere ich allerdings die Werke von van Gogh. Ganz nah darf man hier die Werke bewundern, ehrfürchtig schaue ich mir die Pinselstriche an. Ich hatte in der Schule Kunstgeschichte als Leistungskurs und ich weiß diese Ausstellung sehr zu schätzen.kröller_müller2

Das Wochenende im Gelderland vergeht wie im Flug. Etwas ermattet von den vielen Eindrücken wandele ich noch ein wenig auf den Wegen des Skulpturengartens – ein weiteres Highlight und lasse mich auf einer Bank nieder. Ich bin versucht, noch mehr von der schönen Landschaft, dieser außergewöhnlichen Kunst aufzusaugen, beschließe dann aber, dass für heute genug ist. Auch das gehört zu einer Auszeit. Ich werde wieder kommen, vielleicht im Herbst oder Winter, denn das Gelderland bietet nicht nur Schönwetterattraktionen. Hier kann man auch getrost bei trüben Wetter seine persönliche Auszeit verbringen und entspannen.huis_berg

Zum Abschluss meines wunderschönen Wochenendes beschließe ich, gegen späten Nachmittag über s’Heerenberg den Heimweg anzutreten. Zwar schließt das dort befindliche Schloss Huis Berg ebenfalls schon um 17 Uhr seine Besucherpforten, doch im Heeren Dubbel auf dem Schloss Gelände ergattere ich noch kurz vor Schluss einen Schattenplatz unter dem alten Apfelbaum und lasse mir mit bestem Blick auf das traumhafte Kasteel den Apfelkuchen und koffie verkeerd schmecken. Ich genieße den Augenblick, denke zurück an die schönen paar Tage und fasse den Entschluss: Das war nicht mein letzter Besuch in Gelderland!

Links und Info in Kürze:

[googlemaps https://mapsengine.google.com/map/embed?mid=zFjskmF6ivkI.k_n5ZGIxZOiw&w=640&h=480]

P.S. Wer Instagram nicht kennt: Instagram ist eine Plattform, auf der man in einer Art Microblogging Fotos und Bilder teilen kann. Wer mir folgen möchte, findet mich dort und vielweib_kr. Auch Teilzeitreisender.de hat einen Account – dem ihr unter Teilzeitreisen folgen könnt.

Offenlegung: Für eine Reisebuchung erhielt Teilzeitreisender.de von Groupon einen Gutschein, die ich für einen Trip nach Holland nutzen durfte. Ebenso erhielt ich von Palais Het Loo und dem Kröller-Müller-Museum freien Eintritt. Lieben Dank dafür. Meine Meinung bleibt natürlich die eigene.

Über den Autoren

Tanja

Eine schöne Cabriotour in die Nachbarschaft oder eine Flugreise in die Ferne: Ob Deutschland, Europa oder weltweit - Ich reise gerne und liebe es, neue Welten zu erkunden.
Ich blogge zu Urlaubsreisen, Wochenendtrips und Städtereisen - als Teilzeitreisende hier bei Janett oder in meinem Blog unter www.vielweib.de

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