Nordrhein Westfalen

Eine Nacht im 25hours Hotel The Circle Köln. Eine Zeitreise ins Gerlingquartier.

Meine Mutter wurde 1961 geboren. Damals wurde die Mauer gebaut, die sogenannten Wirtschaftswunderjahre begannen und der Kalte Krieg hatte seinen Höhepunkt. Und was hat das alles mit einem Hotel The Circle in Köln zu tun? Nun, davon wird dieser Artikel handeln. Ich habe in Köln nicht nur ein Hotel besucht, sondern mich auf eine kleine Zeitreise begeben.

Denn „The Circle“ ist mehr als ein Hotel.

Es hat Geschichte. Doch fangen wir von vorne an. Mein Teil der Zeitreise begann irgendwann im Jahr 2018. In meinem Postfach landete eine Email des 25hours Hotels Köln. „Kommen sie zu unserer Baustellenparty ins Gerlingquartier!“ stand dort. Ganz ehrlich?

Bis zu diesem Zeitpunkt wusste ich weder, das in Köln ein Hotel der Marke 25hours eröffnet wird – noch wo das Gerlingquartier liegt. Ein Blick auf Google Maps verriet mir jedoch schnell den Weg.

Eine Zeitreise in die 60er Jahre des Gerlingquartiers

Das Gebäude und das Gerlingquartier liegen ein wenig versteckt zwischen Belgischem Viertel und Agnesviertel – und wurde maßgeblich in den Nachkriegsjahren erbaut. Das ehemalige Versicherungsgelände wirkt ein wenig kalt und leblos – helle Muschelkalkfassaden und massive Gebäude zeugen von der Macht des ehemaligen Konzerns.

Noch bis 2008 konnten Kunden im heutigen 25hours – Hotel ihre Versicherungen bezahlen. In den Zimmern waren Büros der Sachbearbeiter und ganz oben residierte der Chef. Viel findet man über die Zeit als Versicherungsgebäude wahrlich nicht heraus. 1966 wurde der Rundbau von den Architekten Sobotka und Müller fertiggestellt und reiht sich in eine Vielzahl von Gebäuden im Gereonsviertel ein.

Die Gerling Versicherung war damals ein wichtiger Arbeitgeber in Köln. Wie es immer so ist – Dinge ändern sich – und so kam es das dieses Gelände mitten in der Stadt mehrere Jahre brach lag und nicht genutzt wurde. Einige Gebäude stehen unter Denkmalschutz – etwas was die Nutzung unter heutigen ökologischen Gesichtspunkten nicht einfach macht.

Ein Besuch auf der 25hours – Baustelle in Köln (2018)

Während in einigen der Versicherungshäusern Luxuswohnungen und Büros entstanden stand ein besonders markantes Hochhaus im Gerlingquartier lange Zeit leer. Die Architektur des Hauses ist speziell. Rund. Das Designteam von 25hours hat sich vor ein paar Jahren dennoch an dieses besondere Gebäude getraut. Und nicht nur das.

Noch drei Monate vor Eröffnung des 25 Hours sah die Fassade so aus.

Fast kreisförmig ist es – nicht ganz geschlossen aber dem ganzen schon recht ähnlich. Der Name „The Circle“ – den das Hotelgebäude heute trägt find ich daher sehr passend. Aber kommen wir doch zurück zu meinem ersten Besuch im unfertigen Hotel. Es wird im Frühjahr 2018 gewesen sein – das Wetter war unbeständig – die Natur aber am Erwachen und wir standen eines Abends in einem damals noch absolut leeren Restaurant.

Auf einer Führung durften wir einen ersten Blick in die Zimmer werfen. Outer und Inner Circle. Erstere mit tollen Blick auf Köln. Wie die Zimmer irgendwann mal aussehen würden? Davon hatte ich damals nicht wirklich eine Idee. Auch in der Lobby und im Konferenzbereich war alles noch ziemlich unfertig.

Um mich herum war gefühlt alles im Rohbau. „Im August wollen wir eröffnen.“ erfuhren wir während der Führung. Ganz ehrlich? Ich bin ja ein zuversichtlicher Mensch – doch dieses Ziel hielt ich für sehr optimistisch. Und was soll ich sagen? Im August wurde das 25hours „The Circle“ tatsächlich pünktlich eröffnet.

Eine Nacht im „The Circle“ (2019)

Ich wartete mit meinem Besuch im fertigen 25hours-Hotel in Köln bis zum Januar. Ja – ich muss zugeben das ich ziemlich neugierig war. Und auch wenn ich vorab schon einige Bilder gesehen habe – die Nächte in den Hotels der 25hours Kette sind immer wieder wie eine Zeitreise in die eigene Kindheit. Doch fangen wir von vorne an – oder eher gesagt in der Lobby des „The Circle“.

Dort wo früher einmal Geld eingezahlt wurde ist jetzt die Rezeption. Sie bildet jedoch nur einen kleinen Teil des Bereiches ab. Ein Plattenladen, ein Fahrradladen und ein kleiner Shop bietet garantiert keine alltäglichen Mitbringsel an. Mein Favorit jedoch ist die Co-Working-Space, die auch Nichtgäste nutzen können. Für mich startete hier eine Reise in die Vergangenheit.

Zimmer anschauen. Mein Date mit dem Roboter.

Gleich vorab – ich glaub ich bin in Bezug auf 25hours-Hotel-Zimmer ein wenig parteiisch. Ich mag es ziemlich wenn ein Zimmer so aussieht als würde hier jemand wohnen. Und genau dieses Gefühl habe ich jedes mal wenn ich in eines der 25hours-Zimmer gehe. Es gibt viele 100 Kleinigkeiten, die alles in allem das Zimmer jedoch nicht überfrachtet wirken lassen. Da ist das Comic was auf dem Nachttisch liegt, in Köln ein „Kuschelroboter“ und auf dem Boden ein richtig cooler kleiner Teppich. Da ist die Tasche, die ich mir hätte für einen Bummel durch die Stadt einfach leihen können und da sind der Lautsprecher und die Ladekabel fürs Handy. Ja – hier isses gemütlich. Die Innenarchitekten haben hier auf jeden Fall gute Arbeit geleistet.

Das Zimmer habe ich im Outer Circle bekommen. Der bietet einen tollen Blick auf die Stadt – in meinem Fall sogar zum Dom. Das Bad befindet sich hinter dem Bett in einem offenen Raum. Dies ist nicht jedermanns Sache – ich finds aber total cool.

So konnte ich aus der Dusche das Kapellsche sehen. Schon cool! Das Bett? Herrlich. Wir haben sehr gut geschlafen – einzig der Blick auf die kahle Decke war nicht so ganz meines. Insgesamt waren wir gar nicht allzu lange im Zimmer, denn im 25hours Hotel The Circle gibt es noch einiges mehr zu entdecken.

Auf Entdeckungsreise durch The Circle

Die Designideen rund um die Innenausrichtung stammt vom Studio Aisslinger. Und ja – ich finde die Idee aus dem The Circle eine Zeitreise in die 60er Jahre zu machen einfach nur genial. Ihr wisst – auf Zeitreisen stehe ich ungemein. Und so lande ich kurz nach dem Check In wieder in der Lobby. Dort entdecke ich zuerst eine Ruhezone, in deren Mittelpunkt ein Walkman steht. Und Kassetten.

Auch wenn ich es nicht herausbekommen habe, wie ich beides zum laufen bekomme (kann man so etwas vergessen) – ich fand die Idee mega. Mein Spielkind erwachte jedoch vollends beim Entdecken der alten mechanischen Schreibmaschinen und der Stempel. Gefühlt 90 Minuten saß ich in der „Erwachenenspielecke“ und war richtig glücklich. Wie einfach es doch manchmal ist!

Eigentlich hatte ich ja noch vor mir auch den kleinen Wellnessbereich anzuschauen. Doch leider habe ich diese Erfahrungen nicht machen können. Irgendwie schade – andererseits ja auch ein Grund, noch mal wieder eine Nacht hier zu verbringen, oder? An diesem Abend jedenfalls beschlossen mein Freund und ich, noch das essen im Neni auszuprobieren.

Kulinarisches im Neni und in der Monkey Bar

Weit kamen wir jedoch nicht, denn die Plätze im Neni waren an diesem Freitag abend so ziemlich ausgebucht. Platz bot uns nur noch die Monkey Bar. Die ist gleich nebenan und sah beim unserem letzten Besuch sehr viel leerer aus. Genossen haben wir den Abend, der mit knapp 60 Euro für 3 Getränke und einen kleinen Happen zugegebenermaßen nicht wirklich günstig war, jedoch sehr. Das Ambiente hier oben ist wirklich einen Blick wert. Wem zu heiß wird, der kann auf dem Balkon den Blick auf das nächtliche Köln genießen. Schon allein dafür lohnt sich ein Besuch.

Das Neni habe ich übrigens auf andere Weise doch noch kennengelernt. Am nächsten Morgen – beim Late Morning Frühstück. Den Dom habe ich dabei nicht aus den Augen verloren.

Sehenswertes im Gereonsviertel

Um das The Circle zu erleben müsst ihr nicht unbedingt hier übernachten. Restaurant und Bar – aber auch die Lobby und die Geschäfte – sind frei zugänglich und können von jedem genutzt werden. Auch die Co-Working Space werde ich für mein nächstes Treffen in Köln einplanen – hier gibt es coole Ecken in denen nicht nur ich mich entspannt zurückziehen kann. Auch das Gereonsviertel solltet ihr nicht aus den Augen verlieren. Ein Rundgang vor oder nach eurem Besuch im 25hours Hotel lohnt sich definitiv.

Du willst mehr über das „The Circle“ oder Köln lesen?

Du hast Lust auf eine Nacht im 25hours Hotel in Köln?

  • Ein Zimmer „Outer Circle“ (das sind die mit Blick auf Dom oder Fernsehturm) gibts ab 120 Euro pro Nacht
  • Das Frühstück kostet 18 Euro pro Person zusätzlich
  • Dazugebucht werden ohne Aufpreis könnt ihr eine Probefahrt mit dem Mini oder einen Late Checkout.
  • Ihr braucht Datenvolumen für einen Stadtrundgang? Auch das könnt ihr online und kostenlos buchen.
  • Den günstigsten Tarif und die Specials bekommt ihr nur auf der 25Hours The Circle – Homepage.

Offenlegung: Wir wurden vom 25hours Hotel „The Circle“ für eine Nacht eingeladen. 

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Über den Blogger

Janett

Hallo, ich bin Janett, die Gründerin des Blogs Teilzeitreisender.de
Schon immer war ich ein sehr großer Fan von Kurzreisen. Neben einer Teilzeitstelle an der Uni Düsseldorf pflege und hege ich deshalb dieses Projekt - und habe dafür schon das eine oder andere Abenteuer erlebt. Mehr über mich erfahrt ihr unter der Rubrik "Persönliches"