Großbritannien

Über sieben Brücken musst du gehen… Um Newcastle oder Gateshead zu sehen!

Ich find Brücken geil. Jetzt echt. Ohne Schmarn. Mich machen sie wirklich glücklich. Als Kind habe ich unter Brücken gespielt (und jetzt bitte keine Sprüche von „die hatten im Osten ja nix anderes“) und in meinem Leben habe ich auch schon viele Brücken überquert. Ob mit dem Auto, mit der Bahn oder gar zu Fuß.

Millenium Bridge Newcastle - Gateshead
Millenium Bridge Newcastle – Gateshead

Das absolute „Industriebrücken-Eldorado“ habe ich jedoch in England gefunden. Und den Vogel abgeschossen hat Newcastle upon Tyne. Dort gibt es auf einer Strecke von knapp 3 Kilometern gleich 7 Brücken. Klar, dass ich mir die mal von oben und unten und recht und links anschauen musste….

Millenium Bridge Newcastle - Gateshead
Millenium Bridge Newcastle – Gateshead

Millenium Bridge

An einem milden Februartag mit viel Sonnenschein startete ich meinen Spaziergang in Gateshead. Das ist die Stadt auf der anderen Tyne-Seite. Und auf jeden Fall auch mal einen Besuch wert. Aber das tut jetzt nichts zur Sache, ich wollt ja von den Brücken erzählen. Um entspannt am Tyne entlang zu laufen empfiehlt sich die Newcastle(r) Seite. Und der Weg führt mich dabei über die jüngste und wohl bemerkenswerteste Brücke – Millenium Bridge heisst das gute Stück – und ist sie schon am Tage eine Augenweide. Bei Nacht kommt ihr Lichtkonzept aber mal so richtig gut. Dann, wenn der Tyne gut mit Wasser gefüllt ist, spiegeln sich die verschiedenen Farben im Wasser, der Bogen kommt richtig gut zur Geltung.

Millenium Bridge Newcastle - Gateshead
Millenium Bridge Newcastle – Gateshead

Tyne Bridge

Nur ein paar Meter weiter befindet sich die Tyne Bridge – neben der Millenium Brücke wohl eine der bekanntesten und zudem auch ein „Trendsetter“ ihrer Erbauerjahre. Sie ist wohl die bekannteste der Brücken, wobei sie mir persönlich nicht so in Gedanken geblieben ist.

Die Brücken von Newcastle - Gateshead
Die Brücken von Newcastle – Gateshead

High Level Bridge

… sie ist die älteste der noch bestehenden Brücken und für mich persönlich auch die schönste. Wenngleich sie aus der Flußperspektive nicht wirklich spektakulär aussieht, lohnt sich hier ein „Aufstieg“ auf die Brücke. Die Stabbogenbrücke aus dem Jahre 1849 kann zu Fuß oder mit dem Auto (Einbahnstraße) überquert werden und bietet einen wunderbaren Einblick in die Architektur der damaligen Zeit. Die Brücke ist ein toller Ort um schöne Fotos zu machen! Und auch wenn mir die Puste nach dem Aufstieg ziemlich ausgegangen war, ich musste weiter!

Swingbridge

Wieder unten am Fluss war ich ziemlich platt. Ich schaffte es gerade noch an der „Schwingenden Brücke“ vorbei zu wandern, die vor allem bei Schiffen auf der Tyne interessant ist. Anstatt hoch zu klappen, dreht sie sich wie ein Karussell zur Seite. Sie ist auch die niedrigste Brücke über dem Tyne und wird von Autos befahren.

Der Blick vom Castle auf die High Level und Swingbridge.
Der Blick vom Castle auf die High Level und Swingbridge.

Ein Zwischenstop war notwendig. Auf dem Weg zur nächsten Brücke entdeckte ich dann das Quayside. Eine Art Pub mit recht günstigen Preisen und recht guter Qualität – für mich die Rettung. Dank Mittagsangebot hatte ich für 10 Pfund ein vollwertiges Mittagessen und ein Getränk inklusive. Warum ich ausgerechnet dort gegessen habe? Nun, an der Tür hing ein „Free Wifi“ Schild. Immer ein Argument für mich eine Pause einzuplanen.

Metrobrigde & King Edward-Brigde

Etwas mehr als die Hälfte war geschafft. Wenn die bisherigen Brücken wohl auch die bekanntesten sind, so wollte ich mir die anderen dennoch nicht entgehen lassen. Die Metro- und die King-Edward-Brücke werden für den Schienenverkehr genutzt. Während die King-Edward-Bridge schon Anfang des 19ten Jahrhunderts gebaut wurde, ist die hellblaue „Metrobridge“ ein wahrer Jungspund – sie ist die zweitjüngste und Mitte der 70er Jahre erbaute Brücke.

King Edward Bridge Newcastle Gateshead
King Edward Bridge Newcastle Gateshead

Redheugh Bridge

Der Weg zur letzten Brücke – der Redheugh Bridge – wirkte anschließend ewig. Lag es am Suppenkoma (die Müdigkeit, die nach dem Mittagessen immer eintritt :D) oder an der Einsamkeit, die mich nun umgab? Fast glaubte ich, in dieser Studentenmetropole allein zu sein und im Dunkeln würde ich diesen Weg wohl nicht alleine gehen. Die letzte der sieben Brücken ist deshalb interessant, weil sie aus einem alten und einem neuen Part besteht. Insgesamt 5 Spuren führen über die Autobrücke, damit ist sie auch die breiteste Autobrücke in Newcastle. Ein „Hochwandern“ hab ich mir gespart, wirkte die Brücke auf mich doch ein wenig wie eine typische Autobahnbrücke, so wie wir sie auch in Deutschland zu „Hauf“ haben.

Knapp 3 Kilometer Fußweg – und ich hatte alle Brücken gesehen. Mittlerweile war jedoch der Fluss Tyne verschwunden! Die Tide ändert den Wasserstand bei Ebbe und Flut rund 1,30 Meter. Im Schlamm entdeckt man allerhand obskure Sachen – holen sollte man die Sachen jedoch nicht, da man hier ganz leicht im Tidenschlamm versinkt (ich hab es nicht ausprobiert!)

Wichtige HinweiseAnreiseÜbernachtungsempfehlungWeitere Inspirationen?
  • Der Ideale Startpunkt ist die Millenium Bridge. Sie erreicht Ihr am besten via Q1 Bus (Baltic Square, Gateshead) von Newcastle Bahnhof. Alle Infos zu Preisen und Angeboten zu den Bustickets findet Ihr unter Go North East
  • Einige der Brücken sind abends beleuchtet, durch Wasserspiegelungen entstehen leicht gute Fotos.
  • Die Strecke dauert ca. 2 – 3 Stunden (mit Abstecher auf die High Level Bridge und einem kurzen Zwischenstop im Pub).
  • Den besten Blick auf die Brücken von oben habt Ihr vom Dach des Castle Keep in der Nähe des Bahnhofes.
  • Wenn Ihr mehr Informationen über die Besonderheiten der Brücken sucht, so könnt Ihr euch unter Bridges on the Tyne (englisch) informieren (sehr umfangreiche Informationen über alle Brücken auf der Tyne)
  • Wenn ihr noch etwas Zeit habt, solltet ihr einen Besuch in der „Newcastle Castle“ einplanen. Der Eintritt kostet 7 Pfund.
  • Auch wenn es keine klassische englische Küche war, abends haben wir Cocktails und „mexikanisches“ Essen im Las Iguanas genossen.
  • Die wohl hippste Bar, wenngleich auch etwas außerhalb – ist meines Erachtens das „As you like it“. Richtig coole Location, in der ich mich sofort zuhause gefühlt habe.
Die Brückentour lässt sich ideal zum Start oder Ende eines Roadtrips durch Schottland aufbricht. In Newscastle kommt die DFDS-Fähre von Ijmuiden an, die man von Deutschland aus gut erreichen kann. Alternativ kann man natürlich auch fliegen.
Ich habe im Jurys Inn Gateshead Quays übernachtet. Die Preise für eine Übernachtung sind recht günstig, das Frühstück englisch aber gut und auch die Zimmer sind sehr gepflegt. Fragt nach einem Zimmer mit Blick auf den Fluss – ich hatte eines zur Straße hinaus, welches einen nur bedingt schönen Ausblick hatte.

 


Offenlegung: Ich wurde auf die Reise nach Newcastle von DFDS eingeladen.

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Janett

Hallo, ich bin Janett, die Gründerin des Blogs Teilzeitreisender.de
Schon immer war ich ein sehr großer Fan von Kurzreisen. Neben einer Teilzeitstelle an der Uni Düsseldorf pflege und hege ich deshalb dieses Projekt - und habe dafür schon das eine oder andere Abenteuer erlebt. Mehr über mich erfahrt ihr unter der Rubrik "Persönliches"