Aachen für ein Wochenende - mein Kurztrip in die Domstadt

Aachen für ein Wochenende – mein Kurztrip in die Domstadt

Ich liebe einen Oecher Jong. Mittlerweile seit drei Jahren. Längst überfällig also, seine Heimat mal näher kennenzulernen. Die Stadt am westlichen Zipfel von NRW hat einiges zu bieten. Wir haben nicht nur das letzte Wochenende dazu genutzt um Aachen zu entdecken – quasi bei jedem “Heimatbesuch” gibt es etwas neues für mich zu erleben. Ich erzähl euch hier von Natur, Kultur und vor allem viel Geschichte. Ein Wochenende in Aachen ist also immer eine gute Idee!

Aachen für ein Wochenende - mein Kurztrip in die Domstadt

Was gibt es zu sehen in Aachen?

Als ich 2002 das erste mal in Aachen auf Dienstreise war, stachen zwei Gebäude besonders heraus. Der Aachener Dom, der übrigens auch Unesco Welterbe ist und das Aachener Rathaus. Beide Gebäude stehen im Stadtzentrum und sind schon von weitem sichtbar.

Aachener Dom

Der Aachener Dom wirkt von außen recht groß und vor allem vielfältig. Ich hatte den Eindruck  hier verschiedene Architekturepochen versammelt an einem Ort zu erleben. Und tatsächlich täuscht mich meine Wahrnehmung nicht. Seit der Grundsteinlegung im Jahr 795 gab es immer wieder Anpassungen  oder Korrekturen, sei es, weil aufgrund des großen Stadtbrandes einige Beschädigungen zu reparieren waren oder weil in den jeweiligen Jahrhunderten andere Baustile “hip” waren. Selbst Teile der römischen Epoche sollen hier noch zu finden sein!

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Viele Kaiser und Könige Deutschlands haben sich hier krönen lassen und einige von Ihnen haben hier auch ihre letzte Ruhestätte gefunden. Wie in vielen katholischen Kirchen befinden sich auch einige Reliquien Heiliger vor Ort. Dies ist wohl auch der Grund, warum seit 1349 bis in die Neuzeit  (2014) Wallfahrten zum Aachener Dom unter vielen Gläubigen bekannt sind.

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Natürlich habe ich mir einen Besuch in der Kirche nicht entgehen lassen. Ich muss zugeben – anhand der Außenmaße hatte ich mir das Innere der Kirche etwas  größer vorgestellt. Der Innenraum ist für eine Kirche dieser Wichtigkeit doch “kompakt”. Es gibt unglaublich viel zu entdecken – weshalb ich euch empfehle, die Kirche das erste mal mit einer Führung zu besuchen.

Aachener Rathaus, Marktplatz und Katschhof

Nicht weit vom Dom entfernt befindet sich das Aachener Rathaus im gotischen Stil. Im Rathaus selbst war ich leider noch nicht – obwohl das im Rahmen von einstündigen Führungen durchaus möglich ist. Spannend ist dies vor allem deshalb, weil der Innenbereich ganz “Barock” daher kommt. Ein interessanter Kontrast also zum äußeren.

Aachen für ein Wochenende - mein Kurztrip in die Domstadt
Rückseite des Aachener Rathauses

Ich persönlich finde die Rückseite des Rathauses schöner – Geschichtlich interessanter ist jedoch die Vorderseite.  Hier sind nicht nur einige  geschichtlich relevanten Persönlichkeiten Aachens zu sehen,  sondern auch ein Archäologische Fenster in dem ihr einen Einblick in die Vergangenheit des Hauses bekommt. Am Rathaus wachsen im “Fenster” einige Farne – die den Weg in die Vergangenheit geschafft haben.

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Auch wenn die Bebauung in Aachen nach dem zweiten Weltkrieg nicht wirklich konform mit Rathaus und Dom sind, den Marktplatz und auch den Katschhof (Platz zwischen Rathaus und Dom) solltet ihr euch vormerken. Im Winter findet hier der Weihnachtsmarkt statt (vor allem abends ist der Anblick des beleuchteten Rathauses wirklich sehenswert) und in den Sommerferien wird auf dem Katschhof ein  überdimensionaler Sandkasten aufgebaut – der nicht nur für Kinder ein beliebter Treffpunkt ist.

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Ich persönlich finde das eine sehr gute Idee –  vor allem da in 2020 sogar ein Sonnensegel implementiert wurde.

Archäologische Vitrinen und Fenster in Aachen

Übrigens, die Zeitreise-Schaufenster (von denen eines direkt am Rathaus zu finden ist) gibt es in der ganzen Innenstadt. Insgesamt gibt es 6 Möglichkeiten einer Zeitreise, das größte und neueste davon im Elisengarten. Dort befindet sich in einer Edelstahl/Glas-konstruktion in ellipsoider Form eine archäologische Vitrine, die Überreste aus zahlreichen Aachener Epochen zeigt. Das futuristische Gebilde – ich mochte es kaum glauben – passt perfekt in den Elisengarten.

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Neben der riesigen Vitrine gibt es aber auch noch weitere archäologische Fenster. In der Klappergasse zum Beispiel. Oder an der Rennbahn. Und auch am Aachener Dom.

Wenn ihr mehr zum archäologischen Aachen erfahren wollt, empfiehlt sich die folgende Seite: archaeologie-aachen.de

Elisenbrunnen

Von der archäologischen Vitrine ist es nicht weit zum Elisenbrunnen. Ein komischer Ort. Es riecht nach faulen Eiern. Und es gibt ein Warnhinweis, das das Brunnenwasser nicht genießbar ist. Und doch ist der Park und auch der Elisenbrunnen an sich ein sehenswerter Ort. Im Park gibt es regelmäßig Konzerte und trotz des Schwefelgeruches sind zahlreiche Menschen rund um den Elisenbrunnen unterwegs. Bei dem Gebäude rund um die Kaiserquelle handelt es sich um einen klassizistischer Bau der Architekten Johann Peter Cremer und Karl Friedrich Schinkel.

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In dem großen Rondell gibt es auch einen Trinkbrunnen an dem 52 Grad warmes schwefeliges Wasser heraussprudelt. Was  man damit wohl macht, wenn man es nicht trinken darf? Ich freue mich über eure Ideen.

Die Aachener Innenstadt

Auch wenn die Aachener Innenstadt wie eine gut durchgewürfelte Mischung  aus verschiedenen Bauepochen wirkt ist ein Spaziergang durch das Stadtzentrum durchaus empfehlenswert. Hier gibt es nicht nur  zahlreiche Brunnen und Kunstwerke sondern auch einige spannende und zu großen Teilen auch noch inhabergeführte Geschäfte.

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Zum nächsten Restaurant oder Café ist es selten weit und so manche ruhige Seitenstraßen und Hinterhöfe laden mit viel Grün zum Verweilen ein.

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Die Stadt ist auch im Sommer 2020 gut besucht – man hört niederländisch und auch französisch – dennoch hatten wir selten das Gefühl das es “übervoll” war. Aachen ist perfekt um Abends “auszugehen” – es gibt viele Plätze mit Restaurants und Kneipen. Wir haben einen Cocktail am alten Posthof getrunken – der sich unweit vom Bahnhof befindet. Übrigens – ein paar Ausgeh-Empfehlungen findet ihr unten in den Bloggertipps!

Ponttor und Marschiertor

Einst hatte Aachen eine Stadtmauer. Im 13ten Jahrhundert wurde die äußere Stadtmauer mitsamt 11 Stadttoren erreichtet. Im frühen 19ten Jahrhundert wurden große Teile der inneren und äußeren Stadtmauer und auch einige Stadttore und Türme im Rahmen einer Schleifung zerstört.

Heute gibt es nur noch zwei Tore. Das Ponttor – das am besten erhaltene Stadttor von Aachen und das Marschiertor (auch Burtscheider Tor genannt), von dem nur noch der Hauptteil vorhanden ist. Beide lassen sich nur von außen bestaunen.

Dreiländereck/Vaalserberg

“Was willst du unbedingt sehen” war vor unserem Wochenende  in Aachen eine Frage meines Freundes. Wie aus der Pistole geschossen sagte ich: “Das Dreiländereck”. Ein verhaltenes Lächeln war seine Antwort. Dennoch wagten wir den Weg auf den Vaalserberg. Durch Stadtgebiet fuhren wir  in einen großen Wald – auf dessen höchsten Punkt  (322,4 m) sich das Dreiländereck  befindet.

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Heute erinnert nur noch ein Stein und drei Fahnen an die Grenzstation – dennoch ist der Vaalser Berg ein beliebtes Ausflugsziel für Deutsche, Belgier und Niederländer. Gleich zwei Türme laden zum Besteigen ein, es gibt ein Spaßlabyrinth, zahlreiche Futterbuden wo es von belgischen Pommes bis zu niederländischen Poffertches fast alles gibt. Ach und hab ich euch schon verraten das sich hier der höchste Punkt der Niederlande befindet?

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Schnell hab ich jedoch realisiert, warum die meisten Oecher hier nicht zu finden sind. Es ist einfach unglaublich trubelig. So dauerte es nicht lange bis wir uns dazu entschlossen einen kleinen  Spaziergang entlang der Grenzrouten zu machen. Wer Ruhe sucht – dies ist  genau die richtige Entscheidung! Unsere Tour am Dreiländereck haben wir mit Komoot getrackt – für alle die nach den Erlebnissen am Vaalser Berg etwas ruhe brauchen.

Ein Spaziergang auf den Aachener Hausberg – den Lousberg

Die Einheimischen aus Aachen findet man weniger am Dreiländereck – dafür sind viele von Ihnen auf dem Lousberg anzutreffen. Der Lousberg – um dessen Entstehung sich viele Sagen drehen,  ist ein wenig außerhalb des Stadtzentrums – bietet aber mit 263m NN auch ein paar Höhenmeter.

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Für mich ist ein Spaziergang über den Lousberg ein perfekter Sonntagsausflug. Von hier aus gibt es nicht nur einen herrlichen Ausblick (zum Beispiel zum Reiturniergelände und zum Tivoli) sondern an sonnigen Tagen auch viel Schatten und Erholung. So wurde vor ein paar Jahren ein Platz mit Hängematten ausgestattet, die das ganze Jahr dort hängen. Von hier aus bietet sich ein hervorragende Blick Richtung Norden.

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An der Spitze des Lousberges gibt es einen Obelisken – der für die Kartografierung der Region und auch NRWs der wichtigste Ausgangspunkt war. Hinter dem Momument befindet sich eine Terrasse, von wo sich ein toller Blick auf das Aachener Zentrum bietet.

Sehenswert ist auch die Aachener Akropolis. Die Säulen sind Überreste des Belvedere, einem ehemaligen  Ausflugslokals auf dem Lousberg, welches im zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Heute befindet sich hier ein Kneipbecken und der Kerstensche Pavillon – ab und an finden hier auch spannende Veranstaltungen statt.

Und was gibt es sonst noch so in Aachen zu erleben?

Ein paar Sehenswürdigkeiten von Aachen hab ich noch nicht hier präsentiert. Im Euregio-Zoo war ich noch nicht, auch das Tivoli und die Pferderennbahn kenn ich bisher nur von weitem. Bisher hab ich auch noch keines der 6  Museen der Stadt von Innen gesehen – vor allem das Grenzmuseum klingt wirklich spannend!

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Weniger bekannt für Touristen ist der Ortsteil Burtscheid. Hier gibt es viele Wohnhäuser und Kuranlagen – ein paar Parks und eine wirklich nette Einkaufs – und Café-Meile.

Aachen verfügt zudem auch über ein Casino. Ob sich der Besuch lohnt? Ich kann es bisher noch nicht sagen.

Wo lässt es sich in Aachen gut entspannen?

Als ich vor ein paar Tagen diesen Artikel aufbereitet habe ist mir eine Sache immer wieder ins Auge gesprungen. Aachen und seine heißen Quellen. Viele von Ihnen gibts nicht mehr und doch ist Bad Aachen heute immer noch bekannt als Kurort. 390 Kurbetten gibt es in der Stadt und mit dem Schwefelhaltigen Wasser aus den Tiefen der Quellen wird so einigen Menschen geholfen.

Hotel Total (26)

Auch für Wellnessfans, welche nicht gleich eine ganze Kur machen wollen, gibt es die Möglichkeit einer Aachener Auszeit. Die Carolus Therme , welche aktuell aufgrund der Corona-Pandemie geschlossen ist, nutzt Thermal-Mineralwasser aus der Rosenquelle und bietet mit Saunen und Thermalbecken die ideale Grundlage für entspannte Stunden.

Wo kann ich in Aachen gut übernachten?

Wusstet ihr dass die Stadt Aachen auch als Accor – City bekannt ist? Ob Mercure, Novotel oder Ibis – insgesamt gibt es 9 Hotels, die dem Accor – Stamm angehören. Bei insgesamt 68 Hotels ist das schon jede Menge. Ich bin gespannt was sich da in den nächsten Jahren noch ändern wird.

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Wir haben bei unserem letzten Besuch in Aachen im Ibis Aachen Marschiertor übernachtet. Für 56 Euro pro Nacht ohne Frühstück haben wir eine entspannte und recht ruhige Nacht in einem sauberen Zimmer mit Klimaanlage verbracht. Das Hotel ist nur 200 Meter vom Bahnhof entfernt und auch in die Innenstadt ist es von hier aus nicht weit. In Aachen habe ich übrigens schon sehr schräg übernachtet. In einem PopUp-Hotel in der Kirche St. Elisabeth. Das gibts aber leider nicht mehr.

Wie komme ich nach Aachen?

Eigentlich ist Aachen für mich die perfekte Stadt für Bahnreisende. Da viele Züge Richtung Belgien und Frankreich hier halten – bietet sich auch ein  kurzes Stopover an. Fahrradfahren ist hier recht beliebt und es gibt auch die Möglichkeiten Fahrräder zu leihen.

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Der Bahnhof von Aachen von der Burtscheider Brücke aus.

Natürlich könnt ihr Aachen auch mit dem Auto besuchen. Die A4 führt quasi direkt zum Stadtzentrum –  an gut besuchten Tagen ist die Parkplatzsuche jedoch ein Graus. Sehenswert ist jedoch der  Europaplatz. In dem riesigen Kreisverkehr sprudelt im Sommer ein Brunnen.

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Was gibt es rund um Aachen zu entdecken?

Eigentlich hatte ich vorgehabt, euch hier auch noch zahlreiche Tipps rund um Aachen zu geben. Das sind so einige – weshalb ich diese auch in einem weiteren Extra-Artikel vorstellen werde.

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Ein Abstecher nach Monschau?! Empfehlenswert!

Einiges kann ich euch aber hier schon empfehlen:

Was schreiben andere Reiseblogger über Aachen?

 

Janett
Janett

Hallo, ich bin Janett, die Gründerin des Blogs Teilzeitreisender.de
Schon immer war ich ein sehr großer Fan von Kurzreisen. Neben einer Teilzeitstelle an der Uni Düsseldorf pflege und hege ich deshalb dieses Projekt - und habe dafür schon das eine oder andere Abenteuer erlebt.

Mehr über mich erfahrt ihr unter der Rubrik Persönliches

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