Ein ganz untypischer USA-Ausflugs und Auszeit-Tipp – Der japanische Garten in Rockford

5 Tage für einen kleinen Roadtrip durch Illinois

– hab ich mir da nicht ein wenig zu viel zugemutet ? An diesem sonnigen Septembermorgen wollte ich erst gar nicht aufstehen. Zu spät war der Abend geworden, den wir gemeinsam mit Andrea im Alchemy in Rockford verbracht hatten und den Eindrücken, den wir bei unserer Tour durchs Rockford-Umland gemacht hatten. „Muss ich da jetzt wirklich hin ?“ fragte ich Jens. Ein Schulterzucken war die Antwort. Irgendwann raffte ich mich doch auf und wir fuhren durch die Straßen von Rockford ans andere Ende der Stadt. Waren es 15 Kilometer ? Ich weiss es nicht mehr, aber es kam mir an diesem Morgen einfach ewig vor.

Andersons Japanese Garden

Wo gehts denn hier zum Garten?

War das Wetter mit viel Sonnenschein am vorigen Tag noch auf unserer Seite gewesen, so bot es an diesem Morgen nur tristes grau mit durchaus herbstlichen Temperaturen. Neugierig war ich ja schon irgendwie – ein japanischer Garten mitten in Illinois ist ja auch nicht ganz so alltäglich. Und doch wirkte im ersten Moment alles so ganz amerikanisch. Ein typisch buntes Schild zeigte uns den Weg auf einen riesigen Parkplatz und von dort aus hatte man mehr als eine Option, zum Garten zu kommen. Wir wählten wohl den kompliziertesten, der uns jedoch schon einen ersten Einblick auf die Fauna bot.

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Erst mal informieren

Zum „Visitorcenter“ müssen wir von hier leider etwas laufen. Dort entdecken wir neben einem netten Souvenirladen und einigen interessanten Workshops (für die wir leider keine Zeit hatten) auch die sanitären Anlagen und ein paar Infos über die Entstehung des Japanese Garden. Da sich gerade ein paar Sonnenstrahlen durch die Wolken kämpften, wählten wir die Erforschung ohne Guide und bleiben ein paar Meter weiter gleich mal am See der Reflektion stehen. Ich wartete. Und bestaunte die vielfältige Pflanzenwelt. Die – und das ist das besondere – mal so gar nicht zur typischen Flora der Region passt. Die ist in den Breitengraden rund um Chicago – eher wie in Europa.

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Ich entdecke ein Erdhörnchen und folge ihm.

Fast komme ich mir ein wenig wie „Alice im Wunderland“ vor, wirkt der Garten doch durch seine Einsamkeit am Morgen etwas verwunschen und unwirklich. Das Erdhörnchen läuft an einem Wasserfall vorbei, der, wie ich erfahre, künstlich seinen Weg in diesen Park gefunden hat. Und doch wirkt es, als würde er schon seit Ewigkeiten den Lauf des Wassers bestimmen. Die leichte Gischt erfrischt meine Haut und doch bin ich neugierig, was uns noch erwartet. Ich treffe das Erdhörnchen am Teehaus wieder, fast scheint es, als ob es dort meditiert. Ob hier die Tiere auch zu Guides ausgebildet werden?

Verlaufen!

„Irgendwie sind wir hier falsch.“ Ich schaue auf die Karte und stelle fest, das wir schon Punkt 30 erreicht haben, und das, obwohl wir kaum was gesehen haben. Ich bin mir nicht sicher ob das was mit meinem Ying und Yang macht, und doch fühlt es sich verkehrt herum an. Erst als wir wieder auf unserem geplanten Weg sind, fühle ich so etwas wie Entspannung. Haltet mich für verrückt, aber ich glaube, man sollte bewusst den Weg auf der Karte folgen, um das Bewusstsein für diesen besonderen Ort zu bekommen. Wir laufen über Brücken, entdecken geharkte Zengärten und Gästehäuser in japanischer Manier, finden weitere tierische Bewohner und vergessen doch ein wenig die Zeit.

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Die Zeit und unser Terminplan ruft uns – und so müssen wir Abschied nehmen. Gerne hätte ich eine Teezeremonie begleitet oder im Gästehaus an einem Tai Chi Kurs teilgenommen – und dort vielleicht das Erdhörnchen wieder getroffen ?

Wichtige HinweiseAnreiseÜbernachtungsempfehlungWeitere Inspirationen
  • Über aktuelle Aktionen, die es regelmäßig im Park gibt, könnt ihr euch auf der Andersons-Japanese-Garden-Homepage informieren, dort erfahrt ihr auch einiges über die Geschichte und die Besonderheiten.
  • Nehmt euch ca. 2 Stunden Zeit und erlebt bewusst die besonderen Momente. Bitte Regeln beachten (bestimmte Wege und Bereiche dürfen nicht betreten werden)
  • Der Eintritt kostet derzeit knapp  Dollar, dafür könnt ihr jedoch auch das Fachwissen der Guides in Anspruch nehmen und alles mögliche zum Park fragen. Nehmt euch auf jeden Fall eine Karte (liegt im Visitor-Center aus) mit, auf den ersten Blick könnt ihr einige Orte gar nicht entdecken
  • Fahrt bis zum Visitor-Center-Parkplatz. Das Center ist der ideale Startpunkt.
  • Unbedingt im Alchemy essen gehen! Megalecker!
  • Die Anreise mit dem Auto ist empfehlenswert. Da Rockford mittlerweile auch wieder ans Bahnnetz angeschlossen ist, kann man hierher auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln kommen.

Wir haben im Holiday Inn Rockford übernachtet. Die Zimmer liegen preislich bei ca. 80 Euro und sind sehr modern. Im Hotel gibt es einen Pool und eine Art „Kaffeebar“ im Erdgeschoss.


Offenlegung: Wir wurden von Go Rockford zu einem Besuch im Andersons Japanese Garden eingeladen.

Janett
Janett

Hallo, ich bin Janett, die Gründerin des Blogs Teilzeitreisender.de
Schon immer war ich ein sehr großer Fan von Kurzreisen. Neben einer Teilzeitstelle an der Uni Düsseldorf pflege und hege ich deshalb dieses Projekt - und habe dafür schon das eine oder andere Abenteuer erlebt.

Mehr über mich erfahrt ihr unter der Rubrik Persönliches

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