Der Chicago River

Eine Reise nach Chicago – Erlebnisse einer Kleinstadtpflanze

Chicago. Und ich.

Ich kann mich noch genau an den Moment erinnern, als ich meinen ersten Fuß auf den Boden der Downtown in Chicago setzte. Die Metro der Linie 3 hatte uns soeben an der Station Chicago Clark/Lake ausgespuckt. Innerhalb von einer Minute war der Bahnsteig Menschenleer und wir auf dem „falschen“ Weg nach Oben. Warnhinweise – kein schweres Gepäck durch diesen Durchgang ignorierte ich… Ein Wunder, das wir es mit unseren Koffern durch das enge Drehkreuz überhaupt geschafft haben. 20 Treppen hinauf und da war es. Das Leben einer Großstadt.

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Ich war überfordert von Chicago.

1000 Eindrücke strömten innerhalb weniger Minuten auf mich ein. Die riesigen Gebäude um uns herum, die Polizeisirenen drei Blocks weiter, die Absatzschuhe einer schnell laufenden Dame hinter uns, ein ständiges Rauschen und just in diesem Moment über unseren Köpfen eine andere Bahn der CTA. Die Wärme und das schwere Gepäck taten ihr übrigens – ich fühlte mich einfach nur gestresst. „So hab ich mir das nicht vorgestellt“ schimpfte ich zu Jens, der mit seinem noch größeren Koffer vor mir her wanderte. „Bist du sicher, das wir hier richtig sind“ rief er zurück. Sicher war ich mir gar nicht mehr. Auf dem Routenplan sah alles so einfach aus… Einfach 3 Blocks Richtung Lake Michigan laufen und dann leicht rechts.

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Wo bitte aber gehts hier zum Lake Michigan?

Ich hatte die ersten Minuten ständig das Gefühl, in die falsche Richtung zu laufen und tatsächlich dauerte unser Weg zum Hotel knapp 20 Minuten. Kaum angekommen, kamen wir aus dem Staunen nicht mehr heraus. Was ein cooles Hotel! Die ersten 20 Etagen des hippen Hochhauses in unmittelbarer Nähe zum Millenium Park begeisterte mich schon beim ersten hinsehen. Ein blauer Eingang, eine trendige Lobby und ein cooler Check-Inn-Bereich – ich war in dem Moment zwar platt – aber meine Stimmung steigerte sich zusehends.

Chicago Downtown – teures Hotelpflaster?

Günstig war die Nacht in diesem Hotel nicht, aber just in dem Moment, als wir das Hotelzimmer betraten – wusste ich, warum ich genau das auch investieren wollte. 18te Etage – Ein Blick zum Millenium Park und einem Teil der Skyline, einen Balkon um die Ecke und richtig viel Platz war mir jeden Dollar wert. Ein wenig Zeit zum verweilen war noch übrig, dann wartete unser erster Termin auf uns. Jaaa ich hatte Urlaub – aber wenn man schon mal in Chicago ist – sollte man eine Greeters-Tour in Downtown auf keinen Fall verpassen!

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Eine Greetertour durch Chicago

Die „Touristeninformation“ ist keine 10 Minuten von unserem Hotel weg. Und DIE! hat es wirklich in sich. Für mich als Internetsüchti gibt es freies Wlan, aber auch für alle, die Filme und Kunst mögen – birgt dieses Haus viele Überraschungen. Wir lernen Sue kennen, unsere „Greeterin“, mit der wir im Lesesaal des Hauses unseren Schlachtplan für die kommenden Stunden ausarbeiteten. Ein bissl Geschichte, ein bissl Sightseeing und vor allem ein paar Geheimtipps – Unser Wunsch war Sues Befehl.

 

Ich will euch jetzt nicht mit den ganzen Fakten über Chicago aufhalten, mit ein paar Englisch-Kentnissen könnt ihr euch die auch sehr einfach aus dem großen Internetz rausziehen. Ich für meinen Teil war schon von dem Ort begeistert, an dem wir unsere Besprechung starteten. Das „Cultural Center“ bietet nicht nur eine unglaublich tolle Architektur mit Glaskuppel, Mosaikböden, tollen Treppenhäusern sondern auch jede Menge Geschichte. Dort war eine ganze Zeit auch eine Bibliothek untergebracht, aktuell ist es für alle Einwohner und Besucher von Chicago frei zugänglich und vor allem ein guter Tipp bei „Schlechtwetter“. Wer gerne klassische Filme schaut, dem wird der Film „Die Unbestechlichen“ sicher in Erinnerung sein. Ein Großteil des Filmes wurde hier gedreht.

Millenium Park – nicht nur Bienen und Blumen

Auf der anderen Straßenseite befindet sich der Millenium Park, der zwar unglaublich viel Geld gekostet hat, aber auch unglaublich toll ist. Nicht nur „The Bean“, welches mittlerweile als Wahrzeichen von Chicago avanciert ist, sollte man sich anschauen, sondern auch den Brunnen am Eingang die „Kopfkunst“, den Präriegarten (mein persönliches Highlight) und vor allem der Jay Pritzker Pavillion, der übrigens auch eines der berühmten Gehrybauten ist (erinnert mich mal dran, das ich darüber mal einen Bericht mache :D). Dort kann man sich im Sommer tolle und vor allem kostenlose Konzerte anhören und dabei nett Picknicken. Als wir vorbeiliefen, fand eine Probe der Chicago Philharmonie statt… schon ne geniale Akustik! Es gibt noch eine tolle Brücke, die in einen derzeit im Bau befindlichen Teil des Parks mündet. Ich bin schon neugierig, wie sich der Bereich in den kommenden Jahren so ändert. Wahnsinn was auf dem Gebiet einer ehemaligen Rangieranlage geworden ist.

Unser Weg führte uns dann zurück in den Loop.

Sue erzählte uns von den verschiedenen besonderen Gebäuden, von der Geschichte und dem ganzen drumherum – Das ist so viel, das ich es lieber in einen separaten Bericht im November verpacken werde. Auch, weil ich dazu noch jede Menge nachrecherchieren muss! Wenn ihr spontan in Chicago seit, kann ich euch nur eines empfehlen – schaut euch vor allem die alten Hochhäuser auch mal von innen an! Ein wenig verwundert war ich über den übersichtlichen Verkehr, aber auch da zeigte und Sue, woran das liegt. In Downtown wird fast der gesamte Verkehr „unterirdisch“ geleitet. Überrascht von der „Unterwelt“, in der es auch so einige Läden und Geheimnisse gibt, nahm ich zurück an der Oberfläche erst die Schönheit des Chicago Rivers nicht war, den wir uns abschließend anschauten. Wer Hochhäuser fotografieren will, sollte sich auf eine der tollen Brücken stellen und einfach nur staunen. Allein die Brückenarchitektur ist schon sehenswert!

Ein Abend in Chicago

Zurück in unserem Hotel starteten wir die Planung fürs Abendessen. Das sollte in einer Genusshauptstadt wie Chicago jedoch gut geplant sein. Nachdem wir „mit glühenden Füßen“ die HotSpot unseres Viertels abgelaufen waren und nur Warteschlangen erlebt haben, kehrten wir in dem durchaus renommierten Filini ein, welches zu unserem Hotel gehörte. Auch wenn das ganze etwas teurer war, ich habe selten in Amerika so gut „italienisch“ gegessen. Während ich mich an einem „Flachbrot“ probierte, testete Jens eine Pizza. Dazu gab es ein regionales und saisonales Bier. Was soll ich sagen – Ich fands echt lecker. War aber auch eher so ein Frauenbier – aber der sanfte Kürbisgeschmack war einfach genial.

 

Wichtige Hinweise für eine Reise nach Chicago

Wichtige HinweiseAnreiseÜbernachtungsempfehlungWeitere Inspirationen
  • Essen gehen: Bitte reservieren! Für die Hotspots der Stadt solltet ihr frühzeitig reservieren. Ggf. könnt ihr das über eure Hotel machen. Ansonsten viel Zeit fürs „Schlangestehen“ einplanen. Glück haben könnt ihr beim Fillini, das Essen dort können wir empfehlen
  • Greeters: Wer in Chicago was erleben will, sollte sich einer Greeters-Tour anschließen. Viele interessante Informationen (in englisch) und viele Insider sind gewiss. Es gibt sogar Instagreeter – Touren. Das tolle daran – die Touren sind kostenlos. Mehr Infos dazu findet ihr auf der Chicago Greeter Homepage

Die Anreise geht am besten vom Flughafen O´Hare mit der Blue Line der CTA. In knapp 40 Minuten seit ihr in der Innenstadt. Das Ticket kostet knapp 2,50 Dollar (damit könnt ihr 90 Minuten fahren). Wer es komfortabler haben will, ein Taxi kostet ca. 50 Dollar, ein Uber ca. 30 Dollar. Parkplätze in der Stadt sind teuer, mit dem Auto empfehle ich einen Besuch nicht.

Übernachtungsmöglichkeiten: Preislich ist Chicago Downtown unglaublich teuer. Wenn ihr aufs Budget achten müsst, schlaft entweder Nähe Flughafen oder sucht euch eine AirBNB Unterkunft.

Dennoch habe ich zwei Hotelempfehlungen. Wer auch mal ein wenig mehr Geld investieren kann – Das Radison Blue Aqua Hotel in Chicago kostet durchaus schon mal über 250 Dollar pro Nacht. Die Zimmer sind sehr modern und der Blick auf den Millenium Park wirklich besonders. Wenn ihr mehr aufs Budget achten müsst, gibt es ebenfalls ein cooles Hotel. Das Holiday Inn Chicago-Mart Plaza River North liegt ebenfalls recht zentral und bietet in einigen Zimmern einen megagenialen Blick auf den Chicago River und die Hochhäuser. Die Zimmer sind sauber, das Frühstück gut und mit ca. 100 Dollar Übernachtungspreis ist das ganze auch durchaus bezahlbar

 

Janett
Janett

Hallo, ich bin Janett, die Gründerin des Blogs Teilzeitreisender.de
Schon immer war ich ein sehr großer Fan von Kurzreisen. Neben einer Teilzeitstelle an der Uni Düsseldorf pflege und hege ich deshalb dieses Projekt - und habe dafür schon das eine oder andere Abenteuer erlebt.

Mehr über mich erfahrt ihr unter der Rubrik Persönliches

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