Nordrhein Westfalen

Ein Mädels-Nachmittag in Hattingen (und Umgebung)

Fünf Monate. Das ist die Zeit, die es im vergangenen Jahr dauerte, bis Anja und ich unserer Freundin Ewa ihren Geburtstags-Wunsch erfüllten.

Ein gemeinsames Eis im schönen Hattingen!

Gar nicht so einfach zu planen, wenn man zu dritt unterwegs sein will und mindestens eine auch noch sehr aktive Kurzreiseblog-Autorin ist. Nach langer Planungszeit war es dann im letzten August endlich soweit. Der Tagestrip in die kleine Fachwerkstadt hat sich für uns alle gelohnt. Wir alle drei verliebten uns in die liebevoll restaurierten Häuser der Altstadt von Hattingen im südlichen Teil des Ruhrgebiets. Neben wunderschönem Fachwerk machten wir noch einige andere Entdeckungen, die sich alle sehr gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen ließen.

Fachwerk in der Hattinger Altstadt

Wir starteten unseren Rundgang an der Haltestelle „Hattingen Mitte“. Mit Bus und Bahn waren wir angereist, rund 1 1/2 Stunden einmal quer durchs Ruhrgebiet.

Während Ewa schon genaue Vorstellungen vom Ort hatte, betrat ich diese Stadt mit einer absoluten Planlosigkeit. Ich hatte so gar keine Ahnung, was mich an diesem Tag erwarten würde. Das einzige, was ich vorab recherchiert hatte, war ein gutes Eiscafé im Stadtzentrum.


So kam es auch, dass unser erster Weg zur Stadtinformation der Ruhrgebietsstadt führte. Eine Stadtkarte und ein paar Tipps und Empfehlungen fürs Umland wollten wir uns noch holen, bevor wir uns auf den Weg durch die Straßen von Hattingen machten.

Groß ist der Stadtkern von Hattingen nicht – dafür jedoch umso schöner. An jeder Ecke gibt es liebevoll restaurierte Fachwerkhäuser zu entdecken – für Dekomanen wie uns gibt es zahlreiche Einrichtungsideen vor den Häusern und in den Fenstern und fast komme ich mir ein wenig wie in einer Filmkulisse vor.

Wir gönnten uns eine Waffel mit Eis mit Erdbeeren und ließen uns treiben. Diese Stadt schreit geradezu danach – die Zeit einfach mal stehen zu lassen und sich zu entspannen.

Nach einigen Wirrungen haben wir im Café Adele eine wirklich gute Waffel verspeist :D

Das wohl bekannteste Fachwerkhaus ist übrigens das sogenannte Bügeleisenhaus aus dem Jahre 1611, welches neben seiner wohl einzigartigen Form sogar noch einen modernen Kussmund verpasst bekommen hat.

Kunst und Streetart in der Hattinger Altstadt

Dass die Hattinger auch in Sachen Kunst nicht von gestern sind – wird mir bei unserem Spaziergang schnell klar. Ich bin glücklich, dass sich hier Schmierereien in Grenzen halten – und doch entdecke ich moderne Kunst wie den Kussmund und auch die Bronzeskulptur des Eisenmannes von Zbigniew Fraczkiewicz, die vor dem alten Rathaus steht und nicht nur mich beeindruckt.

Überall in der Stadt entdeckt man kleine und große Kunstwerke und auch das Thema Streetart hat vor diesem Fleckchen Erde nicht Halt gemacht. An einem Fallrohr entdecke ich einen Spruch, der es mir antut: „Heute schon was Eigenes erdacht?“ Wirkt auf mich recht weise. Ist es wohl auch ;)

Nach gut 2 1/2 Stunden sind wir hungrig auf mehr. Uns wird Burg Blankenstein empfohlen, welche wir mit dem Bus nach gut 10 Minuten erreichen.

Burg Blankenstein

Wir haben Glück, dass der Bergfried/Burgturm „begehbar“ ist. Im Winter kann man nicht hinaufsteigen, jedoch in der Gastronomie einkehren oder sich das Ganze von unten anschauen. Den tollen Blick, den man nach Erklimmen des Turms auf den kleinen zu Hattingen gehörenden Ort „Blankenstein“ hat, lohnt sich. Wir schauen hinab auf Fachwerk – auf die Ruhr und ganz viel Wald und Wiesen.

Wir sind verliebt in den Ausblick und verweilen hier oben eine ganze Weile – bevor es uns noch hinunter in den kleinen Ort zieht. Die Treppen hinauf und auch hinunter sind nicht ohne – aber definitiv lohnenswert – zu gerne würde ich hier auch eines der zahlreichen Feste miterleben. Nach einem erneuten Eis/Kuchen – Stopp in Blankenstein bleibt uns immer noch etwas Zeit bis zu unserer Rückreise – und wir fragen erneut nach Tipps.

Wasserburg Haus Kemnade

Uns wird die Wasserburg „Haus Kemnade“ empfohlen. Wir erreichen die Burg parallel zu einer Hochzeitsgesellschaft – die hier das Fest der Liebenden zelebriert und feiert. Uns ist jedoch eher nach Ruhe und so schauen wir uns die Burg ein wenig von außen an. Umgeben von zahlreichen hohen Kastanien wirkt das Gebäude nicht nur unglaublich romantisch sondern auch sehr interessant. Obwohl es noch in Hattingen liegt, gehört Haus Kemnade zu Bochum, auch das ist eine Geschichte, der ich allzu gerne auf den Grund gegangen wäre.

Wir jedoch haben nicht mehr genug Zeit um uns die Ausstellung in der Burg anzuschauen. Vielleicht beim nächsten Mal? Uns ruft die Neuzeit – nach einer kurzen Rast fährt ein paar Meter weiter unser Bus Richtung Bochum.

Was ihr sonst noch wissen solltet…

Wichtige HinweiseAnreiseWeitere Inspirationen
  • Ihr plant einen Altstadtrundgang durch Hattingen? Mehr Infos bekommt ihr unter hattingen.ruhr/altstadt – Die Seite lohnt sich als ideale Vorabplanung!
  • Die Waffel mit Eis und Erdbeeren im Café Adele können wir empfehlen
  • Alle Infos und Events rund um Burg Blankenstein bekommt ihr hier
  • Im Haus Kemnade könnt ihr neben einer Ausstellung auch das eine oder andere Event miterleben (auch wenn ihr nicht gerade eine Hochzeitsgesellschaft kennt :)). Mehr dazu findet ihr auf der Homepage der Wasserburg
  • Ein spannender und ausführlicher Bericht über Haus Kenmade ist hier nachzulesen.
  • Wir waren Mitte August dort und waren angenehm überrascht, wie wenig überlaufen dieses Kleinod doch ist. Alle drei Sehenswürdigkeiten sind auch am Wochenende mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen – Mehr dazu unter Anreise
  • Weitere Ideen für einen Hattingen Besuch?

Vom Busbahnhof in Hattingen kommt ihr mit dem Bus CE31 zwei Mal pro Stunde (tagsüber) zur Burg Blankenstein und zum Haus Kemnade. Der Bus verbindet Hattingen mit Bochum und ist am Wochenende für alle VRR Ticket Inhaber inklusive.

Auch für Autofahrer ist die Region super erreichbar, an allen drei Standorten gibt es Parkplätze. Zu Kosten kann ich jedoch nichts sagen.

Nix Offenlegung – Wir haben alles selbst bezahlt ;)

6 Kommentare

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Über den Blogger

Janett

Hallo, ich bin Janett, die Gründerin des Blogs Teilzeitreisender.de
Schon immer war ich ein sehr großer Fan von Kurzreisen. Neben einer Teilzeitstelle an der Uni Düsseldorf pflege und hege ich deshalb dieses Projekt - und habe dafür schon das eine oder andere Abenteuer erlebt. Mehr über mich erfahrt ihr unter der Rubrik "Persönliches"