Burgruine Hardenberg
Burgruine Hardenberg

23 sehenswerte Burgruinen in Deutschland. Lost Places aus dem Mittelalter

Deutschland ist nicht nur heute ein Land voller Schlösser und Burgen. In Deutschland gibt es laut grober Schätzung rund 25.000 Burgen, von denen 40 % wohl als Ruinen überlebt haben.  Das würde bedeuten das es rund 10.000 Burgruinen in Deutschland gibt. Wir stellen euch hiervon natürlich nur einen kleinen Teil vor und sind dafür quer durchs Land gereist und haben auch unsere Autoren und andere Reiseblogger befragt.

Burgruine Isenburg (NRW)

Eine der beliebtesten Burgruinen von NRW kann man unweit von Hattingen oberhalb der Ruhr entdecken. Die Burgruine Isenburg wurde 1193 erbaut und etwa 30 Jahre später schon wieder zerstört. Das Burggelände (Ober- und Unterburg) sind zusammen rund 240 Meter lang und erstrecken sich fast über den gesamten Kamm des Isenberges. Der Name kommt nicht von ungefähr, auf der Burg fand Eisenverhüttung statt.

Isenburg

Mitten auf dem Burggelände steht seit 1858 übrigens das Landhaus Custodis. Darin befindet sich heute ein Museum. Auch so ist auf dem Gelände einiges zu entdecken. Wer Zeit hat sollte hier einen Rundgang wagen. IsenburgMein Highlight? Der Blick aus den Ruinen auf die Ruhrschleife unterhalb der Burgruine!

Gut zu wissen!
Die Isenburg kann jederzeit besucht werden. Das Gelände ist öffentlich zugänglich. Die Burgruine kann nur zu Fuß besucht werden – vom Bahnhof Velbert Nierenhof könnt ihr eine nette Wanderung zur Burg machen. Dort gibt es auch ein paar Parkplätze.

Burg Falkenstein im Allgäu (Bayern)

Burg Falkenstein bei Pfronten im Allgäu ist Deutschlands höchstgelegene Burg, denn sie thront auf dem 1.277 m hohen Felsgipfel des Manzenbergs.
Der Tiroler Graf Meinhard II. ließ die Burg um 1280 erbauen, um seinen Widersachern seine Macht zu demonstrieren. Burg Falkenstein wurde 1646 durch einen Brand zerstört und blieb fortan eine Burgruine.
Burg Falkenstein im Allgäu
Burg Falkenstein im Allgäu (Bild von Alex, Luftschubser.de)
Im Jahr 1884 erwarb kein geringerer als König Ludwig II. von Bayern die Burgruine, um an dieser Stelle ein noch prunkvolleres Schloss als das nahe Schloss Neuschwanstein errichten zu lassen. Mit dem Tod Ludwigs II. starb auch dieses aberwitzige Bauvorhaben.
Heute bietet Burg Falkenstein dem Besucher einen traumhaften und weiten Ausblick ins Allgäu, unterhalb der Burgruine ein kleines Burgmuseum sowie ein Café und Restaurant im Burghotel. Mehr über die Burg kannst du auf luftschubser.de lesen.
Alex bloggt seit 2012 auf Luftschubser.de. Als absoluter Berg- und Burg-Enthusiast wandert er mit Vorliebe von Burg zu Burg oder von Gipfel zu Gipfel., Luftschubser.de

Burgruine Obere und untere Sachsenburg (Thüringen)

Schon mal was von den Wächtern der Thüringer Pforte gehört? Die obere und untere Sachsenburg liegen an einem strategisch wichtigen Ort direkt an einer wichtigen mittelalterlichen Handelsstraße. Heute sind die beiden Burgen nur noch als Ruinen erhalten, die jedoch wirklich sehenswert sind.

Obere Sachsenburg
Die obere Sachsenburg fällt durch gotische Fenster auf.

Vom Südharz gehts von hier aus Richtung Thüringen. Die beiden Burgen wurden vermutlich zwischen 1250 und 1350 gebaut. An der Stelle der oberen Sachsenburg gab es schon ab dem siebten Jahrhundert einen Vorgängerbau. Sie ging durch viele Adelsfamilien der Region, so gehörte sie zeitweise dem Grafen von Hohenstein und auch dem Grafen von Beichlingen.

Seit 1640 verfällt die obere Burg nun – wobei es Anfang des 20ten Jahrhunderts tatsächlich ein Restaurant hier oben gab. Die untere Sachsenburg war noch bis 1815 als Verwaltungsitz dienen und wurde anschließend aufgegeben. Nur der Bergfried steht noch. Von hier aus hat man jedoch einen tollen Blick auf die Umgebung und die Unstrut.

Gut zu wissen!
Die Ruinen der unteren und oberen Sachsenburg können rund um die Uhr  besucht werden. Das Gelände ist öffentlich zugänglich – die untere Burg wird jedoch gelegentlich für Veranstaltungen genutzt. Die Burgruine kann nur zu Fuß besucht werden. Unterhalb der beiden Burgen (circa 1 km Fußweg) gibt es jedoch einen kleinen Parkplatz.

Grevenburg in Traben-Trarbach (Rheinland-Pfalz)

Die Burgruine der Grevenburg ist zweifelsohne eines der beliebtesten Ausflugsziele in Traben-Trabach an der Mosel. Am schönsten erreichst Du sie bei einer Wanderung auf der 13. Etappe des Moselsteigs.

Die hoch über Traben-Trarbach thronende Ruine und der etwas oberhalb gelegene Aussichtspunkt „Himmelspforte“ bieten einen herrlichen Blick auf die Mosel und die berühmte Jugendstilstadt.

Grevenburg in Traben-Trarbach
Grevenburg in Traben-Trarbach (Foto von Sabrina, Couchflucht.de)

Aber auch der idyllische Biergarten der Burgschenke lädt zu einer ausgiebigen Rast mit Aussicht ein. Der Innenhof ist wirklich ein lauschiges Plätzchen, in dem man Du wunderbar verweilen kannst. Du erkennst übrigens schon von unten, ob die Burgschenke geöffnet hat, wenn die Flagge gehisst ist.

Heute existieren nur noch die westliche Fassade des ehemaligen Kommandantenhauses und einige Fundamente der Burganlage.

Noch ganz viele Tipps, Sehenswürdigkeiten und Ausflugsziele in der Umgebung von Traben-Trarbach habe ich in meinem Blogartikel Traben Trarbach – Tipps für Deinen Kurztrip an der Mosel veröffentlicht.

Sabrina war schon immer bekannt als „wandelndes Reisebüro“. Mittlerweile profitieren von ihren Reisetipps nicht nur Familie und Bekannte, sondern jeder, der auf ihren Outdoor-Reiseblog „Couchflucht“ stößt. „Runter vom Sofa – raus in die Natur“ ist die Devise von Sabrina, die so oft es nur geht die Wanderschuhe schnürt oder sich aufs Mountainbike schwingt., couchflucht.de

Burgruine Alt-Kaster (NRW)

Wer schon einmal in Bedburg den Stadtteil  Alt-Kaster gesehen hat wird wohl auch an der Burgruine vorbei gekommen sein. Nur wenige Meter hinter der wunderschönen Altstadt befinden sich die Reste der ehemaligen Wasserburg.

Burg Master Alt KasterErstmals urkundlich erwähnt wurde sie im Jahre 1148. Damals gehörte sie den Herren von Kaster, anschließend ist sie in der Hand der Grafen von Jülich und wird als Witwensitz genutzt. Ihre Blütezeit hatte sie im 16ten Jahrhundert, anschließend zerstörte erst ein Stadtbrand in Alt Kaster und die anschließenden Wirren des dreißigjährigen Krieges die Burg endgültig.

Burg Master Alt Kaster

Seit Ende des 17ten Jahrhunderts sind von der Burg nur noch Ruinen übrig.

Gut zu wissen!
Die Burgruine von Alt Kaster lässt sich jederzeit besichtigen. Rund um die Ruine gibt es eine Vielzahl von Wanderwegen, die auch in ehemalige Tagebaugebiete führen.

Burgruine AltBodman (Baden-Württemberg)

Am Bodensee gibt es zahlreiche Ruinen. Während die bekannteste und am besten erhaltene die Ruine Hohentwiel bei Singen ist gibt es noch sehr viele weitere Kleinere wie beispielsweise die Überreste der Burg Altbodman. Die Burg wurde im 14. Jahrhundert erbaut, mehrfach beschädigt und immer wieder neu aufgebaut bis sie Mitte des 17. Jahrhunderts langsam verfiel.

Burg Altbodman
Burg Altbodman, Foto von Kind im Gepäck.de

Dennoch ist sie noch recht gut erhalten, da sie in den vergangenen Jahren umfangreich saniert wurde und um 1900 wurde erstmals eine Aussichtsplattform an die Reste des Wohnturms angebracht. Von hier hat man einen tollen Blick über den Überlinger See. Rund um die Ruine gibt es zahlreiche Wanderwege und die Bisonstube lädt zum Einkehren ein.

Viele weitere Tipps zu Ruinen und spannenden Ausflugszielen rund um den Bodensee findet ihr in diesem Artikel.

Melanie und ihre kleine Familie sind viel unterwegs. Mit Kind im Gepäck sind die drei weder die typischen Camper, noch Backpacker, noch Luxus-Reisende, aber gerne unterwegs., kindimgepaeck.de

Burgruine Questenburg (Sachsen Anhalt)

Auf unseren Wanderungen durch den Südharz sind wir durch Zufall auf die Questenburg aufmerksam geworden. Die Burgruine ist schon seit dem 16. Jahrhundert in dem aktuellen Zustand, ist aber dafür zumindest als Ruine noch sehr gut erhalten. Wirklich beeindruckend ist das Tor, durch das man einen tollen Blick auf die gegenüberliegende Queste hat.

Quastenburg Harz

Die Geschichte der Burg wollen wir aber nicht vernachlässigen. Vermutlich ist sie von den Grafen von Beichlingen im frühen 13. Jahrhundert erbaut (ja das ist die Familie der auch schon die Sachsenburg zeitweise gehört). Auch die Grafen von Hohnstein und später die Grafen von Stolberg waren im Besitz der Burg. Gewohnt und verteidigt wurde von hier aus aber nicht allzu viel. Schon im 17. Jahrhundert war die Burg verfallen.

Gut zu wissen!
Die Questenburg thront auf einer Anhöhe und kann nur zu Fuß erreicht werden. Der Anstiegt ist nicht barrierefrei. Die Burgruine kann jederzeit besucht werden. Das Gelände ist öffentlich zugänglich. Von hier oben habt ihr einen tollen Blick zur Queste und auch hinunter auf Questenberg. Die Ruinen sind zwar gesichert aber Vorsicht ist dennoch geboten. Parkplätze sind am Ortseingang von Questenberg zu finden.

Burgruine Weißenstein (Bayern)

Im bayerischen Wald, unserer Heimat, verläuft kilometerlang der sogenannte Pfahl. Ein Quarzfelsen, der bei Regen 750 Meter aus der Erde ragt. Direkt auf dieser höchsten Erhebung thront die Burgruine Weißenstein.

Burgruine Weißenstein Bayern
Burgruine Weißenstein Bayern, Bild von urlaubsreise.blog

Den Burgturm kannst du heute noch erklimmen. Von der Spitze des Turms hast du einen atemberaubenden Blick auf die umliegende Landschaft. Mehr besondere Ausflugsziele für den Bayrischen Wald gibts im Bericht von Urlaubsreise.blog

Manfred und Tina berichten auf Urlaubsreise.blog über unsere Reisen und Ausflüge in 43 Ländern. Dabei geben wir dir möglichst viele hilfreiche Tipps und Infos mit auf den Weg., urlaubsreise.blog

Burgruine Drachenfels (NRW)

Unweit von Bonn beginnt das Siebengebirge. Auf einem der Anhöhen, dem sogenannten Drachenfels wurde von 1138 – 1149 die Burg Drachenfels gebaut. Nicht zu verwechseln mit dem Schloss Drachenburg, was etwas weiter unten auf dem Drachenfelsen zu finden ist. Auf gut 321 ü. NN. Die Burg liegt am Anfang der Kölner Bucht – das ist auch der Grund warum hier eine Wehranlage gebaut wurde.

Drachenfels
Drachenfels – der Burgfried von unten gesehen!

Es gab insgesamt 12 Burggrafen vom Drachenfels, die bis ins 16. Jahrhundert hinein das Zepter hier in der Hand hielten. Anschließend gab es noch einige Besitzerwechsel bis im 30jährigen Krieg erst die schwedischen und dann die spanischen Gruppen die Burg eroberten. Die Beschädigungen aus dieser Zeit wurden nicht mehr repariert so das die Burg Drachenfels seit 1634 sich selbst überlassen blieb.

Blick vom Drachenfels im Winter
Blick vom Drachenfels im Winter

Im 19ten Jahrhundert brach ein Großteil der Westmauer ab, weil unter der Burg und an der Kuppe des Drachenfelses wichtige Steine lagerten und auch abgebaut wurden. Daraufhin gab es zahlreiche Rettungsversuche bis ins 20te Jahrhundert hinein – und seit Ende des 19ten Jahrhunderts ist der Drachenfels auch dank Zahnradbahn ein sehr beliebtes Ausflugsziel der Region. Von hier aus habt ihr einen tollen Blick auf die gesamte Region!

Gut zu wissen!
Die Burgruine auf dem Drachenfels ist frei begehbar, der Aufstieg hierauf ist jedoch recht steil. Vor Ort gibt es ein kleines Ausflugslokal mit Souvenirverkauf, auch die Drachenfelsbahn führt hier rauf. Sie kostet 12 Euro für Hin- und Rückfahrt. Auf der Tour könnt ihr auch Schloss Drachenburg begutachten.

Festung/Burgruine Hohentwiel (Baden-Württemberg)

Ich wurde im baden-württembergischen Singen geboren und in meinem Ausweis steht dahinter das Kürzel „am Htwl.“ Damit können die Wenigsten was anfangen, aber ich erkläre es immer gerne: Die vier Buchstaben stehen für „Hohentwiel“ und der ist, neben dem Stammsitz von Maggi, das Wahrzeichen meiner Geburtsstadt.
Burgruine Hohentwiel (H.P. Wickert)
Burgruine Hohentwiel (H.P. Wickert)
Auf dem knapp 700 Meter ü. Normalhochnull hohen, erloschenen Vulkan befindet sich die Festungsruine Hohentwiel, die mit neun Hektar Fläche als die größte Burgruine Deutschlands gilt. Erstmals bewohnt wurde die Festung im frühen Mittelalter, zwischenzeitlich diente sie als Kloster, Adelsburg, Staatsgefängnis und Fliegerwache.
Heute kann man die Burgruine nach einem nicht allzu beschwerlichen Aufstieg besichtigen und bei guten Wetter hat man einen wunderbaren Blick auf den Bodensee – und bei Föhn sogar bis in die Alpen.
Sandra schreibt auf Tracks and the City über Slow Travel, Slow Living, Spazieren & Laufen. Dabei ist sie immer auf der Jagd nach dem schönsten Sonnenaufgang und der besten Zimtschnecke, Tracksandthecity.de

Burgruine Reichsburg Kyffhausen (Thüringen)

Die Reichsburg Kyffhausen ist für mich eine der bekanntesten Ruinen. Schließlich haben meine Großeltern in ihrem Schatten jahrelang gelebt und ich als Kind häufig hier unterwegs auf Entdeckungstour. Teile der Burg Kyffhausen liegen oberhalb (heute gibts hier den Bergfried auf dem Kyffhäuserdenkmal-Gelände) und einige Ruinen unterhalb des Kyffhäusers. Das Denkmal wirkt zwar erhaben, ist aber wesentlich jünger als die Unterburg.

Reichsburg Kyffhausen
Ruinen der Unterburg, im Hintergrund der Kyffhäuser

Bei Ausflüglern wird der Abstecher zur Reichsburg oftmals vergessen – dabei find ich schon allein die Strecke vom Kyffhäuser zur Burgruine traumhaft. Die Entstehungsgeschichte ist unklar, eine erste urkundliche Erwähnung erfolgte im 12 Jahrhundert. Funde beweisen jedoch eine Burg schon im 10ten Jahrhundert.

Reichsburg Kyffhausen
Ruinen der Mittelburg von Kyffhausen

Kyffhausen war eine staufische Reichsburg – hier wurden Besitztümer aufbewahrt und verteidigt. Im Mittelalter war die Grafenfamilie von Beichlingen kurzzeitig Besitzer der Burg und sie wurde als Lehe in mehreren Adelshäusern verwaltet.  Übrigens fand sich bis zur Reformation auf der Unterburg auch noch eine Wallfahrtskapelle!

Gut zu wissen!
Auch die Burg Kyffhausen kann (bis auf den Bergfried der Oberburg) jederzeit und kostenlos besichtigt werden. Ich empfehle euch den Wanderweg vom Ausflugslokal unterhalb des Kyffhäusers. Auf dem riesigen Parkplatz könnt ihr euer Auto außerhalb des großen Andranges auch kostenlos abstellen (Stand 2018). In dem Lokal könnt ihr übrigens auch richtig gut essen!  Wer den Bergfried der Oberburg besuchen will kann dies durch Eintritt (8,50 €) auf den Kyffhäuser tun.

Ober- und Unter-Falkenstein (Baden-Württemberg)

Der Falkenstein im Durchbruchstal der jungen Donau besteht aus zwei Ruinen, die hoch oben an der Kante mit Blick ins zerklüftete Donautal liegen. Der Unter-Falkenstein ist eine ehemalige Felsdornburg, deren Reste aus dem 12. Jahrhundert spektakulär über dem Tal liegen. Großflächiger ist der Oberfalkenstein, angelegt auf einem großen Felsen in Sichtnähe.

Ober- und Unter-Falkenstein an der jungen Donau
Ober- und Unter-Falkenstein an der jungen Donau (Foto von Stefan, junge-donau-magazin.de)

Die mittelalterlichen Reste gingen in einer der seltenen Renaissance-Burgen auf, welche die Grafen von Zimmern im 16. Jahrhundert als Lust- und Schutzburg gegen Pest, Reformation und Dreißigjährigen Krieg errichtet hatten. Der Falkenstein liegt mitten im Naturpark Obere Donau und liegt an einigen herrlichen Wanderwegen dieser Region auf der südwestlichen Schwäbischen Alb. Hier gibt’s seine Reportage über die Ruinen Falkenstein 

Stefan ist Journalist und beschreibt in seinem Regio-Blog Junge Donau Magazin das Leben an der baden-württembergischen Donau., junge-donau-magazin.de

Burgruine Oybin (Sachsen)

Kerstin war 2020 in der Lausitz unterwegs und hat dabei die Burgruine Oybin entdeckt. Auf dem berühmtesten Berg im Zittauer Gebirge – Berg Oybin – befindet sich eine Kloster und Burgruine. Im 13ten Jahrhundert bauten Raubritter hier erste burgähnliche Gebäude. Im 14. Jahrhundert wählte Kaiser Karl IV. die Burg zu seinem Altersruhesitz, im Zuge dessen wurde viel um und aufgebaut und eine Kirche erbaut. Das Gelände wurde 1369 vom Kaiser den Cölestinern als Kloster gestiftet.

Burgruine Oybin
Burgruine Oybin

Auch wenn die Burg nahezu als uneinnehmbar galt, die Natur (Blitz und Felssturz) und die Geschichte (Reformation) sorgten dafür das Burg Oybin schon seit dem 17ten Jahrhundert nahezu unbewohnt ist. Heute lockt das Gelände unter anderen durch Bilder von Casper David Friedrich bis zu 100.000 Gäste an, die entweder den beschwerlichen Aufstieg auf Berg Oybin wagen oder sich mit einer kleinen Bimmelbahn hier hinauf fahren lassen.  Sehenswert sind übrigens auch die Camera Obscura und der Bergriedhof auf dem Berg Oybin

Gut zu wissen!
Der Besuch der Burgruine Oybin ist ganzjährig möglich. Während der Sommermonate kostet der Eintritt 8 Euro für Erwachsen, im Winter 5 Euro. Dafür könnt ihr euch auch eine Ausstellung im ehemaligen Wohnturm der Ruine anschauen.

Burgruine Hohenstein im Harz (Thüringen)

Die wildromantische Burgruine Hohenstein liegt auf einem Bergsporn, im Naturpark Südharz, und gehört für mich zu einer der schönsten Burgen im Harz. Nach neuester Forschung wurde die Burg Mitte des 12. Jahrhunderts erbaut und gelangte schon früh in den Besitz der Grafen von Hohenstein. Im Laufe der Geschichte wurde sie verstärkt und später zu einem repräsentativen Renaissanceschloss ausgebaut.
23 sehenswerte Burgruinen in Deutschland. Lost Places aus dem Mittelalter
In den Wirren des 30 jährigen Krieges wurde sie schließlich zerstört und verfiel im Laufe der Zeit bis man erst im späten 20. Jahrhundert damit begann sie zu sanieren und zu restaurieren.
Heute gibt es etwas unterhalb der Ruine eine sehr nette Gastwirtschaft mit einem grandiosen Ausblick über den Südharz bis zum Kyffhäuser. Der 20 minütigen teilweise recht steilen Aufstieg sollte man sich auf jeden Fall antun. Die Burgruine gehört übrigens auch mit einer Stempelstelle zur Harzer Wandernadel. Auf northstarchronicles.de findet ihr den ganzen Artikel über Burgen im Harz.
Miriam und Johannes reisen als Familie mit Kleinkind durch die Welt und lieben ihre Heimat Norddeutschland. Das Erleben von Geschichte und Kultur begleitet die drei auf all ihren Reisen und selbst der Minireiseblogger ist schon ein begeisterter Museumsbesucher., northstarchronicles.de

Burgruine Harzburg (Niedersachsen)

Über den Dächern von Bad Harzburg befindet sich der Burgberg. Von hier aus habt ihr nicht nur einen tollen Blick auf das Tal, hier lassen sich auch noch Teile der Harzburg entdecken. Der Bau wurde im elften Jahrhundert von König Heinrich IV. beauftragt. Einige Könige und Kaiser haben auf der Harzburg verweilt. Barbarossa ist so zum Beispiel für den Bau des heute noch sichtbaren Pulverturm zuständig, Kaiser Otto IV. starb hier.

23 sehenswerte Burgruinen in Deutschland. Lost Places aus dem Mittelalter

Nach seinem Tod verfiel die Burg. Heute sind nur noch Teile des Pulverturms, der Burgbrunnen und Teile der Mauer zu besichtigen. Mit Steinen ist aber auf dem Burgberg heute der Grundriss der ehemals imposanten Burg zu erkennen.

Gut zu wissen!
Wer den Weg auf den Burgberg nicht scheut kann sich das Gelände jederzeit anschauen – es ist öffentlich zugänglich. Tagsüber könnt ihr auch die Seilbahn hier hoch nutzen. Neben der Ruine gibt es den Gasthof des Aussichtsreich. Einen ausführlichen Artikel über Bad Harzburg lest ihr hier

Burgruine Reifferscheid (NRW)

Reifferscheid liegt in der Gemeinde Hellenthal in der Nordeifel. Über den kleinen Ort ragt die Burg Reifferscheid mit ihrem gut erhaltenen Aussichtsturm, dem Burgfried. Von oben kannst du weit über die umliegenden Hügel der Eifel sehen.

Burgruine Reifferscheid, Eifel Burgruine Reifferscheid – Bild von Sabine, ferngeweht.de.

Von der mittelalterlichen Höhenburg sind außer der Ruine die Vorburg und sowie eine befestigte Burgsiedlung erhalten. Die Siedlung ist noch bewohnt. Alle zwei Jahre im September findet ein mittelalterliches Burgfest statt. Auf Sabines Blog findet ihr einen ausführlichen Artikel über die Wandertour auf den Eifelschleifen.

Sabine schreibt auf ihrem Blog Ferngeweht über Reisen in alle Welt. Dabei geht es fast immer mitten hinein in die Natur., ferngeweht.de

Burg Niedeggen (NRW)

Ich habe erst überlegt ob ich die Burg Niedeggen mit aufnehmen sollte. Einige der Häuser der Burg wurden wieder aufgebaut und nur noch eine Außenfront erinnert daran das es sich um eine Burgruine handelt. Ein Museum und ein Sternerestaurant ist nicht das was man in einer Burgruine erwartet. Dennoch ist sie ein sehr schöner Platz und irgendwie auch passend.

Burg Nideggen
Der Innenhof vom Burg Nideggen.

Kommen wir kurz zur Geschichte. Die Burg wurde im 12. Jahrhundert als Wohnsitz für den Grafen von Jülich gebaut. Sie galt lange Zeit als uneinehmbar und hatte im 14. Jahrhundert einen der größten Säle der damaligen Zeit. Ein Erdbeben und der Geldrische Erbfolgekrieg brachten der Burg Unglück. Seit dem 16. Jahrhundert verfiel sie stetig. Anfang des 20. Jahrhundert erkannte man ihr Potenzial, der Bergfried wurde wiederhergestellt und dient seitdem als Museum. In dem fast neu erbauten Palais befindet sich ein Sternerestaurant. Auf dem ehemaligen Hof der Burg kann man sich zudem die beeindruckenden Mauern der alten Burg anschauen.

Gut zu wissen!
Der Eintritt zur Burg Nideggen ist frei. Für das Museum müsst ihr natürlich Eintritt zahlen (3,50 €). Wir haben unser Auto in Nideggen abgestellt und einen schönen Spaziergang zur Burg gemacht. Übrigens: Der Kaffee im Sternerestaurant ist bezahlbar – wir haben ihn uns gegönnt. 

Burg Derneck im Großen Lautertal (Baden-Württemberg)

Das Große Lautertal nahe der Stadt Münsingen auf der Schwäbischen Alb ist eines unserer liebsten Ausflugsziele. Der Fluss Lauter schlängelt sich sanft durch das idyllische Tal, das ein Paradies für Wanderer, Radfahrer und Kanuten ist. Sage und schreibe 20 Burgruinen thronen auf den Felsen hoch über dem Fluss und machen das Lautertal zum burgenreichsten Tal Deutschlands.

Burg Derneck
Burg Derneck (Foto von Travelsanne.de

In einer der Burgen kann man sogar übernachten: Burg Derneck, 1340 erbaut, ist nach umfangreicher Sanierung heute zwar noch zum Teil Burgruine, aber auch ein Wanderheim des Schwäbischen Albvereins. Mit unseren Kindern haben wir schon in den urigen Familienzimmern der trutzigen Burg übernachtet. Ein echtes Abenteuer! Auf unserem Blog findest du alle Tipps für einen Ausflug ins Große Lautertal.

Sanne schreibt auf ihrem Familien-Reiseblog Travelsanne übers Reisen, Wandern und Genießen mit Kindern und Teenagern. Meist ist sie mit ihrer Familie abseits der ausgetretenen Pfade unterwegs. Mit viel Heimatliebe verrät sie ihre persönlichen Geheimtipps in Baden-Württemberg., travelsanne.de

Die Drei Gleichen  (Thüringen)

Wenn man auf der A4 zwischen Erfurt und Eisenach unterwegs ist, fühlt man sich fast wie am Mittelrhein, denn man sieht drei Burgen, die fast nebeneinander stehen.

Burg Gleichen von Mühlburg
Burg Gleichen von Mühlburg (Foto von Burgdame.de)

Die “Drei Gleichen” werden die Burgen genannt, es ist die Burg Gleichen, die Mühlburg und die Veste Wachsenburg. Die Mühlburg und die Burg Gleichen sind heute nur noch Ruinen erhalten, diese sind aber imposant und sehr malerisch.

Burg Gleichen
Die Burg Gleichen

Die Veste Wachsenburg dagegen ist noch erhalten und renoviert und wird heute als Hotel und Restaurant genutzt. Die drei Burgen sind nicht nur interessante Ausflugsziele, inmitten einer wunderschönen Landschaft, sie erzählen auch viel Geschichte und unglaubliche Legenden. Ihr wollt mehr zu den Drei Gleichen erfahren?

Die Burgdame hat sehr viele interessante, sehens- und empfehlenswerte Orte auf ihren Reisen entdeckt, oft Flecken, die im klassischen Reiseführer nicht erwähnt wurden. Darunter auch so einige Schlösser und Burgen., burgdame.de

Burg Stolpen (Sachsen)

Nur 27 km von Dresden thront die Burg Stolpen hoch über dem gleichnamigen Städtchen auf einem Basaltberg – dem Basaltberg sogar, denn hier wurde der Name des vulkanischen Gesteins „erfunden“. Die trutzige Burg, von der heute nur noch wenige Türme und die Mauern stehen, hat eine lange und wechselhafte Geschichte hinter sich, inklusive Hussiten-Belagerung, Feuersbrünsten, Eroberung durch Napoleons Heer und einer tragischen Mätresse – die Gräfin Cosel, Geliebte des Kurfürsten August der Starke, war hier 36 Jahre lang bis zu ihrem Tod eingesperrt.

Burg Stolpen
Von Burg Stolpen ist der Bergfried noch zu besichtigen (Bild von Weltwunderer.de)

Kinder gruseln sich lieber in der originalgetreu eingerichteten mittelalterlichen Folterkammer und vor Basaltus, dem Burggeist, der in den finsteren Gewölben der Ruine sein Unwesen treibt (wenn man 10 Cent investiert). Ihr möchtet mehr über Burg Stolpen und ihre spannende Geschichte erfahren?

Die Weltwunderer-Familie, das sind Mama, Papa und drei Kinder: Teenie-Tochter, Sohnemann und kleine Prinzessin. Gemeinsam erkunden sie die Welt, von Dresden bis nach Neuseeland., weltwunderer.de

Burgruine Hardenstein (NRW)

Die Burg Hardenstein wurde zwischen 1345 und 1354 als Wasserburg erbaut. Bis zur Fertigstellung der Ruhrtalbahn war sie sogar direkt an der Ruhr und ist noch heute bei einer Bootsfahrt eines der beliebtesten Fotomotive entlang des bekannten Flusses. Bis ins 16te Jahrhundert war sie eine Wohnburg (und weniger eine Wehrburg). Mit dem Bergbau kamen dann die Kohlelagerstätten – gerade das Muttental war in den Anfängen ein beliebtes Abbau-Gebiet. Wohl auch deshalb verfiel die Burg seit dem 18ten Jahrhundert zusehend.

Burgruine Hardenberg
Burgruine Hardenberg

Auch eine Sage gibt es rund um die Burgruine. Schon mal was vom Zwergenkönig Goldemar gehört? Goldemar lebte eins auf der Burg und wurde verraten. Das fand er natürlich nicht so nett und verfluchte die Burg und ihre Einwohner. Heute ist die Ruine für Gäste zu besichtigen und wird seit ein paar Jahren auch Nachts beleuchtet.

Gut zu wissen!
Der Eintritt der Burgruine Hardenstein ist frei und jederzeit zugänglich. Mit der Ruhrtalfähre Hardenstein kann sie als Ausflugsziel auf dem Radwegenetz des Ruhrgebietes erreicht werden. Ich empfehle euch anschließend (oder vorab) eine Tour auf dem Bergbauwanderweg im Muttental 

Burg Hohenbaden (Baden-Württemberg)

Hoch über Baden-Baden, dem mondären Kurort im Schwarzwald, thront die Ruine, die so viele Namen trägt, dass wohl keiner mehr weiss, welcher eigentlich der richtige ist. Bei dem Bau der Oberburg, etwa 1100m hieß sie noch Burg Hohenbaden, wurde sie später zum Schloss Hohenbaden – und nach dem Bau eines neuen Schlosses zum „Alten Schloss“.
Burg Hohenbaden
Burg Hohenbaden
Die Besichtigung der Ruine ist kostenlos möglich – obwohl sie sich seit 2017 in Privathand befindet. Du kannst gemütlich mit dem Auto bis zu dem Parkplatz um die Ecke fahren: oder wie wir den Weg am neuen Schloss vorbei nach oben wandern. Der Fussweg wird mit tollen Aussichten belohnt, es gibt eine Einkehrmöglichkeit mit einer herzlichen sonnigen Terrasse unterwegs und auch an einer schönen mittelgroßen Kapelle kommst Du vorbei.
Die Aussicht von der Burgruine ist grandios. Und wer Hunger hat, kann im Restaurant auch prächtig speisen! Mehr über die Ruine, die Aussicht, die damit verbundene Wanderung und was Du an einem Tag in Baden-Baden noch alles machen kannst, das findest Du bei Hubert auf dem Travellerblog.“
Hubert schreibt auf dem Travellerblog über seine Kurzurlaube und Genußreisen, über Wanderungen und Feuerwerke, über Berge und Städte. Der Genuss steht dabei immer im Vordergrund., travellerblog.eu

Manderscheider Burgruinen: Oberburg und Niederburg (Rheinland-Pfalz)

Die beiden Manderscheider Burgen liegen nur etwa einen Kilometer voneinander entfernt und könnten unterschiedlicher nicht sein. Die Oberburg wurde vermutlich im 12ten Jahrhundert gebaut (wurde da erstmals erwähnt) und gehörte zum Erzbistum Trier. Sie steht auf einer Anhöhe und hat eine fast dreieckige Grundform.

Oberburg Manderscheid
Oberburg Manderscheid

Im 17ten Jahrhundert zerstörten französische Truppen die Burg, seitdem ist sie eine Ruine. Der Bergfried wurde wieder hergestellt und kann bestiegen werden. Von hier oben bietet sich ein toller Ausblick auf die Umgebung und das Liesertal und einen Teil der Vulkaneifel. Übrigens führt zur Oberburg keine Straße – sie ist nur zu Fuß erreichbar. Zur Niederburg hinunter könnt ihr durch einen wirklich schönen Wald spazieren.

Niederburg Manderscheid
Niederburg Manderscheid

Die Niederburg wurde erstmals im 12ten Jahrhundert erwähnt, sie gehörte zum luxemburgischen Hoheitsgebiet. Sie ist größer als die Oberburg und auch noch etwas besser erhalten. Bis ins 18te Jahrhundert wurde sie auch noch bewohnt und fiel ebenso den Franzosen zum Opfer wie die höher gelegene Burgruine. Die Niederburg kann in größerem Umfang besichtigt werden, hier finden auch Führungen statt und das Gelände kann für Events und Hochzeiten gemietet werden.

Gut zu wissen!
 Der Eintritt auf der Ruine der Oberburg ist frei, für den Besuch der Niederburg fallen 3 Euro Eintritt an. Sie ist jedoch auch sehr besser erhalten. Aktuell müssen Karten vorreserviert werden. Alle Infos zu Preisen und Öffnungszeiten sowie Events findet ihr hier.
Janett

Hallo, ich bin Janett, die Gründerin des Blogs Teilzeitreisender.de
Schon immer war ich ein sehr großer Fan von Kurzreisen. Neben einer Teilzeitstelle an der Uni Düsseldorf pflege und hege ich deshalb dieses Projekt - und habe dafür schon das eine oder andere Abenteuer erlebt.

Mehr über mich erfahrt ihr unter der Rubrik Persönliches

Alle Blogposts des Autors

Schreib uns einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Kommentare

WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner