Nordrhein Westfalen

Das Ruhrgebiet und ich. Von einer Zeitreise durch die letzten Jahre.

Als ich vor knapp 16 Jahren das erste mal nach NRW kam, hatte ich vom Ruhrgebiet ein fest eingebranntes Bild. Düstere Städte, am Himmel massive rußige Rauchwolken, kaum Natur und ungesund aussehende Menschen.

Tja – ich wurde überrascht !

Das Ruhrgebiet ist grün. Der Pott ist spannend. Die Menschen sind ganz besonders und auch der Himmel ist häufiger blau anstatt grau. Und der Pott beginnt nicht, wie viele vermuten, in Düsseldorf. Und ist doch nur knapp um die Ecke. Ideal also für Spontanausflüge. Und was soll ich sagen? Eine jede Tour durchs Ruhrgebiet war eine neue Erfahrung. So einiges haben wir schon erlebt.

Doch fangen wir von vorne an.

In Essen.

Das ist die Stadt, mit der ich in Sachen Ruhrgebiet als erstes in Berührung kam. Damals vor über 12 Jahren  habe ich dort regelmäßig Fortbildungen angeboten – und ganz nebenbei auch Essen entdeckt. Wirklich beschäftigt habe ich mich mit der Stadt jedoch erst im Jahr der Kulturhauptstadt. Eine Führung in der Zeche Zollverein war meine erste „Berührung“ mit dem Bergbau und für mich eine spannende Erfahrung.

Erst Jahre später habe ich realisiert, wie schön und grün Essen überhaupt ist. Der Baldeneysee, die zahlreichen Parks und Grünanlagen – die zweitgrößte Stadt des Ruhrgebietes schafft es immer wieder mich zu packen. Wart ihr schon mal im Grugapark? Traumhaft dort. Egal zu welcher Jahreszeit.

Grugapark Essen

Davon, das Essen auch eine ideale Stadt für einen Mädelsurlaub ist, habe ich in einem Gastbeitrag schon berichtet. Und ich bin sicher, Essen wird mich auch in den nächsten Jahren überraschen. Lasst uns aber weiterreisen. In die größte Stadt des Ruhrgebietes.

Dortmund

Ja Dortmund. Die erste Erinnerung die ich von dort habe, ist irgendwo auf einem nicht digitalen Foto festgehalten. Es war Weihnachtsmarkt und es gab die Möglichkeit, den Turm der Reinoldikirche zu besteigen. Das habe ich damals, 2002, auch gemacht. Ich hatte ziemlich schlottrige Beine – aber die Aussicht war toll. Was daran so unglaublich war, ich glaube seitdem habe ich den Marktplatz von Dortmund nie wieder gesehen.

Dortmund Extraschicht (37)

Es wird wohl wieder Zeit, oder? Dortmund selbst habe ich noch ein paar Mal besucht. Zuletzt 2016 zur Extraschicht. Es hat geregnet und doch habe ich gemeinsam mit Jessica einen tollen Tag in Dortmund verbracht. Ein Blick ins Deutsche Fußballmuseum, ein Ausflug in die Kokerei Hansa und in ein ganz besonderes Bahnmuseum.

Kreativarbeit im Depot, eine Führung durch eine ehemalige Fabrik und einen Partyabend im Dach des Dortmunder U. Für knapp 10 Stunden find ich das eine bemerkenswerte Dichte an Abenteuern. Meine Neugier auf Dortmund ist dennoch nicht gestillt. Ich brauch noch ein digitales Foto vom Turm der Reinoldikirche, ich muss unbedingt in die DASA-Ausstellung und irgendwie lockt mich ja auch ein Blick in Sachen Fußball. Wollt ihr mehr? Ich hätte da auch noch weitere Städte im Angebot.

Oberhausen.

Asche auf mein Haupt, auch Oberhausen hat auf mich erst nach meiner zweiten Extraschicht 2012 wirklich Faszination ausgeübt. Vorher wusste ich von der versteckten Schönheit von Oberhausen nix. Ich kannte nur das wohl bekannteste Einkaufszentrum des Ruhrgebietes. Das Centro. Und das ist am Wochenende hoffnungslos überlaufen.

Slinky Springs of Fame

Oberhausen jedenfalls hat viel zu bieten. Mein Liebling ist die Slinky Springs Brücke und das Gasometer. Ich war aber auch völlig überrascht, als ich Luxus a la Ruhrpott erleben durfte. Meine erste Limousinenfahrt erlebte ich genau hier in Oberhausen. Und von dort aus ist es auch nicht weit zu meinem nächsten Ziel:

Bottrop

Wie? Du willst nach Bottrop? Das war das erste, was ich über Bottrop erfahren habe. Dort wär es langweilig, dort gibt es nichts zu sehen und sowieso müsse man dort nicht hin. Gut das ich es dennoch drei mal gewagt habe, in die 66st größte Stadt Deutschlands zu fahren. Es war jedes mal wieder ein Erlebnis.

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Ob die Nacht im Kanalrohr, meine ersten Skydiving-Stunden oder mein Erlebnis im Grusellabyrinth – spannend war es jedesmal.

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Und ich bin noch längst nicht durch. Auch in Bottrop gibts vieles noch zu entdecken – die bekannte Landmarke zum Beispiel. Aber fahren wir doch nach

Duisburg!

Dort habe ich dann auch meine erste „Landmarke“ erobert. Und dann gleich eine begehbare Achterbahn. Tigers and Turtle ist hoch oben auf dem Magic Mountain zu Hause und war für mich eine ganz besondere Erfahrung.

Tiger and Turtle Duisburg

Gerne würde ich dorthin wieder zurückkehren – und doch hat Duisburg so viel mehr zu bieten. Den LAPADU zum Beispiel.

Binnenschifffahrtsmuseum Duisburg

Oder das Binnenschifffahrtsmuseum, welches sich in einem alten Schwimmbad befindet. Und der Binnenhafen, an dem man wirklich entspannt spazieren gehen kann. Wo wir gerade beim Spazieren gehen angekommen sind – den schönsten Spaziergang erlebte ich in

Hattingen.

Eigentlich konnte ich mir unter dem kleinen Ort Hattingen so gar nichts vorstellen. Und dann entdecke ich eine „Fachwerkschönheit“ mitten im Ruhrgebiet. Ländliche Idylle, Schlösser, Burgen und „Bügeleisenhäuser“, die ich so gar nicht erwartet hätte.

Schade nur, das die Altstadt von Hattingen nicht allzu groß ist, und das auch Türme und Schlösser rund um Hattingen schnell erobert sind. Für ein Eis und mit der tollen Mädelsgruppe jedoch würde ich gerne noch mal in Hattingen vorbeischauen. Wenn wir ein paar Kilometer weiterfahren, landen wir in

Bochum

Auch Bochum habe ich schon besucht. Wieder war die Extraschicht der Auslöser und wieder habe ich mir gemeinsam mit Jessica ein tolles Museum im Ruhrgebiet angeschaut. Im Bergbaumuseum in Bochum könnt ihr in einem nachgebauten Bergwerk so manches verrückte Abenteuer erleben. Auch sonst ist Bochum sehr spannend.

Wir haben die Brauerei Fiege besucht, waren im Stadion vom hiesigen Fußballverein und haben zum Abschluss in der Jahrtausendhalle auch noch ein Konzert und eine ganz besondere Führung durch den Keller des Hauses bekommen. Ach und die beste Currywurst im Pott gibt es natürlich im Bermudadreieck von Bochum. Das Bochumer Planetarium steht ganz oben auf meiner To Do Liste und auch das Bahnmuseum will ich unbedingt noch mal anschauen. Mal schauen ob ich das in diesem Jahr noch schaffen werde.

Unterwegs mit der RUHR.TOPCARD

Tja, mein größter Freund bei der Erforschung des Ruhrgebietes ist die RUHR.TOPCARD. Jedes Jahr entdecke ich neues und könnte daher ständig den Artikel zur Karte überarbeiten. Ein paar Ziele sind auf jede Fall vorgemerkt. In Mühlheim kenn ich bisher nur den Wasserturm und die Camera Obscura, Xanten hab ich nur mal im vorbeifahren gesehen und auch Hagen ist noch ein Buch mit sieben Siegeln. Auch die Extraschicht ist natürlich immer ein spannendes Ziel, über das ich das eine oder andere mal auch berichtet habe.

Was darf ich sonst nicht in Pott verpassen?

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