Ein Wochenende im Weserbergland
Die Weser ist namensgebend fürs Weserbergland

Ein Wochenende im Weserbergland

Urlaub in Deutschland – das ist 2020. Und ja – bis auf eine Reise nach Holland und einen kleinen Abstecher nach Österreich verbrachten wir auch im Urlaub in der Heimat einige spannenden Tage. Ins Weserbergland kamen wir eher durch Zufall. Mein Vater arbeitet seit einiger Zeit in einem Hotel in Uslar als Koch. Neugierig wie ich bin wollte ich natürlich wissen, in welche Region es meinen Papa verschlagen hat und buchte nach unserer Tour durchs Ruhrgebiet für zwei Tage das Romantische Hotel Menzhausen. Es folgte ein wirklich spannendes Wochenende im Weserbergland und die Einsicht, dass wir unbedingt wiederkommen müssen.

Ein Wochenende im Weserbergland
Die Weser ist namensgebend fürs Weserbergland

Wo liegt das Weserbergland ?

Als mir mein Vater erzählte das er jetzt im Weserbergland wohnen würde, dachte ich sofort an eine tolle Unterkunft in der ich vor Jahren einmal übernachtet habe. Ein Kloster in der Nähe von Hameln (von dem ich gar nicht mehr weiss ob es das noch gibt). Einem Bundesland zuordnen lässt sich das Weserbergland aber nicht. Das Weserbergland befindet sich in NRW, in Hessen und in Niedersachsen.

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Spannende Wanderung durch das Hochmoor Mecklenbruch

Es ist eine Mittelgebirgslandschaft in dessen Mitte die Weser verläuft. Verorten kann man es wohl zwischen Hann Münden und der Porta Westfalica. Bekannte Städte sind Hameln, Holzminden, Höxter und auch Minden. Die Weser bildet zum Teil die Grenze zwischen den Bundesländern. Übrigens – ein Ausflugstipps führt euch zu einem ganz besonderen Grenzstein!

Unser Hotel im Weserbergland

Die einfachste Entscheidung in Bezug auf unsere Reise an die Weser war das Hotel. Da ich das Romantik-Hotel Menzenhausen als Arbeitgeber meines Vaters unterstützen wollte und die Mitte Juni auch ein nettes “Special” im Angebot hatten, habe ich für meinen Freund und mich ein Zimmer für zwei Nächte über Wochenende gebucht. Unser Zimmer lag direkt an einem kleinen Innenhof und war ganz nett – auch wenn ich manchmal das Gefühl hatte, ständig mittendrin zu sein (in den Gesprächen die spät abends im gemütlichen Innenhof geführt wurden).

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Geschlafen haben wir dennoch sehr gut und obwohl mein Papa nur eine Frühschicht hatte (für mich ist er der beste Koch der Welt!), haben wir abends wirklich gut im Restaurant des Hotels gegessen! Für den Wellnessbereich hatte ich keine Zeit – vielleicht beim nächsten Mal?

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Der Gruß aus der Küche. Mjam!

Die Dame vom Frühstück war eine herzliche Seele und auch die gefürchtete Parkplatzsuche hinter dem Hotel ist für uns immer gut ausgegangen. Auch wenn das Wochenende mit knapp 350 Euro (ÜN und Abendessen sowie Kuchen) nicht wirklich günstig war, gelohnt hat es sich.

Ein kleiner Spaziergang in Uslar

Unser Wohnort Uslar war – nun ja – nett. Es gibt um das Hotel herum wirklich ein paar nette Ecken, vor allem das Rathaus und auch die Stadtinformation sowie auch das Hotel befinden sich in netten Fachwerkhäusern, von denen vereinzelt auch im Ort welche zu finden sind.

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Die Fachwerkhäuser rund ums Rathaus sind recht nett.

Die Einkaufsstraße hat mich nicht vom Hocker gerissen – bei einigen Geschäften scheint die Zeit still zu stehen, sie sind geschlossen oder verkaufen Sachen die “aus der Zeit sind”. Ganz nett jedoch fanden wir den historischen Bauerngarten, der zwar recht klein ist aber liebevoll bewirtschaftet wurde. Hier gibt es auch noch Teile der historischen Stadtmauer zu bestaunen.

In einem alten Sattelhof befindet sich das Museum von Uslar. Wer sich näher mit der Geschichte des Ortes beschäftigten will, kann dort für 2 Euro eine liebevoll gestaltete Sammlung vorfinden. Gleich daneben ist die St.-Johannis-Kirche, Teile dieser Kirche stammen aus dem 13ten Jahrhundert. In Uslar selbst gibt es auch noch einen Schmetterlingspark – welchen wir aber nicht mehr besucht haben.

Ausflugsziele im Weserbergland

Wir waren nur ein Wochenende in der Region – eine allumfassende Liste von Ausflugszielen kann ich euch also hier noch nicht geben. Die genannten Sehenswürdigkeiten habe ich jedoch alle selbst besucht und kann sie alle empfehlen.

Ein Blick auf die Weser

Wer im Weserbergland ist und keinen Blick auf die Weser wirft, der war nicht da. Sag ich jetzt mal. Und so kam es, das wir auf mein ständiges Flehen hin zum Weser-Skywalk fuhren.

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Linker Hand vom Skywalk habt ihr einen tollen Blick auf Bad Karlshafen

Von den hannoverschen Klippen und der über zwei Etagen gebauten Aussichtsplattform hatten wir nicht nur einen tollen Blick auf die Weser sondern auch nach Bad Karlshafen (welches ich leider noch nicht besucht habe). Der Weg zur Plattform führt knapp 500 Meter über Stock und Stein durch den Wald und ist sehr beliebt (ebenso wie die Aussicht). Bereut haben wir unseren Spaziergang hierher jedoch nicht. Der Blick von hier oben ist toll und ich hab mir sagen lassen das es die Wanderwege in beide Richtungen auch sind.

Gut zu wissen!
  • Der Skywalk ist rund um die Uhr begehbar. Ab 18 Uhr waren etwas weniger Menschen hier unterwegs.
  • Es gibt vor Ort keine sanitären Anlagen.
  • Es gibt mehrere Parkplätze, wir haben etwa 200 Meter vor dem Beginn des Weges zum Skywalk geparkt.
  • Spannend: Etwa 50 Meter nach dem Beginn des Weges liegt rechter Hand ein alter Baumstumpf. Hier zeigen besondere Ereignisse der Weltgeschichte das Alter des Baumes.

In 10 Sekunden in drei Bundesländer

Unweit des Skywalkes befindet sich ein ganz besonderer Grenzstein, den ich euch auf jeden Fall auch noch vorstellen will. Eigentlich ist es nur eine Landmarke – die ich als Grenzgänger jedoch sehr interessant finde. An besagten Stein, der etwa 200 Meter straßen-abwärts vom “Skywalk”-Wanderweg liegt befinden sich die Grenzpunkt von Hessen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen.

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 Der Dreiländer-Ecks-Grenzstein im Weserbergland

Der Ort Würgassen vertritt dabei das ostwestfälische Weserbergland in NRW. Bad Karlshafen gehört zu Hessen und ist Soleheilbad und beliebtes Ausflugsziel. Das niedersächsische Weserbergland wird durch Flecken Lauenförde vertreten. Dort, so verspricht der Stein gibt es viele Fachwerkgebäude. Ich habe mir natürlich den Spaß gemacht und bin einmal um den Stein herumgelaufen. Und hey – wer kann schon von sich behaupten in 10 Sekunden in drei Bundesländern gewesen zu sein?

Eine Zeitreise nach Warburg

Auf der A44 bin ich schon häufig an Warburg vorbeigefahren. Ob es sich wohl lohnt hier mal zu “rasten”? Da es auf unserem Weg nach Uslar lag haben wir es einfach gewagt. Unser erster Stop in einer alten Konditorei kam uns wie eine Zeitreise in die 80er Jahre vor – der Kuchen war der Hammer – das Ambiente mit Plastikblumen und Tischdeckchen war für uns jedoch etwas ungewöhnlich.

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Ein Teil von Warburg vom Chattenturm gesehen.

Die Einheimischen fühlten sich wohl und so bekamen wir schon in der ersten halben Stunde so manchen “Tratsch” mit. Wir entschlossen uns noch für eine kleine Runde durch die Innenstadt. Warburg hat über 257 Baudenkmäler allein im Stadtzentrum, darunter einige nette Fachwerkhäuser, eine Stadtmauer mit erhaltenen Türmen und einige im gotischen Stil erbaute Kirchen.

Der Chattenturm verfügt über eine Aussichtsplattform, die über den Friedhof auf dem Burgberg erreichbar. Auch dort gibt es übrigens noch einige spannende Baudenkmäler und der Blick Richtung statt ist sehenswert. Und ganz ehrlich? Die paar Höhenmeter lohnen sich schon allein für den Ausblick!

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Blick vom Chattenturm Richtung Friedhof

Ein wenig traurig hat mich nur gestimmt, das es in der Stadt viel Leerstand gibt. Zahlreiche Geschäfte in wunderschönen Fachwerkhäusern waren geschlossen. Auch wenn wir längst nicht alle Baudenkmäler entdeckt haben – es lohnt sich definitiv einen Abstecher nach Warburg zu machen.

Auf dem Holzweg durch das Hochmoor Mecklenbruch

Wie sich das für Pärchenurlaub gehört gingen mein Freund und ich am zweiten Tag erst einmal getrennte Wege. Während er sich zum Sollingturm im Wald von Uslar wagte (ein paar Höhenmeter sind zu überwinden) beschloss ich der Empfehlung einer Online-Bekannten zu folgen. Sie gab mir den Tipp zum Hochmoor-Mecklenbruch zu fahren und dort eine kleine Rundwanderung zu machen.

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Gesagt getan – neben einer Gaststätte und einem Campingplatz stellte ich mein Auto ab und lief an ein paar Holzfiguren vorbei zum Beginn des Wanderwegs. Der Weg ist knapp 3 Kilometer lang und größtenteils barrierefrei, ideal also auch für Familien mit Kinderwagen oder Personen im Rollstuhl oder mit Rollator. Während der Anfang noch über Waldboden führt beginnt nach gut 15 Minuten ein Holzbohlenweg.

Immer wieder gibt es spannende Tafeln, die etwas über das Hochmoor Mecklenbruch erzählen. Ich war überrascht das an diesem schönen Tag nur eine übersichtliche Anzahl an Personen eine Rundwanderung hierher eingeplant hatten – umso entspannter war es das Moor zu genießen. Ich entdeckte Rinder, sah zahlreiche Libellen und war erstaunt wie viel Torf(Moor) hier durch die Menschen in den letzten zwei Jahrhunderten abgebaut wurde. Über 2 Meter!

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Auf dem Weg konnte ich viel darüber erfahren, warum Moor so wichtig für die Umwelt ist. Für mich einer der spannensten Ausflugsziele im Weserbergland. Auf dem Weg zum Hochmoor habe ich durch Zufall auch ein weiteres Ausflugsziel ganz in der Nähe entdeckt – den Hochsollingturm.

Gut zu wissen!
  • Das Hochmoor Mecklenburg ist rund um die Uhr begehbar, es gibt hier jedoch kein Licht, so das sich der Besuch in der Nacht nur bedingt empfiehlt.
  • Es gibt vor Ort keine sanitären Anlagen, zu Beginn der Wanderung gibt es jedoch ein Gasthaus, in dem ihr gutbürgerlich Essen könnt

Auf dem fast höchsten Punkt des Weserberglandes

Okay, der Moosberg ist nicht der höchste Berg im Weserbergland. Und doch wurde dort 1990 der der Hochsollingturm am Moosberggipfel errichtet. Auf knapp 510 Metern höhe (Berg + Turm) lässt sich bei gutem Wetter sogar bis zum Harz blicken – so sagt man mir.

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Ich bin ehrlich, ich bezweifele das. Vom Wanderparkplatz sind es nur 500 Meter bis zum Turm und eigentlich habe ich es ja nicht so mit der Höhe, dennoch habe ich es gewagt und bin die 180 Stufen auf dem Holzturm hinaufgestiegen. Gleich vorab – den Harz hab ich nirgends gesehen. Die Aussicht ist dennoch recht nett.

An seinem Fuße gibts übrigens einen kleinen Rastplatz für alle die anschließend ein kleines Päusschen vom Höhenrausch einlegen wollen. Da er nur knapp 3 Kilometer von der Moorlandschaft entfernt ist, lässt sich beides und der sogenannte Liebesbankweg sehr gut miteinander kombinieren. Ich jedoch hatte noch ein drittes Ziel im Auge und hab deshalb mit dem Auto abgekürzt.

Gut zu wissen!
  • Der Hochsollingturm ist rund um die Uhr begehbar, es gibt hier jedoch kein Licht, so das sich der Besuch in der Nacht nur bedingt empfiehlt.
  • Es gibt vor Ort keine sanitären Anlagen.
  • Vom Parkplatz aus geht es circa 500 Meter auf einem Schotterweg bergauf.
  • Unter dem Turm gibt es einen Rastplatz, der benutzt werden kann.

Auf Safari im Wildtierpark Neunhaus

Auf Safari durch den Naturpark Solling? Das geht wohl an mehreren Orten. Auf meinem Weg vom Hochmoor zurück nach Uslar entdeckte ich den Wildtierpark Neunhaus. Einheimische Tiere entdecken? Hier sicherlich einfach. Ich beschloss den Eintritt von 6,50 Euro (Stand 2020) zu investieren und begab mich auf eine knapp 3 Kilometer lange Rundwanderung durch den Park.

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Ameisen beobachten!

Die Ameisen zu Beginn der Rundwanderung faszinierten mich am meisten. Ist es nicht spannend diesen kleinen Kraftwundern zuzuschauen? Otter und Wildkatzen zu Beginn der Strecke ließen sich nicht sehen und so war ich anfangs etwas enttäuscht. Dabei ist das Konzept des Wildtierparks wirklich gut. Fast allen Tieren wird die Möglichkeit gegeben sich komplett zurückzuziehen. So waren die ersten Tiere an diesem Tag zwei Eichhörnchen, die gerade beim Futtern waren. Den Käfig fand ich im Gegensatz zu den anderen Begrenzungen auf dem Gelände etwas klein.

Anschließend sah ich auch endlich Tiere – im Freigehege der Mufflons wurde ich von einigen Exemplaren neugierig beäugt. Auch Rehwild habe ich beobachten können und am Ende habe ich tatsächlich auch noch einen Wolf gesehen. Da während meiner Rundtour eine Flugshow der Falknerei war hatte ich den restlichen Tierpark fast für mich alleine. Herrlich!

Gut zu wissen!
  • Der Eintritt in den Wildtierpark Neunhaus beträgt für Erwachsende aktuell 6,50 € (Für Kinder günstiger)
  • An der Kasse wird euch ein Plan für den Park ausgehändigt. Dieser ist auch recht hilfreich.
  • Es gibt vor Ort eine Falknerei, die regelmäßige Shows anbietet. Informiert euch vorab wann diese stattfinden und plant ein wenig Zeit bis zum Eventplatz ein.
  • Es gibt vor Ort (Im Wildtierpark-Haus) sanitäre Anlagen.
  • Das Gelände ist hügelig und im Wald gelegen.
  • Der Park ist aktuell 9 – 19 Uhr geöffnet
  • Eine Gastronomie ist vor Ort.

Was ist das für ein Stein?

Ich wurde auf meiner Reise auch vor Herausforderungen gestellt – die ich bis heute nicht lösen konnte. Es gibt im Solling einen Stein (am Rastplatz zum Hochsollingturm).

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Fast sieht es aus wie ein Grabstein, dann sind Runnen eingezeichnet und es steht Hakelbergstein drauf. Das Internet hat mir dazu nicht wirklich eine zufriedenstellene Antwort gegegeben. Vielleicht gibts ja unter euch einen Experten? Ich würde der ganzen Sache gerne auf den Grund gehen.

Wie komme ich ins Weserbergland?

Wir waren mit dem Auto unterwegs. Und ja, ich würde behaupten das es sicherlich die einfachste und angenehmste Möglichkeit einer Reise durchs Weserbergland ist. Die Straßen sind gut ausgebaut, die Strecken wirklich traumhaft und an allen Sehenswürdigkeiten gab es ausreichend Parkplätze.

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Fahrrad und Bahn kann ich eher bedingt empfehlen. Aus dem Rheinland fahrt ihr am besten die A1 und dann die A44 bis Warburg. Von dort aus kommt ihr gut in den Nationalpark Solling und könnt auch vieles im Weserbergland entdecken.

Was haben andere Blogger über das Weserbergland geschrieben?

Über das Weserbergland gibt es auch auf anderen Blogs so einiges zu entdecken. Ein paar Inspirationen will ich euch natürlich nicht vorenthalten:

Diese Reise wurde selbst bezahlt.

Janett
Janett

Hallo, ich bin Janett, die Gründerin des Blogs Teilzeitreisender.de
Schon immer war ich ein sehr großer Fan von Kurzreisen. Neben einer Teilzeitstelle an der Uni Düsseldorf pflege und hege ich deshalb dieses Projekt - und habe dafür schon das eine oder andere Abenteuer erlebt.

Mehr über mich erfahrt ihr unter der Rubrik Persönliches

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