Schleswig - Holstein

Ein Tag in Lübeck: Highlights von Gestern und Heute

Bei jedem Besuch in Lübeck fällt mir ein spannender Gegensatz auf, den ich aus meiner westfälischen Heimat nicht kenne und der mich auf Reisen stets aufs Neue fasziniert: Das Aufeinander-treffen und sich Verweben einer modernen kleinen Großstadt mit dem omnipräsenten Erbe und den prächtigen baulichen Spuren einer für heutige Maßstäbe winzigen mittelalterlichen Stadt. Ähnlich wie in Trier, Nürnberg oder Hamburg gibt es hier eine Vielzahl wunderschöner alter Gebäude.

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Lübeck kompakt

Aber in Lübeck drängt sich alles auf viel kleinerem Raum: Die Stadt liegt auf einer Flussinsel (früher Halbinsel) und konnte lange nicht aus seinen natürlichen Grenzen herauswachsen. Bis in die Neuzeit ballte sich so alles auf einem Gebiet von nicht einmal zwei Kilometern Länge.

 Die Geschichte von Lübeck

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Lübeck ist eine Stadt mit bewegter Geschichte: Ursprünglich als slawische Gründung entstanden wurde Liubice („die Liebliche“) zweimal neu aufgebaut und trat ab dem 12. Jahrhundert in eine Phase rasanter Entwicklung ein, die es zur Handelsmacht und eine der bedeutendsten Städte des Reiches werden ließ, zum Zentrum des norddeutschen Handelsverbundes der Hanse. Nach Zerfall des Reiches in den napoleonischen Kriegen wurde Lübeck völkerrechtlich souverän und blieb es bis zur Gründung des Deutschen Reiches.

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten

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Und so bietet die Stadt der Sieben Türme wunderschöne, prächtige Bauten auf kleinem Gebiet. Besonders bekannt sind die fünf großen Kirchen (mit zusammen sieben Türmen) der Innenstadt, neben dem Dom die Marienkirche als Kirche der Kaufleute, die Seefahrer-Kirche St. Jacobi, die Kirche der Fischer St. Petri und diejenige der Handwerker, St. Aegidien.

Das Tor vom 50 Mark – Schein

Doch die berühmte Backsteingotik der Hansestadt findet sich auch sonst überall: Das Holstentor kennen wir alle noch vom alten 50-Mark-Schein, weniger bekannt aber umso wuchtiger ist ein weiteres Stadttor, das Burgtor.

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Wen das Wetter einmal nicht so gut ist, lohnt sich ein Ausflug „in das Holstentor“. Dort erfahrt ihr nicht nur etwas darüber, warum man im 18ten Jahrhundert stolz 150 % mehr Zoll bezahlte, sobald man Schuhe an den Füßen trug. Auf drei Etagen geht es auf eine Zeitreise in die Vergangenheit von Lübeck.

Falls ihr die Möglichkeit habt, schließt euch auf jeden Fall einer Führung an – hier werdet ihr nicht nur einmal noch unbekannte Fakten über die Hansestadt erfahren.

Das Lübecker Rathaus

Lübeck hat eines der schönsten Rathäuser Deutschlands. Nicht nur von außen solltet ihr ein Auge darauf werfen, auch die Räumlichkeiten innen sind sehr spannend und sehenswert. Während ihr das äußere Gewand und den Ratskeller auch am Sonntag sehen könnt, sind die Führungen im Rathaus nur unter der Woche möglich. Eine Anmeldung lohnt sich!

Das Abbild der Lübecker Altstadt und im Hintergrund das Rathaus

Die Eroberung der „sieben Türme“

Die gotischen Kirchtürme von St. Jakobi, St. Marien, St. Petri, St. Aegidien und dem Lübecker Dom bilden die „Sieben Türme von Lübeck“, die das Bild der Hansestadt seit dem Mittelalter prägten (bis Mitte des 19ten Jahrhunderts waren es sogar 8 Türme). Die Stadt wurde im zweiten Weltkrieg nur einmal, allerdings auch äußerst heftig bombardiert. So ist einiges an historischer Bausubstanz verloren gegangen, das meiste jedoch bis heute erhalten geblieben. Auch die Türme der Kirchen brannten, konnten jedoch wieder aufgebaut werden.

Einen tollen Blick über die Stadt erhaltet ihr übrigens vom Dach der St. Petri Kirche. Keine Sorge – die Treppen nach oben müsst ihr nicht laufen, es gibt einen Aufzug, der euch auf über 50 Meter bringt. Von hier oben könnt ihr sehr gut in alle Himmelsrichtungen schauen und das eine oder andere eindrucksvolle Bild von Lübeck machen. Wenn ihr danach Hunger habt – unter der Woche gibt es in der ehemaligen Kirche auch ein kleines Café.

Übrigens: Wegen den tollen Kirchtürmen wurde Lübeck vor 30 Jahren die erste nordeuropäische Altstadt, die mit weit über 1000 Gebäuden als Ganzes zum Weltkulturerbe erklärt wurde, als exemplarische mittelalterliche Stadt, für seine einprägsame Silhouette und vor allem für seine in ganzen Vierteln geschlossen erhalten gebliebene Bebauung. Und wenn ihr das nächste mal auf das Logo eurer Marmelade schaut  – auf dem Logo von Schwartau findet ihr eben diese 7 Türme von Lübeck ebenfalls.

Das süße Gold der Lübecker

Wer nach Lübeck fährt, kommt am Marzipan nicht vorbei. In der Stadt gibt sogar ein Marzipanmuseum und mehrere Hersteller des süßen Goldes, um dessen Entstehung sich viele Sagen ranken. Für Marzipangenuss müsst ihr auch nicht weit laufen, direkt neben dem Rathaus gibt es ein Cafe und die Marzipanwelt von Niederegger. Ein wenig Kleingeld solltet ihr dafür aber schon in der Tasche haben – günstig ist es nicht.

Fischgrätenmuster

Aber eigentlich ist die schönste Attraktion Lübecks der Stadtkörper als solcher. Wer hier durch die im Muster einer Fischgräte angelegten Gassen schlendert, dem eröffnen sich stets aufs Neue atemberaubende Blicke auf wunderschöne Kaufmannshäuser kleine Abzweigungen führen in die verwinkelte Welt der berühmten Lübecker Gänge, die die kleinteilige mittelalterliche Hinterbebauung erschließen. Und wer die Lübeck umgebenden Flüsse Trave oder Wakenitz kreuzt, den erwarten beeindruckende Blicke auf die Silhouette der Stadt von außen.

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Wir kommen immer wieder gerne hierher. Auch wenn wir die großen Sehenswürdigkeiten schon lange kennen, so entdecken wir doch jedes Mal ein neues hübsches Gässchen oder einen schmucken kleinen Hinterhof oder auch nur ein uns bisher unbekanntes kleines Restaurant, in dem sich die wunderschöne Bausubstanz auch von innen erschließt.

Das moderne Lübeck

Dem gegenüber steht das moderne Lübeck. Hier wurde die Kinokette Cinestar gegründet. Hier steht Deutschlands fünftgrößter Hafen, ein Kreuzfahrthafen und der größte deutsche Fährhafen. Und Lübeck hat auch aufgrund seiner auf Medizin und Informatik spezialisierte Universität eine große Medizintechnik-Wirtschaft mit dem TecDAX-Unternehmen Dräger oder auch dem Diagnostiker Euroimmun.

Lübeck hat vielleicht nicht viele „Graffitis“ – an cooler Streetart mangelt es aber selbst in der Altstadt nicht. Einfach mal genau hinschauen!

Wichtige HinweiseAnreiseÜbernachtungsempfehlungWeitere Inspirationen?
  • Der Eintritt für das Holstentor kostet 7 Euro. Das Museum ist nicht barrierefrei aber wirklich lohnenswert. 2 Stunden solltet ihr einplanen. Fotografien sind für private Nutzung erlaubt.
  • In der St. Petri Kirche gibt es neben der Aussichtsplattform (die übrigens schon von der Straße ausgeschrieben ist) auch eine Kunstausstellung im Kirchenraum und ein Cafe. Die Auffahrt kostet 3 Euro, es sind ein paar wenige Treppen zu überwinden, auch hier ist nur eingeschränkte Barrierefreiheit gegeben.
  • Zünftiges Essen und Lübecker Bier bekommt ihr in der Alfstraße – dort liegt das Brauberger zu Lübeck. Vor allem das Ambiente im Keller bei Kerzenschein hat schon was für sich.
  • Die Rathausführungen kosten 4 Euro und finden Mo-Sa in Lübeck statt. Mehr Infos findet ihr hier.
Lübeck ist mit dem Auto genauso gut wie mit dem Zug erreichbar und hat desweiteren ein gut funktionierendes öffentliches Nahverkehrsnetz. Der Bahnhof ist in gut einer Stunde von Hamburg aus erreichbar. Es gibt zwar auch einen Flughafen, dieser wird jedoch kaum frequentiert.
Das Park Inn liegt recht zentral und ist vom Bahnhof gut erreichbar. Ich hatte damals einen netten Ausblick (2012) und war auch sonst recht zufrieden. Wenn ihr mehr Nordseeluft schnuppern wollt, kann ich euch ebenfalls das Atlantic Grand Hotel in Travemünde empfehlen. Direkt am Strand und in Laufnähe zum nächsten Bahnhof ist es ideal für Bahnfahrer

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Janett

Hallo, ich bin Janett, die Gründerin des Blogs Teilzeitreisender.de
Schon immer war ich ein sehr großer Fan von Kurzreisen. Neben einer Teilzeitstelle an der Uni Düsseldorf pflege und hege ich deshalb dieses Projekt - und habe dafür schon das eine oder andere Abenteuer erlebt. Mehr über mich erfahrt ihr unter der Rubrik "Persönliches"

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