Bayern

Entspannt im Chiemsee-Alpenland – Auf der Suche nach dem Lieblingsplatzl

Was ist eigentlich ein Lieblingsplatzl?

Und habe ich schon einen oder mehrere?

Ist es ein Ort, an dem man einfach sitzt und in die Landschaft schaut oder einfach das Lieblingsrestaurant? Antworten auf diese Fragen gibt es sicher so viele, wie es Menschen auf der Welt gibt. Und auch mir fällt der eine oder andere Platz an, an den in immer wieder gern zurückkehre. Heute mache ich mich erstmal auf an den Chiemsee um vielleicht dort noch ein weiteres Lieblingsplatzl zu finden.

Bummeln und Genießen

Schon nach ein paar Minuten in der Rosenheimer Innenstadt wird mir klar, dass ich mich in einem echten Einkaufsparadies befinde. Zwischen dem Hauptbahnhof und dem Städtischen Museum – das übrigens in einem wunderschönen historischen Gebäude untergebracht ist – gibt es alles was das Shopping-Herz begehrt. Rund um den Max-Josefs-Platz laden unzählige Cafés und Restaurants zum Verschnaufen und Verweilen ein.

Auf den Spuren der Rosenheimcops

Während des Rundgangs begegnet mir die Frage, wer eigentlich der Hauptdarsteller der bekannten Fernsehserie Rosenheimcops ist. Film und Serien-Tourismus liegt ja schwer im Trend. Tatsächlich sind es nicht etwa die Schauspieler sondern die Kirche Sankt Nikolaus, die in der Serie die meisten Auftritte vorzuweisen hat. Überall in der Stadt finden sich unzählige weitere Schauplätze der Kriminalgeschichten rund um die Kommissare Hofer und Hansen.

Zeitreise im Mühlsteinbruch Hinterhör

Weiter geht es hinaus auf Land, genauer gesagt nach Neubeuern in den Ortsteil Hinterhör. Hier führt Herr Tremmel, der ehemalige Bürgermeister und heute Gästeführer mich und meine Mitreisenden zu einem ganz besonderen Ort.

Im Steinbruch mitten im Wald wurden zwischen dem 16. Und 19. Jahrhundert Mühlsteine abgebaut und von den Inn-Schiffern bis Passau oder sogar Wien transportiert. Beim Betrachten ist es kaum vorstellbar wie damals die Arbeiter die zentnerschweren Steine aus dem Fels hackten – wirklich eine beeindruckendes Naturdenkmal.

Schiffsleute – Wanderweg mit Wolfsschlucht

Weiter geht es auf den Spuren der Inn-Schiffer und weiter zum nächsten Geotop. Wir wandern durch die Wolfsschlucht an der Nordseite des Neubeurer Schlossbergs. Auch hier hatte der Mensch seine Hand im Spiel, denn die Schlucht entstand ebenfalls durch den Abbau von Material für Mühl- und Schleifsteine sowie für den Hausbau. Die beste Eigenschaft dieses Ortes ist die angenehm kühle Luft zwischen den 30 Meter hohen Wänden – eine Wohltat bei gut 30 Grad.

Neubeuern(er) Lieblingsplatzl

So langsam haben wir uns Kaffee und Kuchen redlich verdient und kehren dazu direkt am Neubeuerner Marktplatz dazu ein. Der Blick von unserem schattigen Plätzchen beim Hofwirt hinüber zu den kunstvoll bemalten Häusern ist das Sahnehäubchen dazu. Alles scheint perfekt und wir starten unseren Rundgang durch das hübsche Örtchen.

Ein halbnackter Mann mitten in der Stadt

Auf dem Marktplatz liegt ganz zentral ein Brunnen mit einem überraschender Rückansicht. Obenauf tront der Heilige Florian mit heruntergelassenen Lendenschurz und zeigt beim Blick in Richtung Schloss sein bloßes Hinterteil. Warum er dies tut weiß niemand. Dies ist auf jeden Fall ein überraschender Anblick im tiefsten Bayern und vis-a-vis zur Dorfkirche. Wir setzen unseren Rundgang fort und erfahren einiges über die Geschichte der Inn-Schiffer, die hier überall allgegenwärtig ist.

Wohnen und speisen wie im Kloster

Nach dem Rundgang durch das historische Neubeuern geht es für uns heute Abend in ein Hotel, das auf den ersten Blick auch aus alten Zeiten zu stammen scheint. Das San Gabriele in Rosenheim sieht aus wie ein altes Gemäuer – ist es aber nicht.

Bei näherem Hinsehen wird klar, dass es sich hier um ein modernes Gebäude mit aktuellem Hotelstandard handelt. Bis ins kleinste Detail wurde das Flair eines mittelalterlichen Klosters nachgebildet – bis hin zu meinem Einzelzimmer in der Größe einer Mönchszelle. Das moderne Bad mit allem, was braucht macht dann den Unterschied zu damals.

Zum Abendessen kehren wir im Ristorante Il Convento direkt im Hotel ein. Ich lasse mir meinen Anti-Pasti-Teller schmecken und gönne mir nach dem ereignisreichen Tag noch eine Erdbeer-Panna Cotta. Im Bett ziehen noch einmal die Bilder des schönen Tages an mir vorbei und ich schlafe in dieser Nacht trotz Wärme und sehr dicker Bettdecke recht gut in meiner kleinen Zelle.

Das Frühstücksbuffet am nächsten Morgen lässt kaum Wünsche offen. Da ich mich gerade eher Low-Carb und basisch ernähre, freue ich mich sehr über die große Auswahl an frischem Obst, Oliven, Tomate-Mozzarella und Kernen. Trotz des nicht zu verleugnenden Freizeitpark-Charmes hat das San Gabriele doch seinen Reiz.

Ohne geht es nicht – Ein Ausflug zur Herreninsel

Eine gute Stunde nach dem Frühstück stehen wir am Hafen von Prien am Chiemsee und warten auf das Schiff, das uns hinüber zur Herreninsel bringt. Wir sind ja weiterhin auf der Suche nach den absoluten Lieblingsplatzl. Vielleicht werde ich ja hier fündig?

Leider begrüßt uns die Lieblingsinsel von Märchenkönig Ludwig II. mit Dauerregen. Wir lassen uns davon jedoch nicht abhalten und folgen dem Tipp von Gästeführerin Helga Schömmer und laufen entgegengesetzt des Besucherstromes am Schiffsanleger rechts herum erst einmal an die nördliche Spitze der Herreninsel zur Seekapelle.

Auf dem Kreuzkapellenweg laufen wir weiter zum Augustiner Chorherrenstift, vorbei an der Koppel auf der ganz entspannt die Pferde grasen, die sonst die Touristen-Kutschen zum Schloss ziehen. Eigentlich sind wir nur wenige Schritte weg vom Trubel und hunderten Menschen, die heute trotz Mistwetter die Insel besuchen, und dennoch ist es angenehm ruhig hier.

Nach wenigen Minuten erreichen wir den Schlosspark. Hinter den hohen Hecken verbirgt sich zunächst noch das königliche Gemäuer doch dann taucht es vor uns auf. Wir stehen zwischen den perfekt gepflegten Blumen-Rabatten und Rasenflächen. Trotz des grauen Wetters ist es einfach schön hier. Es scheint, als würde gleich Ludwig in seiner Pferdekutsche um die Ecke biegen und sich ebenso an den Springbrunnen erfreuen wie wir es tun.

Ein Muss für alle Marzipan-Liebhaber – Die Fraueninsel

Wir setzen unsere Reise fort und fahren wenig später mit dem Schiff hinüber zur Fraueninsel. Für mich, jemand der vorher noch nie in dieser Gegend unterwegs war, ein echter Überraschungsmoment. Im Gegensatz zur Herreninsel ist diese nämlich bewohnt und entzückend heimelig und gemütlich.

Nach dem Mittagsessen beim Inselwirt erkunden wir die Umgebung. Alle Häuser haben hübsche Fassaden und gepflegten Gärten, überall blüht es. Kleine Läden bieten Dekorationsartikel und Töpferwaren an. Die Inselfischer bieten fangfrische und geräucherte Spezialitäten aus dem Chiemsee an. Mein absoluter Lieblingsplatzl ist allerdings der Klosterladen. Hier gibt es das berühmte Marzipan, das die Nonnen der Insel selbst herstellen.

Auszeit im Hotel Tatzlwurm

Es geht zurück mit dem Schiff aufs Festland. Nach so vielen Stunden auf den Beinen wird es nun mal Zeit für Entspannung. Ich freue mich schon riesig auf ein bissl Sauna, aufs herumliegen und köstliches Essen. Alles das finden wir im Hotel Feuriger Tatzlwurm in Oberaudorf. Gut 40 Kilometer vom Chiemsee entfernt taucht man hier schon mitten in die Bergwelt der Alpen ein. Der Ausblick aus meinem Zimmer ist herrlich: direkt vor mir liegt der hoteleigene Schwimmteich und dahinter das Bergpanorama.

Wohnen im Drachenreich

Meine schicke Juniorsuite mit offenem Bad und echtem Kuhfell vorm Bett genieße ich allerdings nur kurz, denn ich bin mega gespannt auf den Wellnessbereich. Hier soll es nämlich einen echten Strand geben – überdacht und mit Blick auf die Berge.

Und was soll ich sagen: Es stimmt! Nach einem ausgiebigen Saunagang, in dem sich meine Knochen und Muskeln wieder ein wenig aufwärmen und das Mistwetter von heute vergessen lassen, laufe ich barfuß durch den schneeweißen, feinen Sand und nehme in einer der Schaukelliegen Platz. Hier kann man es echt aushalten. Am liebsten würde ich garnicht mehr aufstehen. Doch auch der Magen verlangt nach ein wenig Wellness.

…und der Tatzlwurm passt auf, dass aufgegessen wird

Im Drachenstadl wartet nun das Abendessen auf uns – früher einmal ein Heuboden, heute eine wunderbar gemütliche bayerische Wirtschaft mit knisterndem Kaminfeuer. Der Zander mit gegrilltem Gemüse und Risotto ist absolut köstlich – ein Traum!

Ausflug ins ewige Eis auf dem Wendelstein

Ich habe herrlich geschlafen und auch das Frühstücksbuffet ließ keine meiner „Ich verzichte gerade auf Mehl und Zucker“-Wünsche offen. Naja, ich gebe zu, am leckeren Milchreis mit Apfelmus und dem leckeren Porridge kann ich nicht vorbei gehen. Das gibt es beides sonst ja auch praktisch nie im Hotel und eine kleine Sünde muss schon sein. Gut gestärkt starten wir anschließen unsere Heimreise und den Abstecher zum Wendelstein. Das Wetter ist heute leider wieder echt mies, sodass wir aus der Zahnradbahn heraus nichts als eine weiße Wand sehen.

Oben angekommen sieht es leider nicht viel besser aus. Das kleine Kirchle ist im Nebel verschwunden und die Aussicht ist gleich null. Viel besser ist es daher in der Höhle – und trockener. Wir starten unsere Tour zu höchsten Höhle Deutschlands und treffen gleich zu Beginn auf einen besonderen Ort.

In der Kältefalle liegt fast das ganze Jahr über Schnee. Da hier niemals Sonne hin scheint, hat es auch im Hochsommer fast immer unter null Grad. Wirklich spannend!

Wir erobern auch noch den restlichen frei begehbaren Teil der Höhle mit so wohlklingenden Namen wie „Dom“ und „Salamandergang“ und freuen uns dann auch schon auf etwas Warmes zu essen. Das Kartoffelgulasch im Wendelsteinhaus ist sehr lecker und wärmt auch von innen. Eine gute Basis für meine bevorstehende Heimreise. Sehr kurz war die Zeit hier im Chiemgau, aber so schön, dass ich auf jeden Fall wieder kommen werde.

Was ihr über die Region wissen solltet!

Wichtige HinweiseAnreiseÜbernachtungsempfehlungWeitere Inspirationen

Die Anreise (zum Beispiel nach Rosenheim) ist recht unkompliziert auch mit der Bahn möglich. Der Bahnhof liegt recht zentral und alle Lieblingsplatzl lassen sich gut erreichen. Ich war mit dem Auto unterwegs.

Ich habe gleich zwei Übernachtungsempfehlungen für euch.

Wenn ihr Lust auf eine Zeitreise und eine Nacht im Jahre 1510 habt, dann sei euch das Hotel San Gabriele in Rosenheim empfohlen. Ab 89,50 Euro könnt ihr hier im Einzelzimmer übernachten, das Frühstück gibt es für 10 Euro Aufpreis.

Ein bissl Wellness und Auszeit gefällig? Vielleicht passt dann das Berghotel Feuriger Tatzlwurm in Oberaudorf zu euch. Hier könnt ihr jederzeit einen kleinen Strandspaziergang machen – Wellness und richtig gutes Essen genießen und herrlich schlafen. Ab 89 Euro pro Person könnt ihr hier schlafen – die Suiten (ab 115 Euro) sind jedoch wirklich empfehlenswert! Im Preis sind übrigens ein paar wirklich spannende Inklusivleistungen enhalten!

Offenlegung: Wir wurden zu einer Pressereise von der Region Chiemsee-Alpenland

Schreib einen Kommentar

Hier kannst du einen Kommentar abgeben

Über den Blogger

Monique & Sven

Monique und Sven zog es früh von Thüringen aus hinaus in die Welt. Nach einer kurzen Begegnung der beiden im Jahr 2000 trennten sich ihr Wege. Sven ging zum Studium nach Stuttgart und Monique einige Jahre später nach Mittelfranken. Während sie an ihrem Reiseroman „Orlando“ schrieb, entdeckte er auf zahlreichen Reisen die Welt. Vor ein paar Jahren führte das Schicksal die beiden wieder zusammen und seit 2 Jahren sind Monique und Sven unser Team in Süddeutschland – immer zur Stelle, wenn es um Kulinarik und Genuss oder sportliche Themen geht. Sven ist eine der Sportskanonen unter den Teilzeitreisenden und für alles zu haben, was mit Mountainbiken, Klettern und Triathlon zu tun hat.