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Fremdsprachen lernen – gar nicht so einfach: Meine Überlebenstipps fürs Ausland

Ich und Fremdsprachen.

Das ist eine Geschichte voller Missverständnisse und Peinlichkeiten. Liebend gerne erzähle ich meine Geschichten von „False Friends“ – Wunderbar peinliche Denglisch-Fehler und Fettnäpfchen, in die ich mich immer wieder gerne setze. Wenn ich vorbereitet bin, kann ich auch souverän sprechen, aber wehe, wenn ich nervös werde oder müde bin. Dann wird aus dem Mobilephone schnell mal das Handy und aus dem Wifi schnell mal das Wlan.

londonbridge

Ich erfinde gerne eigene Sprachen

Werde ich bei meinen Eigenkreationen in Sachen Sprache ertappt ist mir das oft richtig peinlich. Und dann passiert es sehr häufig das ich erst richtig rot werde und dann ganz still. Wer mich kennt der weiß – höchst ungewöhnlich für mich. Doch was kann ich tun? Nun – erst mal wohl dem Problem auf den Grund gehen.

Fremdsprachen in der Schule

Ich wage es kaum zu sagen, ich habe in meiner Schulzeit knapp 8 Jahre Englisch, 4 Jahre Französisch und 2 Jahre Russisch-Unterricht gehabt.  Wenn jetzt einige von euch erstaunt aufschauen – nein, ich bin kein Sprachentalent. Ganz im Gegenteil. Ich bin ein potentieller „Sich in die Nesseln-Setzer“ in Sachen Sprache. In der achten Klasse wollte ich in Luxemburg etwas auf Französisch bestellen. Doof nur, wenn man wie ich nicht darauf eingestellt ist, dass das Gegenüber ja auch antwortet. Nach Russland bin ich vor knapp 10 Jahren mit sehr viel guter Hoffnung gefahren, das ich zumindest die Buchstaben erkennen können. Auch das hat wirklich mehr schlecht als Recht funktioniert. Und die Sache mit der Axt in Kreta ist wohl auch nur so aufregend gewesen weil wir einfach nicht wussten was auf uns zukommt. Gut 90 % dessen, was mir jemand in Englisch erzählt verstehe ich. Und gut 20 % in Französisch. Muss ich mich aber selbst verständigen, dann hapert es gewaltig. Schlimm, wenn man dann auch noch so ne Laberbacke ist, alles versteht und dennoch bei Reden ein Fettnäpfchen trifft. Wusstet ihr, dass ihr beim nochmaligen wiedersehen nicht „Nice to meet you“ sondern „Nice to See you!“ sagen müsstet?

In New York unterwegs

Meine Fremdsprachen – Überlebenstipps fürs Ausland

In 2018 war ich in Belgien, Holland, Frankreich, Portugal, Großbritannien und Luxemburg unterwegs. Das Jahr zuvor ganz alleine in New York. Um es gleich vorweg zu nehmen – in allen Ländern bis auf Luxemburg und Frankreich habe ich mich mit meinen Englischkenntnissen ganz gut fortbewegen können. Und ja, ich habe auch selbst kommuniziert. In Englisch. Ich habe immer den Weg gefunden und interessante Gespräche geführt. Genau das ist wichtig beim Sprachen lernen!

Nicht nur zuhören, sondern selbst aktiv die Sprache üben.

Mittlerweile kommunizier ich auch auf Arbeit mit einigen Kollegen auf Englisch und teile dann auch mit: „Bitte verbessert mich!“ Auch wenn ich im ersten Moment nicht immer happy über Korrekturen bin, im Endeffekt helfen sie mir beim Sprachenlernen voran zu kommen.

Stellt euch eurer Angst vor der fremden Sprache.

Ich kann das am besten, wenn ich allein in einer fremden Stadt bin. London, Newcastle, Bath und Bristol, New York, Chicago – Überall hab ich versucht meine Sprachbarrieren abzubauen – und zugegeben – mein Englisch wurde seitdem auch ein wenig sicherer. Zumindest wenn ich wach bin. Bin ich übermüdet, wird mein vorher so geordnetes Englisch etwas unverständlich. Aber durchgekommen bin ich damit immer noch. Und oft werde ich dann als das „Nice German Girl“ betitelt – für mich eine Rückmeldung das ich ja doch mit dieser Art immer gut ankomme. By the way – Britten und auch Amerikaner sagen immer: Tja ich kann auch kein Deutsch und schau wie viel du kannst. Das motiviert mich auch dran zu bleiben, auch wenn ich manchmal etwas scheu bin.

Wenn ihr Worte nicht wisst umschreibt sie!

Den Rat meiner früheren Englischlehrerin befolge ich noch heute. Denn obwohl ich meinen Wortschatz für ausreichend erachte – manchmal wollen mir Vokabeln (und seien sie noch so einfach) nicht einfallen. Der Versuch eine einfache Sache kompliziert zu umschreiben hat bisher immer irgendwie funktioniert – aber natürlich arbeite ich dran meinen Vokabelschatz auch stetig abrufen zu können.  Mein größeres Problem sind tatsächlich die Zeitformen. Aber auch das – da bin ich mir ganz sicher – werde ich irgendwan hinbekommen. Aktuell plane ich einen Bildungsurlaub für 2019 ein. Mit dem Schwerpunkt Sprachen. Falls ihr da gute Tipps habt, nur her damit!

Lasst euch eine Stadt von Greetern zeigen

Ihr seit in einer Stadt wie New York, Chicago oder London unterwegs? Dann gibt es eine spannende und lehrreiche Art um Sprachen lernen zu verbinden. Such dir einen Greeter! Das sind einheimische, die dir vollkommen kostenlos einen kleinen Blick auf ihre Stadt zeigen. Ich habe so etwas schon in Chicago, Hamburg, Rotterdam und Wien ausprobiert und bin wirklich immer wieder begeistert. Umgekehrt klappt das natürlich auch super – auch wenn ihr noch nicht in einem Greeternetzwerk seit. Vor ein paar Jahren habe ich Freunden meines Bruders, die aus der USA zu Besuch waren, die kleine Stadt Zons gezeigt. Das ganze auf Englisch. Übrigens ist das oft ein Grund für Greeter das zu machen. Fremdsprachen zu verbessern und in Austausch mit Menschen aus aller Welt zu kommen ist nicht nur mir ein wichtiges Bedürfnis.

Hört Radio, schaut Fernsehen und lest Nachrichten in Fremdsprache

Ich habe früher immer alles vermieden, was mich mehr als nötig mit einer anderen Sprache konfrontiert. Einen spannenden Effekt entdecke ich seit mehr als einem Jahr – und der hat auch irgendwie was mit Fremdsprachen zu tun. Mein Freund hört gerne Studio Brüssel. Der Musik wegen. Für mich spannend ist jedoch das ich allein durchs zuhören immer mehr Niederländisch verstehe. Auch auf Niederländischen und Belgischen Internetseiten finde ich mich mittlerweile ganz gut zurecht. Auch das Anschauen von Filmen auf Englisch hat mir früher immer Angst gemacht (vor allem nach einer traumatischen Erfahrung im Studium mit Bridget Jones – hab den ganzen Film über nur Fuck gehört ;)). Mittlerweile – und mit Hilfe eines Untertitels bekomme ich das ganz gut hin und lerne unterbewusst mit. Vermeidungstaktik ist einfach – bringt aber nicht wirklich weiter!

Gebärdensprache

Notfalls geht es mit Händen und Füßen

Ihr könnt eine Sprache gar nicht? Ich kann euch aus eigener Erfahrung sagen  – mir ein paar Englischkenntnissen und mit Händen und Füßen kommt man viel weiter als man denkt. In Dubai und auch auf Kreta habe ich mich so sehr gut verständigen können. Und sind wir doch mal ganz ehrlich – die meisten (ehrlichen) Mitmenschen helfen gerne weiter – ob sie nun eine Sprache verstehen oder nicht. Denn ob jemand Hunger hat oder ein Klo sucht, ob jemand vielleicht mitgenommen werden will oder einfach nur den Weg nicht findet, dass sieht man, ob man die Sprache kennt oder nicht.

Spannende Lektüre zum Thema gefällig?

Meine Freundin Elli ist ein wares Sprachentalent. Mittlerweile kann sie sieben Sprachen – und nicht nur einfach so – auf Portugisisch hat sie schon auf einer Konferenz gesprochen und Italienisch hat sie sich in gerade einmal zwei Wochen beigebracht. Demnächst erscheint ihr wirklich hilfreiches Ebook zum Thema Sprachen lernen, was ihr euch auf jeden fall herunterladen solltet.

Sehr hilfreich fand ich auch das Buch Queenig & Spleenig?!*(Amazonlink) von Nina Puri. Das Buch ist schon etwas älter, ist jedoch sehr gut zu lesen und bringt in lustigen Annekdoten ein wenig näher, wie die Engländer so ticken.

Wie kommt ihr im Ausland mit Sprachen zurecht?

Jetzt hab ich euch eines meiner Geheimnisse offengelegt und will natürlich wissen, wie es euch so ergeht in Sachen Sprachen. Seid ihr Naturtalente oder habt ihr noch weitere Überlebenstipps? Ich freu mich auf eure Kommentare!

 

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Über den Blogger

Janett

Hallo, ich bin Janett, die Gründerin des Blogs Teilzeitreisender.de
Schon immer war ich ein sehr großer Fan von Kurzreisen. Neben einer Teilzeitstelle an der Uni Düsseldorf pflege und hege ich deshalb dieses Projekt - und habe dafür schon das eine oder andere Abenteuer erlebt. Mehr über mich erfahrt ihr unter der Rubrik "Persönliches"