Hiddensee – Von Ruhe, der Milchstrasse und zwei Leuchtürmen

Ich will zurück. Und zwar bald. Wenn es einen Ort auf dieser Welt gibt, auf dem ich absolut zur Ruhe kommen kann, dann ist es Hiddensee. Die „kleine“ Schwester von Rügen ist für mich der Inbegriff von Entspannung, und das ganze ohne viel Wellness und mit recht viel Laufkraft.

Hiddensee
Sonnenuntergang auf dem Weg nach Vitte (am Strand entlang)

Als Gast kommt man mit dem Schiff hierüber. Eigentlich brauch man gar kein Auto, denn sowohl via Stralsund als auch via Schapprode kann man mit der Bahn und den öffentlichen Verkehrsbetrieben erreichen. Eine Überfahrt kostet so um die 18 Euro und dauert meist so eine Stunde. Die ist vor allem in Winter bei Eis ein richtiges Highlight.

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Am Hafen Schapprode (das ist aber nicht das Passagierschiff..)

Hiddensee ist Autofrei. Nun ja; nicht ganz; es gibt einen Bus. Und auch ein paar andere wenige Autos, die man aber nur für „Handwerksarbeiten“ auf der Insel hat. In den Sommermonaten wird die Insel häufig von zahlreichen Radfahrern bevölkert, im Winter jedoch hat man die Straßen für sich allein. Aber gut, was heißt hier Straßen. In meiner Erinnerung haben einige der Wege noch in „Ostmanier“ aus einzelnen Betonblocks bestanden. Warum auch sollte man das ausbessern? Autos sind hier Mangelware.

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Ein wenig Ostalgie

Bis auf eine Radeltour haben wir Hiddensee immer nur per Pedes erforscht. Und bisher hatten wir auch im Bezug auf das Wetter (Oktober und Dezember) immer viel Glück – zwar liegt die Insel oft im Nebel, aber Regen gab es hier wenig….

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Vor allem in der Vorweihnachtszeit sind die Unterkünfte recht günstig und die Insel entspannend leer. Als Unterkunft können wir euch das Hotel Enddorn in Grieben oder das Appartement „AM BODDEN 1“ in Vitte empfehlen.

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Blick vom Hotel Enddorn auf die Bodden

Das Hotel Enddorn blieb mir vor allem wegen seiner Nähe zum Bodden – und damit zum Wasser – und mit einem beeindruckenden Blick auf die Milchstrasse in Erinnerung. Nie zuvor habe ich die Sterne so klar gesehen wie an diesen milden Oktober-Tagen in Grieben. Da das Hotel etwas abseits von Kloster und schon fast auf dem „Berg“ liegt, ist es empfehlenswert, bei Wanderungen eine Taschenlampe mitzunehmen. Hier wird es so dunkel, dass man die Hand vor Augen nicht sieht.

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Eine Unterkunft in Vitte ist vor allem in den Wintermonaten praktisch, da es im Ort einen Supermarkt und vor allem den am häufigsten angefahrenen Hafen gibt. 

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Verhungert wird man auf der Insel jedoch nicht, denn es gibt viele Restaurant-Highlights. Unbedingt besuchen müsst ihr das Gasthaus zum Enddorn in Grieben. Super leckere Suppen, frisch gefangener Fisch und ein echt kultiges Ambiente. Nach der Ankunft mit der Fähre kann man auch gut in Vitte am Hafen speisen. Ich habe in der Fischgaststätte Rennhack einen super leckeren Hering mit Bratkartoffeln gegessen… Soo lecker. Ebenfalls ganz kultig und ganz in der Nähe der Vitter Unterkunft ist das Hiddenseer. Preislich ein klein wenig teurer, aber nicht minder leckerer…

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Unser wichtigster Begleiter auf der Insel war jedoch ein Wägelchen. So eines, was früher einmal die Omas durch die Ortschaften zogen. Super um Einkäufe zu transportieren oder um das Gepäck „nach Haus“ zu bringen. Wer will kann sich bei einigen Destinationen auch von der Kutsche fahren lassen (das Taxi der Insel). Allgemein ist das Thema Pferd auf der Insel sehr beliebt. Zumindest hab ich einige Reiter, Pferdeäpfel und einen Reitstall in Kloster gefunden.

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In Kloster gibt es übrigens eine nette kleine Inselkirche und einige Kreativateliers. Uns hat es aber den Weg hinauf zum Dornbusch gezogen. Von dort aus kann man super die letzten paar Meter bis zum Schluckswiekberg laufen, auf dem der Hiddenseer „Leuchtturm Dornbusch“ steht. Wenn man Glück hat, kann man diesen auch besichtigen (Kostenpunkt: ca. 3 Euro) . Und hat von oben bei klaren Wetter einen Blick über die gesamte Insel bis hin nach Stralsund.

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Der Leuchturm bei guten Wetter
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Und von nahen bei nicht so gutem Wetter

Den Rückweg sind wir über die Wanderwege entlang des Kliffs gegangen, dort gibt es einen genialen Blick hinunter zur Ostsee. Vorbei an zahlreichen Sanddorn-Sträuchern gelangten wir am Ende der Kliffs auch noch an eine Naturschutzzone „Enddorn“ – ideal zum Vögel-Beobachten und Steintürme bauen.

In den Morgenstunden empfehlen wir eine Tour nach Neuendorf. Ich würde es mal als das „Neubaugebiet“ auf Hiddensee beschreiben, weil die Häuser doch alle recht „modern“ wirken. Die könnt ihr aber getrost links liegen lassen und den Weg zum Strand wagen. Am Strand entlang lässt es sich wunderbar bis zum anderen Leuchtfeuer der Insel wandern, in den Morgenstunden (des Winters) liegt die Umgebung noch wunderschön im Nebel.

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Auf dem Rückweg sahen wir viele nach Bernstein in den angeschwemmten Algen suchen… Uns war es dazu zu kalt. Aber vielleicht habt ihr ja Glück ?

 

Janett
Janett

Hallo, ich bin Janett, die Gründerin des Blogs Teilzeitreisender.de
Schon immer war ich ein sehr großer Fan von Kurzreisen. Neben einer Teilzeitstelle an der Uni Düsseldorf pflege und hege ich deshalb dieses Projekt - und habe dafür schon das eine oder andere Abenteuer erlebt.

Mehr über mich erfahrt ihr unter der Rubrik Persönliches

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