Kitchen Party in der Kitchen 12 – Kochkurs mal anders in Graz

Kitchen Party in der Kitchen 12 – Kochkurs mal anders in Graz

Eine Reise in die Genusshauptstadt Europas – das klingt schon mal  nach kulinarischen Köstlichkeiten und Gelegenheiten zum Schlemmen auf Schritt und Tritt. Genau das richtige für mich! Also auf nach Graz, die Landeshauptstadt der Steiermark. Das waren dann auch schon die einzigen Infos, die ich hatte. Ich wollte mich überraschen lassen: von Österreich, der Steiermark und der wunderschönen Stadt mit fast schon mediterranem Flair.

Graz empfing uns mit herrlichstem Wetter. Die Sonne strahlte mit voller Kraft und das Thermometer stand bei rund 30 Grad,  was sich eindeutig mehr nach Sommer anfühlte als die 16 Grad bei unserer Abreise in Düsseldorf.

Um ihrem Titel „Genusshauptstadt“ gerecht zu werden stand zur Beginn unseres Besuches gleich ein Kochkurs auf dem Plan. Sowas wollte ich schon immer mal machen, dachte ich mir. Meine Fähigkeiten in der Küche sind zwar ganz passabel, doch in lern gern noch was dazu. Am besten vom Profi.

Der Profi heißt in diesem Fall Ferdinand und ist Inhaber der Kitchen 12. Gemeinsam mit seiner Gastköchin Gisi und 7 Hobbyköchen sollte an diesem Abend ein 4-Gänge-Menü entstehen, das so auch im Restaurant serviert werden könnte. Na, mal sehen…

Die Speisekarte las sich jedenfalls wie eine echte Herausforderung für uns Nicht-Profis:

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Bähm. Das sitzt! Zum Glück sind 2 dabei, die wissen wie es geht. Und vor allem war ich als Nicht-Österreicher froh, dass genug Einheimische da waren, die mir die Speisekarte zuerst einmal übersetzt haben. Naja, ganz so wild war es dann doch nicht und die einzige wirklich entscheidende Information war: Paradeiser sind Tomaten, die in Erde gewachsen sind und deshalb Geschmack haben.

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Der Kitchen Party-Abend startete mit schnibbeln. Nach dem Verteilen der Gute-Laune-Schürzen und einer kurzen Einführung  wurden die Gerichte den einzelnen Köchen zugelost. Ich landete zusammen mit Janett in Gruppe „Hendl“ und durfte mich somit am Hauptgericht verwirklichen. Also ran ans Gemüse und an die Hendl-Brüste.  Nach fachkundiger Anweisung von Gisi zerteilte ich Rote Beete inklusive der Stengel und kleine Paradeiser(!) und raspelte kunterbunte Karotten. Natürlich wanderte das ein oder andere Rest-Stück in den Mund. War sogar erlaubt – zum Schutz der Finger! Sobald die Hendl angebraten, mit Frischkäse gefüllt und zusammen mit der Roten Beete im Ofen verschwunden waren, konnten wir auch schon die Vorspeise probieren.

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Der Steirer Tartar kam auf einem kleinen Stück Brot („Brötchen“ wie man in Graz sagt), der San Daniele Lolly entpuppte sich als eine mit San Daniele Schinken umwickelte Feige gekrönt von einer Mini-Paradeiser(!) und in der vietnamesischen Frühlingsrolle fand sich allerlei knackiges Gemüse, das in die Sojasauce gedippt nochmal extra Pepp bekam. Und eines hatten alle drei Fingerfood-Variationen gemeinsam: sie waren irre lecker!

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Doch halt! „Lecker“ ist ein böses Wort in Österreich. Wie ich lernte, erkennt man daran sofort die „Zugezogenen“. Der Österreicher sagt „fein“ oder „köstlich“. Ok, werd ich mir merken. Ich hab ja noch 3 Gänge zum Üben vor mir.

Zurück am Herd wanderten die geraspelten Karotten und die Paradeiser in den Topf, auf dass sie zu einer köstlichen Sauce verschmelzen. Dank der Übersicht und Erfahrung der 2 Profiköche Ferdinand und Gisi konnten wir „Schüler“ uns auch mal von den phantastischen Fotomotiven ablenken lassen, ohne dass irgendwo die Gefahr des Anbrennens drohte.

Rucki Zucki stand auch schon Gang 2 auf dem liebevoll dekorierten Tisch. Zucchini, Frühlingszwiebeln, bunte Paprika und Shitake Pilze verbanden sich mit wunderbar süßen Litschis und asiatischen Eiernudeln. Es war ein Gedicht – und eine Herausforderung für alle, die nicht so darin geübt waren, mit Stäbchen zu essen. Doch verhungern musste niemand, denn zum Glück lagen Gabeln und Löffel in Reichweite. Natürlich gab es auch zu diesem Gang wieder ein leckeres Getränk – diesmal ohne Alkohol. Schon seit vielen Jahren liebe ich Kombucha und an diesem Wochenende bekam ich soviel ich wollte und so oft ich wollte. Doch das ist eine andere Geschichte.

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Die Stimmung war trotz (oder gerade wegen) des gesunden Begleitgetränks zum 2. Gang ausgelassen und fröhlich. Erste völkerverständigende Maßnahmen wurden getroffen. Das war dann der Moment als begonnen wurde uns nur knapp unterzähligen Deutschen die österreichischen Sprachkenntnisse aufzufrischen. Da sieht man es mal wieder: Reisen bildet!

Gang Nr. 3 war dann endlich die große Stunde von Janett und mir. Mit Unterstützung von Profi Gisi richteten wir unsere geschmorten & gefüllten Sulmtalerhendlbrüste mit Paradeis-Karottensauce & Parmesangriesknöderl auf den Tellern an. Ich stellte fest: Mit ein paar Tricks und Kniffen kann jeder Teller wie im Sternerestaurant aussehen. Doch nicht nur dass Aussehen ist entscheidend, sondern auch der Geschmack. Und der war… WOW!!!

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Ich war bisher nie ein Fan von Roter Beete gewesen und als Gisi auch noch ordentlich Kümmel drüber gestreut hatte war ich wirklich skeptisch. Für mich war dies keine Kombination, die ich zu Hause ausprobiert hätte. Doch wie als zu oft im Leben, lohnt sich unbekanntes Terrain zu betreten. Die Beilage war also schon mal perfekt. Und die Hähnchenbrust? Von Offenbarung zu sprechen ist vielleicht etwas übertrieben, doch was man aus Geflügel, ein paar Basilikumblättern und Kräuterfrischkäse zaubern kann kommt dem schon sehr nahe. Damit war für mich auch eindeutig wieder einmal bewiesen, dass die einfachen Gerichte die leckersten (sorry liebe Österreicher…) sind.

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Den Abschluss dieses wunderbaren Abends bildeten schließlich die Schokopalatschinken mit frischen Früchten & Sauerrahmsemifreddo. Wer sich wie ich fragt, was das mit dem Sauerrahm denn ist… Chefkoch Ferdinand erklärte Semifreddo folgendermaßen: „Wenn die Zeit nicht ausreicht, dass das Eis richtig durchfriert, dann heißt es halt Semifreddo.“  OK – Hauptsache LECKER!

Was ihr wissen solltet:

  • Wenn ihr euch selbst einmal an einem Kochkurs im Kitchen 12 versuchen wollt, ab 85 Euro könnt ihr euch in Graz an der Völkerverständigung oder an interessanten steirischen Rezepten versuchen.
  • Das Kitchen 12 befindet sich am Kaiser-Josef-Platz 3 in Graz.

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Offenlegung: Wir wurden von Graz Tourismus eingeladen, anlässlich der “Langen Tafel der Genusshauptstadt” die Kulinarik und den Lebenstil in Graz zu erleben. Alle Meinungen und Erlebnisse sind meine eigenen.

Monique
Monique

Monique zog es früh von Thüringen aus hinaus in die Welt. Als Kulinarik-Expertin im Team von Teilzeitreisender.de präsentiert sie uns besondere Highlights rund um die Welt!

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