Die Schönheit(en) von Mallorca

Die Schönheit(en) von Mallorca

Wie ist es, wenn die eigenen Eltern ein Haus auf der bekanntesten Ferieninsel der Deutschen kaufen? Wie fühlt es sich an, wenn man hier quasi heimisch ist? Laura, deren Blog “Fundort” erst vor ein paar Wochen gestartet ist, nimmt euch gerne mit auf ihre ganz eigene Mallorca Reise. 

Die Luft riecht nach Eukalyptus. Nach einem Hauch von Urlaub und ich kann das Salz des
Meeres auf meiner Zunge schmecken. Ich halte meinen Kopf aus dem Autofenster, spüre
den Fahrtwind auf meinem Gesicht und die letzten Sonnenstrahlen die sich langsam von
einem langen Tag verabschieden. Sie haben an Intensität verloren, wärmen einem nur
noch den Rücken ohne anhaltende Schweißausbrüche zu verursachen.

Mallorca 5

Ich mag diese Tageszeit, um die Insel zu erkunden. Die meisten Touristen sind dann schon wieder auf dem Nachhauseweg. Müde, von einem langen Tag, erschlagen vom ersten Sonnenstich, auf dem Weg das Essen im Hotel noch zu erwischen.

Deia

Wir passieren das Ortsschild des kleinen Bergdörfchens und stellen uns auf den von
Orangenbäumen gesäumten Parkplatz. Er ist klein und zierlich, wie der ganze Ort. Als ich
das Auto verlasse weiß mein Herz, dass es Zuhause ist. Mallorca ist meine zweite Hälfte.
Mein zweites Zuhause, seit meine Eltern zwei Jahre nach meiner Geburt hier ein Haus
kauften und ich fortan sämtliche Ferien in der Sonne Spaniens verbrachte. Über all die Orte, Landschaften und Strände auf der Insel habe ich mir nie Gedanken gemacht.

All das gehört ganz selbstverständlich für mich dorthin wo es ist, zu meinem
Alltag wenn mich die Sehnsucht, nach Spanien mal wieder für sechs Wochen oder einfach
nur 5 Tage, auf die Insel ruft. Ich habe mir nie Gedanken darüber gemacht, ob dies
besonderes Orte für Geheimtipps sind oder ausgerechnet diese wenigen Flecken die mich
jedes Jahr aufs Neue locken ohnehin jedem Touristen bekannt sind. Und dennoch möchte
ich euch eben diese beiden Orte besonders ans Herz legen, Deia und Valldemossa. Orte,
die ich jedem meiner Freunde empfehlen würde und auch nicht müde werde sie persönlich
immer wieder aufs neue mit einer Leidenschaft zu präsentieren, als würde ich sie selbst
das erste Mal entdecken.

Zu finden sind die beiden Ortschaften im Westen der Insel, entlang der Ma-10. Schon
allein die Straße ist ein absolutes muss und mit ein Grund, wieso ich immer wieder diese
Seite der Insel ansteuere. Direkt am Meer entlang hat man einen weitläufigen Ausblick auf
die Küstenlandschaft Mallorca, mit vereinzelten Dörfchen und den Bergen. Fährt man die
Straße am Abend entlang statt Tagsüber erhascht man auch noch einen Ausblick auf
einem malerischen Sonnenuntergang.

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Durch Deia führt eine einzige Straße. Innerhalb von fünf Minuten fährt man in das Dorf ein und am anderen Ende wieder hinaus. Die Häuser klammern sich aneinander als würden sie nur gemeinsam der Schwerkraft trotzen und allein gelassen den Berg hinunter fallen.

Auf den ersten Blick wirkt das Dorf schön, aber nicht sehenswert. Ich weiß nicht wie oft ich einfach hindurch gefahren bin der Meinung, ein einfacher Blick würde reichen und mir bereits die schönsten Ecke des spanischen Dorfes verraten.

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Bis ich eines Tages ausstieg bin und es seitdem jedes Jahr aufs neue tue. Die vielen
Steinhäuser mit ihren bunten Blumenkästchen davor. Das Ehepaar welches oben an der
Kirche selbst gemachte Zitronenlimonade verkauft. Bei einem Becherchen mit der herrlich
erfrischenden Flüssigkeit sich auf die Steinmauer zu setzen, die Beine in der Luft
baumelnd und den Blick über die Berge schweifen zu lassen. Bei der alten Dame im
Hinterhof ein Glas selbstgemachte Orangenmarmelade für die Liebsten Zuhause kaufen.
Letzten Sommer lockte es mich das erste Mal in das Café an der Straße, welches man
durch eine Steintreppe an der Außenseite erreicht.

Man sitzt in einem gemütlichen Hof, geschützt von einem Dach aus Blättern. Die Bedienung ist freundlich, die Preise nicht teurer als überall anders auf der Insel. Begleitet vom Stimmengewirr einiger Einheimischer und den wenigen Touristen die es zu der späten Stunde noch hier her verschlagen hat, genießen wir unsere Erfrischung.

Ein persönlicher Geheimtipp, den ich sehr gerne an jeden weitergebe, den es doch einmal dorthin verschlägt. Genießt ein bisschen Idylle bevor es weitergeht, schließt ein bisschen die Augen und hängt euren Gedanken nach. Wir steigen in unser Auto und setzen die Tour fort, auf die nächste Station freue ich mich genauso wie über die eben besichtigte.

Valldemossa.

Mit den vielen kleinen Ständen direkt an der Hauptstraße drängt einen nicht viel ins Innere
des Städchens. Eben kurz das Auto abstellen, noch schnell einen Cortado trinken und
eine kleine Shoppingtour durch die Stände mit Schmuck, Tüchern und dem ein oder
anderem Marken Kleidungsstück. Und dann, weiter bevor es zu dunkel für die Rückfahrt
wird.

Mallorca6
Aber ich sage, nehmt euch die Zeit und schlendert doch einmal durch die vielen, kleinen
Gässchen. Trinkt den Cappuccino nicht gleich im erste besten Café, das einladend lockt.
Am Ende der kleinen Straße Carrer Ctra. Vella setze ich meinen Weg nach links fort in die
Via Blanquerna bis ich am Café „Ca’n Molinas“ stehe. Wir durchqueren dieses bis wir auf
einem Innenhof ankommen. Unter Orangenbäumen, welche herrlich reife Früchte tragen,
lassen wir uns auf Korbstühlen nieder. Unter unseren Füßen knirscht der Kies. Hier sollte
man seinen Cortado trinken, begleitet vom Singsang der spanischen Sprache, von der
Freundlichkeit der Menschen. Danach sollte man noch ein bisschen herumschlendern.
Das Herz für die vielen Kleinigkeiten öffnen, die einem stets auf dem Weg begegnen und
so manch einer schon gar nicht mehr wahrnimmt.

Mallorca 8
Wenn man mir sagt, dass man nicht nach Mallorca möchte, weil der Ballermann nichts
mehr für einen sei, werde ich traurig. Wer mir sagt, dass Mallorca nichts zu bieten hat und
man doch lieber die schönen Ecke von Spanien kennenlernen möchte, der hat diese Insel
noch nie wirklich erlebt. Der hat sich noch nie wirklich auf diese Insel eingelassen.
Ich habe das. Seit meinem ersten Lebensjahr und tue es jedes Jahr, immer wieder auf
Neue. Wer weiß, vielleicht konnte ich in dem ein oder andern von euch ja auch ein
bisschen Reiselust wecken. Ein bisschen Neugierde, diese Insel auf Herz und Niere zu
testen und sich verzaubern zu lassen.

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Gastblogger Teilzeitreisender

Eine Vielzahl von ausgesuchten Gastautoren hat für Teilzeitreisender.de geschrieben. Wer geschrieben habt erfahrt ihr in den jeweiligen Artikeln. Danke vor allen an Bianka, Ewa, Jana, Elena und Ulrike!

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