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Niederlande

Meine Nacht im Design-B&B „Het Raadhuys“ in Kessel

Völlig idyllisch wirkt der kleine Ort Kessel an diesem Aprilnachmittag. Es ist Freitag und ich bin gerade mit dem Fernbus und den öffentlichen Verkehrsmittel in das Limburger Land gefahren. Das Wasser der Maas wirkt wie eine spiegelglatte Fläche und immer wieder entdecke ich kleine süße Orte von denen ich vorher noch nie etwas gehört habe.

Viele Wege führen zur Burg
Viele Wege führen zur Burg

Es ist Frühling und die Niederlande ist im Tulpenfieber. Ich selbst mag diese Blumen auch und doch ist es irgendwie jedes Jahr das gleiche. Alle Touristen fahren in die Region rund um den Keukenhof und lassen den Rest von Holland links liegen. Dabei gibt es doch so schöne Regionen! Direkt hinter der deutsch-niederländischen Grenze beginnt die Region Limburg. Bekannte Städte sind Maastricht und Roermond – doch habt ihr schon mal von der Stadt Kessel etwas gehört?

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Het Raadhuis – Das ehemalige Rathaus in Kessel

Ich fahre in den kleinen niederländischen Ort um im Rathaus zu schlafen. Nicht etwa in einer Dunkelzelle und nicht etwa, weil ich in den Niederlanden straffällig geworden bin – ich will entspannen.  Het Raadhuys ist seit letztem Jahr ein ganz besonderer Ort.

Als durch die Eingemeindung von Kessel das kleine Rathaus einer neuen Nutzung zugeführt werden sollte, hatten Marij & Theo den genialen Einfall das Gebäude, welches erstmals 1844 errichtet und nach dem zweiten Weltkrieg nach Bombenschäden wieder aufgebaut wurde,  in ein Bed & Breakfast zu verwandeln. Das Konzept gefiel der Gemeinde und so entstand in den letzten Jahren ein ganz besonderer „Design-Auszeit-Ort“.

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Ich fühl mich auch sofort willkommen. Dieser Ort ist perfekt für gestresste Blogger. Das Bett ist für mich allein und riesig, der Sessel mit den vielen Kissen urig und die Minzbonbons perfekt für meinen kleinen Süßhunger. „Home is where your Wifi connect automatically“

Ich fühl mich daheim. Und meine Seele schreit nach den letzten Regentagen nach Sonne. So laufe ich durch einen kleinen Gang ein paar Meter neben dem Designhotel hinab zur Maas. Ein Mann ist mit seinem Hund unterwegs und ein paar Enten tapseln herum. Sonst ist hier Ruhe. Ich atme durch. Und genieße die letzten Sonnenstrahlen des Tages.

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Eethuis De Rozentuin

Zurück im „Rathaus“ fragen mich Marij und Theo, ob ich sie heute Abend zum Essen begleiten will. Wir gehen ins Eethuis De Rozentuin – die mit gut bürgerlicher und leckerer Küche zu bezahlbaren Preisen zahlreiche Einheimische und Gäste anlockt. Der Abend wird lustig, wir sprechen über alle möglichen Themen und so merke ich kaum, das es schon 23:00 Uhr ist.

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„Hier ist in der Nacht nicht so viel los“ erzählen mir meine beiden Gastgeber „aber gerade die Ruhe zieht viel Gäste an.“ Kessel liegt auch für Businessreisende ziemlich gut. „In einer Stunde ist man in Düsseldorf, Maastricht, Genk oder Eindhoven, das wird vor allem bei Messen sehr häufig genutzt.“

Als wir um kurz vor Mitternacht im Bed & Breakfast ankommen, bin ich totmüde. Neben meinem Bett steht eine Margerite. „Wow sieht die echt aus“ denke ich mir noch, als ich sie berühre und plötzlich ein Blatt in der Hand halte. Sie sieht nicht nur so aus – sie ist echt. Und ich kurz darauf eingeschlafen.

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Gegen 6:30 Uhr klingelt mein Wecker. Es ist Samstag und eigentlich könnte ich ausschlafen. Die anderen Gäste des Hauses tun ebendies, ich jedoch zieh mir schnell ein paar warme Sachen über und laufe hinunter zur Maas. Die Sonne gibt kurze Zeit später ihr Stelldichein und ich verliebe mich sofort in diese besondere Stimmung. Der Nebel, der über der flachen Landschaft wabert, die ersten Sonnenstrahlen, das Wasser – ich will hier nicht mehr weg!

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Es ist jedoch noch sehr kalt, und so treiben mich die kalten Füße kurze Zeit später doch wieder in mein Bed & Breakfast. Ein wenig ruhe ich noch, bevor ich nach einer kurzen Dusche zum Frühstück hinüber in die Ontvangstkamer (auf Deutsch Rezeption) gehe. Marij macht ein sensationelles Frühstück, wie ich mir am Abend hab sagen lassen, und so bin ich sehr gespannt. Auch die anderen Gäste aus den Niederlanden sitzen schon am Tisch.

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Theo hat nicht zuviel versprochen – denn dieses Frühstück ist wirklich spitzen-klasse. Für jeden Tisch gibt es individuell eine kleine Auswahl, die von Joghurt, Obst, Orangensaft, Lachs, Käse, Wurst, Marmelade, Streusel keinen Wunsch mehr offen lässt. Ich sitze länger als gewöhnlich beim Frühstück.

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„Wie viel Zimmer habt ihr denn hier?“ will ich wissen. Theo berichtet mir, das auf der ersten Etage 4 Zimmer vermietet werden. Oben im Haus haben die beiden ihre Privatwohnung und im Untergeschoss sind ein Konferenzraum (für kleinere Businessmeetings ideal) und der Zugang zur Terrasse.  Die Loungekamer kann gleichermaßen von Business- als auch von Privatgästen  genutzt werden.

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So eine Loungekamer hätt ich auch gerne ;)

Lange hält es mich hier nicht, denn die Sonne lockt nach draußen. Und so stehe ich kurze Zeit später auf der Terrasse – die zum verweilen einlädt. Hier kann man mit Blick auf die Maas Sonnenbaden, grillen, Gespräche führen oder einfach nur mal entspannen.

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Theo bietet mir an, noch das Highlight von Kessel anzuschauen: Die Burg De Keverberg. Die ehemalige Burgruine wurde in den letzten Jahren auf eine ganz besondere Art wieder aufgebaut. Auf Basis der im Krieg zerbombten Ruine wurde ein moderner Glasbau angebaut, der die Form der alten Burg nachbildet.

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Seit 2015 wird der Ort für Events wie Hochzeiten, Ausstellungen und Konzerte genutzt, im Keller wird ein Video über die Geschichte der Burg gezeigt und für einen kleinen Unkostenbeitrag (aktuell 3,50 Euro) konnte ich auch einen Blick von der alten Mauer hinab ins Maastal werfen. Besonders sehenswert fand ich das Cafe in der Burg, was mit Lichteffekten und einem kleinen Kaffee und Kuchen-Angebot sowie dem alten Burgbrunnen ein wirkliches Highlight darstellt.

Im Sommer gibt es hinter der Burg eine kleine Open-Air-Bühne und auch der symmetrisch angelegte Park rund um die Burg bietet Möglichkeiten für Entdeckungen. Für die Kesseler Kirche reichte meine Zeit in dem kleinen Ort leider nicht, denn ich muss abreisen. Mein Bus nach Roermond wartet an der Hauptstraße – Tschüss Kessel – ich komme wieder!

Wichtige HinweiseAnreiseWeitere Inspirationen?
  • Im Het Raadhuys gibt es vier (Schlaf)Zimmer und 3 mögliche Konferenzräume. Die Zimmer haben verschiedene Themen: Botenzimmer, Sekretariat, Archiv und Bürgermeisterzimmer.
  • Jedes Zimmer an sich ist dabei einmalig, auf der Internetseite des B&B Het Raadhuys könnt ihr euch die Zimmer im Detail anschauen und auch buchen. Die Zimmer kosten inkl. Frühstück 110 – 130 Euro für zwei Personen. An Wochenenden und in den Ferien ist die Mindestübernachtung 2 Tage.
  • Alle Zimmer verfügen über Hotelstandard. Eine Nespressomaschine, einen Kühlschrank, einen Fernseher und auch einen Safe sowie kostenfreies WLAN im ganzen Haus findet ihr hier genauso wie ausreichend Steckdosen und Licht. Auch an Duschgel wurde gedacht, was in B&Bs nicht immer Standard ist.
  • Das Öffnen der Tür solltet ihr euch von Theo und Marij zeigen lassen. Beim ersten Mal gehört ein wenig Übung dazu, dann klappt das aber einwandfrei (mit Chip)
  • Das Design Bed & Breakfast bietet einige der wirklich coolen Designobjekte exklusiv zum Kauf an. Das Schild „Home is where you Wifi connect automatically“ hab ich mir dort auch erstanden. Einfach mal bei Marij und Theo nachfragen!
  • Im Ort selbst gibt es mehrere Restaurants und Cafes, das Eethuis De Rozentuin kann ich empfehlen.
  • Kessel ist idealer Ausgangsort für Ausflüge in die nahe gelegenen Städte. Fragt bitte eure Gastgeber, die für zahlreiche Städte der Umgebung „Hot Spots“ gefunden haben, die Abseits des Mainstreams sind.
  • Es gibt im Ort einen Fahrradverleih, entlang der Maas gibt es schöne Radwege, die ideal für einen Ausflug mit dem Radl sind. Einen ganz kleinen Hafenanleger gibt es auch – ich kann mir vorstellen, das auch eine Bootstour hier toll sein könnte!
  • Unbedingt solltet ihr der Burg De Keverberg einen Besuch abstatten. Der Eintritt kostet 3,50 Euro und die Burg hat von 10 – 19 Uhr geöffnet. In der Nacht ist sie toll beleuchtet! Und wer heiraten will, kann das dort natürlich auch machen.
Praktisch ist eine Anreise mit dem Auto. Vorm Hotel gibt es öffentliche Parkplätze. Eine Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist möglich. Mit dem IC-Bus nach Roermond und von dort mit dem Bus 77 (Rtg. Venlo). Die Fahrt von Roermond kostet zwischen 5 – 7 Euro und kann im Bus gekauft werden. 

Mit diesem Beitrag hab ich an der Blogparade Stadt – Land – Fluss XXL zum Thema Maas teilgenommen!

Offenlegung: Ich wurde auf eine  Übernachtung im Het Raadhuys eingeladen.

Über den Autoren

Janett

Hallo, ich bin die Gründerin des Blogs Teilzeitreisender.de
Schon immer war ich ein sehr großer Fan von Kurzreisen. Ich liebe kreative und verrückte Reisen, stehe auch auf Motorsport und Roadtrips. Als Experte in "Günstig in den Urlaub" kann ich sicherlich auch Tipps für eure nächste Reise geben!

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