Eine Entdeckungs-Reise auf Schloss Burg in Solingen

Dies ist ein Gastbeitrag von Bianca

Kennt ihr das auch, dass man die Sehenswürdigkeiten aller möglichen Städte kennt aber selten in der Stadt, in der man gerade lebt? Das geht auch uns als Teilzeitreisenden so, denn wenn man schon mal ein Wochenende zu Hause ist, dann fällt es oft auch schwer sich auf zu raffen und etwas anzusehen. Wir haben uns auf einen kleinen Ausflug in Solingens Stadtteil Burg begeben um uns dort das Schloss Burg anzusehen.

Der Name gibt uns Rätsel auf.

Schloss Burg, was denn nun? Schloss oder Burg? Diese Frage können wir dann jedoch recht schnell auf den Grund gehen, denn beim Eintreffen stellen wir fest, es handelt sich eindeutig um eine Burg. Schloss Burg Solingen

Zur Burg fahren kann man übrigens mit einer Seilbahn oder eben mit dem Auto, der angrenzende Parkplatz kostet 1,60€ je angefangene Stunde. Jetzt im Winter hat Schloss Burg Montags geschlossen, ist von Dienstag-Freitag von 10-16 Uhr und Samstag & Sonntag von 10-17 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 5€ für Erwachsene, 4€ für Studenten und 2,50€ für Kinder.

Schon im Burghof werde ich dann von dem Mann gestoppt.

Ich soll an den dort stehenden Pranger, weil ich mich unterwegs verfahren hab. Er hatte jedoch schnell ein Einsehen und so konnten wir mit unserer eigentlichen Erkundungstour loslegen. Führungen gibt es auf Schloss Burg zwar auch, aber diese finden im Winter nur unregelmäßig an Sonntagen statt. Wir wollen die Burg auch lieber auf eigene Faust erkunden.

Start ist für uns am Bergfried. Klar, der dicke imposante Turm war doch auch gleichzeitig das Verlies und wir hoffen auf ähnlichen Spaß wie am Pranger. Auf einem Schild direkt am Eingang werden wir sogleich mal von interessanten Geschichtlichen Fakten überrascht. Der Erzbischof von Köln saß hier im  Verlies. Obwohl er an den Folgen der Haft hier starb, galt seine Beschwerde vor allem dem schlechten Essen. Der hatte Humor.

Der Bergfried selbst war dann jedoch ein wenig entäuschend.

In einem sehr dunklen Raum steht man vor ein paar Gittern hinter denen sich Plastikskelette und künstliche Spinnweben befinden. Hier soll man Geld bezahlen damit ein Geist oder ähnliches auftaucht. Schade, wir hatten an dieser Stelle eher auf echtes Burgfeeling gehofft.

Doch die Burg hat ja noch mehr zu bieten, und so führt uns der Rundgang zunächst durch einige prunkvolle Räume im Hauptgebäude, wie den Rittersaal und die Kemenate, alles wunderschön bemalt und mit den Wappen der hier residierenden Grafen von Berg, wie auch der Herzöge von Jülich-Berg-Kleve-Mark verziert. Es finden sich aber auch die Wappen einiger umgebender Häuser vor allem auf den Buntglas-Fenstern wieder.

Schloss Burg Solingen

Wie auf jeder anderen Burg gab es natürlich auch hier Streitereien um die Macht, Lügen und Intrigen. Dies interessierte uns jedoch eher weniger. Das alte Gemäuer hatte es uns mehr angetan und vor allem wie einfallsreich man damals war. Auf den Wehrgängen gab es Dächer und Geländer aus Holz, die im Kriegsfall einfach abgenommen werden konnten, damit der Feind die Burg nicht ohne weiteres in Brand stecken konnte. Ziemlich fortschrittliche Idee. Nicht so gelungen fanden wir jedoch unseren aktuellen Anblick. Wir schauten von diesen Gängen teilweise auf altes Baumaterial und Schubkarren. Gab es die damals auch schon ?

Schloss Burg Solingen

Positiv zu bemerken ist übrigens, dass viele Räume der Burg beheizt waren, so dass auch eine Besichtigung jetzt im Winter Spaß machen kann. Das war auf der Wartburg, auf der wir vor Kurzem waren nicht der Fall. Wir haben dies darum als besonders angenehm empfunden.

Überraschende Entdeckungen

In den übrigen Räumen gab es dann noch Ausstellungen zur Geschichte der Region, Währungen, Rüstungen, wobei es sogar eine Knabenrüstung zu sehen gab und einige Einrichtungsgegenstände aus der Zeit in der diese Burg noch aktiv als solche in Betrieb war. Ein wenig unpassend fanden wir, das nebenbei plötzlich Lego Ritterburgen aus meiner Kindheit, eine Eisenbahnausstellung und ähnliches auftauchte. Wir fanden dies etwas unpassend, dass ist ein bisschen so als würde der Italiener chinesisches Essen verkaufen und gehörte für uns dort eben nicht hin.

Schade fanden wir auch, das einige Gegenstände nicht beschrieben oder erklärt waren. Zumeinst die Sachen, die uns am meisten faszinierten.

 

Wir entdeckten, das der  Bergfried der Burg auch bestiegen werden durfte und nahmen die vielen Stufen hinauf gern in Kauf. Schließlich sollten wir lt. den Schildern mit nem tollen Ausblick belohnt werden. Oben angekommen sind wir dann gleich auf den Balkon in die erste Richtung raus und der Blick war wirklich toll. Also gingen wir zur nächsten Seite, um auch dort den Ausblick zu geniessen. Wir wurden jedoch gestoppt, denn alle anderen Ausgänge waren mit Brettern versperrt. Die davor liegenden Balkone sahen zudem auch so aus, als sei dies auch schon seit geraumer Zeit der Fall. Erklärungen dafür gab es aber auch hier nicht. Wir hatten noch Glück und konnten über einige der Bretter drüber schauen, aber die Kinder die mit uns oben waren konnten das eben leider nicht. Schade, denn wenn ich einen tollen Ausblick verspreche und es Balkone in alle Richtungen gibt, dann sollten die doch auch begehbar sein

Wichtige HinweiseAnreiseWeitere Inspirationen
  • Unsere Entdeckungsreise auf eigene Faust hat insgesamt etwa 1 Stunde gedauert und war darum recht kurzweilig.
  • Die Burg ist recht klein und die Namen der Grafen und Fürsten die hier residierten dürften nicht jedem geläufig sein.
  • gerade die eher geringe Größe macht dieses Ausflugsziel für Familien mit Kindern interessant, denn auch wenn es bei ihnen sicher etwas länger dauert, bis sie mit dem Rundgang fertig sind, ist der Nachmittag doch so gefüllt, dass die Kinder etwas lernen, entdecken und trotzdem nicht überfordert sind.
  • Insgesamt hat uns Schloss Burg recht gut gefallen und ist auch wirklich schön – auch wenn es für die Punkte Beschriftung und Instandhaltung ein paar Minuspunkte gibt.
  • Übrigens kann man auf Schloss Burg auch heiraten, sowohl kirchlich, wie auch standesamtlich, oder Kindergeburtstage feiern.
  • Zudem gibt es dort regelmäßig Veranstaltungen, die man am Besten dem aktuellen Veranstaltungskalender entnimmt.
  • Diesen und aktuelle weitere Informationen findet ihr auf der Homepage von Schloss Burg

Die Anreise ist via Auto und Bus möglich. Die Gegend eignet sich jedoch auch sehr gut zum Wandern.

Adresse Schloss Burg: Schlossplatz 2, 42659 Solingen

 

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Gastblogger Teilzeitreisender

Eine Vielzahl von ausgesuchten Gastautoren hat für Teilzeitreisender.de geschrieben. Wer geschrieben habt erfahrt ihr in den jeweiligen Artikeln. Danke vor allen an Bianka, Ewa, Jana, Elena und Ulrike!

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