Hessen

Vom Beichtstuhl über den Stall und die Werkstatt zu den kulinarischen Sternen…

Über unser tolles Wochenende in Bad Hersfeld hatte ich ja bereits anteilig berichtet (Heimatliebe Hessen: Zu Besuch bei Bruder Lullus), unsere kulinarischen Erlebnisse dort verdienen – finde ich – einen eigenen Bericht , denn es gibt viel zu erzählen:

Das Traditionshotel „Romantik Hotel Zum Stern“ ist nicht nur eine gute Wahl, wenn man in Bad Hersfeld eine schöne Herberge sucht, sondern setzt insbesondere auch kulinarisch Maßstäbe.

Stern*s Restaurant – die gute Stube

Im Stern*s Restaurant durften wir am ersten Abend gemütlich speisen und langsam von „Arbeitswoche“ auf „Wochenende“ umschalten. Das fiel auch gar nicht schwer, denn die Atmosphäre: ungezwungen gemütlich, es gab einen schönen Kachelofen und wir wurden vom aufmerksamen Service vorbildlich umsorgt. Bei der Essensauswahl entschieden wir uns spontan für zwei der vorgeschlagenen 3-Gänge-Menüs und wurden nicht enttäuscht:

Für die Vegetarier wurde geboten:

Beim „Fleisch-Menü“ gab es folgendes:

Wir fanden, dass man im Stern*s Restaurant zwar rustikal-gemütlich sitzt, jedoch durchaus gehobene Küche geboten bekommt. Eine schöne Mischung, die mutmaßlich auch den Promis der Festspiele zusagt, wir entdeckten da so eine besondere Ecke…. (wer weiß, was hier so alles gebeichtet wird, kulinarische Sünden vielleicht …?)

 

L`étable* – Stall mit Stern

Premiere am Samstag Abend: Das erste Ma(h)l in einem Gourmet-Restaurant – zugegeben, ein bisschen aufgeregt waren wir schon. In einer Fachzeitschrift zum Thema „Essen / Essen gehen“ hatte ich schon viel über Gourmet-Küche und diverse Rezepte gelesen, dazu mir beim Betrachten der tollen Fotos das Wasser im Mund zusammen laufen lassen. Nun durfte ich wahrhaftig mal probieren, wie es in einem mit 1 Michelin Stern und 17 Punkte Gault Millau ausgezeichnetem Restaurant schmeckt.

Das Studieren des Menüs konnte die erste Neugier stillen und uns beruhigen: Es gab nur eine Zutat, die wir nicht kannten, ansonsten fanden wir nichts, was uns essensmäßig verunsichert hätte.

Neben den Menü-Gängen, die auf der Karte aufgezählt waren, gab es vorher, zwischendrin und am Ende immer wieder „Überraschungs-Schmackofatz“ wie z.B. Amuse guele, Sorbet als Zwischengang, süßer Abschluss… Worauf ich stolz bin: Ich habe den „Blutwurst-Chip“ tatsächlich gegessen, obwohl ich Blutwurst so gar nicht mag. Worauf ich weniger stolz bin: Wir haben den leckeren Brotkorb leer gefuttert und noch nachbestellt… ist nicht so fein, oder? Aber die Aufstriche dazu (gesalzene Butter, Kochkäs` Kräuterquark à la „Grie Soß`“) waren sooooo lecker…

Alles in allem haben wir fast drei Stunden geschlemmt und uns keine Minute gelangweilt. Bei jedem Gang waren wir gespannt, wie das, was auf der Karte angekündigt war, umgesetzt wurde. Immer waren wir verblüfft, was man mit Lebensmitteln so alles machen kann. Zum Beispiel die Reiscrème: Sie sah nun nicht wahnsinnig spektakulär aus und man fragte sich „Wie kann eine Reiscrème schmecken?“, aber hier verbargen sich tolle Aromen, die man zwar irgendwie erkennt aber doch nicht benennen kann… verrückt.

Fazit: Der Ausflug in die Gourmet-Küche war aufregend und hat uns sehr beeindruckt. Gleichzeitig fanden wir es schön, dass es im „L`étable“ trotz des hohen Niveaus der Speisen die Atmosphäre nicht so sehr „Chi-Chi“ war und wir uns einfach wohl gefühlt haben.

* = frz. „der Stall“, der Name hat übrigens historische Wurzeln: Das Romantik Hotel „Zum Stern“ war früher eine Poststation und in dem Teil, wo sich heute das Gourmet-Restaurant befindet, standen früher die Pferde bzw. auch andere Tiere.

 

Ab in die Werkstatt – jetzt wird selbst gekocht!

Nach unserem gastronomischen Höhenflug im „L`étable“ am Samstagabend wartet am Sonntag ein weiteres kulinarisches Event auf uns, denn es hieß nun: Selber kochen in der „Stern*s Kochwerkstatt“.

Sterns Kochwerkstatt - Willkommen
Sterns Kochwerkstatt – Willkommen

Nur wenige Meter vom Hotel entfernt trafen wir uns mit ca. 10 anderen Teilnehmern/-innen in einer auf`s Modernste ausgestatteten, offenen – ich nenne es mal – „Lehrküche“. Neben den beiden jeweils identisch aufgebauten Arbeitsbereichen waren sehr geschmackvoll eingedeckte Tische zu sehen, welche die Hoffnung weckten, dass es später auch zum „Äußersten“, nämlich zum Essen kommen wird. Die Zutaten lagen schon bereit, Schürzen und Rezepthefte auch, ebenso wie diverse Getränke (Sekt, Wein, Bier, Softdrinks, Kaffeespezialitäten…) zum „Mut antrinken“ (Übrigens: Die Getränkeversorgung während der gesamten Veranstaltung war inklusive, auch die Schürze durfte als Andenken mitgenommen werden!)

Zu unserer Verblüffung und Freude war Patrick Spies höchstpersönlich (der Chef des „L`étable“) unser „Kochlehrer“ und damit der „Betreuungsschlüssel“ stimmt, wurde er von zwei Köchen aus seinem Team begleitet. Die Einstimmung auf den Abend beschränkte sich übrigens nicht nur auf „flüssige Kost“, sondern wurde durch leckeres Fingerfood (Karotten-Kreuzkümmel-Tarte, Falafel mit Minz-Gurkenjoghurt, Miso-Suppe) ergänzt.

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde und Einweisung ging es los: Die Rezepte (Thema: „Asiatisch-Orientalisch“) wurden besprochen und die Jobs auf die Teilnehmer verteilt. Zugegeben, es fiel oft schwer, sich auf Paprika würfeln, Ananas schneiden, Sushi rollen oder Streusel kneten zu konzentrieren. Zu sehr war man verführt, den Meistern über die Schulter zu schauen und ihnen Löcher in den Bauch zu fragen, die sie auch alle geduldig und entspannt beantworteten. Zum Beispiel durfte ich dem Geheimnis der Reiscrème vom Vorabend auf den Grund gehen…

Die Zeit verging wie im Flug, es wurde viel gelacht, gefragt, erklärt und zwischendrin auch gekocht, alles in allem eine tolle Stimmung – auch dank der andern netten „Koch-Lehrlinge“ an diesem Abend. Am Ende durften wir – vom vielen schneiden, hacken, rühren, kochen ganz erschöpft – an die schön dekorierten Tische setzen und genossen die Früchte unserer Arbeit. Gut, um ehrlich zu sein, war der Beitrag unserer „Lehrmeister“ am Ergebnis höher, als der unsrige, aber neben der Schürze und dem Rezeptheft konnte ich für die Arbeit am heimischen Herd einiges mitnehmen:

Ich habe gelernt…

  • … wie man Zitronengras verwendet.
  • … wie Schweinebäckchen zubereitet werden.
  • … wie man Sushi rollt (gar nicht so schwer wie man glaubt).
  • … wie ich das Messer beim Gemüse schneiden sicher halte.
  • … wie man rohe Paprika schält.

Wir ließen den Abend mit den anderen Teilnehmern/-innen gemütlich bei einem Espresso ausklingen, gingen die wenigen Meter zurück ins Hotel und fielen zufrieden in unser Bett.

Stern*s RestaurantL`étableStern*s KochwerkstattAnreiseWeitere Inspirationen?
  • Die „Gute Stube“ des Romantik Hotels „Zum Stern“: Gemütliche Ambiente und gehobene Küche bei einem sehr guten Preis-Leistungsverhältnis. (Mit etwas Glück trifft man auf die Stars der Festspiele !)
  • Die Speisekarte wird regelmäßig saisonal angepasst unter Verwendung regionaler Zutaten.
  • Besondere gastronaomische Angebote und Events zu Feiertagen oder entsprechend den Jahreszeiten etc.
  • Das „L`étable“: Gourmetrestaurant mit Auszeichnungen (1 Michelin Stern und 17 Punkte Gault Millau) unter der Leitung von Patrick Spies.
  • Hohe Gastronomie-Kunst bei entspannter Atmosphäre.
  • Sicher kein Restaurant „für jeden Tag“, aber auf jeden Fall die richtige kulinarische Adresse für besondere Anlässe (Geburtstag, Hochzeitstag, romantisches Candle-Light Dinner etc.).
  • Da die Karte regelmäßig wechselt, lohnt es sich auch mehr als einmal hier zu genießen.
  • Ein Kochkurs in Stern*s Kochwerkstatt ist eine prima Geschenkidee für Kochliebhaber.
  • Was uns gefallen hat: die sehr gute Ausstattung der Küche, die überschaubare Gruppengröße und die netten „Extras“ wie Schürze, Inklusiv-Getränke, Häppchen etc.
  • In der Kochwerkstatt lassen sich auch sehr gut (Firmen-) Events z.B. Weihnachtfeiern, Teambuilding oder Geburtstage veranstalten.
  • Bad Hersfeld liegt an den Bundesautobahnen A 4 und A 7
  • am Bad Hersfelder Bahnhof halten IC- und ICE-Züge
  • auch viele Fernbuslinien haben Bad Hersfeld im „Programm“

Offenlegung: Wir wurden im März 2016 vom Romantik Hotel „Zum Stern“ zu drei Übernachtungen inkl. Halbpension, einer Spa-Anwendung und einem Kochkurs in der Kochwerkstatt eingeladen. Vielen Dank an Familie Kniese und an das gesamte Team des Romantik Hotels „Zum Stern“ in Bad Hersfeld. Einen ganz besonderen Extra-Dank an Patrick Spies und seine Crew für die beiden kulinarischen Highlights!

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Andreas und Milena

Wir, Andreas und Milena sind in Frankfurt am Main beheimatet und nun schon seit mehreren Jahren als Teilzeitreisender.de-Autoren aktiv. Neben Beiträgen aus „unserer“ Bankenmetropole Frankfurt am Main und dem Rhein-Main-Gebiet liegt unser Hauptaugenmerk auf Kulinarik, Wellness und unentdeckten touristischen Schätzen in Deutschland und Europa. Da wir mittlerweile zu dritt sind, schauen wir uns unsere Reiseziele nun auch mit Kinder- und Elternaugen an.