Ein Norwegen Reisetagebuch: Der Lofoten – Roadtrip

Morgens früh um kurz nach sieben stehe ich auf dem kleinen Flughafen in Bodø. Ein Ziel, das ich schon sehr lange im Auge habe, liegt vor mir. Die Lofoten – hautnah und endlich in Natura. Der Flug zwischen den beiden kleinen Flughäfen dauert mit Wideroe keine halbe Stunde und schnell erreiche ich die norwegische Inselgruppe.

Das ganze aus der Luft zu betrachten, hat noch einen ganz anderen Stil, als einfach von der Fähre aus in den Fjord zu fahren. Mein Traumziel in Norwegen empfängt mich allerdings etwas anders als erwartet. Starke Regenfälle und ein böiger Wind lassen meine Stimmung etwas in den Keller sacken. Bleibt zu hoffen, dass sich das Wetter nochmal schnell ändert….

Unterwegs auf den Lofoten ?

Die Lofoten sollte man nicht unterschätzen. Die Inselgruppe im Norden Norwegens setzt sich aus etwa 80 Inseln zusammen, das Straßennetz ist jedoch für alle größeren Insel sehr gut ausgebaut. Wer wie ich nur einen Tag Zeit hat – ist auf jeden Fall mit dem Auto am besten aufgehoben. Norwegen bietet mir ein entspanntes Fahren vor beeindruckender Kulisse. Das letzte Mal als ich so angenehm mit dem Auto durch die Landschaft „gleiten“ konnte war irgendwo in Utah (USA), wobei die Weiten der amerikanischen Wüste natürlich nicht mit dem bergigen Inselareal in Norwegen zu vergleichen ist.

Svolvaer Zentrum
Svolvaer Zentrum

Für mich ist so ein Roadtrip sowieso die bevorzugte Art einer Reise, man ist einfach unabhängiger. Also geht’s auf – leider erstmal durch eine Regenfront – vom kleinen Flughafen aus ins Zentrum der Stadt Svolvær. Zahlreiche kleine Läden sind in dem Küstenort zu sehen, wer will, kann von hier aus eine Bootstour starten. Als Ziel hatte ich hier eigentlich den Trollfjord im Auge, doch aufgrund des Wetters wird das an diesem Morgen nichts.

Svolvaer Ausblick - Auch bei Regen beeindruckend.
Der Ausblick von Svolvaer – Auch bei Regenwetter beeindruckend.

 Auch mal andere Wege einschlagen…

Immerhin, langsam lässt der Regen mal etwas nach und ich habe mittlerweile dann auch raus gefunden, wie ich das Navi von Norwegisch auf Deutsch umstelle….

Mein nächster Halt ist in Kabelvag, kurz vor dem Zentrum stoße ich auf die Lofotenkathedrale, eine von Norwegens größten Holzkirchen, auf jeden Fall sollte man sich diese kurz anschauen.

Im Ort selber lege ich abends auf der Rücktour noch einen Stopp ein, jetzt „rät“ mir die Wetterprognose erst einmal weiterzufahren. Und tatsächlich – während meiner Autofahrt klart es zunehmend auf und um mich herum eröffnet sich immer mehr ein wunderschöner Ausblick auf Berge und Meer. Was vorher im Nebel verschwand – zeigt sich jetzt und ich fühle mich im Schatten der Lofoten plötzlich sehr klein.

Roadtrip Lofoten

Ein wenig abseits der Hauptverkehrsstraße biege ich ab und lande in Hennigsvær – einem Fischerdorf und recht beliebten Ausflugsziel. Der Blick vom Hafen aus ist traumhaft, gut das die Sonne ein Stelldichein bietet und die ganze Schönheit diesen Ortes offenbart. Durch das Dorf kann man bequem zu Fuß schlendern, hätte ich nicht nur diesen einen Tag Zeit, würde ich mich hier sicher für längere Zeit niederlassen wollen…

Nächstes Ziel ist Borg, hier befindet sich das Wikingermuseum. Eigentlich bin ich ja nicht der Museumsgänger, aber ich hatte grad doch etwas mehr Zeit als geplant und so hab ich mir gedacht, geben wir dem Ganzen mal eine Chance. Und nicht zu Unrecht, hier handelt es sich nicht um eine schnöde Wissensansammlung, sonder eher um ein Museum zum Anfassen. Hier kann ich nämlich in der originalgetreuen Rekonstruktion eines Häuptlingssitzes sitzen. Oder als Matrose auf einem alten Wikingerschiff anheuern. Doch schon ziehen wieder Wolken auf und ich entscheide mich – weiterzuziehen.

Am Nachmittag begebe ich mich dann etwas abseits der Hauptroute auf Entdeckungstour. Es geht zuerst Richtung Haukland. Ich entdecke einen einsamem Strand, der mich auch noch mit norwegischen Sonne begrüßt –  hier bin ich einfach vom Anblick geplättet. Lange habe ich den ganzen Strand ganz für mich allein – in diesem Moment möchte ich nicht mehr zurück in die Wirklichkeit, geschweige denn an den Rückflug nach Bodø am Abend denken. Die Zeit anhalten… geht das ? Wenn ja, dann will ich genau hier mal stoppen.

Da ich abseits der Hauptverkehrsroute so ein Schmuckstück gefunden habe, beschließe ich, als letzte Station noch einen Geheimtipp aufzusuchen. Der Strand von Unstad ist das Ziel, den Ort haben seit einiger Zeit auch die Surfer für sich entdeckt. Der Weg führt durch zahlreiche Tunnel, und auch über unasphaltierte Straßen.

Auch so ein Navi ist nicht unfehlbar, denn vorher bin ich dann auch prompt vom rechten Weg abgekommen und lande in einer anderen Bucht. Der einzig anwesende Einheimische scheint aufgrund des Besuchers leicht irritiert, ich jedoch bin einfach nur begeistert von so viel „LOFOTEN“.

Am Strand von Unstand dann letztendlich angekommen, spielt das Wetter leider nicht mehr so ganz mit und es wird ungemütlich. So blicke ich eine längere Zeit aus der Cockpitperspektive meines Wagens auf den Strand. Ich bin auf jeden Fall froh, diese Abstecher unternommen zu haben.

Lofoten Norwegen VerfahrenII-Bucht

Es ist leider an der Zeit, den Rückweg anzutreten. Noch ein kurzer Zwischenstopp in Kabelvag, wo ich schon feststellen muss, dass ein Restaurantbesuch in Norwegen ein recht großes Loch in meine Urlaubskasse reißt. Am späten Nachmittag geht es dann schon wieder mit dem Flieger zurück nach Bodø….

Lofoten - Im Wechselbad des Wettergottes

Wichtige InfosMietwagenMehr darüber im Internet
  • Im August ist das Wetter recht wechselhaft, plant deshalb eure Route mit viel Zeitpolster ein, und nehmt euch nicht zu viel vor
  • Es lohnt sich auch man in „kleinere und unbekannte“ Straßen zu fahren, achtet jedoch darauf, das ihr nicht auf Privatgrundstücke fahrt.
  • Die Umgebung ist bemerkenswert, ihr solltet jedoch gerade bei gutem Wetter auch auf andere Verkehrsteilnehmer achten, da vor allem Radfahrer hier häufig unterwegs sind.
  • Der Flughafen hat häufig ungünstige Wetterkonditionen. Es lohnt sich ggf. (auch mit dem Wideroe-Ticket) auf Flughäfen im Landesinneren auszuweichen. Der Nachteil dann… eine weitere Anreise.

Je nach Saison kosten Mietwagen von 100 – 300 Euro, es empfiehlt sich diese vorher zu buchen, und bei Buchung eine Anlieferung an den Flughafen anzufragen. Bei uns wurde das gemacht. Ich musste nicht tanken, ihr solltet jedoch beim Verleih anfragen, wo dies möglich ist.

Offenlegung Wir wurden von Widerøe eingeladen, das Explore Norway Ticket auszuprobieren. Unterstützt werden wir hierbei auch von  VisitNorway  und Northern Norway sowie Visitbodo.com. Vielen Dank hierfür.

Jens & Sonja
Jens & Sonja

Von Düsseldorf aus die Welt bereisen… Zwar sind Jens und Sonja mehrmals im Jahr in Sachen Motorsport unterwegs, doch es bleibt noch Zeit für einige Kurztrips. Die beiden werden euch hauptsächlich zu den Themen Wandern und Auszeit mit einigen Insidertipps versorgen.

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