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Edinburgh – Von einer Reise in die Vergangenheit – Mary King´s Close

Ein längst vergessener Ort wurde vor einigen Jahren in Edinburgh wiederentdeckt. Seinerzeit einfach überbaut, befindet sich die kleine Gasse Mary King’s Close heute unter den Straßen Edinburghs. In aufwendiger Arbeit wurde die Gasse wieder freigelegt und ist nun für Besucher zugänglich.

Der Zutritt ist nur mit Führer möglich, der in eine ganz bestimmte Rolle schlüpft und Besuchern „seine“ Mary Kings Close zeigt. Ob man nun an das Hausmädchen, Mary Kings Tochter oder eine andere Figur gerät, bleibt dem Zufall überlassen.

Eine Geschichte aus dem alten Edinburgh

Die Gassen selbst sind in Ihrer Ursprünglichkeit bewahrt worden. Kleine Details wie Figuren, Wäsche und Möbel wurden entsprechend der Zeit ergänzt. Man begibt sich auf eine spannende Reise in die Vergangenheit, bei der man nie weiß, was einen im nächsten Raum, um die nächste Ecke erwartet. Gruselig wird es dennoch nicht, denn die ursprünglichen Pläne, daraus eine Attraktion wie etwa die Dungeons zu machen, wurden nach kurzer Zeit wieder verworfen. Als man nach intensiven Nachforschungen herausgefunden hat, dass die Schicksale der Menschen selbst spannender ist als jede erfundene Geschichte, hat man sich dazu entschlossen, diese Menschen in der Gasse genauer vorzustellen.

Besucher lernen eine Frau kennen, die ihren Schwiegersohn erschlägt, weil er die versprochene Mitgift für ihre Tochter nicht gezahlt hat. Sie begegnen einem Pest Arzt, der versucht die kranken Menschen der Gasse zu behandeln oder ein kleines Mädchen, das angeblich in diesen Gemäuern herumgeistert (was in Schottland nicht unbedingt ungewöhnlich ist, da es in nahezu jedem Gebäude spukt).

Wie sieht es im Real Mary King´s Close aus?

Man wundert sich, wie verwinkelt die Räume sind und wie gut erhalten die Gasse ist. Im Grunde unterscheidet sie sich nur wenig von den kleinen Gässchen, die man auch im heutigen Edinburgh entlanggehen kann. Den Berg hinauf reihen sich die Eingänge der Häuser aneinander. Durch eine offene Tür können wir einen kleinen Blick in das Haus eines Kaufmanns werfen, wenige Meter weiter luken wir durch ein Fenster die Werkstatt eines Tischlers. Unser Führer erzählt uns etwas von diesen Menschen, wie ihr Alltag aussah und mit welchen Problemen sie fertig werden mussten.

Die Rückkehr ins Jetzt!

Nach ungefähr einer Stunde sind wir wieder im Hier und Jetzt. Bevor wir Mary King’s Close verlassen verabschiedet uns unser Guide mit folgenden Worten: „Alles, was sie hier gesehen haben, ist authentisch, die Menschen, von denen ich Ihnen erzählt habe, waren wirklich Bewohner der Close.  Die Close selbst wurde in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzt. Nur eines ist nicht echt, und das bin ich. Ich bin nur hier um Ihnen das zu zeigen.“ Mit diesen Worten entlässt er uns wieder in das Edinburgh von heute. Ich werde jedoch nie wieder so durch die Straßen gehen wie vorher. Von nun an habe ich immer den versunkenen Teil der Stadt im Kopf, der, so haben wir erfahren, ein weitaus größeren Teil ausmacht als lediglich die kleine Gasse „Mary King’s Close“.

Wenn ihr auch mal Mary King´s Close besuchen wollt:

  • Der Eintritt kostet für Erwachsene £13.25, für Kinder ab 5 Jahre £7.75
  • Fotografieren ist nicht erlaubt, ihr findet jedoch auf der Homepage von Mary King´s Close jede Menge Bilder.
  • Festes Schuhwerk und eine Sweatjacke/Strickjahe sind empfehlenswert.
  • Karten vorher online reservieren – vor Ort sind die Führungen oftmals schon ausverkauft.
  • Falls ihr mit englisch Probleme haben sollt, fragt nach einem Audioguide.
  • Wir empfehlen jedoch das „Live-Erlebnis“

Übrigens: Schottland bietet noch viel mehr! Ich war auf den Spuren von Loch Ness unterwegs

 

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