So kommst du an günstige Zugtickets. 10 Tipps für kostengünstiges Bahnfahren.

In Zeiten in denen das Fliegen zwar noch günstig, aber ökologisch nicht wirklich empfehlenswert ist, wird die Bahn oftmals zur spannenden Alternative um von A nach B zu kommen. Vor allem Innerdeutsch wird demnächst kaum ein Weg an der Deutschen Bahn vorbeiführen. „Wenn die Bahntickets nicht immer so teuer wären!“ ist das häufigste Argument gegen die Bahn. Und ja, wer spontan Bahnfahren will, kann ohne eine BahnCard schnell mal ein kleines Vermögen los werden. Eine einfache Fahrt von Düsseldorf nach Berlin kostet dann mal locker 130 Euro und das noch nicht mal in der erste Klasse! Ich wage zu behaupten das ich mittlerweile recht gute Tipps auf Lager habe um an günstige Zugtickets zu kommen. Ein paar dieser Tipps findest du in diesem Artikel.

Der einfachste Weg – der DB Sparpreisfinder

Ziemlich oft werde ich von Freunden, Kollegen oder Lesern nach Tipps für günstige Bahnverbindungen gefragt. Und ziemlich oft verweise ich auf meine erste Anlaufstelle für günstige Tickets der Bahn: Der DB Sparpreisfinder. Hier gebt ihr eure Rahmendaten (frühste Hinfahrt, späteste Rückfahrt, Anzahl Reisende und Art der Züge) ein. Je flexibler ihr in euren Abfahrtszeiten seid (vor allem sehr frühe oder sehr späte Verbindungen sind oftmals sehr günstig) desto günstigere Preise erscheinen. Ein weiterer Tipp? Gebt nur den Zielort ohne das Wort Hauptbahnhof ein – so werden oft auch Angebot zum Beispiel nach Berlin Gesundbrunnen, nach Köln Deutz oder nach Hamburg Harburg ausgespielt. Diese sind oft wesentlich günstiger, weil nicht so stark gebucht.

Mit BahnCard an günstige Zugtickets kommen.

Ich habe seid knapp 15 Jahren eine BahnCard 25. Diese kostet mich im Jahr knapp 60 Euro, welche sich schon nach wenigen Reisen (4 – 5 Reisen) amortisiert haben. Auch hier ist es oft so, das ihr als „BahnCard-Member“ von zusätzlichen Aktionen profitiert. So bekomme ich ab und zu per Post Gutscheine zugeschickt und bekomme für den Kauf meiner BahnCard auch BahnBonus-Punkte.

Wusstet ihr das ihr die Bahncard auch im DB Navigator einlesen könnt? So habt ihr sie immer dabei!

Immer mal wieder gibt es zum Ausprobieren auch Probebahncards gratis. Ich finde, auch das Bahncard 25 – Schnupperangebot für 3 Monate a 19 Euro lohnt sich für all diejenigen, die es ausprobieren wollen.

Übrigens – solltet ihr für die Arbeit viel mit den Bahn Card unterwegs sein dann fragt ruhig mal nach der Kostenerstattung dafür. Bei mir wurde das in „Vielfahrerjahren“ (8 Reisen) vom Arbeitgeber übernommen.

BahnBonus – mit dem Prämienprogramm der DB kostenlose Tickets ersammeln

Die Teilnahme am Bahn Bonus Programm lohnt sich nicht nur wegen der gelegentlichen Mitfahrergutscheine und Rabatte (10 Euro ab 49 Euro Reisepreis) die ab und an ins Email-Postfach geflattert kommen. Wer sich dafür entscheidet beim „Punkte sammeln“ dabei zu sein, der kann mit vergleichsweise wenig Aufwand kostenlose Freifahrten ersammeln.  Im letzten Jahr habe ich zwei Mal 1000 Punkte für Freifahrten einlösen können und konnte so um die 200 Euro sparen.

Grundsätzlich gilt (Stand 2019) das ihr für jeden bezahlten Euro für ein Ticket einen Punkt sammeln könnt. Für ein Ticket a 100 Euro gibt es also 100 Punkte. Für das Anmelden gibts als Willkommen 250 Punkte, für das Abonnieren des Newsletters noch mal 250 Punkte. Neben zahlreichen Tickets sammele ich ab und zu für die Anmietung eines Autos bei Avis (250 Punkte pro Anmietung) oder für Hotelübernachtungen via HRS (via App, Pro Euro Umsatz einen Punkt).

Übrigens – um dich bei BahnBonus anzumelden brauchst du keine BahnCard! Übrigens – als Punktesammler solltet ihr ab und zu mal in „Meine Vorteilswelt“ schauen. Dort gibt es ab und zu Gutscheine und coole Aktionen wie unverbindliche Probebahncard für die erste Klasse oder Gewinnspiele.

Bekomm günstige Zugtickets durch den Verzicht auf ICE´s

Wenn ihr etwas mehr  Zeit habt, solltet ihr nicht nur die „schnellen“ ICE in Erwägung ziehen. Mit den Intercitys (IC) war ich sehr häufig nur eine halbe Stunde länger unterwegs – musste weniger umsteigen (weniger Verspätungspotenzial)  und in vielen Fällen waren die Züge auch nicht überfüllt. Für alle, die nur in einem Bundesland unterwegs sind, gibt es etwas günstiger Ländertickets oder in Thüringen auch Einzeltickets für Strecken bis zu 50 km (Hopperticket). Das „Schöne Wochenend-Ticket“ was viele Jahre meiner Jugend spannende Ausflüge ermöglicht hat, gibt es seit 2018 leider nicht mehr.

Einziges Manko? Die IC oder Regionalzüge sind in den meisten Fällen nicht mit freiem WLAN ausgestattet.

Auf folgenden Strecken gibt es gute Alternativen:

  • Düsseldorf – Hamburg
  • Binz – Berlin Gesundbrunnen – Düsseldorf
  • Hamburg – Karlsruhe
  • Hamburg – München
  • Leipzig – Köln

Eine vollständige Übersicht der IC Verbindungen findest du auf Wikipedia

Günstig mit dem IC-Bus unterwegs

In immer mehr internationale Städte fährt inzwischen der IC – Bus, so könnt ihr von Düsseldorf bis Antwerpen oder von Nürnberg nach Prag reisen und dabei noch Bahnbonus-Punkte sammeln. Die Busverbindungen kosten oftmals wesentlich weniger als ähnliche Bahnverbindungen, so bin ich dank einer Bus/Bahn-Kombination von Prag nach Düsseldorf für 34 Euro gefahren, die Antwerpenstrecke habe ich für 29 Euro (Hin und Zurück) ausprobieren können.

Der IC Bus hält in allen Städten in er Nähe des Hauptbahnhofes

Günstige Zugtickets bei anderen Bahnanbietern

Wer ein wenig Abstriche in Sachen Komfort machen kann, dabei jedoch auf wichtigen Verbindungsstrecken Geld sparen will, der kann seit gut 2 Jahren auf Flixtrain umsteigen. Die Züge fahren zumindest auf der Rheinstrecke 2x täglich, es werden Städte wie Berlin, Köln, Hamburg und Stuttgart bedient. Drehkreuz ist Hamburg, hier kann auch umgestiegen werden. Tickets gibts ab 9,99 Euro. Leider wirken die Züge ein wenig in die Jahre gekommen – für eine günstige Alternative jedoch sind sie allemal gut.

Die Flixtrains unterscheiden sich schon farblich von denen der deutschen Bahn.

Auf einigen Regionalen Strecken wie zum Beispiel im Vogtland gibt es ebenfalls private Bahnanbieter. Gelegentlich bieten diese auch regionale Bahntickets an – hier lohnt es sich vor der Reise einfach mal zu recherchieren.

Städtereise mit der Bahn? Nutze RIT-Tickets!

Viele große Städte und Anbieter bieten sogenannte Bahn+Hotel-Arrangements an. Für Kurzurlaube übers Wochenende sind diese ideal, weil ihr zum einen keiner Bahnbindung unterliegt und so fast jeden Zug nehmen könnt und weil durch die sogenannten Rail Inclusive Tour (RIT) – Tickets die Kombination immer günstiger ist.

Für alle die jetzt auf ein günstiges Messeschnäppchen hoffen – in diesen Zeiten müsst ihr leider in den sauren Apfel beißen, dann bieten die wenigsten Städte solche Aktionen an. Dann lohnt es sich jedoch, anstatt nach München mal nach Angeboten in Augsburg Ausschau zu halten. Oder anstatt Berlin einfach mal nach Potsdam zu lunzen. Bekannte Anbieter für sogenannte RIT-Angebote sind Dertour und Ltur

Günstig Zug fahren durch Europa Spezial Tickets

Warum auch immer, aber manchmal lohnt es sich, einfach zu schauen, welcher große ausländische Bahnhöfe hinter eurem Wunschziel liegen. Will ich zum Beispiel nach München dann  lohnt es sich, einen EC von Köln bis Salzburg zu buchen und einfach in München auszusteigen. Der Preisunterschied ist manchmal erstaunlich. Oft ist dann ein Europa Spezial für die Hälfte des Preises verfügbar.

Auch mal bei anderen Bahnanbietern vorbei schauen!

So kommt ihr an günstige Zugtickets ins Ausland.

Ihr habt Lust auf eine Reise nach Österreich, Belgien oder Tschechien? Dann würde ich euch definitiv einen Vergleich der Preise bei der DB und dem Verkehrsunternehmen des jeweiligen Landes empfehlen. Da gibt es durchaus relevante Preisunterschiede – und viele der Anbieter bieten mittlerweile auch deutsche Buchungsseiten. Bei einer Reise von Düsseldorf nach Bozen (inkl. Schlafwagen im Nachtzug) habe ich beim ÖBB (Österreicher Bahn) rund 20 Euro weniger bezahlt. Ähnliches galt bei der Reise von Köln nach Brüssel. Hier habe ich „nur“ 10 Euro gespart. Der Anbieter in Belgien ist der SNCB.

Günstig mit der Bahn unterwegs (und Videos von Maxdome schauen)

Ich glaube seid 2017 gibt es eine spannende Kooperation zwischen dem Streaminganbieter Maxdome und der deutschen Bahn. Nicht nur, das ihr in den ICE Zügen mit eurem Handy oder Tablet oder Notebook Filme anschauen könnt – es gibt auch ein wirklich spannendes Kooperationsangebot für Gelegenheitsfahrer der Deutschen Bahn. Das Projekt nennt sich My Train und bietet 6 Monate Maxdome + eine oder zwei Bahnfahrten zum Festpreis. Das One Way – Angebot kostet 69 Euro, das Hin und Zurück Angebot 99 Euro. Dies ist zwar nicht auf jeder Strecke empfehlenswert – ich bin dennoch schon zwei Mal auf dieses Angebot zurückgekommen.

Mehr rund ums Thema Bahn und weitere Spartipps

Ich bin gerne mit der Bahn unterwegs. Auch ein Grund, warum ich einiges zum Thema Bahn schon geschrieben habe.

Janett
Janett

Hallo, ich bin Janett, die Gründerin des Blogs Teilzeitreisender.de
Schon immer war ich ein sehr großer Fan von Kurzreisen. Neben einer Teilzeitstelle an der Uni Düsseldorf pflege und hege ich deshalb dieses Projekt - und habe dafür schon das eine oder andere Abenteuer erlebt.

Mehr über mich erfahrt ihr unter der Rubrik Persönliches

Du willst mehr sehen?

Schreib uns einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Kommentare