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Italien

Wo die Zeit stehen geblieben zu sein scheint: Zeitreise durch das italienische Marken

Die Marken! Eine Region, die alle Gourmets, Naturliebhaber und Freunde der Geschichte faszinieren wird. Viele Dörfer und kleinen Orte versprühen noch heute den Geist des Mittelalters oder der Renaissance.

In „Le Marche“, wie die Italiener diese Region nennen, kann man Geschichte atmen und sich auf eine großartige Zeitreise begeben.

Meine sechs Tipps mit spannenden Entdeckungen für eine Zeitreise durch die Region Montefeltro von Marken.

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In Marken klingen die Orte wie Musik: Castello della Pieve bei Mercatello sul Metauro

Wenn man denkt, hier ist die Welt zu Ende, dann ist man genau richtig. Der Ortsteil Castello della Pieve vom Örtchen Mercatello sul Metauro ist ein kleines, historisches Dorf aus dem 14. Jahrhundert. Fernab der Großstadt-Hektik und Moderne bleibt hier die Zeit stehen. Es gibt nicht viel zu entdecken, aber genau das wenige braucht unheimlich viel Zeit.

Zeit, damit die Seele auftanken und die Augen alles aufsaugen können. Fast hat es den Anschein, hier wurden alle Filme aus dem Mittelalter gedreht. Ich kann mich an dem Dorf nicht satt sehen und genieße jedem Moment auf diesem Berg. Apropros satt. Wer doch Hunger hat, sollte unbedingt in dem einzigen Restaurant im Dorf einkehren. Da gibt es Käse von grasenden Schafen von den Nachbarwiesen und viele weitere, regionale Spezialitäten.

Mercatello sul Metauro ist zwar nicht so klein und schnuckelig wie Castello della Pieve, doch auch hier scheint die Zeit stehengeblieben zu sein. Das ist Italien pur!

Zeitreise zu Füßen: Domus del Mito

Sant’Angelo in Vado ist ein typisch italienisches Dorf. Auf der Straße stehen Italiener und unterhalten sich gestikulierend. An der Ecke sitzen ältere Damen, ganz in schwarz gekleidet, auf einer Bank und halten ihren morgendlichen Plausch. Wir frühstücken klassisch italienisch mit gutem Kaffee und süßen Croissant.Leider regnet es immer noch, doch mit dem Kaffee kommt ganz klar Bella-Italia-Feeling auf.

Was uns hier im Dorf erwartet, weiß ich noch nicht so recht. Doch wie so oft auf unserem Trip ist Montefeltro immer wieder für eine Überraschung gut. Wir laufen durch das beschauliche Städtchen und biegen hinter der Kirche auf ein freies Feld ab. Schöne Ansichten von Dorf und Kirche gibt es von hier und ein seltsam stehendes Haus mitten auf dem freien Feld. „Ein Gewächshaus?“, denke ich mir. Die auf italienisch verfassten Hinweisschilder auf dem Weg lassen erahnen, dass es sich hier um eine Ausgrabungsstätte handelt – aber nicht irgendeine. Domus del Mito ist die herausragendste Ausgrabungsstätte der letzten 50 Jahre in Mittelitalien.

Als wir in das XXL-Zelt eintreten, kann ich mir kaum vorstellen, dass der vor uns liegende „Fußboden“ weit vor Christi Geburt künstlerisch angefertigt wurde. Knapp einem halben Meter unter der Erde wurde man fündig und deckte nach und nach den Grundriss eine Römer-Villa frei. Die Anlage muss riesig gewesen sein. Während wir die Stätte umrunden, wirken wir gegen die großen Darstellungen richtig klein. Auf dem Boden sehen wir Mosaiksteinbilder, die Geschichten vermitteln und in seinem Ausmaß so groß sind, dass hier mehr als eine Familie gelebt haben muss. Zweifarbige Mosaike zu Millionen von kleinen Steinchen zeigen Bilder aus der Mythologie.

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Castello Brancaleoni

Kein Italien ohne Schloss. Vom Parkplatz gehen wir einen kurzen, aber recht steilen Weg nach oben und werden von einem Uhrenturm aus dem Jahr 1470 begrüßt. Das Castello Brancaleoni liegt in Piobbico und war 500 Jahre im Besitz der Familie Brancaleoni. Hier könnt Ihr gleich eine Reise durch 500 Jahre Zeitgeschichte durchleben. Vom Mittelalter über Renaissance finden sich viele Bauelemente im Castello der einzelnen Räume wieder. Zwischen Stuckarbeiten und Deckenmalereien gibt es heute verschieden Ausstellungen.

Cagli, alles nur Theater

Cagli ist eine wahre Pracht der alten Zeit. Der Ort, Ende des 12. Jahrhundert gegründet, liegt ab der Via Flaminia und war somit direkt mit dem Strom des wichtigsten (Güter)Verkehrs der Antike angeschlossen. Cagli war ehemalige Hochburg der byzantinischen Pentapolis. Noch heute sind beeindruckende Bauwerke erhalten und laden zu einer wunderbaren Zeitreise ein. Die Wege sind kurz, der Ort ist klein. Schnell haben wir den alten Wehrturm  „Rocca Torrione“ erreicht. Er war Teil als Festung für Herzog Federico da Montefeltro. Von oben hat man einen schönen Blick auf den Ort und die Region.

marche_truffleland_vielweib_teilzeitreisen17Ein weiteres Highlight in Cagli mit WOW-Effekt ist das Theater. Von außen unscheinbar, ist es innen fantastisch restauriert und strahlt im Charme vergangener Zeiten. Italiener liebten und lieben Theater und so ist diese Begegnungsstätte liebevoll restauriert worden. Vom Bühnenbild, über die Stuhlreihen bis hin zu den Balkonen – das Theater ist prachtvoll!

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Reise in die Renaissance, als wäre es gestern

Von weitem erkennen wir alte Backsteinhäuser und Ziegeldächer. Typisch italienisch wirkt die Stadt auf dem Berg. Je tiefer wir eintauchen, um so mehr werden wir von der Schönheit gefangen. Wirken die Häuser vom weiten ein wenig restaurierungsbedürftig, so stehen wir mitten in Urbino auf dem Berg vor einem beeindruckenden Palast und Dom. Beides haben es in sich.

Anfahrt auf Urbino mit Blick zum Dom und Palast
Anfahrt auf Urbino mit Blick zum Dom und Palast
Dom in Urbino
Dom in Urbino

Der Palast ist rege besucht. Überall stehen Gästeführer und übersetzen in verschiedensten Sprachen die Geschichte zum Palast. Erbaut wurde das Prunkstück im 15. Jahrhundert von Herzog Federico – und er liebte es bequem und den Luxus! So hatte das Gebäude schon damals einen Eiskeller, einen Lastenaufzug von der Küche und sogar eine Warmwasserleitung für den Adel.


Schon damals erlebt die Stadt ihre Blütezeit im 15. Jahrhundert. Eine Universität wurde gegründet und gilt bis heute noch als eine der besten Italiens. Viele bekannte Künstler wie  Michelangelo, Leonardo da Vinci und auch Bramante (der Baumeister des Petersdoms) sind eng mit der Stadt verwoben. Urbino erleben heißt Geschichte atmen. Im Palast finden sich heute neben vielen geschichtlichen Zeitzeugen bedeutende Kunstausstellungen, die man sich auf seiner Zeitreise nicht entgehen lassen sollte.

Ein Bummel durch die Stadt lohnt nicht nur zum Shoppen. Ein kleiner Spaziergang vom Berg durch die Stadt, durch kleine Gassen und gern auch mal Hinterhöfe, geben italienisches Lebensgefühl und wunderbare Ausblicke auf die Stadt und Geschichte Italiens.

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Wo Du heute wie die Herrschaften von damals übernachten kannst

Wer sich in den Marken auf Zeitreise begibt, kann ebenfalls historisch übernachten. Auf unseren Roadtrip durch Montefeltro habe ich jeden Abend in einem anderen Landgut von Marcheholiday übernachtet. Die Häuser waren groß, hatten alle mehrere Badezimmer und bieten sich an, gleich mit mehreren Freunden oder großer Familie zu reisen. Alle Landhäuser sind authentisch und liebevoll zu Ferienhäusern umgestaltet worden. Sie liegen meist landschaftlich schön und abgelegen. Ihr benötigt auf jeden Fall ein Auto.

Die Reise in die Vergangenheit in Marken haben wir mit Oldtimern abgerundet. Eine tolle Art unterwegs zu sein. Mehr dazu findet hier in diesem Blogbericht. Alle Touren und weitere Ausflugserlebnisse könnt Ihr bei Marcheholiday buchen. Es werden ganz individuelle Touren angeboten.

Noch mehr Impressionen von dieser italienischen Zeitreise:

Marcheholiday hat ein Videoteam organisiert, welches uns auf der Reise begleitet hat. Hier für Euch exklusiv ein Video zu den beschriebenen Ausflügen und weiteren Erlebnissen in Montefeltro in Marken:

Offenlegung: Wir sind von Marcheholiday zu einer Pressereise Truffleland eingeladen worden. Herzlichen Dank dafür. Unsere Meinung bleibt die eigene.

Über den Autoren

Tanja

Eine schöne Cabriotour in die Nachbarschaft oder eine Flugreise in die Ferne: Ob Deutschland, Europa oder weltweit - Ich reise gerne und liebe es, neue Welten zu erkunden.
Ich blogge zu Urlaubsreisen, Wochenendtrips und Städtereisen - als Teilzeitreisende hier bei Janett oder in meinem Blog unter www.vielweib.de

3 Kommentare

Hier kannst du einen Kommentar abgeben

  • *fernweh* Ich wusste gar nicht, dass es ein so süßes Örtchen in Italien gibt. Das sieht ja wirklich aus, wie aus der Vergangenheit. Einfach umwerfend süß. Ich bin sonst immer nur im Wellnesshotel Südtirol, aber offensichtlich sollte ich zumindest mal mehr Tagesausflüge einplanen. :)

  • Ein toller Bericht liebe Tanja. Den hätten wir im letzten Jahr sehr gut gebrauchen können. Wir haben bei unserer Italienreise auch einen Abstecher in die Region Marken gemacht und fanden es dort wunderschön. Gewohnt haben wir quasi mitten im Nichts und es war super. Urbino hat mir auch sehr gefallen. Liebe Grüße, Antonia

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