Baden Württemberg

Picknick in den Weinbergen rund um Hessigheim

„Alles einsteigen bitte!“ Kaum haben wir unseren gemütlichen Mercedes Flitzer auf dem Parkplatz der Felsengartenkellerei Besigheim abgestellt, werden wir schon mit diesen Worten begrüßt. Im schönen Oktober, mitten in einem der beeindruckendsten Weinanbaugebiete von Baden-Württemberg begeben wir uns auf einen etwas anderen Ausflug.

Hinter einen Traktor ist ein Anhänger gespannt. Als Gepäck? Fingerfood, Weintrauben und natürlich jede Menge Wein aus der Region um Hessigheim. Beeindruckt von der großen Kellerei bin ich die letzte, die auf das auffällige Gefährt „aufspringt“. Auf Decken haben wir es uns gemütlich gemacht – und kaum sitze ich, beginnt auch schon die Reise rund um das Thema Wein.

Es ist Weinernte in der Region.

An vielen Reben entdeckt man noch helle und dunkle Früchte. Auf den ersten Blick wirkt alles ruhig und entspannt. Doch hinter den Kulissen geht es heiß her. Weinverarbeitung ist ein „schnelles“ Geschäft – die Qualität der Früchte eines der wertvollsten Grundvoraussetzungen. Und an Qualität mangelt es dem Wein in der baden-württembergischen Region nicht. Das schmecke ich schon bei unserer ersten Verkostung.

Mit dem Traktor fahren wir durch Besigheim.

Eng sind die Straßen. Und geschmückt. Für ein französisches Weinfest, so wie ich das verstanden habe. Vorbei an Fachwerk und Burgen geht es für uns kurze Zeit später die Straßen in die Weinberge hinauf. Unser Traktor hat ziemlich zu kämpfen, und doch bringt er uns erfolgreich den Berg hinauf. Rechts und links von uns – Mengen an Weinreben.

Völlig abgelenkt von den Eindrücken höre ich zugegebenermaßen nicht wirklich zu, als über das Weinangebot und die Weinsorten geredet wird. Trotz trüben Wetters ist die Aussicht einfach nur beeindruckend. Soweit ich sehen kann Weinreben und dazwischen kleine niedliche Orte und die Neckar, die sich durchs Tal schlängelt. Mit einem guten Glas Weißwein in der Hand und der Kamera in der anderen genieße ich die herbstliche Luft und träume einfach vor mich hin. Abrupt bremst unser Gefährt an einem der zahlreichen Aussichtsplattformen.

Die „Weinsicht“ hier oben in den Bergen um Besigheim ist prämiert – und auch wenn der Skywalk neu ist, kann ich gut verstehen, warum er ausgerechnet an dieser Stelle gebaut ist.

Inmitten der Weinreben lässt es sich gut sein!

Ich muss zugeben, dass ich mich wieder vom Wein ablenken lasse. Rund um die Aussichtsplattform gibt es Weinreben ohne Ende. Ich konnte nicht anders – ich musste einfach naschen!

Weiter geht es zur schönsten Weinsicht 2012. Nicht dass dieser 2016 etwas von seinem Wert verloren hat. Hier oben werden mir mit einem richtig leckeren Buffet und Käse verkostet – und weil es später noch mit dem Auto weitergeht schwenken wir vom Wein auf den Traubensaft und Wasser um. Ein Schild erinnert mich an meine tolle „Land der 1000 Hügel-Radtour“ im Kraichgau vor ein paar Jahren. Hier muss ich unbedingt noch einmal zum Wandern zurückkommen!

Nur schwer kann ich mich von diesem großartigen Ort lösen. Es fängt ein wenig an zu nieseln und unsere Tour mit dem Planwagen geht weiter. Von den schönen Aussichten geht es jetzt in die Felsengärten. Jana hat sogar das Vergnügen unseren Traktor zu fahren – und stellt sich dabei recht gut an. Auch wenn ich mittlerweile weiß, dass es nicht so schwer ist, damals hatte ich schon etwas Muffe, als uns auf den schmalen Feldwegen andere Traktoren und Arbeitsfahrzeuge entgegenkamen.

Weinselig in den Felsengärten

Auch in den Felsengärten verließen wir unseren Planwagen. Einmal quer durch den Wein liefen wir in Richtung Neckar und auch wenn der Wind uns um die Ohren pfiff – dieser Ort war unglaublich! Ich konnte mich nicht sattsehen an dem Blick vom Felsen.

Eine Vogelschwarm-Formation flog über mich und es schien fast so, als ob sie mir das Zeichen gehen. „Komm Janett – Flieg!“. Beim Versuch meine Arme auszubreiten blieb es dann aber. Ein wenig traurig trottete ich zurück zum Traktor. Hier oben hätte ich verweilen können. Unsere Planwagenfahrt endet kurze Zeit später an der Felsengartenkellerei.

Wir sehen riesige Kisten mit gepflücktem Wein und das erste Mal in meinem Leben bekomme ich Einblick in die Weinernte. Irgendwie hätte ich ja erwartet, das füllige Damen in einem Holztrog die Trauben zerstampfen. Aber da bin ich wohl ein paar Jahre zu spät und auch im falschen Land. Sei es drum – die Verarbeitung des Weines ist dennoch sehr beeindruckend – und als wir anschließend auch noch einen Einblick in die „Schatzkammer“ der Kellerei bekommen wird mir klar, mit wieviel Sorgfalt hier die Rebe zum Wein wird.

Wir nehmen Abschied, nicht jedoch ohne vorher noch einmal mit unseren Mercedes über die schmalen Straßen der Felsengärten zu fahren. Denn – das habe ich gelernt – ein Weg durch die Weingärten findet sich immer!

Wichtige HinweiseAnreiseWeitere Inspirationen
  • Wenn ihr ebenfalls Lust auf eine Planwagenrundfahrt durch die Weinberge habt, so könnt ihr diese neben zahlreichen anderen „Weinerlebnissen“ in der Felsengartenkellerei buchen. Die Tour mit dem Wagen dauert 2 Stunden und startet an der Kellerei. Die Runde durch die Weinberge kostet pro Gruppe 220 Euro inkl. einem Secco pro Person – ein Aufpreis für Wein und Brezen von 6 Euro pro Person ist bei Bedarf zusätzlich zu entrichten.
  • Im Herbst kann das Wetter häufig wechseln – deshalb etwas wärmer anziehen und ein Tuch für den Hals mitnehmen.
  • Wenn ihr nur den Wein probieren wollt, könnt ihr in der Kellerei auch an einer Weinprobe teilnehmen. Diese findet an jedem ersten Freitag im Monat statt und kostet 21,50 (Secco-Empfang, 6 Weine, Vesperteller sowie Kellereiführung inklusive).
  • Unbedingt vorher anmelden!
  • Alle Infos über die Felsengartenkellerei
  • Vor Ort befindet sich auch ein Weingeschäft.
  • Mehr Infos zu den Felsengärten in Hessigheim

Es gibt vor Ort Parkplätze, eine Anreise mit dem Auto ist ebenso möglich wie mit der Bahn. Mit dem Zug nach Besigheim und anschließend mit dem Bus 459 bis Hessigheim. Sattlerei Eisele.

Offenlegung: Wir wurden von Baden-Württemberg Tourismus, dem Staatsministerium Baden-Württemberg sowie Mercedes Benz auf die #PlacesToBW-Tour eingeladen.

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Janett

Hallo, ich bin Janett, die Gründerin des Blogs Teilzeitreisender.de
Schon immer war ich ein sehr großer Fan von Kurzreisen. Neben einer Teilzeitstelle an der Uni Düsseldorf pflege und hege ich deshalb dieses Projekt - und habe dafür schon das eine oder andere Abenteuer erlebt. Mehr über mich erfahrt ihr unter der Rubrik "Persönliches"