Auf den Spuren der Römer in der Eifel - Industriekultur mal anders

Auf den Spuren der Römer in der Eifel – Industriekultur mal anders

Dieser Beitrag enthält Werbung für die Straßen der Römer

Wer glaubt die Römer waren nur am Rhein oder an der Mosel unterwegs, der täuscht. Tatsächlich sind die römischen Legionen zwar über den Rhein ins heutige Deutschland gekommen, ohne das wertvolle Basaltgestein aus der Eifel jedoch wären eine Vielzahl von antiken Gebäuden gar nicht entstanden.

Auf den Spuren der Römer in der Eifel - Industriekultur mal anders
Antike Ausgrabungen bringen manchmal überraschende Erkenntnisse!

Die Römer in der Eifel haben natürlich viele Spuren hinterlassen, die auch heute noch spannend sind und daher auch für Zeitreisen in die Antike sehr sinnvoll.

Der Römerkanal in der Eifel

Am bekanntesten ist wohl die römische Eifelwasserleitung, die in Zeiten von Caesar und Co. das wertvolle Wasser von Nettersheim nach Köln transportiert und zu der damaligen Zeit eines der größten Bauwerke diesseits der Alpen war.

Grüner Pütz

Entlang der ehemaligen Wasserleitung führt heute der Römerkanal-Wanderweg, über den wir 2015 schon berichtet haben. Während meiner Reise auf den Straßen der Römer habe ich in diesem Jahr aber noch sehr viel mehr entdeckt.  In der Eifel gab es nicht nur schicke römischen Villen, hier wurde vor allem gewerkelt. Gleich mehrere alte römische Bergwerke sind bekannt – nördlich von Butzweiler gibt es sogenannte römische „Putzlöcher“, aus denen in der Antike Erze und auch Steine gefördert wurde. Auch in Meurin und Mayen wurden Abbaustellen für Steine gefunden.

Warum die Römer Steine in der Eifel förderten

Nun stellte ich mir natürlich die Frage: Warum wurden Steine ausgerechnet in der Eifel gefördert? Dabei spielt der Laacher See, bzw. der darunter befindliche Vulkan eine wichtige Rolle. Vor knapp 12.900 Jahren brach der Vulkan in der Eifel das letzte mal aus. Dabei versank die Umgebung unter einer dichten Schicht Asche und Magma, es gab Erdbeben und die geologische Struktur der Region wurde ordentlich durcheinander gewirbelt.

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Entstanden sind dabei unter anderem auch Basalt – für den Mayen noch heute sehr bekannt ist. Auch Bims und Tuff sind Gesteine vulkanischen Ursprungs, diese werden auch heute noch in den Trasswerken Meurin abgebaut. Das Potential dieser Steine erkannten natürlich auch schon die Römer vor über 2000 Jahren. In den letzten Jahrzehnten wurde zur Antike viel geforscht – und man entdeckte antike Abbaustellen in der Osteifel.

Römerbergwerk Meurin in Kretz

Schon auf dem Parkplatz beim Besucherbergwerk Meurin fällt auf, das hier irgendwas gefördert wird. Verschiedene alte Fördermaschinen aus den letzten Jahrzehnten verwildern hier – sie gehörten einst zu den Arbeitswerkzeigen der Trasswerke in Meurin. Durch ein kleines Waldgebiet gelangen wir zu einer riesigen Halle, die auf dem ersten Blick so gar nicht ins Bild der ländlichen Umgebung passen mag. Und doch hat sie eine wichtige Daseinsberechtigung.

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Die Halle schützt die Ausgrabungen des Römerbergwerk Meurin, in denen vor 2000 Jahren Tuffstein abgebaut wurde. Bergwerke waren damals selten tiefer als 6 – 8 Meter, eine Vielzahl von Abbaugebieten wurde deshalb im Laufe der Zeit zerstört. Im 20ten Jahrhundert wurden dann die Überreste des Bergwerkes in Meurin entdeckt und im Jahre 1998 fanden hier aufwändige Ausgrabungen statt.

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Damit das eindringende Wasser nicht den Tuffstein zerstört, wurde 2000 eine Kuppel über das ehemalige Bergwerk gebaut. Als Museum des Vulkanparks lässt sich hier aber nicht nur eine wirklich besondere Ausgrabungsstätte besichtigen! Wir sind verabredet mit dem Archäotechniker Kuno Menchen, der uns mit auf eine ganz besondere Zeitreise nimmt. Falls ihr die Chance habt und mit ihm eine Führung machen könnt – MACHEN! Hier habt ihr es mit einem „waschechten“ Römer der Antike zu tun. So kam es mir zumindest vor. So viel geballtes Wissen über das Antike Leben ist mir selten über den Weg gelaufen.

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Im Bergwerk berichtet uns Kuno von den Ausgrabungen, von besonderen Funden (wie einer Treppe, Altare, Werkzeugen) und präsentiert uns den ältesten Videofilm der Welt ;). Deshalb – und nur deshalb –  wissen wir, dass Herr Menchen auch Römer ist! Der wird in der Dokumentation bei der Arbeit im Bergwerk gezeigt. Auch ohne Führung lässt sich an verschiedenen Stationen hier so einiges entdecken und wer genau hinschaut wird noch Arbeitsspuren der Römer entdecken. Was ich ziemlich krass nach 2000 Jahren finde!

Da ich ein Fan vom „Ausprobieren“ bin, hat mich die Antike Technikwelt im Außenbereich ziemlich begeistert. Wer hier übrigens genau hinschaut wird Herrn Menchen in Stein entdecken!

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Wir erfahren hier nicht nur wie bei den Römern Mehl gemahlen wurde, wir haben ebenso einen antiken Kran bedient, durften Marmor sägen, haben uns über das Töpferhandwerk im alten Rom informiert und hätten uns beinahe eine Göttertafel anfertigen lassen.

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Immer Mittwoch und Sonntag sowie an ausgewählten Thementagen und bei speziellen Führungen könnt ihr hier selbst Hand anlegen und euch ausprobieren. Und ich kann euch verraten, dass macht riesig Spaß!

Gut zu wissen!
  • Das Römerbergwerk ist von Mitte März bis Ende Oktober geöffnet und dann Dienstag – Sonntag (und an Feiertagen) von 10 – 17 Uhr besichtigt werden
  • Der Eintritt für Erwachsene kostet 6 Euro, für Kinder bis 100 cm ist der Eintritt frei, darüber ermäßigt. Für Familien lohnt sich das Familienticket
  • Für den Besuch solltet ihr knapp 2 – 3 Stunden einplanen, vor allem wenn die Stationen draußen geöffnet sind!
  • Wer kann: Unbedingt an einer Führung teilnehmen!
  • Aktionen, Führungen und eine Info zu allen Ausstellungsbereichen findet ihr unter roemerbergwerk.de

Mayener Grubenfeld

Nur knapp 13 Kilometer vom Römerbergwerk entfernt befindet sich das Mayener Grubenfeld. Auch hier werden wir zu einer spannenden Führung erwartet, die in den Erlebniswelten Grubenfeld starten. In den Museum erfahren wir alles zum Geschichte des Basaltabbau, der schon vor den Römern in dieser Region praktiziert wurde. Bis in die Neuzeit und zum Teil auch heute noch ist der Basaltstein aus Mayen in aller Welt bekannt- das Grubenfeld. Auch ein Römer war hier fleißig am Arbeiten – er wirkte jedoch etwas blass um die Nase, weshalb ich ihn lieber in Ruhe gelassen habe.

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Nicht nur bei schlechten Wetter lässt es sich hier an verschiedenen Stationen quer durch die Zeit einiges entdecken. Ich habe hier übrigens noch mal die Schulbank gedrückt und in kürzester Zeit auch eine neue Ausbildung gemacht. Ich hab jetzt umgeschult zum Pflastersteinschläger. Das habe ich sogar „Schwarz-Auf-Weiß“!

Ich hätte hier noch stundenlang verweilen können – unser Guide hatte jedoch für uns noch ein paar weitere spannende Highlights im Mayener Grubenfeld in petto. Wir folgen einem Rundweg, der Teil des „Mühlensteinrevier-Wanderweges“ ist, auf dem Gelände des Grubenfeld aber vor allem durch eingelassene Fledermausfließen auffällt.

Auf den Spuren der Römer in der Eifel - Industriekultur mal andersIch bin neugierig und erfahre kurze Zeit später von unserem Guide: Hier befindet sich ein riesiges Fledermauswohngebiet in einem alten Schacht. Der Schacht 700 wurde durch die Nabu gangbar gemacht, so das er nicht nur einen Einblick in das unterirdische Leben des Grubenfeld bietet sondern auch einen Einblick in das Leben der Fledermäuse ermöglicht. Es finden auch Veranstaltungen statt – wenn ihr daran Interesse habt, informiert euch im Infocenter zum Mayener Grubenfeld.

Sehr schön anzusehen fand ich einen alten Förderkran, der an einem kleinen See zu finden war. Drumherum nur Natur wirkte der Krank wie ein Relikt aus einer anderen Zeit. Dabei ist er nicht mal 100 Jahre alt.

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Der letzte Halt unseres kleinen Rundgangs führt uns zu ganz besonderen Kunstwerken, die ihr ebenfalls auf dem Grubenfeld entdecken könnt. Hier wurden mehreren Künstlern ein Stück Basalt in die Hand gegeben und sie durften damit tun was sie wollten. Dabei sind einige besondere Kunstwerke entstanden die mittlerweile auch schon ihren Weg ins Stadtzentrum von Mayen gefunden haben.

Das Gelände lässt sich zu einem Teil auch außerhalb der Öffnungszeiten erkunden – dann ist das Angebot jedoch recht eingeschränkt. Ein Blick auf die Homepage des Mayener Grubenfeld lohnt sich, hier finden vor allem im Sommer auch spannende Events wie Kino oder Lesungen statt. Ach und auch hier gilt: Eine Führung gibt euch einen noch tieferen Einblick rund um die ehemalige Fördergrube.

Gut zu wissen!
  • Öffnungszeiten, öffentliche Führungen und verschiedene Aktionen in den Erlebniswelten Grubenfeld findet ihr hier.
  • Mayen hat neben den Erlebniswelten Grubenfeld noch viel mehr Zeitreisen zu bieten. Hier gibt es das Eifelmuseum, das Deutsche Schieferbergwerk unter der Burg sowie das alte Arresthaus, in denen Ausstellungen stattfinden.
  • Der Eintritt in die Erlebniswelten Grubenfeld kostet 6 Euro.
  • Tipp:  Es gibt eine Kombikarte (9 Euro pro Erwachsener) oder Premiumkarte (12 Euro pro Erwachsener), mit der ihr 2 oder 3 Einrichtungen besuchen könnt. Es gibt Rabatte für Kinder, Schüler und Senioren.

Übrigens: Auf dem Katzenberg im Mayen ist eine alte Festung aus der spätrömischen Zeit zu bewundern – Genauso wie das Mayener Grubenfeld ist diese rund um die Uhr zugänglich.

Unsere wirklich kleine Wandertour zum Katzenberg könnt ihr bei Komoot sehen.

Gut zu wissen!
Sowohl das Römerbergwerk in Meurin als aus das Grubenfeld in Mayen sind Teil des Vulkanparks. Hier lässt sich noch viel mehr entdecken! Zum Beispiel ein Geysir in Andernach und ein Lavadome in Mendig. Beides muss ich mir unbedingt noch einmal anschauen! 

Noch mehr Römer in der Eifel?

Ihr habt Lust auf noch mehr „Römerorte“ in der Eifel? An einem Tag habe ich natürlich nicht alles entdecken können – habe aber hier definitiv noch ein paar Empfehlungen, die ich mir bei meiner nächsten Reise definitiv mal genauer anschaue:

  • Römischer Grabtumulus in Nickenich
  • Römische Kalkbrennerei Bad Münstereifel
  • Tempelbezirk Pesch Bad Münstereifel
  • Römervilla Bad Neuenahr Ahrweiler

Noch mehr Tipps, Veranstaltungen und Ausflugsziele findest du auf der Homepage der Straßen der Römer.

Tanja hat an Tag 3 ihrer Tour auf den Straßen der Römer auch Halt in der Eifel gemacht gemacht und war auf einer spannenden Wanderung.

Entdeckungsreise auf den Spuren der Römer in Koblenz

Auch in Koblenz war ich auf den Spuren der Römer unterwegs. Auch wenn dort viele Dinge erst auf den zweiten Blick ersichtlich werden, so lohnt sich ein Besuch auf der Festung Ehrenbreitstein, in und um die Stadt auch für Römerfans.

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In meinem Artikel über die Römer in Koblenz verrate ich euch, wo ihr euch auf die Suche nach Spuren aus der Antike machen könnt.

Was haben die Römer an der Mosel erlebt?

Auch an der Mosel haben wir den einen oder anderen antiken Fund gemacht! Nicht nur in und um Trier gab es in der Epoche der Römer in Deutschland hier Besiedelungen.

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Lasst euch auf meiner Reise an die Mosel in meinem nächsten Artikel rund um Römer in einen Tempel entführen. Mehr dazu Anfang Oktober hier!

Offenlegung: Ich wurde von Straßen der Römer auf eine Recherchereise eingeladen. Für diesen Artikel bekomme ich eine Bezahlung.

Janett

Hallo, ich bin Janett, die Gründerin des Blogs Teilzeitreisender.de
Schon immer war ich ein sehr großer Fan von Kurzreisen. Neben einer Teilzeitstelle an der Uni Düsseldorf pflege und hege ich deshalb dieses Projekt - und habe dafür schon das eine oder andere Abenteuer erlebt.

Mehr über mich erfahrt ihr unter der Rubrik Persönliches

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