Italien

(M)eine Nacht mit Grace Kelly in Lido

Endlich wieder Venedig. Auch, wenn mich mein Weg diesmal auf die angrenzende Insel Lido führt. Aus dem einfachen Grund, weil dort mein Hotel ist. Von Venedig aus erreicht man den Lido mit verschiedenen Direktlinien der Wasserbusse.  Und mit einem eben dieser nähere ich mich gespannt meinem erträumten Ziel.

Ein Traum in weiß

Nach einem kurzen Fußweg von ca. 15 Minuten liegt eine schneeweiße Villa vor mir. Genau hier soll eins der sechs Zimmer für diese Nacht mein Zuhause sein. Nach einer langen Reise bin ich kaputt und doch noch voller Tatendrang drückt mein Finger den Klingelknopf an dem verschlossenen Tor. Das Umdrehen eines Schlüssels an der Haustür verrät, dass diese sich sogleich öffnen wird und ich endlich meine müden Füße etwas ausruhen kann.

Doch zuerst gilt es, ein besonderes Hindernis zu überwinden: auf mich zu kommt, mit einem strahlenden Lächeln im Gesicht, ein sehr netter Italiener und begrüßt mich mit einem warmen Handschlag. Sein Lächeln verhindert jedoch nicht meine aufsteigenden Sorgen, als wir feststellen, dass er gar kein Deutsch und ich kaum Englisch sprechen kann. Und doch: seine Freundlichkeit zieht mich förmlich in das Innere des Hauses und läßt mich bewundernde Blicke über den Eingangs- und Empfangbereich ausschicken. Die Hauptfarbe weiß setzt sich auch hier fort. An den Wänden hängen Bilder mit alten mir teils bekannten, teils weniger bekannten Gesichtern. Leise läuft im Hintergrund eine alte Melodie, die klingt, als käme sie direkt aus einem Grammophon.

Und obwohl bereits hier in eine andere Welt versetzt, müssen Formalitäten erledigt werden: ich nenne nochmals meinen Namen, erhalte einen kostenlosen W-Lan-Zugang und die Information, dass das Frühstück ab 8 Uhr am nächsten Morgen auf mich wartet.

Dann kommt dieser – immer noch lächelnde – Mann auf mich zu, verbeugt sich kurz, nimmt meinen Koffer und bedeutet mir, ihm zu folgen. Meine Neugierde ist mittlerweile kaum auszuhalten. Nur zu bereitwillig folge ich seiner Aufforderung den ersten Stock zu betreten.

Das rote Zimmer

Vor einer Tür bleibt er stehen, schaut mich kurz an und öffnet diese mit einem roten Schlüssel, den er aus seiner Hosentasche zaubert.

Er gibt der Tür einen leichten Stoß, betritt den Raum, stellt meinen Koffer ab und tritt mir noch einmal in den Weg. In seiner offenen Hand, die er mir ausgestreckt hinhält, liegt der rote Schlüssel. Auf meinen fragenden Blick erfahre ich, dass dies die Schlüssel zum Tor sowie zum Haus sind. So kann ich kommen und gehen, wann ich möchte. Erfreut nehme ich die Schlüssel an mich und betrete das Zimmer, das für diese Nacht meine Unterkunft sein wird.

Überrascht, erstaunt und freudig überrascht schaue ich mich in dem Zimmer um. Jedes der Zimmer ist einer ganz bestimmten Filmgröße gewidmet und ich habe das „Rote Zimmer“ erhalten, dass der wundervollen Schauspielerin Gracy Kelly gewidmet ist.

Ein breites, sehr einladendes Bett dominiert den Raum, in dem sich die Farben weiß, rot und grau liebevoll vereinen.

Nach und nach nehme ich die Details in mir auf: die Bilder an den Wänden, die Zeichnungen an der Abtrennung hinter dem Bett und den dahinter vor neugierigen Blicken verborgene Schrank, den Safe und den kleinen Kühlschrank. Sollte mir danach sein, könnte ich gemütlich auf dem Bett liegen und den Fernseher nutzen, der gegenüber angebracht ist.

Zwei große Fenster lassen die letzten Sonnenstrahlen eine ganz besondere Atmosphäre zaubern. Obwohl draussen drückend warm, sorgt die Klimaanlage dafür, dass es angenehm temperiert ist.

Gegenüber dem Bett entdecke ich eine Schiebetür, hinter der sich ein sehr, also wirklich sehr, geräumiges Bad verbirgt. Der in komplett in Rot gehaltene Raum wirkt mega warm und einladend. Und dieser Einladung folge ich nur zu gerne! Schnell entledige ich mich meiner Kleidung und genieße die warme Dusche und die wohlige Gewissheit, dass ich diese Nacht ganz sicher wundervoll schlafen werde!

Abendspaziergang

Mittlerweile etwas erholt und durch die positiven Eindrücke des Zimmers aufgeputscht, beschließe ich, doch noch etwas die Umgebung des Hotels und den Lido zu erkunden und nochmals einen Ausflug nach Venedig unternehmen. Dies ist mit dem Linienschiff kein Problem und so ist es mir ein Leichtes, mein Vorhaben in die Tat umzusetzen. Auf dem Lido reiht sich ein Herrenhaus neben dem anderen an. Eine Villa sieht schöner aus, als die nächste. Ich kann mich kaum satt sehen.

Warum mir mein Herbergsvater zur Mitnahme eines Schirms riet, bemerkte ich leider erst zu spät. Wie gewollt, fuhr ich noch nach Venedig und ging auch dort noch etwas spazieren. Bis es plötzlich immer windiger wurde. Und windiger. Überrascht trete ich meine Heimfahrt an und darf durch den aufgezogenen Sturm ich einen einmaligen Sonnenuntergang vom Lido aus erleben.

Der Morgen danach

Die Nacht und das große Bett (1,60 x 2,00 m) hielten, was ihr Anblick am Abend versprachen: ich kuschelte mich ein und habe geschlafen wie eine Prinzessin. Am Morgen weckte mich fröhliches Vogelgezwitscher, dass durch die geöffneten Fenster an mein Ohr drang. Der morgendliche Blick aus dem Fenster fiel leider auf einen Durchgang zwischen den Häusern, aber da ich nur diese eine Nacht hier verbringen würde, machte das meiner Freude über das hübsche Zimmer keine Abbrüche.

Ein Blick auf die Uhr verriet mir, dass ich bis zum Frühstück und meiner Abreise noch Zeit hatte und so besuchte ich zu früher Stunde schon den Strand.

Wie wunderschön! Ein großer Strand, einige Felsen und viele, viele Muscheln rundeten den Blick auf das Meer ab und ließen sofort die Gedanken in Richtung Ferne schweifen. Ein kurzer Spaziergang, mehr Zeit blieb mir leider nicht und so mußte ich dieses wunderschöne Fleckchen Erde ziemlich schnell wieder verlassen. Wie sehr hätte ich mir noch ein paar Stunden und etwas zu Schreiben herbeigewünscht.

Zurück im Hotel erwartete mich jedoch der Herbergsvater, der auch am frühen Morgen bereits lächelnd den Tag begrüßte. Liebevoll gedeckte Tische und leise Musik machten das Essen zu einem ausgedehnten Erwachen und angenehmen Start in den neuen Tag.

Gestärkt verabschiedete ich mich und erklärte mit den wenigen Worten, die mir zur Verfügung standen, wie sehr ich die Nacht und den Aufenthalt genossen hatte.

Die wichtigsten Infos zum Hotel.

Wichtige HinweiseAnreiseWeitere Inspirationen
  • Die alle in einer anderen Farbe gehaltenen Zimmer erinnern an Audrey Hepburn, Grace Kelly, Alberto Sordi und Anna Magnani, Marilyn Monroe, Frederico Fellini und Gelsomina.
  • Eine sehr gepflegte und elegante Austattung. Eine große Gastfreundlichkeit und die Nähe zu Venedig macht dieses Hotel besonders empfehlenswert.
  • Nichtraucher-Zimmer
  • Anreise ab 15:30 Uhr
  • Abreise bis 11:00 Uhr (Absprachen sind hier aber durchaus möglich)
  • Zugang zum kostenlosen W-Lan kann man beim Einchecken erhalten
  • Mehr über die Villa venice movie könnt ihr auf der Homepage erfahren.
  • Die Preise pro Zimmer je Nacht liegen zwischen 50 – 100 Euro.
  • Die Insel Lido ist von Venedig und vom Flughafen Marco Polo per Wasserbus zu erreichen.
  • Das Hotel liegt ca. 15 Minuten Fußweg von der Anlegestelle „Lido“ entfernt.

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