Schon seit Jahren wollte ich mir der Sauschwänzle-Bahn im Süden des Schwarzwaldes fahren. Doch die Suche nach einer passenden Unterkunft gestaltete sich nicht so einfach. Wir entschieden uns für eine Ferienwohnung in Villingen – Schwenningen und verbrachten 5 Tage in einer Region, die nicht mehr ganz Schwarzwald, aber auch nicht so ganz Bodenseeregion ist. Und dennoch eignet sich diese Grenzregion zwischen Bodensee und Schwarzwald genau deshalb für einen entspannten Herbst-Urlaub.

Warum? Das verrate ich euch hier.
Inhaltsverzeichnis
Warum Villingen-Schwenningen?
Ich wollte Sauschwänzle-Bahn fahren. Und ich wollte nach Konstanz. Und im Schwarzwald wandern gehen. Das waren die drei Kriterien, die ich für unseren Herbsttrip in den Süden hatte. Ich muss aber auch ehrlich sein – schöne und vor allem bezahlbare Unterkünfte waren im näheren Umkreis von Blumberg leider nicht zu finden.

Bei der Umkreissuche fiel mir eine nette und günstige Ferienwohnung in der Altstadt von Villingen-Schwenningen auf. Nur 200 Meter vom Bahnhof entfernt, mit zahlreichen Restaurants und Geschäften in der Nähe und mit Küche, Bad und allem, was wir zu zweit auf so einer Reise brauchen würden.
Was kann man in Villingen-Schwenningen anschauen?
Villingen hat eine nette übersichtliche Innenstadt, in der es sich auch recht entspannt flanieren und shoppen lässt. Der Ort Villingen-Schwenningen waren einst zwei Orte – die 1972 im Rahmen einer Gebietsreform zusammengelegt wurden. So kommt es auch, das der Ort heut eine Fläche von 165 Quadratkilometer hat – was etwa der Grundfläche von Liechtenstein entspricht. Während in Villingen eher das klassische “Altstädtchen” zu finden ist, gibt es in Schwenningen zahlreiche Gründerzeitvillen und moderne Bauwerke – Schwenningen war einst das Uhrenzentrum von Bawü. Btw. – die Stadt ist sowohl schwäbisch als auch badisch.

Aber genug der Vorrede – hier kommen meine Highlights an Sehenswürdigkeiten in Villingen-Schwenningen. Und nein – ich habe auch noch nicht alle entdeckt.
Franziskanermuseum
Das Franziskanermuseum haben wir eher zufällig entdeckt – denn aufgrund des Namens wären wir wohl klassisch nicht hier hineingegangen. Gut das wir es dennoch getan hat. Hier gibt es eine megainteressante Dauerausstellung über die Geschichte der Region und die Besonderheiten von Villingen und Schwenningen – die zudem auch noch kostenfrei besucht werden kann. Nicht nur an Schlechtwettertagen in Villingen solltet ihr hier mal vorbeischauen. Mehr Infos zum Museum und den Ausstellungen findet ihr hier.

Die Villinger Brunnen
In der Innenstadt gibt es eine Vielzahl dieser besonderen Brunnen. Die bekanntesten sind der Narrobrunnen (den ihr hier auf dem Foto auch seht), es gibt aber auch noch einige mehr, wie den Romäusbrunnen und den Radmacherbrunnen. Am besten informiert ihr euch hierzu in der Stadtinformation, die übrigens auch im Franziskanermuseum zu finden ist.
Ob das Wasser trinkbar ist, weiss ich nicht – aber sehenswert sind die Badewannen im Stadtzentrum schon.

Der Neckarursprung und das Schwenninger Moos.
Auch wenn das Wetter nicht das beste war, einen Besuch am Schwenninger Moos wollten wir uns nicht entgehen lassen. Das Hochmoor ist etwa 3 Quadratkilometer groß und auch bekannt als Neckarquelle. Hochmoor deshalb, weil wir uns hier auf 705 Meter über Meer befinden. Rund um das Moos führt ein Wanderweg, auf dem wir nicht nur einiges spannendes über das Moor und die Renaturierung entdecken konnten, sondern auch einige seltene Pflanzen gefunden haben. Und es gibt Holzsstege. Ich liebe Wanderwege auf Holz. Die Tour findet ihr übrigens hier.

Villinger Münster und Münsterbrunnen
Ursprünge des Villinger Münsters stammen aus dem 13. Jahrhunderts und ich finde es ein sehr schönes Gotteshaus. Es befindet sich im Stadtzentrum von Villingen und hier befindet sich auch das Nägelinskreuz, welches Heilungskräfte haben soll. Ein Pilgerort ist Villingen jedoch nicht. Sehenswert ist auch der Münsterbrunnen direkt vor dem Münster. Auf ihm könnt ihr die 1000 Jährige Geschichte von Villingen nachverfolgen – hier findet ihr eine Aufschlüsselung. Ein sehenswerter Ort in Villingen und “Instagramable”.

Aussichtsturm Hubenloch
Wer Villingen-Schwenningen einmal von oben bestaunen möchte, dem empfehle ich einen Besuch auf dem Aussichtsturm Hubenloch. Etwa 700 Meter von der Altstadt entfernt auf 750 Höhenmetern befindet sich ein Park mit Rosengarten, Spielplätzen und Ruhebänken. Mittendrin steht ein Aussichtsturm, mit dem ihr noch einmal 25 Meter höher laufen könnt. Von dort aus gibt es einen tollen Blick auf die Region drumherum. Der Eintritt in Park und auf den Turm ist kostenfrei und rund um die Uhr möglich.

Unsere kulinarischen Highlights in Villingen
In einer Stadt, die sowohl schwäbisch als auch badisch ist, wollten wir natürlich beide Spezialitäten probieren. So gab es sowohl Maultäschle, als auch Schwarzwälder Kirschkuchen.
Wir haben im “Zum Kuckuck”, im Gasthaus Ott und im Jägerhaus regional gespeist und sind damit immer gut gefahren. Im Café Dammert ist immer viel los – aber die Torten dort sind auch wirklich lecker! Und natürlich findet ihr auch einige Geschäfte im Stadtzentrum, solltet ihr euch selbst versorgen wollen. Wir haben verschiedene Bäcker der Stadt fürs Frühstück ausprobiert – auch da könnt ihr nix falsch machen.
Ausflugsziele rund um Villingen-Schwenningen
Okay, zugegeben – wir haben von unserer fünftägigen Reise auch viele Ausflüge in die Umgebung gemacht. Deswegen will euch die vielfältigen Ausflugsziele rund um Villingen-Schwenningen nicht vorenthalten, die ihr zum Teil auch wirklich gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen könnt.
Mit der Sauschwänzlebahn unterwegs
Die Sauschwänzlebahn gilt als eine der interessantesten Museumsbahnen in Deutschland und so habe ich natürlich auch eine Fahrt gebucht. Bis Anfang Oktober fahren an besonderen Terminen Dampfloks – die Züge sind oft recht schnell ausgebucht – deshalb unbedingt vorreservieren. Die Fahrt an sich war ganz nett – wirklich viel vom “draußen” haben wir leider nicht gesehen. Spannend war die Durchfahrt durch Tunnel und die Erläuterungen. Wir sind von Blumberg bis nach Weizen und zurück nur bis Pfützen, um von dort aus einen Teil des Sauschwänzlewanderweges gehen zu können. Unsere Tour findet ihr hier – es war trotz wechselhaften Wetters eine wirklich tolle Wanderung mit tollen Ausblicken. unter anderem auf das Viadukt, welches wir vom Zug aus ja nur erspürt haben. Die Tour hin uns zurück kostete knapp 38 Euro pro Person. In Blumberg gibts zudem noch ein kleines Museum und ein altes Stellwerk über den Gleisen, welches ich euch nur empfehlen kann. Hier gibts mehr Infos zu den Touren und eine Buchungsmöglichkeit.


Donaueschingen
Nach Donaueschingen sind wir “nur mal kurz” gefahren, da ich mir unbedingt die Quelle der Donau anschauen wollte. Ob es die wirkliche Quelle ist, daran gibt es inzwischen ein paar Zweifel, aber schick aussehen tut der Brunnen schon. Auch die Innenstadt ist ganz nett anzusehen, Schlösser, Häuser aus der Gründerzeit und auch der ein oder andere gemütliche Park lädt zum Verweilen ein. Wenn ihr länger hier bleiben wollt, lest euch gerne den Artikel von Kathleen durch – sie hat ein paar Tipps für Donaueschingen.

Konstanz entdecken
Von Villingen-Schwenningen gibt es eine Direktverbindung mit der Bahn nach Konstanz. Klar, das wir uns eine Stunde in den Regionalexpress setzen – am Bodensee bin ich immer gerne. Wir haben zwar nur eine kurze Runde durch die Altstadt gemacht, aber doch so einiges erlebt. So sind wir auf das Konstanzer Münster gestiegen und haben uns die wirklich schöne Kirche angeschaut, wir haben eine wirklich sehr leckere Waffel bei Café Helge genossen, ich hab einen Blick in die coole Stadtbibliothek werfen können und wir sind auch über die alte Rheinbrücke gelaufen.
Und natürlich hab ich auch eine Tour zum Hafen nicht verpasst – obwohl da aktuell recht viel Baustellen zu finden sind. Da ich unbedingt eine Bootstour machen wolle, haben wir spontan einen Ausflug nach Meersburg gemacht und festgestellt – für beide Orte braucht man definitiv mehr Zeit (und auch ein bissl besseres Wetter). Beide Städte sind bei Touristen sehr beliebt – es ist also etwas mehr hier los – was sich aber bei Regenwetter gut verlief.


Meersburg erleben
Auch Meersburg war eher so eine Zufallsentdeckung. Ich wollte gerne mit dem Schiff auf den Bodensee – die einzige Möglichkeit unter der Woche an einem Tag im Oktober (und nicht 4 Stunden) war eine Fährfahrt von Konstanz nach Meersburg. Die könnt ihr, sofern ihr mit dem Bus 700 fahrt, sogar kostenlos mit dem Deutschlandticket machen. Dann müsst ihr aber während der Überfahrt im Bus bleiben. Deshalb ging es auf der Rückfahrt “Normal” rüber.
In Meersburg gibt es eine Burg, ein Schloss, eine wunderschöne Altstadt sowie eine tolle Bodenseepromenade zu bestaunen. Da es rund um Meersburg Weinberge gibt, lässt sich hier auch gut Wein probieren. Ich habe einen frischen Suser getrunken und hatte anschließend leicht einen sitzen. Trotz Regen fand ich den Besuch hier toll und muss mir für die Region mal etwas mehr Zeit nehmen. Von Konstanz waren wir in 30 Minuten hier – noch mal 10 Minuten dauert es bis zum Bahnhof Konstanz.


Rheinfall in Schaffhausen
Der Rheinfall in Schaffhausen in der Schweiz ist wohl einer der bekanntesten Wasserfälle Mitteleuropas. Ich hatte Anfang Oktober im letzten Jahr richtig Glück, denn dank viel Regen sind hier richtige Wassermassen heruntergekommen. Es gibt für einen kleinen Eintrittspreis (5 CHF) die Möglichkeit auf Aussichtsplattformen ganz nah an den Wasserfall zu kommen. Ich habe zudem für ein paar Euro mehr noch eine Bootstour zum Wasserfall gemacht. Gut das ich eine Regenjacke dabei hatte- Wasser hab ich einiges abbekommen.

Wer etwas mehr Zeit hat – auch Basel, Freiburg und Friedrichshafen lassen sich von hier aus gut erreichen. Und natürlich kann ich euch auch das Kinzigtal empfehlen.
Unsere Unterkunft in Villingen-Schwenningen
Wir haben im Air-Bnb-Apartment an der Stadtmauer übernachtet, einer wirklich gemütlichen Wohnung unweit von Bahnhof und Altstadt.

Auch wenn das Bett mir einen Tick zu schmal für zwei war, die Küche und auch das Wohnzimmer (in dem theoretisch auch noch mal zwei Personen schlafen könnten) waren richtig gut und wir haben uns hier 4 Tage sehr wohl gefühlt.
Wie komme ich nach Villingen-Schwenningen?
Ganz ehrlich? Hätte ich gewusst wie gut hier alles mit Bus und Bahn erreichbar ist, wären wir nicht mit dem Auto angereist. Das ist zwar ganz gut machbar, zieht sich aber aus Richtung Osten und auch gen Westen ziemlich.

Unsere Ausflüge mit den Regionalzügen in Richtung Konstanz waren dagegen recht entspannt und dank Deutschlandticket auch kostenfrei. Selbst zum Rheinfall könnt ihr in knapp 1 1/2 Stunden mit dem Zug fahren. Daher empfehle ich eine Anreise mit Bahn. Auch weil im Stadtzentrum nur wenige Parkplätze zur Verfügung stehen.
Privat bezahlte Reise.
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