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Frankreich

Ein Stop-over im Pariser Norden – Meine Highlights um den Gare du Nord

Es ist Sommer. Die Stadt glüht. Überall sind Menschenmengen unterwegs, die sich entlang der allseits bekannten Sehenswürdigkeiten tummeln. Kein Ort für mich – der doch eher die Plätze der Ruhe, die touristenfreien Plätze sucht und zumal nur 4 Stunden Zeit hat. Paris. 35 Grad. Und ich will keinen Meter zu weit laufen.

Leben in Paris

Ich bin in einer Region, die nicht mit einem Louvre, Eiffelturm, einem PèreLachaise oder einer Sacré-Cœur aufwarten kann.  Und doch hat sie wohl jeder Paris-Reisende schon einmal gesehen. Die Bahnhöfe „Gare du Nord“ (Nordbahnhof) und „Gare de L´est“ (Ostbahnhof) sind bekannte Ankunftsbahnhöfe für Züge aus Richtung Osten – und somit auch aus Deutschland, Belgien und sogar Russland.

Die Bahnhöfe an sich sind schon einen zweiten Blick wert. Der Gare du Nord ist der größte Bahnhof Europas und wartet nicht nur mit zahlreichen internationalen Anbindungen, sondern auch mit einer prunkvollen Architektur des 18ten Jahrhunderts auf. Übrigens solltet ihr auf die Außenfassade einmal genauer acht geben, dort befinden sich acht weibliche Statuen, die Reiseziele symbolisieren: Brüssel, Amsterdam, London, Berlin, Warschau und Köln.

Gare du Nord

Ein Funny Fact ist hierbei, das die Reiseziele Wien und Frankfurt am Main nicht vom Gare du Nord angefahren werden, sondern vom 100 Meter entfernten Gare du L´est. In den Bahnhöfen selbst findet ihr alles was das Herz begehrt und was es auch in Deutschland auf Bahnhöfen gibt. Sehr beeindruckend fand ich ein Klavier, was im Gare de L´est steht und von jedermann für Stücke genutzt werden kann. Dort saß ein Bauarbeiter und spielte Klavier wie ein Gott – ich glaube der hat seinen Beruf verfehlt..

Gare de l´est

Die Region um die Bahnhöfe auf den ersten Blick wenig einladend. Die Restaurants direkt vorm Gare du Nord sind ziemlich überteuert und in den Seitenstraßen würde ich als Frau im Dunkeln nicht alleine entlanglaufen. Und doch gibt es Orte – die man besucht haben sollte. Gerade wenn man nur ein paar Stunden Zeit hat und wenn man diese nicht nur im Bahnhof verbringen will, dem empfehle ich eine kleine Runde durch das 10te Arrondissement: Rive Droite.

Paris Nähe Gare du Nord

Überall wird geschrieben, das es ein von Touristen wenig frequentiertes Viertel ist, und das stimmt auch. Wer Franzosen treffen will, sollte hier unterwegs sein. Mein Rundgang startet in einem der kleinen Parks, die in Paris so typisch sind. Der Jardin Villemin ist eine der größten Grünflächen im 10ten Arrondissement und wird von Einheimischen für Picknicks, Ausflüge mit Kindern und eine ruhige Minute unter den zahlreichen Bäumchen (sprich – Nickerchen) genutzt. Es gibt einen kleinen Bereich, der wirkt, als könnt man hier Urban Gardening betreiben, und es vier Eingänge auf dem Gelände eines ehemaligen Militärkrankenhaus. Vom Gare du L´est sind es nur 2 Minuten linker Hand, dann ist man in diesem Kleinod an Ruhe.

Einmal durch den Park gelaufen landet man am Kanal St. Martin, einem der entspanntesten Orte, die ich je in Paris erlebt habe. Dort sitzen zahlreiche Einheimische herum, es fahren kleine Boote auf dem Kanal zur Schleuse und die Welt bekommt hier von dem Trubel in der Stadt so gar nichts mit. Am Qual de Valmy (der parallel zum Kanal verläuft) gibt es zahlreiche kleine gemütliche Cafes und Bistros – gut besucht und schattig gelegen. Rund eine Stunde verbringe ich hier – wundere mich über so manche Figuren, die hier vorbei laufen und setze meinen Spaziergang dann fort.

Canal St. Martin

Mich zieht es wieder in den Stadtteil zurück, und nach einigen fast menschenleeren Straßenzügen gelange ich auf den Place de la Republique. Der Platz ist sicherlich nicht einer der Touristenmagnete in Paris, und doch ist er neben seiner beträchtlichen Größe auch einer der Plätze, die häufig für Kundgebungen und Verlautbarungen genutzt wird. Seit knapp 2 Jahren ist er durch eine neue Aufteilung auch häufig Spielort verschiedener Marketingaktionen, bietet aber im Schatten der Marianne (der Figur in der Mitte) auch ein paar ruhige Plätze zum verweilen.

Place de la Republique
Place de la Republique

Nun, mich zieht es wieder zurück in Richtung Bahnhof.Ich entdecke die Pfarrkirche Saint-Vincent-de-Paul, die an just dem Ort gebaut wurde, an dem das Haus Saint Lazare stand. Das scheint auf den ersten Blick nicht interessant, und doch ist dieser Vinzenz von Paul derjenige, der das Bild der heutigen karikativen Vereinigung in Kirchenverbänden wesentlich geprägt hat. Die heutige Kirche hatte eine ewig währende Bauzeit (1824 – 1844), ein schönes Gebäude das viele Baustile in sich vereint und dennoch stimmig wirkt. Ein wenig abseits davon findet sich noch das Saint Laurent, die ein sehr schönes Eingangsportal hat und auch innen für die „innere Ruhe“ sorgt. 

Église Saint-Laurent
Église Saint-Laurent

So langsam regt sich mein Hunger. Zwar gibt es in den Seitenstraßen des Bahnhofes kleine Basare und Obst und Snacks zu kaufen, so ganz geheuer ist es mir an einigen Ecken jedoch nicht, so dass ich mich zurück zu meinem Hotel mache. Unterwegs entdecke ich noch das Porte Saint Martin und das Porte Saint Denis, zwei Triumphbögen, für die man sich etwas mehr Zeit zum bestaunen nehmen sollte.

RE Camera
Einer der beiden Triumpbögen

Das Porte Saint Martin befindet sich an der Kreuzung der Straßen Rue Saint-Martin und Rue du Faubourg Saint-Martin – ca 15 Gehminuten vom Gare du Nord entfernt.

Mein Hotel befindet sich in der Rue Rene Boulanger, einer schmalen Seitenstraße abseits des Porte Saint Martin. Ein Theater befindet sich in der Nähe und auch einige Bistros. Schon vorab hab ich gesucht, was es hier besonderes gibt und bin dann auf Ouh La La! – Cantine St Martin aufmerksam geworden.

Das Bistro bietet Taccos auf französische Art an,  und das zu einem unschlagbaren Preis. Im Sommer kann man draußen sitzen, ich jedoch war happy, meine weichen Taccos mit französischer Füllung und eine Rosenlimonade im Restaurant zu genießen. Gerade in den Abendstunden ist es um Saint Martin herum ziemlich trubelig – was an so warmen Tagen nicht so wirklich meines ist.

Paris

Mein Abend geht zu Ende, und mein Hotel wartet auf mich. Das 10 Arrondisment von Paris überrascht mich – und das nicht nur, weil es auch in unmittelbarer Nähe zum Le Cimetière du PèreLachaise und Montmartre ist.

 

Wichtige InfosAnreise und UnterkunftMehr dazu im Internet
  • Der Bahnhof Gare du Nord wird von Köln mit dem Thalys angefahren, Gare du L´est von Frankfurt aus mit dem TGV. Beide Bahnhöfe liegen ca. 10 Gehminuten auseinander.
  • Gepäck könnt ihr an allen großen Bahnhöfen bei der Gepäckaufgabe oder in Schließfächern zwischenlagern. Weitere Informationen zu den Öffnungszeiten und Co für alle Pariser Bahnhöfe findet ihr hier
  • Der Jardin Villemin ist wie die meisten der Pariser Parks in der Nacht geschlossen. Von 8 bis 21:30 Uhr könnt ihr hier jedoch flanieren, relaxen und mehr.
  • Übrigens gibt es im Jardin Villemin kostenloses Wifi. Ideal also auch als Coworkingspace auf Zeit.
RE Camera
Wifi im Jardin Villemin
  • Am Canal St. Martin kann man nicht nur sitzen und relaxen, sondern auch eine sehr spannende Bootstour (knapp 4 Stunden) erleben. Diese ist ober und unterirdisch und zeigt ein ganz besonderes Gesicht von Paris. Schaut auch unter dem Reiter „Mehr dazu im Internet“ – dort findet ihr einen Erfahrungsbericht. Infos zu Abfahrtszeiten und Preise könnt ihr hier nachlesen.
  • An Sonn und Feiertagen sind die Straßen direkt am Kanal übrigens für den Autoverkehr gesperrt. Immer wieder gibt es Bänke oder direkt am Kanal treppen, auf denen man sich ruhen kann.
  • Auf dem Platz der Republik sind häufiger Konzerte und Coole Events – am besten fragt ihr hierzu mal bei der Tourisinfo (im Bahnhof Gare du Nord) nach, die können euch mehr sagen.
  • Cafes und Bistros sind in den Abendstunden gut besucht, auch das Ouh La La! war recht voll. Eine Reservierung war jedoch nicht nötig, ihr könnt euch dort auch alles „To Go“ bestellen. Sehr nettes Team, was auch englisch spricht.
  • Parken ist in den schmalen Straßen des 10. Arrondismont nahezu unmöglich, die Parkhäuser verschlingen schnell mal bis zu 80 Euro pro Tag, deshalb meine Empfehlung – kommt mit der Bahn. Alle paar Meter gibt es Bushaltestellen und Metro-Stationen, die auch bis tief in die Nacht fahren, so das man immer mobil ist.
  • Unser Hotel „Moris“ lag ca. 5 Gehminuten von Porte Saint Martin entfernt. Die Zimmer zum Hof hinaus waren sehr ruhig, jedoch sehr klein. Der Flur war dunkel, aber es gab einen Fahrstuhl, und Frühstück gibt es hier in einem schönen Kellergewölbe. Die Zimmer im Hotel gibt es schon ab 75 Euro.

Offenlegung: Keine Pressereise, aber ein Gewinn. Im Rahmen meiner Road to Le Mans Reise war ein Zwischenstopp auch Paris.

Über den Autoren

Janett

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