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Auf Geisterjagd durch St. Augustine, Florida

Grundsätzlich bin ich ein Mensch, der mit beiden Beinen fest am Boden steht. Ich bin niemand, der sich allzu sehr von übersinnlichen Dingen einfangen lässt und doch gibt es immer wieder Momente im Leben, die mich zum Grübeln bringen. Stimmen die ich höre, Krafttiere die ich vermehrt sehe oder Träume, die plötzlich wahr werden.

Aber Geister?

Mit denen habe ich persönlich noch keine Bekanntschaft gemacht. Und dann kam meine Nacht in St. Augustine – und eine etwas andere Führung durch die älteste, durchgehend von Europäern besiedelte Stadt der USA.

Eine lange Anreise

Wir erreichen St. Augustine nach einer langen Fahrt vom Golf von Mexiko bis zum Atlantik. Wir sind müde und doch wollen wir von dieser Stadt noch etwas entdecken. Mir fällt als erstes die Castillo de San Marcos auf, welches im 17ten Jahrhundert anstelle eines Holzforts gebaut wurde. Es mutet spanisch an – mit Sicherheit kann ich das jedoch nicht sagen.

Fast habe ich das Gefühl, nach der langen Fahrt in Europa anzukommen. Es gibt eine Fußgängerzone, die Häuser sind etwas anders aufgebaut und unser Hotel nutzt ein Parkhaus ein paar hundert Meter weiter. Sollte ich Respekt davor haben, das nur 50 Meter von unserem Hotel entfernt ein Friedhof ist?

Ein Himmel wie aus einem Gruselfilm

Während sich Anja ein wenig im Stadtzentrum umschaut, werde ich Zeuge eines unglaublichen Phänomens. Ich weiß nicht was es war, aber die Sonne verdunkelte sich durch eine „braune“ Wolke. Diese mystische Stimmung gab den Startschuss zu einem Abend – den ich so schnell wohl nicht mehr vergessen werde.

Wir laufen durch die Straßen und entdecken einige nette kleine Sehenswürdigkeiten. Ein Wachskabinett, die älteste Holzschule der USA (wobei die gar nicht so alt aussieht ;)) und zahlreiche Trolleybusses begegnen uns unterwegs. Wir haben noch gut 1 1/2 Stunden bis zu unserer „Ghost Tour“ und kehren ins Collage Restaurant in St. Augustine ein.

Ein Glücksgriff, denn unser Salat und die Nudeln waren unglaublich gut und die guten Bewertungen absolut berechtigt. So gut – das wir fast die Zeit aus den Augen verloren hätten. Nur noch 20 Minuten Zeit? Wir müssen los!

Auf den Spuren der Geister

Es dämmert leicht, als wir uns mit einer illustren Gruppe auf einem kleinen „Square“ zwischen Flagler College und dem Casa Monica Hotel trifft. Kinder sind dabei, Rentner, Paare und auch ein paar mutige Einzelkämpfer. Wir werden von einer illustren Dame begleitet – die uns zuerst einmal Fotos vergangener Touren zeigt. Fotos von – ich will es kaum glauben – gesichteten Geistern. Zu diesem Moment glaube ich noch, dass diese Dame uns ja viel erzählen kann. Nein – es gibt keine Geister. Und so eine Tour ist zwar nett, aber sicherlich auch nur jede Menge Show.

Die Geschichten von St. Augustine

Neben einigen allgemeinen Infos zur Geschichte der Stadt erzählt uns unsere Führerin viele Geschichten über die Einwohner der Stadt. Ich kann mich noch wage an ein paar Storys erinnern – nur wiedergeben kann ich sie nicht wirklich. Vielleicht liegt es daran, dass ich ein wenig halbherzig zugehört habe, das ich vor lauter Schreck alles wieder vergessen habe oder das ich ständig versucht war, einigermaßen gute Fotos zu machen.

Da war die Geschichte von drei Generälen, die noch heute in der Nähe des Friedhofes am alten Stadttor mit jungen Damen flirten. Oder der Baum der liebenden, unter dem man sich für ewige Liebe küssen soll. Oder das italienische Restaurant, in dem viele Jahre ein kleines Kind gespukt hat.

Ich höre aufmerksam zu und lasse mich immer tiefer in die Geschichten von St. Augustine ziehen. Die Innenstadt ist recht klein – und doch entdecke ich immer wieder neue Ecken.

Und dann passiert es.

Auf einem Parkplatz, auf dem früher einmal Ureinwohner beerdigt wurden und auf dem es heute noch spuken soll. Es ist erst so ein Gefühl. So ein „Hier ist irgendwas“ Gefühl. Ich kann kaum der Geschichte folgen die uns erzählt wird und fotografiere wahllos herum. Das ist bei diesen dunklen Verhältnissen sowieso etwas schwierig.

Ich sehe ein Gesicht zwischen den Armen unseres Guides…

Auf einem meiner Fotos werde ich stutzig.

Unser Guide bewegt die Hände hin und her – doch was ist das zwischen ihren Armen? Ich glaub – in diesem Moment habe ich den ersten Geist meines Lebens gesehen. Ich mag es nicht glauben und schau das Bild immer und immer wieder an. Anja hält mich zwischendrin für irre – aber ich bleibe dabei. Da war etwas unterwegs. Etwas nicht Irdisches. Etwas jenseits meiner Vorstellungskraft.

Nun war ich also von diesem Geisterfieber infiziert. Und die Geister wollten an diesem Abend mit mir Bekanntschaft schließen. Mein Taschenhenkel rutschte von meiner Schulter (und der saß da wirklich fest), ich sah auf dem Friedhof plötzlich Lichter und ich fühlte mich ständig beobachtet. Eine durchaus makabre, wenn auch spannende Erfahrung. Anschließend laufe ich allein zum Hotel zurück. Im Hinterkopf die Frage – nur ein gut gemachtes Touristenhighlight oder Wirklichkeit?

Die Nacht verbringe ich ohne Geister.

Anja weckt mich morgens um kurz vor 6. Heute geht die Reise weiter Richtung Jacksonville. Ein wenig traurig bin ich schon, nicht noch viel mehr von St. Augustine gesehen zu haben. Aber eine Stadt, die in den USA schon so alt geworden ist – wird wohl in ein paar Jahren auch noch dort stehen.

 

Wichtige HinweiseAnreiseÜbernachtungsempfehlungWeitere Inspirationen

Was muss man noch wissen?

  • St. Augustine bietet zahlreiche Sehenswürdigkeiten, Restaurants und Hotels und bietet sich daher ideal für einen mehrtägigen Aufenthalt an.
  • Auch wenn ihr keines der zahlreichen Sehenswürdigkeiten nutzt, so lohnt sich ein Bummel durch die Stadt. Zahlreiche Gebäude aus verschiedenen Epochen geben ein so ganz anderes Bild der USA.
  • Das Restaurant Collage befindet sich in einer Seitenstraße. In der Nebensaison könnt ihr wie wir Glück haben und einen freien Tisch ergattern, ich würde jedoch empfehlen einen Tisch zu reservieren. Mehr Informationen zu dieser wirklichen Restaurantempfehlung findet ihr hier
  • Die Geistertour von St. Augustine, welche ich begleitet habe, dauert 75 Minuten und startet um 8 Uhr abends in der Granada Street (zwischen Casa Monica Hotel und Lightner Museum). Für die Tour bezahlt ihr 20 Dollar, um eine Reservierung wird gebeten. Zum Thema „Geister“ gibt es im Ort noch mehr Touren. So könnt ihr auch mit einem Trolley umherfahren und die Geistertour mit einem Besuch im Pub verbinden. Mehr Infos findet ihr hier.

Wie kommt man nach St. Augustine?

Für die Anreise nach St. Augustine empfiehlt sich ein Auto. In der Stadt gibt es ein Parkhaus, welches fußläufig vom Hotel und auch von der Innenstadt zu erreichen ist. Für 12 Dollar (oder 3 Dollar mit ParkNow Card) könnt ihr dort den ganzen Tag parken. Die Pauschale für „Overnight“ kostet 35 Dollar + Tax. Mehr Infos findet ihr hier. Wenn ihr im Hotel übernachtet, bezahlt ihr 7,50 Dollar pro Nacht.

Es gibt eine Greyhound Station – die Stadt ist mit diesem auch gut via Fernbus zu erreichen.

Wo haben wir übernachtet?

Wir haben in einem sehr schönen Hotel im Zentrum der Stadt übernachtet, dem St. George Inn. Das Hotel hat direkten Zugang zur Fußgängerpromenade und in mehreren Häusern verteilte Zimmer. Diese sind sehr großzügig in Sachen Raumgröße und können sowohl ohne als auch mit Klimaanlage genutzt werden.

Wir haben, wenn auch nur recht kurz, sehr gut geschlafen. Leider mussten wir schon vor dem Frühstück abreisen, können darüber also keine Auskunft geben. Die Durchschnittspreise liegen bei 150 Dollar pro Nacht.

Offenlegung: Ich wurde vom St. Augustine, Ponte Vedra & The Beaches Visitors and Convention Bureau auf die Geistertour eingeladen, des Weiteren haben wir für das Hotel eine günstigere Medienrate bezahlt.

Über den Autoren

Janett

Hallo, ich bin die Gründerin des Blogs Teilzeitreisender.de
Schon immer war ich ein sehr großer Fan von Kurzreisen. Ich liebe kreative und verrückte Reisen, stehe auch auf Motorsport und Roadtrips. Als Experte in "Günstig in den Urlaub" kann ich sicherlich auch Tipps für eure nächste Reise geben!

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