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Lettland

Drei Mädels in Riga – Unser Wochenende in der lettischen Hauptstadt

Es ist Winter in Lettland – und doch ist es zu warm für Februar. 6 Grad zeigt das Thermometer, noch vor 2 Wochen waren es 24 Grad unter null. Mir soll es recht sein – ich habe eh keine super warmen Stiefel angezogen und doch habe ich den Eindruck, das Anja und Ewa ein wenig traurig sind – doch nicht so viel Eis zu sehen.

Riga im Winter

In den kleinen Kanälen, die überall in der Stadt zu entdecken sind, gibt es noch dicke Eisschollen, auf den Straßen und auch im Himmel hat sich jedoch das triste Grau breitgemacht. Wir gehen von Bord der Fähre, die von Stockholm nach Riga fährt und verbringen die nächsten 2 Tage hier. Wieder einmal haben wir uns viel zu viel vorgenommen. Und diesmal finden wir unser Hotel mit nur einem kleinen Umweg. Also nur so 200 Meter. Es scheint, als wenn wir nur gemeinsam dazu in der Lage sind, uns ständig zu verlaufen.

Unser Hotel im Zentrum von Riga

Das Hotel Tallink Hotel Riga befindet sich nur ein paar Meter vom Bahnhof Rigas entfernt und ist unser Zuhause für die nächsten Tage. Wir haben jeder unser eigenes Zimmer, die für diese gute Lage selbst im Sommer noch gut bezahlbar sind. Unsere Räumlichkeiten sind gemütlich modern und mit allem, was man so in einem Hotelzimmer braucht. Ein wenig ungerecht find ich jedoch, dass Anja das größte Zimmer am Ende des Ganges bekommen hat – aber so ist das halt, wenn man Zimmer vergleicht.

Unweit des Bahnhofes

Ein wenig fehlen mir die Mädels, haben wir doch die letzte Nacht auf dem Schiff zu dritt in einer Kabine verbracht. Und so dauert es auch nicht lange, bis wir uns in der Lobby treffen um einen Spaziergang durch die Stadt Riga zu machen.

Drei Eisklötze nach Stadtspaziergang

Ich muss nicht sagen, dass wir nach dem Schneeregen bei gut 3 Stunden quer durch Riga ziemlich durchfroren waren. Da half auch nicht das Essen in einem lettischen Restaurant Tavern on the ancient Amber Way, was wir auf dem Rückweg zum Hotel entdeckten.

Unser Abend endete somit nicht in der Stadt, sondern an der Bar des Hotels, die sich auch durchaus für fremde Gäste lohnt. Die Cocktails (auch die ohne Alkohol) sind wirklich empfehlenswert und kreativ und der Weg zurück in unsere Betten war am ersten Abend nicht ganz so weit.

Ich habe gut geschlafen. Auch wenn der Ausblick auf der Fähre natürlich schöner war, die Qualität der Betten und auch die Bäder lassen sich nicht vergleichen.

Ein Besuch auf dem Zentralmarkt

Für Neun sind wir zum Frühstück verabredet – um anschließend eine Tour über den Zentralmarkt zu machen. Ziemlich neugierig bin ich – habe ich von diesen großen Markthallen doch schon das eine oder andere gehört. In den 30er Jahren erbaut, gehörten sie damals zu den modernsten Markthallen Europas. Wir jedoch werden am Eingang erst einmal mit deutscher Volksmusik begrüßt. Wir schauen uns an und müssen lachen. 1000 Kilometer von zuhause entfernt und doch so nah.

Eines steht fest – hätte ich in Riga eine Ferienwohnung gehabt, ich würde mich hier mit allerhand frischen Gemüse, Fisch und Fleisch eindecken.

Auch wenn ich viele der Schilder nicht lesen kann, die Auswahl ist beeindruckend. Wir laufen durch die verschiedenen Hallen, die jede komplett anders riecht. Fisch, Fleisch, Käse – am Ende ist uns ganz schwindelig.

Auf dem Rückweg laufen wir außen entlang und entdecken, dass auch in einer aufstrebenden Stadt wie Riga nicht alles schön, aber interessant ist.

Hochhaus der Akademie der Wissenschaften

Anschließend lassen wir uns treiben. Wir laufen am ehemaligen Kulturpalast vorbei, eines der höchsten Häuser in Riga. Heute befindet sich in diesem Haus die lettische Akademie der Wissenschaften und einige Radio/Fernsehstationen. Gerne würden wir hoch – haben jedoch an diesem Tag kein Glück.

Ein Besuch in der lettischen Nationalbibliothek

Spontan fällt mir noch etwas ein, was uns die Stadtführerin am Vortag berichtet. Auf der gegenüberliegenden Seite des Düna liegt die lettische Nationalbibliothek. Das Gebäude ist noch recht neu, erst 2014 wurde es eröffnet.

Eine besondere Geschichte gibt es dazu auch noch zu erzählen, den kurz vor der Eröffnung wurde im Rahmen der Festivitäten zur Kulturhauptstadt 2014 im Januar eine Menschen-Bücher-Kette von der alten zur neuen Bibliothek gebildet. Doch auch ohne dieses Bild vor Augen ist der Besuch der neuen Nationalbibliothek sehenswert.

Die Architektur lädt von außen und von Innen zum Fotografieren und Staunen ein. Zu gerne hätte ich an einer der angebotenen Besucher-Exkursionen teilgenommen, diese werden jedoch nur unter der Woche angeboten. Auch im Restaurant vor Ort haben wir nicht so viel Glück. Geschlossene Veranstaltung. „Ein Grund noch mal wiederzukommen“ denke ich mir, bevor wir über die lange Akmens Tilts (Brücke) wieder zurück in das alte Riga laufen.

Von Kuchen und Kirchen

So langsam stellt sich bei mir ein Hunger ein. „Kuchen?“ frag ich Anja und Ewa. Ich habe zu diesem Zeitpunkt noch keine Idee – und die wirklichen Café Tipps wollen uns die Rigaer auch in der Stadtinformation nicht verraten. Während Ewa spontan beschließt, die Petrikirche zu besteigen, werden auch wir endlich fündig.

Der Blick von der Petrikirche auf Riga – Danke Ewa!

Wir machen es uns im „Grünen Studio Löwenzahn“ gemütlich, was auf Lettisch Pienene heißt.

In dem Shop bekommt man wirklich tolle und liebevolle kleine Mitbringsel, die allesamt aus Lettland kommen und im Café kann man neben typisch lettischen Tee auch wirklich leckeren Kuchen genießen. Fast eine Stunde haben wir hier entspannt.

Schnell sind wir uns einig – Museen wollen wir heute nicht besuchen. Das Wetter bessert sich zusehends und während Ewa noch ein paar Impressionen aus Riga einfangen will, entschließen Anja und ich und für eine Tour mit dem Zug nach Jürmala.

Einmal Jürmala und zurück

Die Bahnreise kostet uns knapp 8 Euro, die Züge zum Meer fahren regelmäßig und eine halbe Stunde später sitzen wir so schon im Zug Richtung Küste. Wir sind nicht allein – mit uns reist gefühlt halb Riga. Nach den letzten trüben Regentagen zeigt sich jetzt endlich die Sonne.

Wir fackeln nicht lange, wir wollen ans Meer. An den Rigaischen Meerbusen. Und stehen plötzlich vor einem riesigen Haufen Schnee und Eis. Das Überbleibsel der „Eiszeit“ im Januar 2016 macht es uns fast unmöglich, direkt ans Wasser zu kommen.

Und so tun wir, was alle tun, die am heutigen Tag unterwegs sind. Am Strand entlang wandern. Gut 2 Kilometer. „Hast du schon auf die Uhr geschaut?“ fragt mich Anja. Ein Blick auf die Zeit offenbart – wir müssen zurück. Das Abendprogramm wartet.

Ein Abendspaziergang durch Riga

Heute Abend bleiben wir nicht im Hotel. Wir ziehen los auf der Suche nach einem guten Restaurant und finden Sterne. Ganz Riga funkelt und glitzert. Das Essen ist plötzlich vergessen. Ständig bleiben wir stehen und staunen und machen lustige Bilder, auf denen wir Sterne pflücken.

Es dauert einige Zeit, bis die kalten Füße und der knurrende Magen den Befehl geben aufzubrechen und etwas zu Essen zu suchen. An diesem Sonntagabend wirkt die Stadt wie ausgestorben. Und auch die Suche nach einem Restaurant gestaltet sich nicht so einfach.

Eine Bratwurst am Spieß und das beste Bier von Riga

Es vergehen rund 30 Minuten, bis wir ein Brauhaus im Zentrum der Stadt finden. Peters Brauhaus um genauer zu sein. Dabei handelt es sich um die einzige Restaurantbrauerei in der Altstadt von Riga. Ewa war vom Biertasting total begeistert, ich von meiner Bratwurst am Spieß (ich habe nicht alles geschafft). Pappe satt und gut gelaunt verließen wir das Restaurant und können es absolut empfehlen.

Eigentlich hätten wir jetzt zurück ins Hotel gehen können. Einer Empfehlung wollte ich an diesem Abend jedoch noch nachgehen.

Hoch hinaus für das große Finale

Die Skyline Bar im Radison Blu Hotel ist vielleicht nicht die beste Bar der Stadt. Mitnichten hat sie jedoch den geilsten Ausblick auf das nächtliche Riga. Und so sitzen wir über den Dächern von Riga, schlürfen unseren Cocktail und stellen fest – Mädelsurlaub in Riga kann was.

Auf dem Weg zurück in die Heimat

Ein Taxi bringt uns am nächsten Morgen zum Flughafen. Dort gibt es übrigens auch noch was zu entdecken. Das Aviation Museum. Für Liebhaber von Flugmaschinen ein Muss.

Wichtige HinweiseAnreiseÜbernachtungsempfehlungWeitere Inspirationen?
  • Mehr über das Studio Pienene findet ihr hier. Den Kuchen und auch die Tees müsst ihr unbedingt probieren!
  • Exkursionen in der Nationalbibliothek von Lettland , Kosten 2 Euro, auch in Deutsch möglich, nur unter der Woche
  • Für 9 Euro kann man die St. Petrikirche besteigen. Aus 72 Metern hat man einen tollen Blick über Riga.
  • Am Wochenende kostet es in der Skyline-Bar ab 21 Uhr 3 Euro Eintritt. Wir kamen 20:15 Uhr und haben sogar noch die Happy Hour genießen können.
Mit Wizzair und Baltic Airlines kommt ihr von Deutschland nach Riga. Wir haben den Umweg von Stockholm mit dem Schiff gemacht. In Riga selbst braucht ihr kein Auto, es gibt Busse und sehr günstige Taxis.
Wir haben im Tallink Hotel Riga geschlafen. Das Hotel liegt sehr zentral und hat neben sauberen und modernen Zimmern ein wirklich gutes Frühstück und eine hervorragende Cocktailbar. Unbedingt ausprobieren. Im Februar kosten die Zimmer zwischen 50 – 70 Euro

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Offenlegung: Wir haben die Übernachtungen im Hotel Tallink in Riga gesponsert bekommen.

Über den Autoren

Anja, Ewa und Janett

Die Abenteuer der Eskimobande. 3 Mädels auf Reisen.

5 Kommentare

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  • Was ist mit Euch los Mädels? Wolltet Ihr nicht mal ausgehen? Wie alt seid Ihr? 75? Wow cool dass Ihr es zumindest am 2 oder 3 Abend mal in eine Bar geschafft habt :D.. Ich dachte kurzzeitig ich lese eine Empfehlung für Renter ;)..

    • Hallo Jan – Nun ja, recht hast du. Das Nachtleben ist wirklich etwas zu kurz gekommen. Das lag aber vielmehr daran, das unsere Tage schon recht frühmorgens begonnen haben. Und in einem geb ich dir recht – 21 sind wir leider nicht mehr. Hast du denn noch Tipps zum Ausgehen in Riga?

  • Da kommen Erinnerungen an Riga auf – ich war 2007 in den baltischen Ländern unterwegs, übernachtete in der Vorstadt in einem Privatzimmer (gefunden über ein Internetforum) und fuhr mit den 70 jährigen Vermietern zur Sonnwende in einem uralten Auto quer übers Land. Herrlich!

    PS: Die Markthallen finde ich sind eine der schönsten in Europa.

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