Little Tokio in Düsseldorf – Japanisches in der Stadt am Rhein

Geht man durch die Immermannstraße, die seit jeher bekannt für ihren Spitznamen „Little Tokio“ ist, wird man wohl im ersten Moment etwas enttäuscht sein. Das japanische Viertel, wie man es sich im klassischen Sinne vorstellt, gibt es nicht.

Es gibt Restaurants, Supermärkte, Bars und auch Buchläden – ein Museum oder ähnliches jedoch habe ich bisher noch nicht entdeckt. Ich bin überrascht – währt die deutsch-japanische Freundschaft in Düsseldorf doch schon mehrere Jahrzehnte. 2008 haben über 11.000 Japaner in der Stadt am Rhein gelebt. Ich war neugierig und habe mich auf die Suche gemacht.

Wo findet man in Düsseldorf „Japanfeeling“?

Meine Suche starte ich gemeinsam mit einer Freundin in der Immermannstraße. Dort befindet sich das Hotel Nikko, welches 1978 von einer japanischen Hotelkette eröffnet wurde. Anlässlich des 40-jährigen Jubiläums wurde im Januar die Lobby umgestaltet und auch einige Zimmer bekamen einen Neuanstrich.

Schnell stellen wir fest – ein großer Teil der Gäste sind Asiaten. Und auch das Restaurantkonzept ist auf internationale Gäste ausgerichtet. Businesslike. Zentral. Und ich bin neugierig.

Wie asiatisch ist das Nikko-Hotel in Düsseldorf?

Auf den ersten Blick sieht es aus wie zahlreiche Hotel seiner Klasse. 4 Sterne. 1 Restaurant und eine Bar mit Sushi-Theke, eine große offene Lobby, ein Wellnessbereich mit Sauna und Pool und 386 Zimmer auf 11 Etagen. Der Konferenzbereich wurde während unseres Aufenthalts von einem asiatischen Unternehmen genutzt. Auf den zweiten Blick ist es die Lage und die Freundlichkeit, die das 4 Sterne Hotel für internationale Gäste interessant macht. Es sind viele asiatische Besucher vor Ort – aber wie kann ich hier „Little Asia“ erfahren?

Es war ein heißer Tag in Düsseldorf und wir wollten uns vor dem Abendessen ein wenig frisch machen. Unser Zimmer ist riesig! Beeindruckt bin ich vom „begehbaren Kleiderschrank“, an dessen anderen Ende das Bad ist – und vom weichen Bett. Und vor allem vom Platzangebot – in unserem Zimmer hätte gut und gerne noch eine halbe Fußballmannschaft Platz gehabt. Meine Begleitung hat sich den Spaß gemacht und nimmt euch auf eine Tour durch das riesige Zimmer in ihrem Video mit!

Abgekühlt und frisch gemacht kündigte sich unser Hunger an. Das Hotel verfügt über zwei Restaurants – die (für mich ein wenig irritierend) beide Benkay heißen. Das eine befindet sich direkt im offenen Lobbybereich und das andere ist ein wenig separiert und bietet japanische Küche mit Eventcharakter. Wir wollen an diesem Abend nur entspannt essen und entscheiden uns daher für das „Japan meets Rheinland“ Benkay – Restaurant in der Lobby. Während ich mich an Sushi versuche, probiert meine Freundin ein Curry mit frittiertem Spargel.

Klingt komisch – schmeckt aber wirklich sehr gut. Auch der Nachtisch mit Matcha-Eis war interessant! Die Idee, europäische Küche mit japanischer zu kombinieren entdecken wir auch am nächsten Morgen. Beim Frühstück gibt es klassisches und asiatisches (Suppen und Reis) für alle Gäste zu genießen.

Entspannung mit Blick auf Düsseldorf

Bei einem Blick auf die Uhr entdecken wir – noch ist der Abend jung. Ich will gerne noch in den Wellnessbereich. Der liegt auf der 9 und 11 Etage und bietet einen tollen Blick auf die Düsseldorfer Innenstadt. Auf zahlreichen Liegen und großen Kissen kann man chillen oder im Pool (nicht sehr tief) ein paar Bahnen schwimmen.

Wir vergessen ein wenig die Zeit und genießen den Sonnenuntergang. Sauna? Die sparen wir uns auf für den nächsten Morgen. Den Ausblick wollen wir uns nicht entgehen lassen! Kaum ist die Sonne weg – gehts für uns schnell zurück ins Zimmer. Wir beide haben heute noch einen ganz besonderen Termin!

Eine musikalische Zeitreise im Time Light

Eigentlich gehört das Time Light, eine Bar im gleichen Gebäude wie das Nikko Hotel, nicht zum Hotel. Und doch – durch Zufall haben wir die Karaokebar beim Betreten des Hotels entdeckt. Normal sind die „Boxen“ schon Tage vorher ausgebucht, wir versuchen unser Glück dennoch. Und haben Glück!

Eine kleine Box ist noch frei und gehört für 35 Euro (eine Stunde) uns. Ein wenig schräg ist die Einrichtung. Im Stile der 90er befindet sich eine Sitzecke, zahlreiche Ordner mit Songtexten und ein altes Regal in dem kleinen Raum. Aber irgendwie hat es Kult. Und wir jede Menge Spaß.

Ich bin heißer. Vom Lachen und vom Singen. Und müde. Vom Wellness und vom Essen. Es wird Zeit zu Bett zu gehen.

Frühstück auf Japanisch

Wir haben gut geschlafen. Und wie ich schon oben erzählt hatte, beim Frühstück entdeckten wir Suppen und einige andere typisch japanischen Speisen. Ich habe zum ersten Mal in meinem Leben Suppe zum Frühstück gegessen und war überrascht, wie satt diese doch eigentlich macht.

Eine Stunde verbringen wir noch im Wellnessbereich – leider haben wir es versäumt Bescheid zu geben, das alle Saunas angemacht werden. So bleibt uns eine Dampfsauna und der Pool. Und ein wenig Ruhe. Denn kaum jemand nutzt um diese Zeit das Spa.

Little Tokio – Tipps für die Immermannstrasse

Wir müssen auschecken. Und fragen gleich nach Tipps in der näheren Umgebung. Kulinarisch kommt man auf der Immermannstraße asiatisch voll auf seine Kosten. Aber auch Matcha Tee-Fans finden hier einen Platz zum Bleiben. Im TenTen gibt es seit kurzen nicht nur Matcha Tee, sondern auch eine Eisdiele mit asiatisch angehauchten Sorten. Auch wenn der Matcha Tee Frappé nicht unbedingt mein Fall war – das Kaffee habe ich sicherlich nicht das letzte Mal besucht.

In der Oststraße gibt es aber nicht nur Matcha Tee – sondern auch die beste Ramen der Stadt. Ramen sind japanische Suppen, für die ich in Düsseldorf auch schon mal knapp 30 Minuten angestanden habe. Im Naniwa gibt es draußen Warte-Bänke. Und die Suppen sind mega lecker!

Ein Sack Reis?

Wer schon immer mal einen 10 Kilo Sack Reis kaufen wollte oder sich wie ich auf die Suche nach asiatischen Spezialitäten machen wollte – aber irgendwie auch die deutschen „REWEs“ gewöhnt ist, der wird im Tains auf der Immermann-Straße glücklich.

Ich liebe ja eingelegten Ingwer – und nasche immer noch von dem Glas für knapp 2 Euro, welches ich mir hier gekauft habe.

Ein Katzencafé in Düsseldorf

Für einen Besuch im Café der Katzen müsst ihr das Stadtzentrum verlassen und auch etwas Zeit einplanen. Im Stadtteil Pempelfort befindet sich das CATZ CAFE. Dort leben fünf Katzen.

Neben zahlreichen Schmuseeinheiten oder „Stuntdarbietungen“ habe ich hier mit einer Freundin eine sehr nette Zeit verbracht – besonders cool fand ich die Rückzugsräume für die süßen Miezen und die Fürsorge – mit der die sonstigen Mitarbeiter mit den tierischen Gesellen umgehen.

Wer Katzen liebt, sollte hier mal vorbeischauen!

Auf den Spuren japanischer Kultur

Wir haben eingekauft und uns kulinarisch voll auf das Thema Japan eingestimmt – und mit dem Katzencafé und dem Karaoke auch ein wenig „moderne Japan-Kultur“ mitgenommen – aber sich mit der klassischen japanischen Werten und der Kultur auseinandersetzen war im Stadtzentrum nicht möglich. So führte mich (diesmal allein) mein Weg nach Unterkassel.

In diesem Stadtteil wohnen nicht nur zahlreiche „Düsseldorfer Japaner“, hier befindet sich auch das EKŌ-Haus der Japanischen Kultur. Hier könnt ihr eintauchen. In japanischen Glauben in einem authentischen japanischen Tempel, in Traditionen in einem japanischen Haus und in japanische Gartenkunst. Tagsüber könnt ihr hier ein typisches Wohnhaus der asiatischen Insel besichtigen – in dem gelegentlich auch Tee-Zeremonien angeboten werden. Aktuell befindet sich im Keller auch eine Ausstellung von Manga-Bildern des letzten Japantages.

Eine Stunde habe ich hier verbracht – längst nicht genug Zeit. Vor allem die Kreativkurse haben es mir angetan. Ich hoffe, dass ich im Herbst und Winter die Zeit finden werde, mich dort an japanischer Kunst auszuprobieren.

Japanischer Garten – Durchatmen

Im Haus der japanischen Kultur hat mir etwas gefehlt. Wasser. Für mich gehört Wasser zur Gartenarchitektur der Japaner dazu. Und es gibt einen Ort in Düsseldorf – an dem meine Wünsche real werden.

Der Nordpark in der Nähe der Messe. Dort wo seit vielen Jahren schon ein Aquarium steht, befindet sich ein japanischer Garten. Ein See, umgeben von typischen asiatischen Pflanzen und einigen Steinkunstwerken, ein Wasserfall, eine Brücke und für meine müden Glieder auch noch ein paar Gartenstühle.

Nicht nur ich setze mich und atme an diesem warmen Sommertag durch. Japan in Düsseldorf gibt es auch abseits des Japantages! Oder was meint ihr?

Kurz zusammengefasst!

Wichtige HinweiseAnreiseÜbernachtungsempfehlungWeitere Inspirationen
  • Der Japan – Tag ist ein regelmäßig wiederkehrendes Event in Düsseldorf und findet Ende Mai statt.
  • Für den Sky Spa im Hotel gibt es die Option, ein Tagesticket für 15 Euro zu kaufen. Externe Gäste können selbiges für 25 Euro kaufen. Das Fitnessstudio ist im Preis enthalten, ebenso wie zwei Handtücher für den Zeitraum des Aufenthaltes.
  • Für eine Karaoke Box solltet ihr vorher anfragen. Die Kosten für eine 6 Personenbox pro Stunde beträgt 35 Euro. Getränke kommen da noch dazu.
  • Im Catz – Cafe solltet ihr vorher reservieren. Bitte schaut euch auch vor dem Besuch die Regeln an!
  • Das EKO Haus der japanischen Kultur ist Privatgelände. Den Park könnt ihr euch während der Öffnungszeiten unentgeltlich anschauen, für japanisches Haus und Tempel zahlt ihr Eintritt von 3,50 Euro. Im Preis enthalten sind ein paar Einmalsocken, da beides nicht mit Straßenschuhen besucht werden darf. Wenn du Fotografierst (Ausnahme Private Bilder) solltest du dir vorab eine Freigabe holen.
  • Der Nordpark ist jederzeit geöffnet. Mit der Straßenbahn bis Aquazoo fahren. Es gibt jedoch aus ausreichende Parkplätze
Alle Sehenswürdigkeiten und Hotels lassen sich sehr gut mit Bus und Bahn erreichen. Deshalb empfehle ich einen Besuch mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Parken (vor allem im Zentrum von Düsseldorf) ist selten günstig.
Wir haben im Hotel Nikko übernachtet, welches neben zwei Restaurants auch über einen Wellnessbereich verfügt. Hotelzimmer gibt es ab 100 Euro. Die Nutzung des Wellnessbereiches ist nicht inklusive. Mehr Informationen, Preise und Aktionen findest du auf nikko-hotel.de

Offenlegung: Wir wurden für eine Übernachtung in das Nikko Hotel inkl. Testessen im Benkay Restaurant eingeladen. Alle weiteren Kosten haben wir selbst getragen.

 

 

Janett
Janett

Hallo, ich bin Janett, die Gründerin des Blogs Teilzeitreisender.de
Schon immer war ich ein sehr großer Fan von Kurzreisen. Neben einer Teilzeitstelle an der Uni Düsseldorf pflege und hege ich deshalb dieses Projekt - und habe dafür schon das eine oder andere Abenteuer erlebt.

Mehr über mich erfahrt ihr unter der Rubrik Persönliches

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