Alles Alt-Entlang der Hausbrauereien in der Düsseldorfer Altstadt

Alles Alt-Entlang der Hausbrauereien in der Düsseldorfer Altstadt

Es gibt auf diesem Blog ja schon einige Berichte über Bier, aber ausgerechnet über unser heimisches Altbier wurde noch kein Wort geschrieben.  Dabei zählt das Alt nicht nur zu den wohlschmeckendsten und bekömmlichsten Bieren Deutschlands (und damit der Welt), sondern gleich vier Brauereien befinden sich mitten in der Altstadt, dem Herzen Düsseldorfs.

Alles Alt-Entlang der Hausbrauereien in der Düsseldorfer Altstadt

Altbier aus der Düsseldorfer Altstadt

Entlang dieser Brauereien können wir einen netten Rundgang machen, bei dem wir neben den verschiedenen Bieren auch einige Sehenswürdigkeiten Düsseldorfs kennenlernen.

Nachdem die großen Brauereien wie Schlösser oder Frankenheim aufgekauft wurden und das Bier irgendwo in Großbrauereien industriell hergestellt wird, gibt es in Düsseldorf noch sechs Altbierbrauereien, allesamt Hausbrauereien, die das Bier handwerklich herstellen. Man kann im Brauhaus Bier trinken und dazu auch was (in der Regel Deftiges) essen.

In der Altstadt befinden sich vier, nämlich:

Zudem gibt es das Schumacher in der Innenstadt (Oststr.) und das Gulasch, das im Alten Bahnhof am Belsenplatz im linksrheinischen Oberkassel erst seit 2011 gebraut wird, während Schumacher die älteste Düsseldorfer Altbierbrauerei ist.

Beide Brauhäuser sind auch einen Besuch wert, wir beschränken uns jedoch auf die der Altstadt.

Brauerei Schlüssel

Wir starten auf der Bolkerstraße in der Brauerei Zum Schlüssel und das hat mehrere Gründe. Zum einen ist die Haltestelle Heinrich-Heine-Allee nicht weit entfernt, zum anderen gehört das Schlüssel Alt zu den mildesten Altbieren, was für die erste Geschmacksprobe sicherlich von Vorteil ist.

Falls das Wetter schön ist, können wir uns zudem im schönen Biergarten vor der Neanderkirche stärken und eine ordentliche Grundlage schaffen.

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Schlüssel Altbier – Genuss

Für Fleischfreunde kann ich vor allem das Gulasch oder den Schmorbraten vom Treberbullen empfehlen.

Der Biergarten befindet sich auf dem Areal der Kirchengemeinde, es gibt also auch in Düsseldorf eine Verbindung zwischen Kirche und Bier.

Die evangelische Neanderkirche ist wie die Bergerkirche (Bergerstr.) eine Hinterhofkirche. Dorthin wurden früher protestantische Bauwerke verbannt. Nach dem Krieg wurden die zerstörten Häuser vor der Kirche jedoch nicht wieder aufgebaut und so hat man heute einen freien Blick- und im Sommer einen Biergarten.

Ansonsten trinkt man sein Bier draußen an Stehtischen oder Bierbänken auf der Bolkerstraße oder drinnen im rustikalen Brauhaus, im hinteren Teil mit Blick auf das neue Sudhaus.

Gut über Altbier zu wissen!

Seinen Namen hat das Alt  vom Brauen nach alter Art her, es wird Hefe verwendet, die sich beim Gären oben absetzt (obergärige Brauart), hierbei muss das Bier nicht gekühlt werden im Gegensatz zum untergärigen Brauen, was früher somit nicht möglich war. Für das Altbier werden teilweise Röstmalze verwendet, was die dunkle Farbe ausmacht. je dunkler, je mehr Röstmalze wurden verwendet.

Weitere Entdeckungen auf dem Weg vom Schlüssel zum Füchschen

Gehen wir vom Schlüssel zum Füchschen passieren wir folgende Sehenswürdigkeiten:

  • Geburtshaus von Heinrich Heine (zwei Häuser neben dem Schlüssel)
  • Andreaskirche
  • Kom(m)ödchen
  • Kunsthalle
  • Kunstsammlung K20
  • Andreasviertel mit Mutter Ey-Statue

Besonders die Andreaskirche solltet ihr- wenn möglich- von innen besichtigen, da sie mit großartigen Stuckarbeiten des Barock ausgestattet ist.

Nur der barocke Hochaltar wurde im Krieg zerstört und eher schlicht wiederaufgebaut, wodurch ein etwas merkwürdiger Kontrast entsteht, an dem auch die barocken Statuen, die man in den Altarraum gestellt hat, nichts ändern können.

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Brauerei Füchschen

Von den Düsseldorfer Brauereien ist das Füchschen die umsatzstärkste und diejenige, deren Bier am häufigsten in verschiedensten Lokalitäten ausgeschenkt wird. 

Ihr könnt euer Alt im Brauhaus oder  im Biergarten trinken, die meisten Freiluftplätze gibt es aber vor der Brauerei auf der Ratinger Straße.

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Im Füchschen gibt es neben Alt, Pils und Weizen auch hauseigene Rhabarberschorle und Zitronenlimo

Den Vogel schoss das Füchschen  2017 ab, als aus heiterem Altbier-Himmel plötzlich verkündet wurde, dass ab sofort auch ein Pils gebraut würde. Das hatte es in Düsseldorf bis dato noch nicht gegeben. Wer also jemanden in der Gruppe hat, der sich partout weigert, Altbier zu probieren (dass es jemanden gibt, dem keins der Altbiere schmeckt, glaube ich allerdings nicht), der ist im Füchschen richtig aufgehoben.

Gut zum Altbiergenuss in Düsseldorf zu wissen!
Der in den Brauhäusern Köbes genannte Kellner stellt dem Gast ungefragt und ohne Aufforderung ein frisches Glas Alt hin, sobald das vorherige zur Neige geht.

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Wenn ihr kein Bier mehr wollt – Deckel drauf!

Wollt ihr kein weiteres Bier mehr trinken, legt einfach einen Bierdeckel auf das (halb)leere Glas. Ansonsten werdet ihr womöglich das Ende unseres Rundgangs nicht mehr erleben.

Weitere Entdeckungen von der Ratinger Straße zum Kürzer

Auf dem Weg von der Ratinger Straße zum Kürzer können wir uns die Lambertuskirche anschauen und die Ruhe auf dem Stiftsplatz genießen, hier ist auch der Eingang zur Kirche.die schon im 13. Jahrhundert in niederrheinischer Backsteingotik erbaut wurde und die älteste Kirche der Stadt ist. Dass sie einen schiefen Turm hat sieht man vom Burgplatz besser.

Ein paar Meter weiter gelangen wir zum Stadterhebungsdenkmal, eine  von dem Düsseldorfer Künstler Bert Gerresheim zur 700-Jahrfeier von Düsseldorf geschaffenen Skulptur, die u.a. die Schlacht von Worringen von 1288 und die anschließende Besiegelung der Stadterhebungsurkunde zeigt. Am schmiedeeisernen Geländer der Düssel, an der wir uns hier kurz vor der Mündung in den Rhein befinden sind die Jahreszahlen 1288 und 1988 kunstvoll eingefügt. Am Lieferhaus, dem ältesten Haus Düsseldorfs, vorbei geht es zum Kürzer.

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Brauerei Kürzer 

Im Gegensatz zu den anderen Altstadtbrauereien gibt es das Kürzer erst seit kurzem und das sieht man auch im Brauereiinneren.

Hans-Peter Schwemin, schon seit 1983 Wirt im neben dem Kürzer liegenden Schaukelstühlchen, konnte 2008 die Kneipe „Kiste“ übernehmen und zusammen mit der schon ihm gehörenden „Quetsche“ zu einem Brauhaus umbauen und sich damit einen schon länger gehegten Traum erfüllen.

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2010 konnte das erste Kürzer Alt gezapft werden. Auf gerade mal 30 qm finden alle Brauprozesse statt, vom Gastraum hat man alles im Blick.

Dort lagert unter der Decke in zwei gekühlten 1000-Liter-Tanks das Alt und wird über eine Edelstahlpipeline in ein gläsernes Fass gepumpt. Das Fass hat ein Volumen von gerade mal 17 Litern, wird aber bis zum Feierabend nie leer, da es nach Bedarf aufgefüllt wird.

Im Schaukelstühlchen nebenan findet der Ausschank genauso statt, ansonsten wurde die Kultkneipe unverändert gelassen und sieht so aus wie schon in den 80er-Jahren .

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Kühltank, Pipeline und gläsernes Fass

Auf Grund der hohen Nachfrage wird das Kürzer seit 2023 auch auf der Fichtenstraße im Stadtteil Flingern gebraut, Gasthaus mit Biergarten gibt es natürlich auch.

Zwischen Kürzer und Uerige: Die Rheinpromenade, Burg- und Marktplatz

Auch zwischen dem Kürzer und dem Uerige gibt es weitere Sehenswürdigkeiten:

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Freitreppe mit Lambertuskirche und Schlossturm
  • Schlossturm mit Schiffahrtsmuseum und Cafè
  • Kasematten
  • Historisches Rathaus  mit Reiterstandbild Jan Wellem davor
  • Pegeluhr (die nicht euren Alkoholpegel misst)
  • Marktstr. mit historischen Häusern, u.a. dem Glockenhaus

Brauerei Uerige

Den Namen verdankt das Uerige dem Gründer der Brauerei, dem uerige Willem, was im Düsseldorfer Volksmund schlecht gelaunter Wilhelm bedeutet. Doch das Bier schmeckte und so ging man dennoch gerne „zum Uerige“.

Das Uerige Alt gilt als das Bier mit den meisten Bitterstoffen, weshalb eine Verkostung am Ende sinnvoll erscheint. 

Im Sommer findet hier immer eine große  Open Air-Party statt, ihr solltet aber auch dann einmal durch die verschiedenen Räumlichkeiten des Uerige schlendern , denn hier gibt es einiges zu entdecken.

Hier ein nussholzvertäfelter Raum mit Kronleuchtern, dort der Brauhof, in dem Oma und Opa (aus Pappmaché) sitzen und auf den großen, kupfernen Braukessel blicken und überall kleine Accessoires, alte Fotos und Holzschnitte oder Wandfliesen mit neunmalklugen Biersprüchen darauf.

Auch eine Lektion Düsseldorfer Platt erhaltet ihr im gesamten Uerige, selbst auf dem Parkverbotsschild draußen.

Entdeckungen unweit der Uerige Brauerei

Ganz in der Nähe der Uerige Brauerei könnt ihr euch folgendes angucken:

  • Stadtmuseum
  • Bergerkirche (ev.)
  • Maxkirche
  • Filmmuseum mit Programmkino Black Box
  • Innenhafen
  • Hetjensmuseum (Keramikmuseum)
  • Schneider Wibbel-Statue
  • Programmkino Cinema
  • Carlsplatz (Markt), dahinter beginnt die schöne Karlstadt
Die Events für den Altbiergenuss: Rheinkirmes und Fischmarkt

Auch auf der größten Kirmes am Rhein sind die Düsseldorfer Brauereien vertreten.

  • Die große Rheinkirmes findet immer mitten im Juli statt, 2024 vom 12..-21.7.
  • Von der Altstadt fährt eine Fähre zur Kirmes am anderen Rheinufer, per pedes, Rad oder Bahn geht es über die Oberkasseler Brücke.

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  • Auch auf dem Fischmarkt am Tonhallenufer (5 Gehminuten von der Altstadt) sind Schlüssel und Gulasch am Anfang bzw. Ende des Marktes vertreten, zum Biergenuss gibt es Live-Musik. Neben Altbier und natürlich Fisch werden auf dem Markt alle möglichen kulinarischen Spezialitäten angeboten.
  • Der Fischmarkt findet außerhalb der Wintermonate ca. einmal monatlich statt, 2024 am 7..4., 5..5., 7.6..7., 4.8., , 1.9., 6.10. und 3.11.

Das müsst ihr über Altbier aus Düsseldorf wissen

  • Das gezapfte Bier ist in den Hausbrauereien etwas günstiger als sonst in der Altstadt, im freien Verkauf ist das handwerklich hergestellte Bier natürlich teurer als das übliche Industrie-Bier. In jedem Getränkemarkt und allen Rewe- und Edeka-Supermärkten Düsseldorfs gibt es alle fünf Düsseldorfer Biere als Flaschenbier und einige als Fassbier, günstiger ist es in den Brauereien selber, aber um größere Mengen mit dem Auto abzuholen, ist die Altstadt denkbar schlecht geeignet. Gulasch Alt gibt es ausschließlich als Fassbier und nur in der Brauerei.
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Alle Düsseldorfer (Flaschen-) Altbiere
  • Als Mitbringsel kann man ein Paket verschiedener Altbiere zusammenstellen oder einfach das mitbringen, das einem am besten geschmeckt hat. Optisch am ansprechendsten sind die 1-Liter Bügelflaschen von Schumacher (Original und die mild-fruchtige, hopfenbetonte Variante „1838“ am speziellsten das Sticke und Doppelsticke, das es nur im Uerige selbst gibt. Für die Bügelflaschen zahlt man recht viel Pfand, zumindest die 1-Liter-Flaschen können außerhalb von Düsseldorf schlecht umgetauscht werden. Keine Probleme diesbezüglich hat man mit den frechen Six-Packs von Füchschen, man sollte aber aufpassen, wem man diese mitbringt (siehe Foto oben).
  • Wer sein Bier im Park oder am Rhein trinken will, holt das Bier gekühlt am Kiosk oder am besten im Schlüssel-Lädchen neben der Brauerei. Auch von Schlüssel gibt es praktische Six-Packs, zudem gibt es viele Souvenirs. Der Laden hat montags- samstags bis 19 Uhr geöffnet.
  • Die Brauhäuser öffnen früh und schließen um Mitternacht, nur das Kürzer hat bis 2 Uhr auf.
  • Es gibt klassische Hausmannskost von der Frikadelle bis zur Schweinshaxe, im Kürzer werden auch gute vegetarische Gerichte angeboten, im Uerige gibt es nur Happen, gesalzen sind dort aber nicht nur die Speisen.
  • Detaillierte Informationen über Altbierherstellung und -Geschichte erhaltet ihr bei der Altbier-Safari täglich um 18 Uhr. Kosten: 27,50 € incl. 5 Glas Bier.
  • Eine Altstadtführung wird täglich um 15 Uhr für 12 € angeboten.

Wichtige Hinweise abseits des Alt.

  • Wenn ihr von außerhalb kommt, dann hilft euch vielleicht ein Blick auf unseren Hotel-Guide für Düsseldorf weiter – um die passende Übernachtungsmöglichkeit zu finden.
  • Pizza und anderes Fast Food gibt es in der Altstadt überall, in der Bar Cherie (Kurze Str. 2) gibt es leckeren Flammkuchen, im franz. Bistro Erminig (Mutter-Ey-Str.5/ Neustr.) Crepés und Galettes.
  • Auf der Bergerstr.( beim Uerige) gibt es  neben vielen anderen ein Fischrestaurant und zwei Tapas-Restaurants.
  • Alle anderen spanischen Restaurants befinden sich in der Schneider Wibbel- Gasse.
  • Auch auf der Bergerstr. befindet sich das Roppongi.
  • Ansonsten isst man japanisch am besten im japanischen Viertel um Kloster- und Immermannstraße, bei einem Düsseldorf-Besuch sollte man dies in jedem Fall einmal tun, denn nirgendwo in Deutschland kann man besser japanisch essen gehen.
  • Überraschendes gibt es auf dem Bier-Blog von der Düsseldorfer Bierkultur zu berichten.

Offenlegung: Die Brauereien Schlüssel, Füchschen, Kürzer und Uerige versorgten mich mit Speis und Trank. Schlüssel stellte die beiden Fotos vom neuen Sudhaus (mit und ohne Gäste) zur Verfügung. 

Andreas

Ich reise gerne, lieber auf eigene Faust als geführt, häufiger mit dem Rucksack als mit Koffer, eher aufs Land als in die Stadt, mit Lust auf Neues Und Abenteuerliches statt auf Altbewährtes, öfter in den Süden als in den Norden, am liebsten reise ich mit meiner Frau (oder meinen Töchtern) an der Seite.

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