USA

Auf den Spuren der Route 66 – von Springfield nach Chicago

Wer schon länger bei mir liest wird wissen – ich habe mich schon einmal am Thema „Route 66“ versucht. Damals ging es von Chicago nach Springfield. Mit Starkregen und nur wenig positiven Erlebnissen war es zwar eine spannende Reisegeschichte – wirklich befriedigt hat mich das jedoch nicht. Umso erstaunlicher ist es, dass ich gut 4 Jahre nach meiner letzten Illinois-Reise doch noch die Chance bekommen habe die Route 66 zu erleben. Und zwar so – wie ich mir das schon beim ersten mal vorgestellt habe.

Mit dem Zug von Chicago nach Springfield.

Wusstet ihr, dass es parallel zur Route 66 eine Bahnstrecke gibt? Für mich war das neu. Als großer Bahnfan war es aber ein wenig suboptimal, dass wir die Strecke am Abend in der Dunkelheit gefahren sind. Vorbei an Joliet (dort wo auch die Rennstrecke ist), durch Pontiac mitten ins Herz von Springfield. Fast immer neben der Route 66 lang – die viele Jahre als die Versorgungsroute durch die USA galt.

Am Bahnhof Springfield in Illinois

Viele schimpfen ja über unpünktliche Züge in Deutschland. Unser Zug hatte eine Stunde Verspätung – beschwert hat sich jedoch kaum jemand. Fast ein wenig europäisch mutet der kleine Bahnhof an, von dem wir an unserem ersten Abend in Springfield abgeholt wurden. Diesmal habe ich in der Hauptstadt von Illinois ein bisschen mehr Zeit. Nicht nur eine Nacht, sondern knapp 30 Stunden. Aber an diesem Abend wünschte ich mir nur noch ein Bett. Ein gemütliches. Das und einen leckeren Cookie gab es kurze Zeit später im President Abraham Lincoln Springfield Hilton Hotel. Ein Kettenhotel – aber nicht minder gemütlich.

Auf den Spuren Abraham Lincolns durch Springfield.

Springfield ist nicht nur für die Route 66 bekannt. Zeit genug – sich auch dem Thema „Abraham Lincoln zu widmen. Der hat hier gelebt und gewirkt bevor er zum 16ten Präsidenten der USA wurde. Wer einen Ort sucht um in amerikanische Geschichte einzutauchen – hier findet er ihn. Ein Museum, Lincolns Wohnhaus, das Old State Capitol und auch die Lincolnsche Gruft – all das sind Orte, die mit der Geschichte von Springfield zusammenhängen. Und die auch für jemanden außerhalb der USA recht spannend sein kann.

Auch aktuelle Politik wird in Springfield gemacht – Ein Besuch im Capitol

Die Stadt ist der Regierungssitz von Illinois und Obama hat hier 2007 seine Kandidatur für sein Präsidentenamt bekannt gegeben. Ein Blick ins aktuelle Capitol lohnte sich – auch wenn ich dafür durch eine Sicherheitskontrolle musste. Das Gebäude an sich ist von außen recht beeindruckend, von innen jedoch noch einen Tick mehr. Vor allem die Kuppel hätte ich mir stundenlang anschauen können. Die Tiffanyglaskuppel ist wirklich sehenswert und dank einer kleinen Führung habe ich sogar einen Blick in den Senat und das Repräsentantenhaus werfen konnte. Mich erinnert dieser Ort der Politik eher an ein Schloss – sicherlich soll es Macht ausstrahlen. Ob so etwas heute noch gebaut werden würde? Sicher nicht!

Man probiert immer zweimal – Corn Dogs im Cozy Dog Drive In

Niemals nie hätte ich daran gedacht das ich nach unserem Trip auf der Route 66 nochmals einen Corn Dog essen würde. Beim ersten mal fand ich ihn okay – wohl auch deshalb habe ich bei meinem zweiten Besuch im Cozy Dog Drive In den anderen den Vortritt beim Probieren gelassen. Und doch hatte ich plötzlich auch ein Propierstück vor mir liegen.

Ich weiss nicht was in den letzten Jahren passiert ist – diesmal jedoch hat mir das Würsten im Schlafrock richtig gut geschmeckt. Und ich habe mir die Zeit genommen und mir den Laden mal richtig angesehen. Hier findet sich allerhand Geschichte rund um die Route 66. Ob ich wohl in 4 Jahren noch mal zum Besuch vorbei komme?

Another Brick in the Street. Ein Stück „Original Route 66“

Die „echte“ Route 66 gibt es heute nur noch selten. Selbst mein Stück alte Landstraße in der Nähe von Joliet ist keine wirklich ursprüngliche Route 66. Im Nachhinein wird es mir schon klar – immerhin donnern über diese Verbindung von Ost nach West oder umgekehrt tagtäglich mehrere 1000 Autos. Ein großer Teil ist nun die „Interstate“ – ein kleinerer Teil Landstraßen.

Immer wieder habe ich mich gefragt – gibt es noch einen Ort mit der „Original Straße?“. Und ja, den gibt es! Knapp 10 Kilometer vor den Toren von Springfield im kleinen Ort Auburn treffen wir auf einen circa einen Kilometer langen Abschnitt „Original Route 66“. Backsteinpflaster, die auf einer kurzen Strecke ein wenig Gefühlt dessen zurückgeben, wie Reisen Anfang des 20ten Jahrhunderts so gewesen sein muss.

Auf der Straße ist an diesem Tag kaum etwas los. So kommt es auch, dass ich etwas total beklopptes mache. Yoga on Route 66. Ist doch eigentlich eine coole neue Geschäftsidee, oder? Es dämmert langsam und wir haben an diesem Abend noch längst nicht alles gesehen. Jeff kennt da nämlich noch einen Ort an dem man „das wahre Gefühl der Route 66“ erfahren kann.

Das Gefühl der Straße! Motorheads Bar & Grill in Springfield

Seit knapp einem Jahr gibt es unweit von Springfield die Motorheads Bar. Hier gibt es Sport, hier gibt es Bier, hier gibt es auch mal einen leckeren Burger oder ein paar Pommes. Auf dem Platz vor der Bar hört man die Interstate rauschen, die ist nur wenige Meter entfernt. Der Chef der Bar zeigt und dann auch noch etwas ganz besonderes – im „Hinterzimmer“ hat er eine Sammlung mit allerlei Wunderlichkeiten rund um die Route 66 und Nascar Motorsport sowie Drag Racing zusammengesammelt.

Für mich war dies ein wirkliches Highlight. Das Thema Nascar ist in Deutschland kaum bekannt – umso beeindruckender war es in den USA auf Fans des amerikanischen Motorsports zu treffen. Auch die Bar ist durchaus sehenswert. Am Boden konnte ich einmal die gesamte Strecke durch Amerika ablaufen. Am Ende steht Illinois.

Unterwegs auf der Route 66

Der nächste Morgen begann recht früh. Noch ein wenig Jetlag-geplagt schnappte ich mir mein Handy und meine Kamera und besetzte die letzte Bankreihe im Bus für mich. Hatte ich bei meiner letzten Tour auf der Route 66 aufgrund des Wetters kaum etwas gesehen konnte ich diesmal mehr Blick genießen. Viel – so muss ich ehrlich zugeben – gab es nicht zu sehen. Ab und an ein LKW, Busse, Autos, Gestüpp und die breite Interstate.

Im Bus war es muggelig warm, die Sonne schien mir ins Gesicht und die Landschaft forderte meine Aufmerksamkeit nicht wirklich heraus. Irgendwann döste ich weg. Hoffentlich hab ich nix verpasst?

Pontiac ist nicht nur ein Automodell. Ein Abstecher in die Kleinstadt an der Route 66

Unser Bus stoppte auf einem Parkplatz in Pontiac. Der kleine amerikanische Ort gefiel mir auf Anhieb. Nicht nur, weil ich mir genau so eine kleine amerikanische Stadt vorstellte sondern weil neben einer wunderschönen Kirche auch noch alte Gebäude aus den 50ern so ein wenig „Zurück in die Zukunft“ Feeling verbreitete.

Vor ein paar Jahren wurden zudem die klassischen Werbeschilder durch coole Streetart ersetzt – auch hier wieder eine Zeitreise in die 50er und 60er. Eines dieser Straßenbilder befindet sich hinter dem Route 66 Museum und ist eines der bekanntesten Fotomotive entlang der bekannten Straße. Auch ich konnte mir ein Bild nicht verkneifen bevor es mich in die beheizten Räume des Museums verschlug – denn trotz Sonne war es in Pontiac an diesem Novembermorgen einfach nur bitterkalt.

Im Museum ist wieder das Gefühl einer Zeitreise. Kunterbunt sind Andenken an, auf und um die Route 66 zusammengesammelt – in der ersten Etage gibt es dann ein Museum mit Wohnungseinrichtungen aus den 60er Jahren und Militäranzügen. Amerika halt. Auch wenn alles ein wenig zusammengewürfelt wirkt – ich kann mich gar nicht satt sehen. Dann jedoch bekomme ich den Tipp – doch auch mal im Bus vorbei zu schauen.

Ein Bus voller Erinnerungen rund um die Route 66

Ein Bus? Nun ja – auf dem Parkplatz hinter dem Museum entdecke ich eine Art Wohnmobil. „Darf man das betreten?“ ist meine erste Frage, die mir von einem Guide mit einem Nicken bejaht wird. Der Bus gehörte Bob Waldmire – ein echter Route 66 Addict und Künstler. Kennt ihr den Film „Into the Wild“? Dieser Bus erzeugt bei mir eben dieses Gefühl. Der Schulbus wurde umgebaut und diente Bob lange Zeit als Wohnraum. An jeder Ecke gibt es Besonderheiten und Kunstwerke rund um die Route 66 zu entdecken –  Und für mich ist dieser Bus die wahre Sehenswürdigkeit zum Thema Route 66 in Pontiac.

Mein Date mit dem Gemini Giant

Der große Kerl am Straßenrand kennt mich auch schon. Damals – 2014 hat mich sein Anblick recht traurig gemacht. Das „Launching Pad“ war damals geschlossen, die Farbe vom Gemini Giant abgeblättert und der Ort Wilmington wirkte abseits der Interstate wie ein kleiner Lost Place. Umso gespannter war ich, was mich bei meinem zweiten Besuch bei der wohl bekanntesten Figuren der Route 66 erwarten würde.

Manchmal werden Wünsche War. Nicht nur der Gemini erstrahlte an diesem Novembertag in frischen Farben – auch das Launching Pad ist nicht mehr verlassen. Seit gut einem Jahr gibt es einen Fanshop und ein ganz kleines Museum im Inneren des Diners – demnächst soll es auch wieder etwas zu essen geben. Das kommt gut an – endlich bin ich nicht mehr gefühlt die einzige, die den Giganten besucht. Mehrere Touristen halten selbst jetzt im Winter hier an und wie glücklich ich bin, den Gemi wiederzusehen, seht ihr oben auf dem Bild…

Unsere Tour endet in Wilmington – nur Stunden später startet mein Flug zurück in die Heimat. Entlang der Route 66 gibt es noch viel zu entdecken – ein paar Ausflugstipps in Joliet und Chicago findet ihr noch in meinem anderen Artikel.

Ein kleines „Route 66“ Gewinnspiel!

Ein kleines Souvenirset habe ich euch von meiner Tour auf der bekanntesten Straße der Welt natürlich auch mitgebracht. Das könnt ihr gewinnen!

Dazu müsst ihr mir einfach unter diesem Artikel verraten, welche der hier vorgestellten Sehenswürdigkeiten ihr gerne besuchen würdet oder sogar selbst schon mal gesehen habt! Teilnahmeschluss ist der 01.03.2019. Es gelten die Datenschutzbestimmungen des Blogs.

Alles wichtige um diesen Abschnitt der Route 66

Wichtige HinweiseÜbernachtungsempfehlungAnreiseWeitere Inspirationen
  • Das Stück „Original Route 66“ findet ihr auf der Curran Road in Auburn, Illinois.
  • Der Eintritt ins Route 66 Museum in Pontiac ist kostenlos. Auch die anderen kleinen privaten Museen können auf Nachfrage kostenlos besucht werden.
  • Veranstaltungen und Aktionen sowie Spendenmöglichkeit für die Route 66 Association findet ihr hier.
  • Der Cozy Dog kostet 2,15 und kann auch im Menü mit einem Getränk gekauft werden. Alle Infos über das Cozy Dog Drive in bekommt ihr hier.
  • Auch der Eintritt im Capitol ist frei. Zwischen 8 und 16 Uhr, Am Wochenende zwischen 9 und 15 Uhr. Es gibt auch Touren – dazu könnt ihr euch vor Ort informieren. Eure Taschen werden kontrolliert.

Ich habe im President Abraham Lincoln Springfield DoubleTree by Hilton Hotel übernachtet. Das Hotel liegt im Stadtzentrum von Springfield, verfügt über einen Shuttle (falls ihr mit der Bahn anreist) und ausreichend Parkplätze. Die Zimmer sind groß, sauber und gemütlich – der Ausblick jedoch nicht wirklich reizvoll. Der Durchschnittspreis liegt bei 115 Euro. Frühstück kostet extra.

Eine Anreise mit dem Auto ist durchaus empfohlen, fast alle Ort (außer Wilmington) könnt ihr jedoch auch mit der Bahn (Amtrak) erreichen. Hier wird es demnächst jedoch Touren von Chicago aus geben. Wenn diese starten – ergänze ich dies noch.

Offenlegung: Ich wurde eingeladen auf eine Reiste auf der Route 66 durch Enjoy Illinois und Visit Springfield

 

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Janett

Hallo, ich bin Janett, die Gründerin des Blogs Teilzeitreisender.de
Schon immer war ich ein sehr großer Fan von Kurzreisen. Neben einer Teilzeitstelle an der Uni Düsseldorf pflege und hege ich deshalb dieses Projekt - und habe dafür schon das eine oder andere Abenteuer erlebt. Mehr über mich erfahrt ihr unter der Rubrik "Persönliches"