Eine Nacht in Springfield – Von Zeitreisen und den besten Frühstück in Illinois

Amerika und Geschichte – immer ein Thema für das ein oder andere Schmunzeln – wenn ich wieder mal mit Freunden unterwegs war und in meiner Reiseerinnerung schwelgte. Und okay – die neue Geschichte ist im Gegensatz zu dem, was man über Europa weiss, doch eine recht kurze Geschichte. Und doch gibt es etwas zu berichten. Über die Bostoner Tea-Party, über die Befreiung der Sklaven, über Kriege und auch über Menschen, die dieses Land geprägt haben. Ein solcher war Abraham Lincoln. Zugegeben – eigentlich kenne ich diesen Namen nur wegen Filmen wie Fackeln im Sturm und Lincoln – aber just in meinem letzten Amerika-Urlaub brachte mich der Zufall in seine Heimatstadt – Springfield.

capitol

Nein ! Dabei handelt es sich nicht um das imaginäre Springfield von Homer, Bart, Maggie und Co. und ja, es gibt in Amerika mehr als nur ein Springfield – und doch hat dieses Springfield ein paar Alleinstellungsmerkmale, die einen Besuch eigentlich unabdingbar machen. Zum einen wäre da die Geschichte. Springfield in Illinois gibt es seit 1818 und seit 1837 ist diese Stadt die Hauptstadt von Illinois (Ihr staunt jetzt sicherlich genauso sehr wie ich – ehrlicherweise hab ich auch Chicago vermutet ;)). Hier vor dem Capitol hat Barack Obama seine Kandidatur zur Wahl zum Präsidenten von Amerika im Jahre 2007 und – um mal von der Politik abzulenken – durch Springfield führt die weltberühmte Route 66 – und das nicht nur auf einer, sondern gleich auf mehreren Straßen.

lincoln

Wir wollten viel mehr Zeit in Springfield verbringen – doch leider machte mir mein planloses Reisen und ein fettes Regentief auf der Reise von Joliet an diesen Ort einen gewaltigen Strich durch die Rechnung. Anstatt sich noch eines der coolsten Museen von Amerika anzuschauen, waren wir einfach nur happy – einen Platz zum Ruhen zu haben. Ich wusste vorher nicht – das ein Roadtrip so anstrengend sein kann.

Springfields Straßen
Springfields Straßen

Das „The Inn at 835“, unser „Platz zum Schlafen“ hat natürlich auch eine Geschichte – und die liest sich ein wenig wie ein „American Dream“. Eine Floristin (Ms. Bell Miller) hatte in den 1890ern die Idee, einen luxuriösen Apartementkomplex an der 835 South Second Street zu bauen. 1909 hatte Sie diese Idee umgesetzt – und seitdem ist dieser Ort, an dem man nicht nur Zeitgeschichte, sondern auch ein wenig Luxus erleben kann. Das Inn wurde natürlich immer mal wieder renoviert und an aktuelle Anforderungen angepasst – dank der Erhaltung der historischen Strukturen wurde das Haus 1995 in das Nationale Register der Historischen Plätze in Amerika aufgenommen.

Ehrlich? Von außen sah das Haus wenig spektakulär aus. Ein großer Parkplatz daneben, ein Haus, wie es auch Anfang des Jahrhunderts in Europa gebaut wurde – ich konnte mir nicht vorstellen, was nun so besonderes an diesem B&B sein sollte.

Unsere Zeitreise begann mit dem öffnen der Eingangstür. Ich fühle mich tatsächlich ein klein wenig in der Zeit zurückversetzt, sehe alte Briefkästen, alte Türen und einen massiven alten Tresen, an dem wir gleich darauf einchecken. Ein kleiner Einblick in die „gute Stube“ bleibt natürlich auch noch, bevor wir uns in unsere Suite „Hydrangea Room“ (206) im zweiten Stock aufmachen. „Sag mal – wo muss ich jetzt lang?“ Ich schau Jens verzweifelt an, der wohl der Wegbeschreibung der Dame am Tresen auch nicht so 100 % gefolgt ist. Wir beschließen in die zweite Etage zu fahren und nach mehreren Anläufen finden wir auch unser Zimmer am Ende des Ganges. Noch ganz klassisch mit Schlüssel bin ich hier unterwegs – und auch das Zimmer birgt viele Überraschungen.

schlüssel

Unsere Zimmerbesichtigung gleicht einer Entdeckungsreise. „Cooles Bett! Oaah schau mal hier – die alten Bücher,!“ „Hey das wirst du jetzt nicht glauben – in diesem Raum ist ein Jacuzzi!“ Eigentlich sind wir platt ohne Ende, doch dieses „Museum für eine Nacht“ weckt die Lebensgeister und als ich dann auch noch den Ausblick zum Capitol entdecke – fühlt sich meine Zeitreise komplett an.

großes Bett

Die Weinprobe am Abend sparen wir uns dann jedoch – zu müde sind wir von der anstrengenden Reise auf der Route 66. Das Bett ist riesig und nimmt den größten Teil des Raumes ein. Es raschelt an der Tür…  aber ehrlicherweise bin ich viel zu faul, um heute noch einen Schritt zu gehen.

Schnell befinde ich mich im Tal der Träume und wache nur nachts einmal kurz von einem Deckendiebstahl auf, den ich natürlich umgehend räche. Mein Blick fällt auf das hell beleuchtete Capitol. Plötzlich spüre ich die Geschichte, die über diesem Ort schwehlt – nicht lange und ich bin schon wieder weit entfernt – im Traumland.

Unser Morgen beginnt früh, planen wir doch einen ganzen Tag in Rockford – einmal quer durch Illinois. Erst als ich die Tür öffne entdecke ist, was am Vorabend an der Tür geraschelt hat. Ein kleiner süßer Cookie – Gruß (natürlich selbstgemacht von der Gastgeberin) hängt an der Tür – was für eine nette Geste!

cockies

Auch das Frühstück beeindruckt mich. In Amerika bin ich ja viel gewohnt. Pancakes, salzige Wurst, nen Burger, Weißbrot ohne Ende, übersüßte Cornflakes – aber an diesem Ort hab ich das erste Mal den Glauben an die amerikanische Frühstückskultur wiedergefunden. Ein Omelett mit leckeren Zutaten, einen frisch gepressten Orangensaft und Obstsalat – Wer mal gut frühstücken will, sollte hier „Stop“ machen! Und das beste – kein Buffet, wir wurden individuell bedient!

capitol springfield

Eigentlich wäre ich gerne hier geblieben – doch das Abenteuer Illinois hatte noch sehr viel mehr für uns zu bieten….

Das solltet ihr wissen, wenn ihr nach Springfield kommt:

  • Illinois hat zahlreiche Informationen für „Zeitreisende“ und sogar eine „Map for Historic Sites“ mit 56 besonders sehenswerten „alten“ Plätzen in diesem Bundesstaat. Besonders Sehenswert in Springfield sind das Lincoln Museum und das alte Capitol
  • Auch auf den Spuren der alten Route66 könnt ihr viel entdecken. Ein Muss ist ein „Corn Dog“ – Mehr zu unserem Trip gibts hier.
  • Die gebuchte Suite 206 im „The Inn at 835“ kostet aktuell ca. 168 Dollar. Inklusive Frühstück und der einen oder anderen Überraschung. Natürlich könnt ihr vor Ort in Springfield auch günstiger übernachten, dennoch ist dieser Ort ein besonderes Highlight und eine meiner Top-Schlafplätze in den USA. Parkplätze sind vor Ort vorhanden – übrigens auch Gehwege für die Jogger und Fußgänger unter euch. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten sind von hier fußläufig zu erreichen.
  • Nehmt euch für Springfield mindestens 1-2 Tage Zeit!

Offenlegung: Wir haben eine reduzierte Presserate im B&B bekommen.

Janett
Janett

Hallo, ich bin Janett, die Gründerin des Blogs Teilzeitreisender.de
Schon immer war ich ein sehr großer Fan von Kurzreisen. Neben einer Teilzeitstelle an der Uni Düsseldorf pflege und hege ich deshalb dieses Projekt - und habe dafür schon das eine oder andere Abenteuer erlebt.

Mehr über mich erfahrt ihr unter der Rubrik Persönliches

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