Thüringen

Wandern im Kyffhäuser-Gebirge – von alten Kindheitserinnerungen und dem Kaiser.

Ich habe im Paradies gelebt. Umgeben von Natur, guter Luft und sehr viel Abenteuer. Was ich damals nicht realisierte – ich war nicht die erste, die diese Region eroberte. Und dennoch ist die Region wie geschaffen für spannende Wanderausflüge und viele Entdeckungen. Die Rede ist vom Kyffhäuser. Geboren bin ich in seinem Schatten – auch wenn er mit seinen knapp 500 Meter nicht wirklich ein „Hochgebirge“ ist. Es gibt zahlreiche Wanderrouten quer über das Mittelgebirge, die sowohl für Wanderanfänger, als auch für die Experten gut geeignet sind. Das letzte mal – das ich wirklich aktiv auf dem Kyffhäuser unterwegs war, ist zugegebenermaßen schon etwas her. In der Schulzeit haben wir knapp eine Woche auf dem Rathsfeld verbracht (übrigens heute noch eine tolle Sache, wenn man in Projektwochen die Natur erleben will), 60 km abgewandert und so fast jedem Blümelein guten Tag gesagt.Kyffhäuser Wandern

Heute – zugegebenmaßen etwas fauler – hab ich eigentlich mal wieder Lust auf eine Wandertour –  alleine die Zeit fehlt mir. So hab ich im letzten Jahr nurmehr einen Spaziergang durch die Region rund um die Unterburg der Burg Kyffhäusen und einen Ausflug in die Babarossahöhle gewagt. Im folgenden Beitrag nenn ich euch ein paar Highlights, die ihr unterwegs auf keinen Fall verpassen solltet – ein paar Tipps, wo ihr einkehren und natürlich auch zwei Empfehlungen, wo ihr gut übernachten könnt.

Schiefer Turm von Bad Frankenhausen

Ein toller Startpunkt für eine Wanderung ist Bad Frankenhausen. Der Ort hat nicht nur zahlreiche Übernachtungsmöglichkeiten, sondern bietet als Kurort auch eine Therme, zahlreiche Restaurants und ein (wenn auch übersichtliches) Nachtleben. Also Hotel kann ich euch den Thüringer Hof auf dem Anger empfehlen, der erst im letzten Jahr seine Zimmer neu renoviert hat.

Auch die Küche ist gut und alles drum und dran ist gut bezahlbar. Auch bietet sich vom Anger aus eine gute Ausgangslage zum Wandern, von dort aus kann man vorbei an der schiefen Kirche in Richtung Kyffhäuser wandern. Wer es lieber etwas flacher haben will, dem empfehle ich eine Wanderung zur Barbarossahöhle, der Weg von ca. 7 km ist vor allem in der Kirsch und Apfelblütenzeit oder dann, wenn die Früchte reif sind, wirklich toll –  weil auf den letzten Kilometern vor der Höhle zahlreiche Bäume den Weg säumen.

Barbarossahöhle

Wenn ihr jetzt Lust auf eine weitere Tour habt, dann ist eine Wanderung von Bad Frankenhausen über das Rathsfeld zum Kyffhäuser empfehlenswert. Auf dem Rathsfeld findet ihr (leider) auch die Ruine des Jagdschlosses, auf dem inzwischen nur die Fledermäuse wohnen (die auch nicht gestört werden sollten). Vorbei kommt ihr auf der Wanderung auch am sogenannten Ententeich vorbei (auf dem ich noch nie eine Ente gesehen habe), an dem vor allem zur Laichzeit viele Minifrösche zu sehen sind.

Wandern im Kyffhäuser

Die Strecke ist ca. 14 Kilometer. Immer mal wieder gibt es unterwegs Lichtungen, einen „kapitalistischen Stop“ könnt ihr am alten Fernsehturm machen (der leider nicht mehr zu besichtigen ist – als Kind war ich häufiger oben). Der Turm hat noch immer die Form, wie sie in der damaligen DDR typisch war. Einkehren könnt ihr übrigens im Burghof direkt unterhalb vom Kyffhäuserdenkmal. Dort kocht der Chef noch selbst und herzhaft, so das man die letzten Meter hinauf zum Kyffhäuserdenkmal ganz easy schafft.

Blick vom Kyffhäuser
Ein diesiger Morgenblick über die Ebene unterhalb des Kyffhäuser

Den Weg könnt ihr klassisch über den normalen „Touristenweg“ oder über den Umweg vorbei an den Ruinen der Unter und Mittelburg (sehenswert und kostenlos besuchbar) erwandern. Wer übrigens die Nacht hier oben verbringen will, im Burghof gibt es gerade unter der Woche das eine oder andere Gästezimmer – und da ist es herrlich ruhig /Bilder davon gibts in meinem Bericht über Burg Kyffhausen) !

Wenn ihr vor Ort seit, solltet ihr auch dem alten Hindenburg guten Tag sagen. Ein Monument zu seinen Ehren wurde 1939 aufgestellt, in der DDR Zeit vergraben und ist seit einigen Jahren wieder ausgebuddelt sichtbar zu sehen. Wer das Kyffhäuserdenkmal über den klassischen Weg besucht, kann ihn neben dem Parkplatz in einer Grube liegen sehen…

Hindenburg Kyffhäuser

Zu guter Letzt empfehle ich auch als „Wanderausflugsziel“ noch die Königspfalz Tilleda. Einst gastierten hier in „Dulleda“ die Kaiser und Könige des Mittelalters – seit einigen Jahren ist der Ausgrabungsort als Erlebnismuseum geöffnet. An einigen Stellen muss man schon sehr viel Fantasie mitbringen, dennoch finde ich diesen Ort vor allem für Geschichtsfreunde sehr interessant.

IMG_9840

Der Weg vom Kyffhäuser hier her wird gesäumt von zahlreichen Streuobstwiesen, ist also ideal im Sommer zu begehen. Übrigens – von Tilleda aus ist es auch nicht mehr weit zum Schloss Wallhausen – wenn ihr einmal Lust habt, am Geburtsort von Kaiser Otto I. zu nächtigen.

Wichtige HinweiseAnreiseÜbernachtungsempfehlungWeitere Inspirationen?
  • Im Sommer gibt es einen Ruf-Bus, der Stops wie die Barbarossahöhle und den Kyffhäuser anfährt. So seit ihr nicht gezwungen, den gleichen Weg hin und zurück zu wandern.
  • Alle beschriebene kostenpflichtigen Sehenswürdigkeiten könnt ihr mit der ThüringenCard kostenlos sehen (Kyffhäuser, Königspfalz, Barbarossahöhle und auch die Therme in Bad Frankenhausen)
  • Die Übernachtungspreise liegen bei allen drei Hotels/Gasthäusern unter 100 Euro für zwei Personen. Frühstück ist meist inbegriffen
  • Wer etwas schneller laufen will, jedes Jahr im April gibt es den Kyffhäuser-Berglauf . Die Meldefrist hierfür endet am 30.März
Via Bahn ist die Anreise über Kelbra/Berga möglich. Bad Frankenhausen hat derzeit keine Bahnanbindung. Ich empfehle eine Anreise mit dem Auto – die Fahrt über den Kyffhäuser ist ein wirkliches Highlight! Parkplätze sind meist kostenpflichtig und kosten zwischen 1 – 4 Euro 
Folgende Hotels habe ich selbst schon bewohnt und kann sie guten gewissens auch empfehlen

  • Thüringer Wald (Bad Frankenhausen)
  • Burghof (Kyffhäuser)
  • Schloss Wallhausen (Wallhausen)

Offenlegung: Alle Eintritte wurden selbst bezahlt, die Nacht im Thüringer Wald wurde uns ermöglicht. Alle Fahrten wurden mit dem Auto gemacht.

2 Kommentare

Hier kannst du einen Kommentar abgeben

Über den Blogger

Janett

Hallo, ich bin Janett, die Gründerin des Blogs Teilzeitreisender.de
Schon immer war ich ein sehr großer Fan von Kurzreisen. Neben einer Teilzeitstelle an der Uni Düsseldorf pflege und hege ich deshalb dieses Projekt - und habe dafür schon das eine oder andere Abenteuer erlebt. Mehr über mich erfahrt ihr unter der Rubrik "Persönliches"