Thüringen

Burg Kyffhausen – Abenteuer aus Kindertagen und der tiefste Burgbrunnen der Welt

Ich war knapp 1 1/2 Jahre alt. Kaum einen halben Meter groß und hatte gerade erst laufen gelernt. Und doch ist der Moment, in dem ich meine Oma zum Geburtstag gratuliert, auf ewig in ein Foto gebannt. Das dieses Foto an einem besonders geschichtsträchtigen Ort – der auch eine Zeitlang mein Zuhause war – entstanden ist, macht das Foto zum Aufreißer zu meiner aktuellen Story.

Am ehesten erinnere ich mich an einen Johannisbeerenstrauch, der oben im Garten meiner Großeltern stand (den es aber leider nicht mehr gibt). Eine schmale Treppe führte von der Wohung meiner Großeltern hinauf und von dort oben konnte man prima die zahlreichen Touristen beobachten, die schon in DDR-Zeiten auf den Kyffhäuser strömten. Es war toll, als Kind zwischen all den alten Gebäuden herumzulaufen und wenn es damals im HO – Imbiss selbstgemachte Pommes und Broiler gab, war ich im 7ten Himmel.

Kyffhäuser

Die Besucher sahen das Burggelände in den paar Stunden, in dem es geöffnet war, ich jedoch hatte das Glück, auch in den frühen Morgenstunden oder am späten Abend über das Gelände zu toben. Mein Großvater war dort Heizer und hatte das Glück, zeitweise der einzige „Mieter einer Wohnung auf dem Kyffhäuser“ zu sein. Ich weiss nicht, ob sie heute noch bewohnt ist, doch ein wenig traurig hat es mich schon gemacht, als meine Großeltern dort wegzogen.

Ich liebte den tiefen Brunnen, der mit seinen 176 Metern der tiefste Burgbrunnen der Welt ist. Damals wurde in einer kleinen Kanne Wasser hinuntergeschüttet und als Kind dauerte es eine gefühlte Ewigkeit, bis es unten angelangt wurde…

Brunnen Kyffhäuser

Fast jeden Sommer verbrachte ich meinen Großeltern. Ich erforschte die Oberburg und so manches mal machte ich auch Ausflüge zur Unterburg und ließ mir von der Geschichte der Burg erzählen. Von ihrem Alter (die erste Burganlage wurde schon im 11ten Jahrhundert errichtet, von dem bekannten Persönlichkeiten, die hier wohnten und residierten) und den vielen 1000 Sagen rund um Burg Kyffhausen.

Die bekannteste Sage hat etwas mit schwarzen Raben zu tun, die häufig um das Monument von Kaiser Babarossa – der sitzt als Teil des Monumentes im unteren Bereich – fliegen und erst dann wenn sie verschwinden, wird der Kaiser und seine Getreuen erwachen. Dabei ist das Monument, auf welchem auch Wilhelm der I. zu sehen ist, erst im 18ten Jahrhundert entstanden.

Kyffhäuser Bild Feld

Bisher noch nie gesehen habe ich das Feldbild unter dem Monument, hoffentlich klappts dieses Jahr !

Für mich wird es, nach knapp 15 Jahren Abstinenz hoch oben auf dem Burggelände, in diesem Jahr definitiv wieder Zeit für einen Besuch. Die Bilder stammen alle von meinen Papa, werde sicherlich im Laufe des Jahres noch erweitert. Danke Papa!

Bei einem Besuch solltet ihr übrigens viel Zeit einplanen. Zum einen, um das Denkmal bis ganz oben zu besteigen (und das sind sooo viele Stufen), zum anderen, weil es auf dem Burggelände so unglaublich viel zu entdecken gibt. Der Kyffhäuser an sich ist eine sehr tolle Region für Wanderschaften und bietet für Autofahrer tolle „Kurven“.

Entdeckungsreise Kyffhäuser

Mit der ThüringenCard habt ihr das ganze Jahr über kostenlosen Eintritt, derzeit und noch bis Ostern gibt es jedoch anlässlich der fertiggestellten Restaurierung und eines Betreiberwechsels des Kyffhäuserdenkmals dort oben freien Eintritt. Leider ist in dieser Zeit auch das Museum und das Bistro geschlossen.

Kyffhäuser Krone

Recht gut erreichbar ist die Burg von der A38 (Göttingen – Halle) auf mittleren Wege. Vorbeifahren könnt ihr nicht, das Monument seht ihr aus beiden Seiten schon von weitem.

Auf dem Weg zum Kyffhäuser

Wenn ihr schon mal dort oben seit, solltet ihr auch einen Abstecher in den Burghof machen. Hier gibt es in einer Mischung zwischen ostalgischen Charme und nostalgischen Ambiente echt leckere Salate und auch die restliche Speisekarte ist durchaus empfehlenswert. Auch ein paar wenige Pensionszimmer werden dort angeboten, hier gilt: Früh reservieren! Ich kann diese aber absolut empfehlen, denn in der Nacht ist es hier so dunkel und so ruhig, das man absolut zur Ruhe kommt (und die Milchstraße sieht man von hier aus auch!)

Hier müsst ihr hin: Kyffhäuser-Denkmal, 06567 Steinthaleben

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