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Niederlande

Wind, Wasser, Dünen – Eine Kutschfahrt durch den „Nationalpark Dünen von Texel“

„Bssschht“. Ich höre ein lautes Schnaufen, und nur wenige Sekunden später setzen sich die beiden Brabanter vor unserem Wagengespann in Bewegung. Laut klingt das Klappern der Hufen auf den Straßen von De Koog, und hinter unserem Planwagen bildet sich ein kleiner Autostau. Ich hab mir den Platz ganz vorne gesichert. Lange ist es her, das ich in einem solchen Gefährt saß – war das schon immer so wackelig ?

Auf dem Weg in den Nationalpark

Ich schiele vorsichtig nach hinten und check gleich mal die Lage, ob auch alle gleichmäßig verteilt sind. „Keine Sorge! In diesem Planwagen finden ansonsten viel mehr Leute Platz, er ist sicher!“. Die Kutscherin beruhigt mich schnell und so lasse ich mir den milden Nordseewind um die Nase wehen, der an diesem Oktobertag die Insel Texel beherrscht. Wir sind auf dem Weg in den Nationalpark „Dünen von Texel“.

kutsche stadt

Der Park ist knapp 42 km² groß, eine Fläche, die neben den Dünen von Texel auch die Wälder im Zentrum der Insel beschützt. Den Park kann man erwandern, erradeln (obwohl das bei den sandigen Wegen eher für Mountainbiker geeignet ist) oder zu Pferd und via Kutsche erobern.

Dem Abend entgegen

Wir erwischen eine besondere Zeit… Dämmerung. Normal fahren die Planwagen gegen 10 und 14 Uhr, je nach Saison, aber an diesem Tag wird für uns eine Ausnahme gemacht. Es ist 16 Uhr, als unser Tross startet. Und mitten in den Nationalpark fährt. Wir werden kräftig durchgeschüttelt und bleiben dennoch das eine oder andere mal stehen, eine Möglichkeit für mich unglaublich schöne Aufnahmen von der Flora und Fauna im Naturschutzgebiet zu machen.

Eine Vogelschaar

Die zahlreichen Vögel, die hier rasten, die schottischen Hochlandrinder, die sich auch von uns wild fotografierenden Tross nicht aus der Ruhe bringen lassen, bis hin zu kleinen Mäuschen, die so flink über die Wege huschten, das meine Kamera es kaum vermochte, sie einzufangen. Auch unsere beiden Pferde haben die Ruhe weg und befolgen geduldig die Befehle von der „Cheffin“.

slufter

Kontraste

Ich erlebe in knapp 45 Minuten, wie sich die Natur fast minütlich ändert. Was mit einer Steppenlandschaft anfängt, wandelt sich in kleine Waldgebiete, geht in eine kleine hügelige Region über und landet schlussendlich im Gebiet des Slufters, einem besonderen Naturschauspiel von Texel. Ich habe mir sagen lassen, das der „überdimensionale Pril“ jeden Tag anders aussieht, das es ein ganz besonderer Ort ist und sogar für Rollstuhlfahrer erreichbar ist.

Eine Rast im Nationalpark

Unsere Pferde brauchen eine Pause und auch wir sind dermaßen durchgeschüttelt und gerüttelt, das wir die Zeit nutzen um festen Boden unter den Füßen zu bekommen. Es gibt Kekse und Tee (im Winter dann auch gerne mal Glühwein) und ich schnappe mir meinen Tee und meine Kamera, und wandere ein wenig durch den Sand Richtung Meer. An diesem Tag ist der Pril vom Meer abgeschlossen, ich kenne jedoch Fotos, auf denen der Slufter voller Wasser ist und sich quasi mit dem Meer verbindet. Die Sonne sinkt immer mehr, und so ist es für uns langsam an der Zeit aufzubrechen. Ein wenig weicht die Route auf der Rückfahrt ab, fast bin ich ein wenig wehmütig, das mir keines der Hochlandrinder begegnet – bis dann plötzlich ein jungen Rindviech vor uns steht. Und uns erst ein mal anschaut. Und wartet.

Pferd und Rind

Eine erstaunliche Begegnung

Ich glaube, das wir die Musterung bestanden haben, denn nur wenige Momente später setzt sich das Rind in Bewegung und entschwindet im Waldstück. Als wir De Koog wieder erreichen, ist die Sonne schon fast untergegangen. Meine Haare wirken – als hätte ich in die Steckdose gefasst, meine Lippen sind trocken vom Wind und meine Augen müde von dem Gegenlicht und doch fühle ich mich wie nach einer Massage – tiefenentspannt.

strasse pferde

Wichtige HinweiseAnreiseÜbernachtungsempfehlungWeitere Inspirationen
  • Mehr Infos zur Planwagentour bekommt ihr unter www.janpleziertexel.nl  (niederländisch)
  • Eine Fahrt pro Erwachsener kostet ca. 15 Euro, für Kinder gibts Rabatt.
  • Die Touren finden sowohl im Sommer, als auch im Winter (bei ausreichender Nachfrage) statt
  • Inklusive ist eine kleine Erfrischung am Slufter.
  • Zu den Tieren „unterwegs“ könnt ihr gerne Fragen stellen, die Kutscher haben hierfür interessante Infokarten
  • Eine Reservierung wird empfohlen, da es vor allem in der Hauptsaison viel Nachfrage gibt
  • Auf Sonderwünsche (Ausflug mit Rollstuhl, etc.) wird auf Nachfrage eingegangen.
  • Der Ausflug dauert ca. 2 Stunden.
  • Der Park lohnt sich auf für Wanderer, Radwege gibt es zum Teil auch, bitte achtet darauf, vor Einbruch der Dunkelheit zurückzukommen, da es im Naturpark keine Lampen gibt.
  • Es werden vom Ecomare aus auch Führungen/Exkursionen durch den Nationalpark angeboten – für Flora und Fauna Fans ein Muss!!
  • Die Tour mit dem Planwagen geht nicht am Strand entlang, da der Sand dort zu weich ist.
  • Mehr Infos über Freizeitaktivitäten findet ihr beim VVV Texel (Tourismus-Information)

Die Tour startet in De Koog. Falls ihr dort nicht eh schon übernachtet, es gibt (kostenpflichtige) Parkplätze unweit der Stelle, wo der Planwagen startet. Für Texel empfehle ich Auto, wobei es auch möglich ist, mit Bus oder Fahrrad auf der Insel unterwegs zu sein.

Wenn ihr direkt in De Koog übernachten wollt,  kann ich euch das Grand Hotel Opduin empfehlen, welches sich nur wenige Minuten vom Strand entfernt in einer Düne befindet. Das Hotel ist etwas größer, hat jedoch gemütliche Zimmer (in denen man gut schlafen kann), einen kleinen Wellnessbereich und ein sehr gute Frühstück.

Offenlegung: Ich wurde von VVV Texel für ein Wochenende nach Texel eingeladen.

Über den Autoren

Janett

Hallo, ich bin die Gründerin des Blogs Teilzeitreisender.de
Schon immer war ich ein sehr großer Fan von Kurzreisen. Ich liebe kreative und verrückte Reisen, stehe auch auf Motorsport und Roadtrips. Als Experte in "Günstig in den Urlaub" kann ich sicherlich auch Tipps für eure nächste Reise geben!

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