Österreich

Von klösterlichen Glühwein und der Adventszeit im Stift Göttweig

„Meinst du die lassen mich da hinein?“ Zaghaft folge ich Elena die Treppen zum Benediktinerstift Göttweig in der Wachau hinauf. „Warum denn nicht ?“ lächelt sie mich an, während sie spontan ein Foto von meinem verdutzten Gesicht macht. Als wir den Adventssamstag im Dezember 2013 planten, schlug mir Elli vor, doch ins Kloster zu gehen. Mich, die ich noch nicht mal getauft bin. Doch bei einem Blick auf den Stift, der hoch über der Donau stolz das Erbe der Wachau bewacht konnte ich nicht anders – das musste ich mir anschauen.

Ich hätte mir natürlich keine Gedanken machen müssen, denn nach meiner Konfession wurde ich natürlich nicht gefragt. Einen kleinen Eintritt hab ich entrichten müssen, doch der – und das will ich euch schon vorab verraten – ist jeden Cent wert. Ein Weihnachtsmarkt in einem Kloster – so etwas sieht man auch nicht alle Tage. In den Gängen des Benediktinerstifts sind zahlreiche Stände aufgebaut. Kein Tinneff und Klimbim, vielmehr jede menge regionale Produkte und Selbstgemachtes.

Obwohl es Samstag nachmittag ist, wirkt es nicht überfüllt. Recht entspannt schlendern die Besucher durch die Gänge und auch wir lassen uns von dieser angenehmen Atmosphäre einfachen. Bis – ja bis wir plötzlich an einer langen Menschenschlange ankommen. Neugierig frage ich ein Paar vor uns, was es hier gibt. „Klosterglühwein“ – und den kann ich mir nicht entgehen lassen. Wir stellen uns in die Schlange und halten 5 Minuten später zwei Plastikbechern mit Glühwein in den Händen. Ein Apfelglühwein habe ich nicht versucht, aber der Kinderpunsch ist auch ziemlich lecker ! Für 3 Euro und von den Mönchen des Klosters gezapft wirklich empfehlenswert !

IMG_1144

Eine Dame gibt uns dann noch den Tipp, das wir uns gerne auch den Rest des Stiftes anschauen können und so geht es für uns auf Entdeckungsreise. Ich bin verliebt in die Deckenmalereien im Treppenhaus, mache eine Zeitreise und stehe am Ende sogar vor einem Bett in dem einst Napoleon nächtigte. So hatte ich mir meinen Adventssonntag wahrlich nicht ausgemalt. Wie zwei kleine Kinder toben Elli und ich durch die Gänge (natürlich den Räumlichkeiten entsprechend leise :)), machen Fotos unserer Spiegelbilder im Treppenhaus und fühlen uns fast wie die Hausherren, denn hier oben sind wir fast alleine. Mittlerweile hat sich auch die Nacht über die Wachau gelegt und wir schauen hinaus auf die Lichter von Krems.

Im Foyer erklingen gesungene Weihnachtslieder und wir machen uns wieder auf den Weg zurück. Ein paar Minuten sitzen wir hier und lassen uns von der Stimmung treiben, doch dann entdecken wir durch Zufall noch einen abgelegenen Gang. Wir entdecken einen Handwerkermarkt mit einer ganz besonderen Eigenart. Vor Ort könnt ihr bei der Erstellung der Kunstwerke zusehen, euch mit den Künstlern unterhalten und nebenbei auch noch das eine oder andere Mitbringsel für Weihnachten kaufen. Auch ich komme an diesem Tag nicht umhin, das eine oder andere zu erstehen…

Es ist kurz vor 18 Uhr – bald schließen die Pforten des Stifts. Auch wir müssen gehen, und doch stehen wir noch einige Minuten vor den Toren des Klosters. „Ein wirklich toller Ort“ sag ich zu Elli. Sie nickt.

Wenn ihr auch Lust auf einen Adventsnachmittag im Benediktinerstift Göttweig habt:

  • Der Eintritt kostet 2,50 Euro
  • Parkplätze sind vorhanden, ein bissl müsst ihr aber noch laufen
  • Vor allem an den Wochenenden sind auch immer mal wieder nette Konzerte.
  • Der Weihnachtsmarkt geht vom 29.11 – 08.12. vom 10 – 18 Uhr
  • Mehr aktuelle Infos bekommt ihr auf der Internetseite von Stift Göttweig
  • Elli hat über unser gesamtes Weihnachts-Wochenende gebloggt, da solltet ihr unbedingt mal reinlesen.
  • Weitere Weihnachtsmarkt-Empfehlungen
  • Im Rheinland gibts auch einige Highlights, wie ihr bei Tanja nachlesen könnt
  • Ebenso empfehlenswert ist der Bericht von Heike aus der Eifel

Dieser Beitrag ist Teil des Reisebloggeradvents – morgen geht es auf einem anderen Blog weiter! Lasst euch überraschen.

5 Kommentare

Hier kannst du einen Kommentar abgeben

Über den Blogger

Janett

Hallo, ich bin Janett, die Gründerin des Blogs Teilzeitreisender.de
Schon immer war ich ein sehr großer Fan von Kurzreisen. Neben einer Teilzeitstelle an der Uni Düsseldorf pflege und hege ich deshalb dieses Projekt - und habe dafür schon das eine oder andere Abenteuer erlebt. Mehr über mich erfahrt ihr unter der Rubrik "Persönliches"