Nordrhein Westfalen

Mein erstes Mal – Hostel – im Base Camp Bonn

Es gibt immer ein erstes Mal.  Und wenn man als typischer „Hotelgast“ das erste mal in einem Hostel unterkommt, ist schon so einiges anders. Dachte ich zumindest bisher. Der Jugendherberge-Charme mit zentralen Toiletten und Duschen oder die Möglichkeit mit fremden Menschen in einem Zimmer zu schlafen hatte mich bisher immer abgeschreckt.

Als jedoch im Rahmen des Twonns eine Übernachtung im Base Camp Bonn angeboten wurde, fackelte ich trotz all dieser Vorbehalte nicht lange und bewarb mich für einen der begehrten Preview-Übernachtungsplätze. So viel anders als eine Nachtzugfahrt konnte das schließlich nicht sein. Und allein schon die Gestaltung des Camping-Hostels grenzt sich von normalen Hostels ab….

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Und ich hatte Glück und gehörte zu den auserwählten. Eine Nacht im Basecamp…

Man nehme eine alte Lagerhalle in einem Bonner Trendviertel. Dann fülle man diese mit zwei ausgedienten CNL-Zug-Abteilen, einen Trabbi mit Schlafdach, einigen kultigen Wohnwagen und VW-Bussen, ein paar echte Amerikanische Airstreamer und einen Tourbus, versehe dies noch mit einen kleinen aber feinen Highlights und fertig ist ein Abenteuerspielplatz für Jung und Alt.

Noch ist nicht alles fertig im „Camping-Hostel“, aber ich bin sicher, bis zum Offiziellen Start Mitte April 2013 wird alles so stehen, wie es soll.

Die Anfahrt war nicht ganz untricky. Lt. Navi ist „An der Raste“ eine Seitenstrasse, durch die wir lustig erst einmal durchfuhren, bis wir merkten, das die Lagerhalle direkt von der Hauptstrasse erreichbar ist. Vor den Toren hält auch ein Bonn-Bus, so das auch nichts gegen die Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln spricht.

Der Check In verlief noch nicht so ganz fließend, schlussendlich hat es mich und meinen – bis dahin unbekannten –  Zimmerkollegen @makmaksan in ein ehemaliges Schlafwagen-Nachtzugabteil der Deutschen Bahn verschlagen. Das kenne ich ja in der aktuellen Form schon (Fahrt München-Düsseldorf) und konnte mir daher vorstellen, was mich in etwa erwartet.

Wir hatten gemeinsam ein Doppelabteil (insgesamt 4 Betten), was gut war, weil ich sonst nicht gewusst hätte, wie ich nach oben hätte klettern sollen. Es war keine Leiter da… Dafür aber wie in modernen Zügen oben ein Fangnetz. Und viele kleine Gimmicks (wie ein kleiner Tisch oben oder ein Waschbecken mit echten Armaturen!) Und ne Stromdose, die (noch) nicht funktionierte. Und viele Schalter, die man drücken konnte. Bahnromantik pur…

Die Matratze war… dünn… und vermutlich noch original.  Bettwäsche und Handtücher gab es, so das ich eigentlich nur noch meinen Rucksack in die Ecke schmeissen musste und schon komplett eingerichtet war.  Mein erstes „Hostel-Aha-Erlebnis“. Ich war davon ausgegangen, das ich das Bett beziehen muss und hatte mir auch ein Handtuch von daheim mitgebracht…

Es gibt zwar ein paar Kleinigkeiten hier zu essen, wer jedoch warm „Speisen“ will, kann in das 200 Meter entfernte Vapiano laufen. Neben leckerer Pizza gibts dort auch Pastagerichte zu bezahlbaren Preisen. (ab 6 Euro)

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Das ganze solltet ihr aber „To-Go“ mitnehmen. Am coolsten zu verspeisen geht das im Camp auf der Empore (ca. 10 Meter über dem Camping-Hostel) . Nebenbei kann man klönen und die Tische mit Zeitungsartikeln aus längst vergangen Zeiten und die kultige Kinobestuhlung bestaunen. Unten im Tal… ähm im Camp knippste dann jemand  die Romantik-Beleuchtung an und auch oben herrschte eine echt nette Stimmung. Bei ein paar Bier und den ganzen Vapianopizzen wurden so manche „Twonn“ – Gespräche geführt und auch Projekte für die Zukunft geschmiedet.

Gegen ein Uhr ging es dann auch in den Schlafwagen.  Einschlafen konnte ich jedoch lange Zeit nicht, es war von draußen noch ein gewisser Geräuschpegel zu hören und auch wir im Abteil quatschten noch ein Weilchen. Auch der Komfort machte mir am Anfang (Mimose wie ich bin) ein wenig Probleme, als ich dann jedoch endlich ins Land der Träume schwebte, hatte ich bis morgens 8 Uhr auch einen tiefen Schlaf. Im Zug gibts zwar ein Waschbecken und WC, zum Duschen muss man dann jedoch quer durchs Camp. Auch zum Frühstück, was auf der Empore eingenommen wird. Alles wichtige ist da und ich war auch überrascht, das ein Hostelfrühstück schon fast an das Angebot von kleineren Hotels heranreicht.

Die anschließende Erkundungstour brachte noch einige Highlights ans Licht… Eine „Lesen schadet der Dummheit“ Telefonzelle mit Büchern zum Ausleihen, coolen Sitzgelegenheiten an jeder Ecke, kultigen Figuren von den Airstreamern und natürlich die Deko der Campingwagen. Selbst WLAN ist verfügbar, ich habs jedoch selbst nicht ausprobiert.

Was bleibt noch zu sagen ?

Es war auf jeden Fall nicht meine letzte Hostel-Übernachtung. Das Camp hat über 100 Schlaf-Plätze und ist für Klassenfahrten, Firmenfeten, Gruppen, Vereine und alle, die etwas anderes erleben wollen, geeignet. Ich bin gespannt, ob es in Zukunft auch Lösungen für Personen mit Handycap (Rollstuhl) gibt, sehe für das Konzept aber eine gute Zukunft vorraus. Die Idee ist einfach genial und recht gut umgesetzt, das Team kreativ und motiviert und ich bin von  meiner „Hostel“-Phobie endlich geheilt.

Hier müsst ihr hin: In der Raste 1, 53129 Bonn

Mehr Infos erhalten ihr über alle bekannten Hostel-Unternehmen oder direkt auf basecamp-bonn.de.
Vielen Dank für das Titel und das Uhrenfoto an Markus Dziabel

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Janett

Hallo, ich bin Janett, die Gründerin des Blogs Teilzeitreisender.de
Schon immer war ich ein sehr großer Fan von Kurzreisen. Neben einer Teilzeitstelle an der Uni Düsseldorf pflege und hege ich deshalb dieses Projekt - und habe dafür schon das eine oder andere Abenteuer erlebt. Mehr über mich erfahrt ihr unter der Rubrik "Persönliches"